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Rush – Alles für den Sieg

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 16. März 2014

Rush - Alles für den Sieg

In den letzten Wochen ist nach einer längeren Winterpause die Formel 1 wieder in aller Munde, was nicht nur an den neuen Wagen und diversen Regeländerungen begründet liegt, sondern ebenso an dem schweren Unfall des ehemaligen Rennfahrers Michael Schuhmacher, der im Urlaub verunglückte. Ist die Formel 1 trotz aller Sicherheitsbedenken aber heute noch so spannend wie vor einigen Jahrzehnten? Gibt es noch immer die Fahrerduelle wie sie in den 70er Jahren zwischen Niki Lauda und James Hunt bestanden, war damals wirklich alles anders? Genau dieses Frage versucht nun Regisseur Ron Howard zu beantworten, der sich in seinem überaus gelungenem Film „Rush – Alles für den Sieg“ jenem Duell aus dem Jahre 1976 widmet, bei dem Niki Lauda mit seinem Wagen schwer verunglückte.

Rush - Alles für den SiegAm Anfang der 70er Jahre treffen zwei völlig gegensätzliche Persönlichkeiten in der Formel 3 aufeinander, denn wo Ron Howard (Chris Hemsworth) am ehesten als Partyhengst zu beschreiben ist der raucht, trinkt und sich mit allerhand Damen vergnügt, ist Niki Lauda (Daniel Brühl) ein kühler Analytiker der entgegen dem Wunsch seiner Familie sein Glück im Rennsport sucht. Schon bald steigt Lauda durch seinen guten Namen und diversen Geldgebern in die Formel 1 auf und fährt im Wagen von Ferrari den ersten Weltmeistertitel ein, doch im darauffolgendem Jahr folgt ihm auch Howard im Team von McLaren ins schnellste Rennen der Welt. Die beiden werden wieder Erzfeinde die sich aufs äußerste bekämpfen, doch als Lauda nach der Hälfte der Saison bereits uneinholbar nach Punkten in Führung liegt, geht sein Wagen beim Rennen auf dem Nürburgring in Flammen auf und Lauda verletzt sich schwer…

Die einen oder anderen werden sich mit Sicherheit noch daran erinnern das Silvester Stallone vor rund zehn Jahren versuchte den ultimativen Formel 1 Film zu drehen, dass er sich eine Unmenge von Anregungen in den Boxengassen holte und diese zusammen mit Regisseur Renny Harlin verwertete. Besagter Film namens „Driven“ wurde zum riesen Flopp und enttäuschte auf ganzer Linie, wie man es richtig macht zeigt nun Regisseur Ron Howard (A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn) und dessen Drehbuchautor Peter Morgan (Die Queen). Zusammen lieferten sie mit „Rush – Alles für den Sieg“ einen packenden Film ab der autobiografische Züge besitzt, sie konnte hervorragende Darsteller verpflichten und wurden neben den Golden Globes sogar für die Oscars nominiert, wo Daniel Brühl als Bester Nebendarsteller schlussendlich leider unberücksichtigt blieb.

Rush - Alles für den SiegSeitdem die Formel 1 ins Leben gerufen wurde gab es immer wieder spannende Fahrerduelle zwischen zwei Parteien die sich nichts schenkten, die ihr Leben aufs Spiel setzten und gleichwohl in der Lage waren ihren Wagen nahezu perfekt zu beherrschen. Eines der wohl spektakulärsten Duelle hat sich nun Regisseur Ron Howard herausgesucht, der sich in seinem Sportlerdrama „Rush – Alles für den Sieg“ dem Duell zwischen Niki Lauda und James Hunt widmet. Howard beginnt dafür in den frühen 70er Jahren als beide in der Formel 3 begannen, bereitet dies historisch nahezu perfekt auf, bis er sich dank seiner ausführlichen Figurenzeichnung dem eigentlichen Handlungsverlauf und dem Duell in der Formel 1 annähert.

An dieser Stelle wäre es leicht gewesen einen der beiden Fahrer als Bösewicht darzustellen, wofür sich einerseits Partyhengst Hunt geeignet hätte, zum anderen aber auch der kühle Analytiker Lauda, der bei den Fahrern kaum Freunde besaß. Genau diesen Weg geht aber Drehbuchautor Peter Morgan zu keiner Zeit, stattdessen stellt er beide Kontrahenten als gleichberechtigte Fahrer dar, die beide positive wie auch negative Eigenschaften inne hatten und sich aus den unterschiedlichsten Gründen dem gefährlichen Motorsport hingaben. Besagter Motorsport war in den 70er Jahren im Grunde nur etwas für völlig verrückte Individuen was so auch dargestellt wird, allein in diesem Jahrzehnt starb rund ein gutes Duzend an Fahrern, bevor mit dem Unfall von Niki Lauda ein Umdenken im Bereich der Sicherheit stattgefunden hat.

Rush - Alles für den SiegDieses Umdenken wird auch in „Rush – Alles für den Sieg“ vollzogen, wodurch der Film im letzten Drittel noch einiges mehr an Spannung erhält. Mit Laudas Wiedereinstieg liegen beide im Kopf-an-Kopf-Rennen ungemein dicht beieinander, fortan werden bei den unterschiedlichsten Rennen neben den Städtenamen ebenso die Punkte in der Tabelle eingeblendet, bevor alles in einem alles entscheidenden letzten Rennen ausgetragen werden soll. Historisch versuchen sich die Beteiligten nah an den bekannten Fakten zu halten die bei Fans des Rennsports bekannt sein sollten, visuell versucht man mit einem übersichtlichen 38 Mio. Dollar Budget das Beste herauszuholen. Die Wagen der damaligen Zeit kommen wunderbar zur Geltung, mit Hilfe von Handkameras versucht man das Renngeschehen ungemein dicht für den Zuschauer einzufangen, während die Perspektive bei alledem stets rasant wechselt.

Neben der ungemein spannenden Geschichte und der visuell beeindruckenden Umsetzung brillieren hier aber vor allem die beiden Hauptdarsteller, die hier wohl ihre mit weitem Abstand beste Leistung haben abliefern können. Chris Hemsworth (Thor) kommt mit seiner soliden Darbietung als Partyhengst und Meisterfahrer endlich aus seinem Image heraus im Grunde nur Actionfilme mit seinem durchtrainierten Körper spielen zu können, während Daniel Brühl (Inglourious Basterds) nun wohl endgültig den Sprung nach Hollywood hat vollziehen können. Ein wunderbar arrogantes Auftreten als Niki Lauda, ein derber Österreicher Akzent, während er mit seiner Darbietung sogar so dermaßen überzeugen konnte, dass er für die Golden Globes wie auch die Oscars eine Nominierung als bester Nebendarsteller erhielt.

Rush - Alles für den SiegAll jene die „Rush – Alles für den Sieg“ im Kino verpasst haben den bietet sich nun die Gelegenheit ihn doch noch zu sehen, denn Universum Film bringt diesen ab dem 28. März 2014 auf Blu-ray, DVD und natürlich auch per Video-on-Demand direkt in euer Wohnzimmer. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p sehr scharf und farblich an die Filme der 70er Jahre angelehnt, während der Ton in DTS-HD 5.1 in den Sprachen Deutsch und Englisch bestens auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an dem zusätzlichen Material des Mediums interessiert, wo es einiges interessantes zu entdecken gab. Wir bekommen einige spannende Features in denen wir Drehbuchautor Peter Morgan beim schreiben erleben, wir erhalten Einblicke in die Mode der 70er Jahre, in die wahre Geschichte von James & Niki und natürlich kommen auch die Damen der Formel 1 nicht zu kurz. Es geht weiter mit ganzen 12 Minuten entfallene Szenen die es so nicht in den Film geschafft haben sowie ganzen elf Interviews, in denen nicht nur die Darsteller, Regisseur und Drehbuchautor zu Wort kommen, sondern ebenso die Produzenten sowie der echte Niki Lauda. Die ganzen Extras haben einen Umfang von beinahe zwei Stunden, wodurch ein jeder Fan zufriedengestellt sein sollte.

Ron Howard’s „Rush – Alles für den Sieg“ ist ein ungemein packend inszeniertes Drama über die beiden Kontrahenten Niki Lauda und James Hunt, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Nicht nur für Fans des Rennsports ein Muss!

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Wir vergeben daher 8,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Universum Film

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Rush - Alles für den Sieg

Länge: 123 min

Kategorie: Biography, Drama

Start: 28.03.2014

cinetastic.de Filmwertung: (8,5/10)

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Info

Rush - Alles für den Sieg

Rush – Alles für den Sieg

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 123 min
Kategorie: Biography, Drama
Start: 28.03.2014

Bewertung Film: (8,5/10)

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