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Motel Room 13

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 3. März 2014

Motel Room 13

Über einen Mann wie John Cusack muss man im Grunde nicht groß Worte verlieren, denn nachdem er mit „Con Air“ seine Karriere sehr erfolgreich begann, folgten Filme wie „Identität – Identity“ und „2012 – Das Ende der Welt“ in denen er ein jedes Mal seine Leistung abrufen konnte. Leider kam von Cusack in den letzten Jahren fast ausschließlich nur noch Mittelmaß, was weniger in seinem Können begründet lag als vielmehr der Wahl seiner Filme, die nur selten den ganz großen Wurf versprachen. Bei seinem neusten Film namens „Motel Room 13“ vertraut Cusack nun ganz auf das Geschick des Debütanten David Grovic, der einen guten, wenn auch sehr berechenbaren Film abgeliefert hat.

Der etwa 45-jährige Jack (John Cusack) hat gerade erst einen schweren Schlag in seiner Beziehung hinnehmen müssen, weshalb er sich nun wieder voll und ganz auf seinen Beruf zu konzentrieren versucht. Jack ist Profikiller von Beruf, einer der besten und so soll er auch diesmal einen denkbar einfachen Job für Syndikat-Boss Dragna (Robert De Niro) erledigen, bei dem es im Grunde nur darum geht eine Ledertasche von einem Ort zum anderen zu bringen und dort schließlich sein Geld in Empfang zu nehmen. Besagte Tasche ist schnell besorgt, doch das heruntergekommene Hotel an einer Seitenstraße ist beim besten Willen nicht sein Geschmack. Jack lässt sich vom im Rollstuhl sitzenden Besitzer (Crispin Glover) wie verabredet die Schlüssel zu Zimmer 13 geben, doch plötzlich gerät der sauber ausgearbeitete Plan in Gefahr. Mit Rivka (Rebecca Da Costa) steht auf einmal eine Dame in seinem Zimmer die von zwei üblen Typen gesucht wird, doch obwohl er diese versucht schnellstmöglich los zu werden, soll der Abend noch allerhand anderer Überraschungen für ihn bereithalten…

Motel Room 13Vor kurzem erst sah man Regisseur David Grovic (Breaking at the Edge) im nur wenig spektakulären Film „Freerunner“ als Darsteller, da beschloss dieser kurzerhand einen eigenen Film zu drehen. Zusammen mit Autor Paul Conway (L.A., I Hate You) adaptierten sie beide James Russo’s (Public Enemies) Roman „Motel“, welcher wiederrum auf einer Kurzgeschichte von Marie-Louise von Franz (Matter of Heart) basierte, die bereits mit zahlreichen Werken im Kino zu sehen war.

Nüchtern betrachtet erinnert David Grovic’s „Motel Room 13“ an eine Vielzahl ganz ähnlicher Filme, die irgendwo abseits der Hauptstraße in einem Motel spielen. Das Motel selber ist so dermaßen heruntergekommen das man wohl nicht einmal im Traum daran denken würde dort ernsthaft abzusteigen, der Besitzer mit dem Rollstuhl seiner toten Mutter erinnert unweigerlich an „Psycho“, während Figuren wie der bullige Mann mit der Augenklappe und dessen serbischer Zwerg durchaus einem Quentin Tarantino Film entsprungen sein könnten. Es geht aber nicht darum woher einzelne Ideen stammen könnten sondern um den Film selber, der mit seinen überschaubaren Lichtverhältnissen zuweilen sehr an einige Filme aus den 40er und 50er Jahren erinnert, als man daraus noch Spannung und eine gewissen Form von Bedrohung zog.

Im Falle von „Motel Room 13“ ist diese Spannung leider nicht immer vorhanden, denn so wie man der mysteriösen Rivka bereits am Anfang ihre unsauberen Absichten absieht, zieht sich der rote Faden durch das komplette Drehbuch. Da haben wir einen Hotelbesitzer der eigentlich jemand anderes ist als er vorgibt zu sein, Gewaltbereite Polizisten die kaum ein Klischee auslassen, während sich der Zuschauer die ganze Zeit fragt, was wohl in jener geheimnisvollen Tasche sein könnte, um die sich alles dreht. Anders als in Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“ wird aber das Geheimnis besagter Ledertasche gegen Ende gelüftet, woraufhin der Inhalt zwar überraschend, auf der anderen Seite aber auch recht berechenbar daher kommt, gab es doch bereits im Vorfeld eine Hand voller Hinweise, die darauf hingedeutet haben.

Motel Room 13Sieht man einmal von der sehr dunklen Arbeit von Kameramann Steve Mason (Die Sportskanonen) ab, so kann „Motel Room 13“ trotz all dieser vielen kleinen Kritikpunkte dennoch als Film eines Debütanten überzeugen, hat David Grovic doch durchaus nicht alles falsch gemacht. Dank seiner Darsteller wie dem allseits überzeugenden John Cusack (Zimmer 1408) kommt zuweilen sogar Spannung auf, man fiebert ein klein wenig mit dem Hauptdarsteller mit, während es mit Figuren wie dem besagten Mann mit der Augenklappe und seinem Zwerg trotz dem FSK 18 Rating sogar etwas zum lachen gibt. Als kleine Zugabe ist Regisseur David Grovic gegen Ende hin sogar noch selbst zu sehen, denn dieser ließ es sich nicht nehmen den schmierigen Anwalt von Gangsterboss Dragna selbst zu spielen!

Für all jene die nun Lust auf „Motel Room 13“ bekommen haben den bietet sich ab dem 6. März 2014 die Gelegenheit, denn David Grovic’s Debüt ist im Verleih von Constantin Film auf Blu-ray, DVD und natürlich auch per Video-on-Demand erhältlich. Das Bild der Blu-ray ist mit seinen 1080/24p recht scharf und überwiegend sehr dunkel gehalten, während der Ton in DTS-HD 5.1 in den Sprachen Deutsch und Englisch gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere am zusätzlichen Material des Mediums interessiert, welches diesmal jedoch recht übersichtlich gehalten war. Neben dem Trailer zum Film gibt es lediglich ein 35-minütiges „Behind the Scenes“ in dem die Beteiligten über den Film, ihre jeweilige Rolle und den Dreharbeiten in New Orleans berichten.

David Grovic’s „Motel Room 13“ ist ein sehr dunkler und zuweilen sehr berechenbarer Thriller mit einem souveränen John Cusack. Kein großartiger Film aber bei weitem auch kein schlechter.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Constantin Film

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Motel Room 13

Länge: 108 min

Kategorie: Drama, Thriller

Start: 06.03.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Info

Motel Room 13

Motel Room 13

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 108 min
Kategorie: Drama, Thriller
Start: 06.03.2014

Bewertung Film: (6/10)

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