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Escape Plan

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 23. März 2014

Escape Plan

In den 80er Jahren lieferten sich Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger ein dichtes Kopf an Kopf Rennen um die besten Actionfilme und die Gunst der Zuschauer, doch wo man damals entweder dem „Terminator“ oder „Rambo“ zugetan war, sieht es heute ganz anders aus. Spätestens seit ihrem gemeinsamen Projekt „The Expendables“ sind beide auch als Team auf der großen Leinwand zu sehen, doch wo man sich bisher gerade bei Schwarzenegger mit Nebenrollen begnügen musste, erleben beide nun mit „Escape Plan“ ihren ersten wirklich großen gemeinsamen Auftritt, der natürlich passend von Regisseur Mikael Håfström in Szene gesetzt werden musste.

Ray Breslin (Sylvester Stallone) ist der Alptraum eines jeden Gefängnisdirektors, denn während andere versuchen bestmögliche Systeme zu entwickeln um Verbrecher hinter Schloss und Riegel zu belassen, hat es sich Breslin zur Aufgabe gemacht diese Systeme gegen ein entsprechendes Entgelt zu überwinden und somit Sicherheitsprobleme aufzuzeigen. Zusammen mit seinen beiden Partnern Hush (Curtis „50 Cent“ Jackson) und Lester Clark (Vincent D’Onofrio) soll auch mit dem neusten Auftrag ein ordentliches Sümmchen eingestrichen werden, doch das neuste Gefängnis der CIA entpuppt sich als problematischer als anfangs noch gedacht.

Escape PlanIns völlig unbekannte „The Tomb“ kommen nur die übelsten Burschen der ganzen Welt, jene Menschen die man sich am liebsten entledigen wollen würde, krimineller Abschaum mit dem kein Land gern in Verbindung gebracht werden möchte. Ausgerechnet dort erwacht Breslin nach seiner Einweisung, doch was anfangs als ganz normaler Auftrag beginnt, soll sich schon bald als größeres Problem herausstellen, denn offensichtlich wurde Breslin in eine nahezu perfektes Gefängnis abgeschoben, aus dem selbst er nicht entkommen kann. Zusammen mit dem Mithäftling Emil Rottmayer (Arnold Schwarzenegger) beginnt nun die fixe Idee einer ungewöhnlichen Flucht, doch hat dabei der unberechenbare Aufseher Willard Hobbs (Jim Caviezel) noch das eine oder andere Wörtchen mitzureden…

Bei einem Film wie „Escape Plan“ sind die Erwartungen prinzipiell nicht unbedingt hoch, denn wo sich in den späten 70er Jahren bereits Clint Eastwood in „Flucht von Alcatraz“ in einem spannenden Gefängnisausbruch Thriller etablieren durfte, sind die Möglichkeiten bei zwei älteren Actionfilmstars der 80er Jahre doch sehr begrenzt. Nichts desto trotz reichte neben diesen beiden bekannten Namen der schwedische Regisseur Mikael Håfström (Faustrecht) aus der sich im Thriller Segment bereits etablierte, woraufhin man mit Miles Chapman (Cybergeddon) einen recht unbekannten Drehbuchautor verpflichtete, den niemand auf dem Zettel hatte.

Im Grunde ist das Drehbuch von „Escape Plan“ recht einfach und vor allem unspektakulär aufgebaut, denn obwohl das Thema mit dem unüberwindbaren und auf dem neusten Stand der Technik befindlichen Gefängnis ungemein interessant ist, versucht man doch stattdessen die beiden älteren Herren in möglichst jeder Szene ins rechte Licht zu rücken. Herausgekommen ist bei alledem eine Art Buddy Movie in dem beide weniger mit den Fäusten als vielmehr mit dem Kopf agieren, sich ein ums andere Mal nette Sprüche entgegen werfen und sonst ihre Zeit in erster Linie damit verbringen einen Weg aus diesem Gefängnis zu finden.

Escape PlanNatürlich sollte man es gerade dabei mit der Logik nicht allzu ernst nehmen, denn wo Gefängnispersonal unter Plastik Masken unerkannt zu bleiben versucht, agieren sie auf der anderen Seite zuweilen absolut planlos, was wiederrum die Professionalität dieser privaten Einrichtung komplett infrage stellt. Wie dem auch sei, es geht in erster Linie um eine ordentliche Portion bekannter Action, guter Sprüche und um zwei Darsteller die der ältere Zuschauer bereits seit Jahrzehnten zusammen in einem Film hat sehen wollen. Bei alledem kommt der Zuschauer natürlich vollkommen auf seine Kosten, denn neben dem einen oder anderen Faustkampf wird geschossen, Dinge in die Luft gejagt und ein Plan nach dem anderen ausgetüftelt, wobei Gefängnisdirektor Hobbes (Jim Caviezel) und dessen sadistischer Aufseher Drake (Vinnie Jones) stets auf Augenhöhe der beiden bleiben.

So gelungen insbesondere das Wechselspiel von Stallone und Schwarzenegger gelingt so strukturell oberflächlich bleibt das Drehbuch einen Großteil der Zeit, kann dieses doch zu keiner Zeit die Spannung insofern aufrecht erhalten, dass der Zuschauer interessiert beinahe zwei Stunden am Ball bleiben kann. Woraus genau diese Fehlkonzeption resultiert mag die verschiedensten Gründe haben, denn insbesondere in der Anfangsphase war noch sehr vieles anders geplant, als es letztendlich bei der Realisierung war. Mit Bruce Willis hatte man einen wesentlich jüngeren Hauptdarsteller vorgesehen, Antoine Fuqua war für die Regie gewünscht, doch durch die verschiedensten Konflikte kam alles anders als geplant.

Sieht man von diesem Umstand einmal ab bei dem sicherlich Fans von Bruce Willis auf ihre Kosten gekommen wären, so können dennoch Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger auf ganzer Linie überzeugen. Die Actionszenen sind aufgrund ihres Alters inzwischen etwas gediegener, dass sie es mit jungen Schränken aufnehmen kann man nicht vollends akzeptieren und dennoch stimmt zwischen beiden einfach alles, was auch in dem bereits beschriebenen Wortwitz begründet liegt. Leider geht mit der überzeugenden Darbietung dieser beiden aber auch jener Fakt einher das man am besten nicht weiter über die gezeigten Szenen nachdenken sollte, denn wenn „Escape Plan“ eines kann, dann mit Logikfehlern strotzen. Ohne an dieser Stelle zu viel vorweg nehmen zu wollen, dies ist kein Film über den man als Zuschauer allzu lange nachdenken sollte!

Escape PlanFür all jene die nun Geschmack am Zusammentreffen dieser beiden Altherrenstars gefunden haben, den wird sich schon bald die Gelegenheit bieten sich selbst ein Bild von „Escape Plan“ machen zu dürfen, denn Concorde Home Entertainment bringt diesen ab dem 27. März 2014 auf Blu-ray, DVD und natürlich auch per Video-on-Demand direkt in euer Wohnzimmer. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf und aufgrund der Lichtverhältnisse zuweilen recht dunkel gehalten, während der Ton in DTS-HD 7.1 bestens abgestimmt ist und dem neusten Stand der Technik entspricht. Wie immer waren wir insbesondere am zusätzlichen Material des Mediums interessiert, bei dem es erneut eine ganze Menge zu entdecken gab. Im exklusiven Audiokommentar von Regisseur Mikael Håfström und Drehbuchautor Miles Chapman erfahren wir viel zu den einzelnen Szenen, im 22-minütigen „Making Of“ wird der Fokus auf die Entstehung des Films gelegt, während wir in einem 21-minütigen Feature die echten Hochsicherheitsgefängnisse vorgestellt bekommen und gleichzeitig der Übergang zum im Film gezeigten gezogen wird. Den Abschluss bildet schließlich ein Feature zum Zusammentreffen von Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger (15 Min) sowie rund neun Minuten entfallene Szenen, die es leider nicht in die finale Version des Films geschafft haben.

Trotz zweier sehenswerter Hauptdarsteller und einer im Grunde interessanten Geschichte hapert es bei „Escape Plan“ erneut an einem guten Drehbuch. Vieles ist von Grund auf einfach zu berechenbar um fast zwei Stunden unterhalten zu können, während die entsprechenden Logiklöcher gleich so zahlreich gestreut sind, dass man kaum darüber hinwegsehen kann.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Concorde

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Escape Plan

Länge: 115 min

Kategorie: Action, Thriller

Start: 27.03.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Info

Escape Plan

Escape Plan

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 115 min
Kategorie: Action, Thriller
Start: 27.03.2014

Bewertung Film: (6/10)

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