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Ender’s Game – Das große Spiel

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 2. März 2014

Ender's Game - Das große Spiel

Nachdem das „Harry Potter“ und das „Twilight“-Franchise ihrem Ende entgegen gegangen sind wurden potentielle Nachfolger – mit Ausnahme von „Die Tribute von Panem“ – zumeist nur wenig beachtet, sodass selbst von „Die Chroniken der Unterwelt“ nicht sofort ein zweiter Teil in Auftrag gegeben wurde. Mit „Ender’s Game – Das große Spiel“ versucht nun Regisseur Gavin Hood den bei uns nur wenig bekannten Jugendroman aus dem Jahre 1985 entsprechend für die große Leinwand zu adaptieren, was im Ansatz durchaus funktioniert, letztendlich aber auch einige Fragen unbeantwortet lässt.

Vor rund 50 Jahren ist die Menschheit nur knapp ihrer Vernichtung entkommen, als eine außerirdische Macht namens Formics mit einer Vielzahl an Raumschiffen die Erde besuchte und Millionen Todesopfer forderte. Einzig und allein dem Mut von Commander Mazer Rackham (Ben Kingsley) war es damals zu verdanken das die Formics zurückgeschlagen werden konnten, doch was passiert wenn diese erneut zum Angriff blasen? Genau darauf möchte Colonel Hyrum Graff (Harrison Ford) bestens vorbereitet sein und so sucht er sich die talentiertesten Jugendlichen auf der Erde, um mit ihnen ihr taktisches Verständnis auf einer Raumstation im Orbit weiter zu perfektionieren. Einer der hervorstechenden Schüler soll ausgerechnet der zwölfjährige Ender Wiggin (Asa Butterfield) sein, der zwar keinerlei Freunde hat, sich bei den verschiedensten Tests aber schon bald als geborener Anführer herausstellen soll…

Ender's Game - Das große SpielBereits im Vorfeld der Premiere sorgte „Ender’s Game – Das große Spiel“ für allerhand Aufsehen, was weniger an der entsprechenden Adaption des Jugendbuchromans aus dem Jahre 1985 lag, sondern vielmehr an Autor Orson Scott Card (The Miracles of Jesus), der öffentlich verkündete seine Einnahmen für eine Kampagne gegen die gleichgeschlechtliche Ehe verwenden zu wollen. Wie auch immer man zu den Äußerungen von Orson Scott Card stehen mag, der entsprechenden Umsetzung des Romans hat es keinen Abbruch getan, auch wenn sich hinter „Ender’s Game – Das große Spiel“ letztendlich kein großartiger Science-Fiction Film für das ältere, sondern ein wesentlich gediegener für das Jüngere Publikum befindet.

Im Grunde dreht sich die Geschichte von „Ender’s Game – Das große Spiel“ lediglich um den kleinen zwölfjährigen Ender Wiggin und seine Ausbildung hoch oben in der Weltraumstation, wo ihn der erfahrene Colonel Hyrum Graff zum besten Taktiker auszubilden versucht, der dem nächsten Angriff der Formics begegnen könnte. Wie im Videospiel muss Ender nun diverse Prüfungen in einem schwerelosen Raum bewältigen in dem sich zwei Teams gegenüberstehen, man jeweils die andere Seite erreichen muss und sich mit lähmenden Energiestrahlen beschießen kann. Genau dieser taktischen Ausbildung wurde ein Großteil der beinahe zwei Stunden Spielzeit gewidmet, wo wir nicht nur jener Person beiwohnen dürfen die von seinen Mitschülern ausgegrenzt wird, sondern wo ebenso diverse moralische Fragen gestellt werden.

Ender's Game - Das große SpielBesagte moralische Fragen werden durch Colonel Hyrum Graff aufgeworfen, der die Kinder lediglich als Mittel zum Zweck sieht, als Material um den Feind zu besiegen, als eine Art Waffe die es erfordert betätigt zu werden. Somit steht auch außer Frage dass das Handeln von Ender alles andere als nach den gewohnten moralischen Maßstäben erfolgt, denn während er auf am Boden liegende Kameraden weiterhin eintritt, sagt er trocken und kalt das man genau das doch von ihm erwarten würde. Dem gegenüber steht Major Gwen Anderson (Violo Davis), die wohl am ehesten den Gutmenschen symbolisiert, eine Psychologin die sich der Kinder nach einem Kampfeinsatz annehmen muss und letztendlich das betreut, was von ihnen noch übrig ist. Sie ist der positive Pol in der Geschichte, jene Person die Fragen aufwirft, sich Gedanken darum macht ob der Zweck wirklich immer die Mittel heiligt, während die trainierten Kids bereits in die nächste Mission geschickt werden.

Sieht man vom überaus fragwürdigen moralischen Standpunkt einmal ab, so entpuppt sich „Ender’s Game – Das große Spiel“ als eine Art Science Fiction Film den man mit einem größeren Videospiel vergleichen kann, ein Film in dem Kinder spielend leicht mit anderen interagieren, ohne sich darüber Gedanken zu machen was ihr Handeln eigentlich bezweckt. Visuell ist all dies recht ansprechend umgesetzt worden, was nicht nur in den einzelnen Trainingsmissionen gut zur Geltung kommt, sondern gleichwohl ebenso im Finale des Films, wenn es endlich gegen die bösen Formics zur Sache geht. Leider gipfelt besagtes Finale schließlich in einer pseudo intellektuellen späteren Zusammenkunft, wo sich nicht nur Ameise und Mensch erstmalig gegenüber stehen, sondern diese auch noch einen so unheimlich dämlichen CGI Dackelblick aufgesetzt bekommt, dass der Zuschauer bei dem moralischen Rundumschlag grundlos anfangen muss zu lachen.

Ender's Game - Das große SpielSieht man von dieser eher misslungenen Szene einmal ab, so kann doch insbesondere Jungdarsteller Asa Butterfield (Hugo Cabret) als Ender begeistern, der den Großteil seiner Szenen überzeugend meistert und den altbackenden Harrison Ford (Krieg der Sterne) recht blass aussehen lässt. Ähnlich erging es leider auch Ben Kingsley (Iron Man 3) in seiner Rolle als strahlender Held vergangener Tage, der trotz seiner recht flachen Figurenzeichnung trotz allem das Beste daraus machte.

Für all jene die nun Lust auf „Ender’s Game – Das große Spiel“ bekommen haben, den bietet sich ab dem 6. März 2014 die Gelegenheit, denn Constantin Film bringt diesen auf Blu-ray, DVD und natürlich auch per Video-on-Demand direkt in euer Wohnzimmer. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf und überwiegend recht farbenfroh gehalten, während der Ton in DTS-HD 5.1 in den Sprachen Deutsch und Englisch bestens auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere am zusätzlichen Material des Mediums interessiert, das diesmal recht umfangreich für den Fan aufbereitet wurde. Neben dem Trailer zum Film gibt es 32 Minuten Interviews mit Harrison Ford, Asa Butterfield, Hailee Steinfeld, Ben Kingsley, Gavin Hood und Roberto Orci, ein sechsminütiger Blick hinter die Kulissen sowie einem Enders Game Special, dass eine Art 50-minütiges Making Of darstellt.

Gavin Hoods „Ender’s Game – Das große Spiel“ ist eine durchaus interessante Adaption des bekannten Jugendbuchromans, welche neben moralischen Fragen auch das Sehvergnügen nicht zu kurz kommen lässt.

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Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Constantin Film

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Ender's Game - Das große Spiel

Länge: 114 min

Kategorie: Action, Sci-Fi

Start: 06.03.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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Info

Ender's Game - Das große Spiel

Ender’s Game – Das große Spiel

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 114 min
Kategorie: Action, Sci-Fi
Start: 06.03.2014

Bewertung Film: (6,5/10)

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