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Die Söhne des Generals Yang

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 25. März 2014

Die Söhne des Generals Yang

Die kulturellen Unterschiede zwischen Asien und dem Rest der Welt sind insbesondere in der historischen Aufarbeitung von vergangenen Ereignissen im Film ganz genau zu sehen, denn wo europäische Produktionen zumeist einen nüchternen und objektiven Betrachtungswinkel wählen, herrscht in Asien noch immer eine gewisse Heldenverehrung. Nicht viel anders verläuft es im neusten Film von Regisseur Ronny Yu, der nach beinahe siebenjähriger Schaffenspause zu seinen Wurzeln zurückkehrt.

China im Jahre 986: Nach einem unnötigen Streit zwischen dem sechsten Sohn des Yang Clans und dem zukünftigen Bräutigam von Princess Chai (Ady An) kommt dieser durch einen Unfall ums Leben, doch obwohl beide den zufälligen Tod bestätigen können, strebt der Pan-Clan nach Vergeltung. Zur gleichen Zeit marschieren mehrere zehntausend Männer der Khitan-Familie auf die Stadt zu, woraufhin dem Pan-Clan die Führung der Streitkräfte in Form von 60.000 Mann übertragen wird. General Yang (Adam Cheng) wird von dieser an vorderster Front mit seinen Truppen platziert, doch als sich General Yang mitten in den feindlichen Linie befindet, befiehlt der oberste Truppenführer den Rückzug und lässt Yang und seine Männer zurück. Natürlich kann auch dies die Familie Yang nicht auf sich sitzen lassen und so ziehen die sieben Brüder der Yang Familie aus, um ihren Vater zu retten und vor der Rache des feindlichen Strategen Yelu Yuan (Shao Bing) zu bewahren, der noch immer selber nach Rache für ein längst vergessenes Ereignis strebt…

Die Söhne des Generals YangDie beiden Hong Kong Veteranen John Woo und Ronny Yo waren in etwa zur selben Zeit mit ihren jeweiligen Filmen erfolgreich, sie beide zog es nach Hollywood, doch wo Woo die großen Angebote bekam, musste sich Yo am ehesten mit Durchschnittswahre zufrieden geben. Ronny Yo drehte mittelmäßige Horrorfilme wie „Freddy vs. Jason“ und „Chucky und seine Braut“, bevor es ihn im Jahre 2006 in seine Heimat zurückzog, wo er mit „Fearless“ einen recht interessanten Film hat abdrehen dürfen. Nichtsdestotrotz verschwand Ronny Yo beinahe sieben Jahre komplett von der Bildfläche, um nun mit „Die Söhne des Generals Yang“ einen Historienfilm umzusetzen, der lose auf der Legende von sieben Brüdern basiert.

Bei alledem vertraut Ronny Yo auf die Fähigkeiten von Drehbuchautor Edmond Wong (Ip Man), der sich jener Legende der Familie Yang angenommen hat, die in China aufgrund ihres Heldenmuts und ihres Pathos unter der Bevölkerung recht bekannt zu sein scheint. Die Stärke des Drehbuchs ist aber weniger eben diese Familie, sondern in erster Linie jene Rahmenhandlung, die um den feindlichen Angreifer Yelu Yuan aufgebaut wird. Ohne nun über die Hintergründe zu viel verraten zu wollen, Ronny Yo und Edmond Wong gelingt der Balanceakt beide Parteien gleichberechtigt nebeneinander aufzubauen, die Sympathien des Zuschauers gleichmäßig zu verteilen und somit von einem festen Gut gegen Böse Schema abzusehen.

Die Söhne des Generals YangAus dieser Prämisse ergeben sich mit der Zeit jedoch leider ganz andere Probleme, denn obwohl die Schlachten insbesondere in der ersten Hälfte imposant mit hunderten Statisten inszeniert wurden, verliert der Zuschauer spätestens in der zweiten Hälfte zu schnell das Interesse am weiteren Verlauf. Dies liegt vor allem an der entsprechenden Figurenzeichnung, die praktisch zu keiner Zeit wirklich vorhanden ist. Die Söhne von General Yang reden sich den ganzen Film über nur mit einer Nummer an (Sohn 1, Sohn 2, Sohn 3…), wodurch diese komplett austauschbar bleiben und keinerlei eigene Persönlichkeit erhalten. Ebenso wenig wird über die jeweilige Vergangenheit der Söhne erzählt, nichts über ihre Bestrebungen, den Zusammenhalt untereinander, stattdessen versucht man sich mit fortlaufender Handlung immer wieder auf gezielte Einzelduelle zu beschränken, wenn ein Sohn zurück bleibt um den Feind nur ein wenig aufzuhalten.

Dies ist leider nur wenig spannend, denn obwohl aus diesen Aufeinandertreffen zum Teil wirklich sehenswerte Duelle entstehen, vermag dies bei einer Länge von beinahe zwei Stunden kaum zu überzeugen. Bei alledem sind die Darsteller nicht unbedingt hilfreich, die kaum Gelegenheit erhalten ihrer jeweiligen Figur etwas mehr an die Hand zu geben. Die Darbietungen bleiben in erster Linie oberflächlich, kratzen bestenfalls an der Oberfläche von dessen was eigentlich möglich gewesen wäre, während man so leichtfertig namhafte Darsteller wie Ekin Cheng (The Twins Effect) und Fan Xu (Empire of War – Der letzte Widerstand) sprichwörtlich verheizt.

Ronny Yo’s „Die Söhne des Generals Yang“ überzeugt insbesondere mit seinen imposanten Schlachten in der ersten sowie den sehenswerten Duellen in der zweiten Hälfte, doch bietet der Film für den Zuschauer kaum mehr. Durch eine oberflächliche Figurenzeichnung bleiben die Charaktere stets austauschbar, sodass zu keiner Zeit auch nur im Ansatz so etwas wie Spannung aufgebaut werden kann.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

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Die Söhne des Generals Yang

Länge: 102 min

Kategorie: Action

Start: 03.04.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Die Söhne des Generals Yang

Die Söhne des Generals Yang

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 102 min
Kategorie: Action
Start: 03.04.2014

Bewertung Film: (6/10)

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