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Carrie

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 30. März 2014

Carrie

Vor nunmehr 40 Jahren präsentierte Bestsellerautor Stephen King mit „Carry“ seinen ersten Roman dem Publikum, der ihm schnell zu internationaler Bekanntheit verhalf. King schrieb danach jede Menge gute und weniger gute Bücher des Horror Genres, eine Vielzahl von diesen wurde verfilmt, mit „Carry“ folgt nun das erste Remake zu Brian De Palmas „Carrie – Des Satans jüngste Tochter“ aus dem Jahre 1976. Die Neuauflage wurde unter der Regie von Kimberly Peirce zwar keiner kompletten Neuinterpretation unterzogen, dafür aber ordentlich modernisiert.

Die überaus schüchterne Carrie White (Chloë Grace Moretz) ist alles andere als ein ganz normales Mädchen, denn nachdem ihre streng gläubige Mutter Margaret (Julianne Moore) sie über mehrere Jahre hinweg zuhause unterrichtet hat, findet Carrie in der Schule nur sehr schwer Anschluss. Eines Tages bekommt Carrie in der Dusche nach dem Schwimmunterricht ihre ersten Menstruationsblutungen und schreit dabei wild vor Panik umher, was von ihren Mitschülerinnen Sue (Gabriella Wilde) und Chris (Portia Doubleday) nicht nur hämisch kommentiert wird, sondern ebenso gefilmt und im Anschluss ins Internet gestellt. Während Sue schon bald erste Gewissensbisse plagen und sie daraufhin ihren Freund Tommy (Ansel Elgort) darum bittet mit Carrie zum Abschlussball zu gehen, kann Chris mit den Gemeinheiten einfach nicht aufhören, woraufhin sie Carrie schon bald zum äußersten treibt…

CarrieDie älteren unter uns werden sich mit Sicherheit noch an die 1976er Version von Brian De Palmas „Carrie – Des Satans jüngste Tochter“ erinnern, die etwas jüngeren womöglich an die angestrebte Fernsehumsetzung vor einigen Jahren, die beim Publikum jedoch komplett durchgefallen ist. Regisseurin Kimberly Peirce (Boys Don’t Cry) versucht aus diesen Fehlern zu lernen, verzichtet komplett auf groß angelegte Neuerungen und unterzieht statt dessen die Geschichte einer radikalen Modernisierung.

Besagte Modernisierung spiegelt sich in erster Linie im Schulalltag wieder, wo Autor Lawrence D. Cohen (Stephen Kings Tommyknockers) seine eigene Geschichte von damals entsprechend anpasste. Plötzlich stehen Handys im Vordergrund mit denen gemobbte Mitschülerinnen direkt auf YouTube der Lächerlichkeit ausgesetzt werden, der Respekt gegenüber dem Lehrpersonal ist praktisch nicht mehr vorhanden, während auch Eltern in erster Linie diesem direkt mit einer Rechtsklage drohen, als sich dem verwöhnten Kind einmal selber anzunehmen. Leider gehen mit dieser Modernisierung auch einige Randerscheinungen einher die nun absolut altbacken und zum Teil auch unrealistisch wirken, denn wenn Carrie in diesem Alter über ihren eigenen Körper noch immer nicht Bescheid weiß oder gar die Mutter als tief religiöse Fanatikerin hingestellt wird die inmitten anderer unerkannt bleibt, kann man dies doch so nicht unbedingt akzeptieren.

CarrieDiese strukturelle Veränderung geht leider auch mit dem anvisierten Publikum einher, denn wo man Brian De Palmas „Carrie – Des Satans jüngste Tochter“ damals noch als waschechten Horrorfilm einstufen konnte, ist das Remake bestenfalls oberflächlicher Horror mit ein paar besseren Spitzen. Mit Ausnahme der telekinetischen Fähigkeiten die jedoch sehr zurückgezogen eingesetzt werden passiert nicht unbedingt viel spannendes, stattdessen versucht man sich einzig und allein der Person Carrie zu widmen, wie diese mit ihrer Situation in der Schule umgeht und unentwegt versucht den Spagat zwischen vermeintlichen Freunden und der unmöglichen Mutter zu vollziehen.

Im Gegensatz zu damals baut man mit Chloë Grace Moretz (Hugo Cabret) diesmal allerdings auf eine Hauptdarstellerin welche die Rolle sehenswert verkörpern kann, die auch im echten Leben das im Film beschriebene Alter besitzt und sich somit besser in die Figur hineinversetzen kann, als es die damalige Sissy Spacek tat, die beim Dreh bereits 30 Jahre alt war. Daraus resultiert ein sehenswertes Spiel von Moretz bei dem sie insbesondere die Rolle der Außenseiterin durchaus solide verkörpert, während ihre Person gegenüber der Figur von Julianne Moore (Magnolia) fast schon zu übermächtig wirkt. Moore muss sich einzig und allein mit der Rolle der streng gläubigen Christin zufrieden geben, die sich immer wieder selber Schmerzen zufügt, um den Versuchungen zu wiederstehen die sich ihr im Leben bieten.

CarrieAll jene die sich nun von Kimberly Peirce ihrem Remake selbst ein Bild machen möchten den bietet sich ab dem 4. April 2014 die Gelegenheit, denn 20th Century Fox bringt „Carrie“ auf Blu-ray, DVD und natürlich auch per Video on Demand direkt in euer Wohnzimmer. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf und zuweilen für einen Horrorfilm fast schon zu reich an Farben, während der Ton in DTS-HD 5.1 in den Sprachen Deutsch und Englisch gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an den Extras des Mediums interessiert, wo es einiges interessantes zu entdecken galt.

Als große Überraschung gibt es neben der normalen Kinoversion auch noch jene mit einem alternativen Ende zu bestaunen, welche allerdings nur in der original englischen Version mit optionalen Untertiteln vorliegt. Neben dieser gibt es noch einen exklusiven Audiokommentar von Regisseurin Kimberly Peirce die recht interessante Dinge zu diversen Szenen zu berichten hat, rund neun Szenen die es leider nicht in die finale Fassung des Films geschafft haben (rund 10 min) sowie ein zweiminütiges Feature zu jener Stuntszene, in der Tina in Flammen steht. Es geht weiter mit rund 21 Minuten zur Entstehung des Remakes, einem kurzen Feature zur Macht der Telekinese sowie einem Special zur Telekinese im Café.

Kimberly Peirce ihre Neuverfilmung von Stephen Kings „Carrie“ kommt leider nicht an das Original heran, was leider mit jenem Fakt einhergeht, dass ein komplett anderes Publikum angesprochen werden soll. Wer hier einen echten Horrorfilm zum gruseln erwartet, wird leider enttäuscht werden.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: 20th Century Fox

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Carrie

Länge: 100 min

Kategorie: Drama, Horror

Start: 04.04.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Bewertung Extras: (7/10)

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Info

Carrie

Carrie

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 100 min
Kategorie: Drama, Horror
Start: 04.04.2014

Bewertung Film: (6/10)

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Bewertung Extras: (7/10)

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