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Blutgletscher

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 11. März 2014

Blutgletscher

Im Hinblick auf die globale Erderwärmung wird immer wieder auf schmelzende Polkappen hingewiesen, auf gigantische Gletscher die plötzlich von Jahr zu Jahr immer weiter zurückgehen, während darunter zumeist die verschiedensten Dinge zum Vorschein kommen, die oftmals Millionen von Jahre konserviert wurden. Auf genau diese Idee baut mit „Blutgletscher“ nun auch der Österreicher Marvin Kren, welcher in Anlehnung an Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“ mit einem übersichtlichen Budget ansehnliche Genrekost zum Vorschein bringt.

BlutgletscherHoch oben in den Alpen existiert eine abseits gelegene Forschungsstation in der Klimaforscher Janek (Gerhard Liebmann) zusammen mit seinem Hund und den verschiedensten Mitarbeitern diverse Messstationen betreut und die entsprechenden Daten auswertet. Als eines Tages eine der Messstationen keine Daten mehr übermittelt zieht Janek mit Steigeisen, Gewehr und seinem Hund auf den Gletscher, doch was er dort sieht verschlägt ihn den Atem. Eine ganze Bergwand hebt sich in einer blutroten Farbe vom Rest der Umgebung ab, doch was er findet soll noch weit gefährlicher sein. Ein Fuchs in einer tiefen Höhle hat sich mit den seltsamen roten Erregern infiziert, beginnt zu mutieren und die verschiedensten Menschen anzufallen, doch was passiert wenn der Erreger mit dem Menschen in Kontakt kommt?

Manchmal bringt selbst das öffentlich rechtliche den einen oder anderen Meilenstein hervor, wie etwa im Jahre 2010, als der Österreicher Marvin Kren (ABCs of Death 2) für das ZDF den in Berlin spielenden Thriller „Rammbock“ ablieferte. Besagter Film entpuppte sich als recht ungewöhnliche Genrekost, war plötzlich auf diversen Festivals wiederzufinden, bevor neben der Fernseh- ebenso jene Auswertung auf DVD begann. Mit „Blutgletscher“ verlegt Kren den Ort des Geschehens nun hoch oben in die Alpen, wo er zusammen mit Drehbuchautor Benjamin Hessler (Tatort) erneut mit überschaubaren Mitteln eine Geschichte erzählt, die erschreckender und gleichwohl realitätsnäher kaum herüberkommen könnte.

BlutgletscherNatürlich erinnert „Blutgletscher“ irgendwie entfernt an Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“, was hier auch nie im Ansatz verleugnet wird, stattdessen könnte man es am ehesten als eine Art Hommage ansehen. Wie auch schon Carpenter muss sich Kren mit einem überschaubaren Budget zufrieden geben, mit Darstellern die oft weit unter ihrer normalen Gage arbeiten und mit einem Drehort, der kaum Menschenfeindlicher sein könnte. Diese Mischung ist es aber auch die „Blutgletscher“ zuweilen so ansehnlich werden lassen, denn obwohl man insbesondere bei den Monster per CGI noch einiges hätte besser machen können, sind dem Ideenreichtum kaum Grenzen gesetzt. Wenn der Virus mit den verschiedensten Tieren mutiert kommen gänzlich neue Kreationen heraus, Geschöpfe bei denen man zwei Mal hinschauen muss, Kreuzungen, die so selbst Frankenstein nicht fertig gebracht hätte.

Wenn beispielsweise ein Vogel mit einem riesigen Stachel angeflogen kommt und damit sein Opfer aufspießt, wenn Insekten plötzlich Hörner haben oder sich die Bauchdecke beim infizierten Menschen zu bewegen beginnt, fühlt man sich unweigerlich in die 80er Jahre zurück versetzt, als Horrorfilme noch ambitionierte kleine Projekte waren. Die Geschichte selber ist alles andere als spannend, die Dialoge oftmals recht oberflächlich ausgearbeitet, sodass die Ministerin hoch oben in den Alpen schon bald unglaublich nervt. Trotz allem muss man „Blutgletscher“ aber diese Quäntchen undefinierbares zusprechen, der den Film wiederrum unterhaltsam und gleichwohl einzigartig werden lassen, wodurch sich ein gewisser Unterhaltungsfaktor einstellt.

BlutgletscherWas aber macht nun „Blutgletscher“ so besonders, wenn er doch in erster Linie aus sehr viel Durchschnittlichkeit zu bestehen scheint? So recht kann man diese Frage gar nicht beantworten, denn während sich die einen mit so mancher dilettantischen Inszenierung an eine Zeit vor 30 Jahren zurückversetzt sehen, können sich andere über die absolut schrägen Figuren amüsieren, die mit Sicherheit gar nicht komisch sein sollten. Hauptdarsteller Gerhard Liebmann (Atmen) ist beim besten Willen kein Kurt Russell aus Carpenters Film, stattdessen sieht man ihn am ehesten als vor sich hin grummelnden alten Mann, der seine besten Tage bereits vor langer Zeit hatte. Liebmann ist nicht überzeugend, bekommt vom Zuschauer keinerlei Sympathien und auch die Sub-Plots überzeugen nur im Ansatz, weswegen man sich rein den Monstern hingeben muss, die allerdings nie ganz zu sehen sind. Stattdessen versucht man mit einer unglaublich wackeligen Kamera von Moritz Schultheiß (Tore tanzt) ein wenig die Fehler und die Unannehmlichkeiten vor Ort zu kaschieren, die nur oberflächlich entworfenen Monster aufwendiger wirken zu lassen als sie eigentlich sind, bezeichnet Kren doch selbst seinen Film doch am ehesten als eine Art Projekt für seine Fans.

Mit seiner erst zweiten Regiearbeit beweist Marvin Kren erneut welch Potential in ihm steckt, wenn man ihn nur einmal machen lässt. Mit einem recht übersichtlichen Budget erschafft er einen Genrefilm der zwar zahlreiche Verbesserungen nötig gehabt hätte, der mit seiner Grundidee aber durchaus überzeugt. Der DVD selber liegen bis auf dem Trailer leider keinerlei Extras bei.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Koch Media

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Blutgletscher

Länge: 98 min

Kategorie: Horror

Start: 20.03.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Blutgletscher

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 98 min
Kategorie: Horror
Start: 20.03.2014

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