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Jackass: Bad Grandpa

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 25. Februar 2014

Jackass: Bad Grandpa

Die etwas älteren unter uns erinnern sich mit Sicherheit noch an den Fernsehsender MTV in seiner Anfangszeit und an eine Serie im späten Abendprogramm, in der ein paar völlig verrückte Individuen auf schmerzhafter Art und Weise ihren eigenen Körper malträtierten. Die Rede ist natürlich von der Fernsehserie „Jackass“ die es auf ganze drei Staffel brachte und nicht weniger als drei Kinofilme folgen ließ, bis schließlich Ryan Dunn vor zweieinhalb Jahren verstarb. Ein vierter Kinofilm war vorerst undenkbar und so dauerte es einige Zeit bis sich Johnny Knoxville mit „Jackass: Bad Grandpa“ komplett neu erfand.

Der kleine Billy (Jackson Nicoll) hat es beim besten Willen nicht einfach, denn seitdem seine Mutter (Georgina Cates) wieder mit dem Crack rauchen angefangen hat, hat diese nicht nur ungemein üblen Mundgeruch, sie muss auch erneut in den Knast. Zum Glück ist da noch Billys 80-jähriger Opa Irving Zisman (Johnny Knoxville), der zwar absolut keinen Bock drauf hat auf den kleinen Rabauken aufzupassen, diesen dann aber doch beschließt zu dessen Vater zu fahren, der ein nicht minderer Versager zu sein scheint. Zusammen fahren sie mit Irvings toter Frau im Kofferraum quer durch die USA, besuchen Bingo-Spiele, Strip-Clubs und Cafés, bevor beide schließlich bei einem Schönheitswettbewerb eintreffen, wo Billy alles abverlangt wird…

Jackass: Bad GrandpaNachdem Regisseur Jeff Tremaine (Loiter Squad) vor etwa vier Jahren die Erfahrung von Schmerzen in die dritte Dimension transportierte, dachte man bereits das man dies kaum noch toppen könne, als dann aber zwei Jahre später auch noch „Jackass“ Darsteller Ryan Dunn verstarb, schien eine Fortsetzung gänzlich ausgeschlossen zu sein. Die Beteiligten werden älter, bekommen eigenen Nachwuchs und fangen spätestens dann an über ihr Leben nachzudenken, kann es wie im Falle von Dunn doch viel zu schnell vorüber sein. Im Sequel namens „Jackass: Bad Grandpa“ geht es dahingehend diesmal weit weniger um das eigene Schmerzempfinden, um Grenzüberschreitungen und noch weniger darum den Zuschauer zu schockieren, stattdessen versucht Johnny Knoxville (The Last Stand) mit guter alter versteckter Kamera Manier die Beteiligten zu unfreiwilligen Darstellern zu machen.

Im Gegensatz zu den letzten drei Kinofilmen geht es diesmal also weniger um das zufügen von Schmerzen, wie kann man sich „Jackass: Bad Grandpa“ dann aber sonst vorstellen? Jeff Tremaine versucht sich in erster Linie an eine Mischung aus Drama und versteckte Kamera, wenn er den kleinen Billy und seinen Opa durch halb Amerika schickt und gezielt immer wieder mit den umherstehenden Beteiligten aufeinander prallen lässt. So fällt schon einmal der Sarg mit Irvings Frau um, der alte klemmt sich seinen Penis in einem Cola Automaten ein oder es spritzt beim wettfurzen einmal die geballte Ladung Fäkalien direkt im Restaurant an die Wand, bevor man sich schleunigst versucht aus dem Staub zu machen.

Jackass: Bad GrandpaAuf der Strecke bleiben bei alledem in erster Linie die verdutzten Gesichter der umherstehenden Passanten, ungläubige Gesichter, dass dies alles grad kaum passiert sein könnte, wodurch immer wieder grotesk komische Szenen entstehen. Wenn ein großes Paket auf der Poststelle plötzlich beginnt zu sprechen weil Opa seinen Neffen verschicken möchte ist das im ersten Moment natürlich nicht unbedingt witzig, wenn sie beide zusammen aber plötzlich eine Bar betreten die voller Rocker ist und diese mit in ihre Show mit einbeziehen, muss man schon um die Gesundheit einiger Darsteller fürchten. Natürlich sind die umherstehenden Passanten bei alledem nicht mit einbezogen, oftmals werden diese Szenen von mehreren gut versteckten Kameras gedreht, was nicht nur aus mehreren Perspektiven interessant ist, sondern ebenso dazu einlädt den Abspann bis zum Schluss zu schauen.

Bei alledem spielt natürlich Johnny Knoxville mit seinen rüden Sprüchen eine tragende Rolle, der diesmal von einigen Maskenbildern vorbildlich gealtert wurde. Obwohl gerade er mit seinen markanten Dialogen, den nicht immer jugendfreien Zoten und seiner manchmal etwas seltsamen Art durchaus unterhält, soll der heimliche Held des Films aber trotz allem der neunjährige Jackson Nicoll (The Fighter) sein. Wenn dieser im Wartezimmer vom übel riechenden Atem seiner Crack rauchenden Mutter erzählt, sich einem Wildfremden Mann plötzlich ganz trocken als neuen Sohn anbietet oder seinen betrunkenen Opa in einem Einkaufswagen umher fährt, kann man oftmals nicht anders als laut loslachen zu müssen.

Jackass: Bad GrandpaGanz ähnlich verhält es sich in einer abschließenden Szene gegen Ende bei der offen versucht wurde den Schönheitswettbewerb von „Little Miss Sunshine“ nachzustellen. Ohne vorab zu viel verraten zu wollen, wer bei dieser komplett abgedrehten Nummer nicht zum Lachen kommt, dem kann wohl nicht mehr zu helfen sein!

Für all jene die nun Lust auf „Jackass: Bad Grandpa“ bekommen und diesen leider im Kino verpasst haben, den bietet sich nun die erneute Gelegenheit, denn ab dem 27. Februar 2014 ist dieser im Verleih von Paramount Home Entertainment auf Blu-ray, DVD und natürlich auch per Video-on-Demand erhältlich. Natürlich können wir allen nur wärmstens die Blu-ray empfehlen, die nicht nur mit einem gestochen scharfen Bild in 1080/24p sowie einem gut abgestimmten Ton in DTS-HD 5.1 daher kommt, sondern ebenso einen um zehn Minuten längeren Extendet Cut beiliegen hat. Neben diesen zehn zusätzlichen Minuten sind allerdings noch allerhand anderer Extras auf dem Medium enthalten, die man nicht unbeachtet lassen sollte. In einem 35-minütigen „Blick hinter die Kulissen“ werden uns in acht Clips diverser Unfälle gezeigt und wie diese im Vorfeld einstudiert wurden, in „andere?“ bekommen wir sechs Clips von den Dreharbeiten präsentiert die etwa 20 Minuten umfassen, während zum Abschluss noch drei Szenen auf uns warten, die es leider nicht in die finale Fassung des Films geschafft haben.

Mit „Jackass: Bad Grandpa“ nehmen die Beteiligten Abstand zu den bekannten schmerzhaften Erfahrungen und erfinden sich stattdessen im Stile von „versteckte Kamera“ komplett neu. Das alles ist über weite Strecken recht witzig, unterhaltsam und für „Jackass“ Fans durchaus zu empfehlen.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Paramount

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Gewinnspiel: Jackass - Bad Grandpa

Länge: 102 min

Kategorie: Comedy

Start: 27.02.2014

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Info

Gewinnspiel: Jackass - Bad Grandpa

Jackass: Bad Grandpa

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 102 min
Kategorie: Comedy
Start: 27.02.2014

Bewertung Film: (7/10)

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Bewertung Extras: (6,5/10)

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