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Gagarin – Wettlauf ins All

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 28. Februar 2014

Gagarin - Wettlauf ins All

Bei seinem Amtsantritt sorgte der US-amerikanische Präsident Barack Obama für erstaunte Gesichter, als dieser nicht nur eine erneute Mission zum Mond verkündete, sondern gleichwohl eine erste bemannte Reise zum Mars, die mit dem Jahr 2035 auch durchaus absehbar ist. Besagte Reise zum Mond ist inzwischen zwar den Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen, der Plan den Mars zu besiedeln steht jedoch nach wie vor, doch wie kam es eigentlich dazu das der Mensch den Weltraum für sich entdeckt? Wer war der erste Mensch im Weltall und wie lief all dies ab?

Gegen ende der 50er Jahre ist der kalte Krieg zwischen der Sowjetunion und der USA auf ihrem vermeintlichen Höhepunkt angelangt, denn neben dem Wettrüsten geht es nun auch darum wer zuerst einen Menschen ins All befördert und ebenso erfolgreich wieder zurück zur Erde bringt. Die beiden Staaten wissen kaum Details der gegnerischen Weltraummission und so setzt die Sowjetunion alles daran mit Hilfe des besten Ingenieurs des Landes eine Rakete zu entwickeln, während parallel die wohl größte Auslese an geeigneten Kandidaten beginnt. Unter tausenden Bewerbern setzen sich letzten Endes zwanzig wagemutige Soldaten durch, unter ihnen Yuri Gagarin (Yaroslav Zhalnin) und sein bester Freund Herman Titov (Vadim Michman), die sich beide schon bald von den übrigen Bewerbern abheben werden. Es beginnt ein hartes Training und eine schwere Zeit für die jeweilige Familie, doch plötzlich ist Gagarin am 12. April 1961 im Weltall und umrundet die Erde für ganze 108 Minuten…

Gagarin - Wettlauf ins AllDer erste bemannte Flug in den Weltraum verschaffte der damaligen Sowjetunion ein unglaubliches Ansehen in der übrigen Weltbevölkerung, der 12. April ist noch heute ein Nationalfeiertag an dem man die Astronauten ehrt, was liegt also näher als einen Film über die erste bemannte Mission ins Weltall zu drehen? Genau dies fragte sich wohl auch der russische Regisseur Pavel Parkhomenko (Zhmurki) als dieser das Angebot unterbreitet bekam einen Spielfilm über genau jene Zeit zu drehen, die Nationalheld Yuri Gagarin wie kein zweiter prägte. Die Autoren Andrei Dmitriyev (Kozha salamandry) und Oleg Kapanets (Blutspur durch St. Petersburg) versuchten sich bei alledem rein auf die letzten Stunden vor der Mission ins Weltall zu konzentrieren, die mit Hilfe eines 10 Mio. Dollar Budgets für russische Verhältnisse nicht nur recht großzügig angelegt war, sondern gleichzeitig von den Kinozuschauern in Russland auch kaum gewürdigt wurde.

Gagarin - Wettlauf ins AllWürde man „Gagarin – Wettlauf ins All“ aus rein finanziellen Gesichtspunkten beurteilen so muss man leider zugeben das die komplette Produktion ein riesen Flop geworden ist, denn neben der Nichtbeachtung an den russischen Kinokassen folgte auch die eine oder andere negative Presse im eigenen Land, die dem Film nicht unbedingt wohlwollend gegenüberstand. Ist „Gagarin – Wettlauf ins All“ nun aber wirklich so schlimm wie er von den Zuschauern in Russland abgeurteilt wurde? Mitnichten wie wir finden, doch hat sich Pavel Parkhomenko auch nicht unbedingt einen Gefallen damit getan, die nicht gerade spannende Geschichte von Yuri Gagarin als eine Art Drama abdrehen zu wollen. Im Grunde geht es lediglich um die letzten Stunden vor dem Flug ins All, durch gelegentliche Rückblenden erfahren wir Details zu seiner schweren Kindheit in der ihn der Hunger in die Großstadt trieb, der schwierigen Beziehung zu seinem Vater (Viktor Proskurin) und dem späteren Leben mit seiner Frau (Olga Ivanova) und den beiden Kindern.

Gagarin - Wettlauf ins AllAll dies ist alles andere als spannend inszeniert, erinnert zuweilen an einen Rückblick in der Tagesschau, während die Autoren auch jegliches Konfliktpotential im Keim ersticken. Die schwierige Beziehung zu seinem Vater wird bestenfalls angedeutet und kaum tiefergehend versucht zu analysieren, der stete Wettkampf zwischen Yuri und Herman ist für den Zuschauer lediglich in den ersten Minuten des Films ersichtlich, während die Autoren in schneller Abfolge versuchen jede Menge weiterer Meilensteine in Gagarins Leben abzubilden. An dieser Stelle hätte man sich als Zuschauer wohl am ehesten eine sauber ausgearbeitete Dokumentation über genau diese Zeit gewünscht, ein Skript das seinem Idol gerecht wird, Autoren die nicht nur stumpf bekanntes aufarbeiten, sondern gleichwohl zu hinterfragen versuchen.

Genau dies findet in „Gagarin – Wettlauf ins All“ leider zu keiner Zeit statt, weshalb sich die beinahe zwei Stunden des Films auch quälend in die Länge ziehen, ohne das dem Zuschauer wirklich neues offenbart wird. Mit dem nicht unbedingt spannenden Drehbuch geht leider auch die Leistung der einzelnen Darsteller einher, die zwar allesamt bemüht sind, den Zuschauer aber kaum zu packen verstehen. Wesentlich besser ist bei alledem die visuelle Umsetzung gelungen, denn in beinahe jeder Szene ist deutlich zu sehen wofür die 10 Mio. Dollar ausgegeben wurden. Die Kulissen rund um die Raketenabschussbahn wurde sehenswert nachempfunden, die Geist der damaligen Sowjetunion ist förmlich zu spüren, währen aus dem Hintergrund zumeist russischer Gesang und Marschmusik erklingt.

Pavel Parkhomenkos „Gagarin – Wettlauf ins All“ ist in erster Linie eine Aneinanderreihung bekannter Fakten aus dem Leben Yuri Gagarins, die ganz nebenbei auch noch recht unspektakulär und zuweilen sogar beinahe ermüdend dargestellt wurden. Lediglich die visuelle Umsetzung versteht zu überzeugen, weshalb auch das beiliegende „Making Of“ der DVD durchaus berücksichtigt werden sollte.

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Wir vergeben daher 5,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Ascot Elite Home Entertainment

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Gagarin - Wettlauf ins All

Länge: 112 min

Kategorie: Biography, Drama

Start: 04.03.2014

cinetastic.de Filmwertung: (5,5/10)

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Gagarin – Wettlauf ins All

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 112 min
Kategorie: Biography, Drama
Start: 04.03.2014

Bewertung Film: (5,5/10)

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