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Drei Stunden

Geschrieben von Frank Schmidke am 26. Februar 2014

3-stunden-pic-1In der romantischen Komödie „Drei Stunden“ wird aus Freundschaft nicht nur Liebe, sondern es prallen vor allem zwei komplett unterschiedliche Lebensentwürfe aufeinander: Der Träumer und die Realistin. Gegensätze ziehen sich an, können aber auch unüberbrückbare Hindernisse werden. Regisseur Boris Kunz hat eine sympathische kleine Sommerromanze inszeniert, die vor allem vom Wortwitz und dem Charme der beiden Hauptfiguren lebt.

3-stunden-pic-3Das erste Aufeinandertreffen ist eher nervig: Martin (Nikolas Reinke) jobbt als Kellner in einem Münchner Café und direkt nebendran nervt Isabel (Claudia Eisinger) die  Passanten mit Unterschriftenlisten gegen Genfood. Auf die höfliche Bitte Martins, doch eine Ecke weiterzuziehen, zicken sich die beiden erstmal an. Bei einer Party treffen sich die beiden dann wieder und zu Isabels Überraschung entpuppt sich Martin als angehender Theaterregisseur, der seit Jahren an seinem eigenen fantastischen Stück arbeitet.

Jahrelang pflegen die beiden eine innige Freundschaft. Isabel reist weltrettend über den Globus und Martin versucht sein Stück zu inszenieren. Bei der Hochzeit von Isabells Schwester kommt Martin als Begleitung mit und die Ereignisse überstürzen sich, denn Isabell muss nicht erst in einigen Monaten ihre Stelle in Mali antreten, sondern quasi am nächsten Morgen abreisen, um dann für weitere drei Jahre von der Bildfläche verschwunden sein. Martin gesteht ihr seine Liebe, doch es scheint zu spät, um die Abreise seiner Geliebten zu verhindern.

3-stunden-pic-2Das Strickmuster dieser romantischen deutschen Komödie ist quasi genreüblich und  nicht sonderlich fordernd, aber die Details machen „Drei Stunden“ zu einem recht unterhaltsamen Film. Wenn es auf die Dreißig zugeht, fängt der Nestbautrieb an, sich bemerkbar zu machen. Individualistische junge Menschen versuchen sich in dem Spagat zwischen  Beziehungen und Karriere oder auch Lebenstraum. Einfach ist das nicht. Regisseur Kunz, der die Idee dieser Geschichte, die sich mit unterschiedlichen Lebensentwürfen beschäftigt, schon lange mit sich herumtrug, reichert seine etwas dialoglastige  Romanze mit einem wahren Mikrokosmos an Nebenfiguren an, die für lustige Momente sorgen.

Allen voran Martins halbsarkastische Gespräche mit Gott (Dietrich Hollinderbäumer), der ihm in einem weißen Anzug erscheint, lockern die Story auf. Denn die Himmelsmacht entpuppt sich als Kuppler, der Martin immer wieder noch eine weitere Gelegenheit auftut. Außerdem sind auch die Theaterclique und Isabels Eltern immer mal wieder für einen gelungenen Gag gut, ohne dabei überzogen lächerlich zu sein, die Nähe zum klischeehaften Verhalten ist durchaus beabsichtigt und Grundlage des Humors.

3-stunden-pic-4Filmisch ist „Drei Stunden“ solide und wirkt auf dem heimischen Fernsehschirm deutlich  eher zuhause als auf der großen Kinoleinwand. Das Langfilmdebut von Boris Kunz kann durchaus überzeugen, fügt sich aber auch nahtlos in den Wohlfühlraum geförderten deutschen Filmschaffens ein. Die Dialoglastigkeit der Geschichte führt dazu, dass der Kamerafokus häufig auf den agierenden Charakteren liegt ohne sich mit experimenteller Kameraführung aufzuhalten. Erzähltechnisch kommt „Drei Stunden“ allerdings recht zielgerichtet und temporeich auf den Punkt. Ausgehend von den ersten beiden Treffen werden die nächsten Jahre in Form von angedeuteten Briefen und Emails ausgeleuchtet während noch der eigentliche Vorspann läuft. Dieses Kaleidoskop aus Eindrücken funktioniert ausgesprochen gut und die Rahmen- oder auch Nebenhandlung der anstehenden Theaterpremiere wird als Fixpunkt der Geschichte gut genutzt.

Das Bonusmaterial der DVD ist standardmäßig ausgefallen und kann mit erweiterten Szenen, Eindrücken von Set und einem kurzen Behind the Scenes etwas Hintergrundatmosphäre vermitteln. Großartige neue Erkenntnisse fallen da aber auch nicht ab.

„Drei Stunden“  ist eine gefällige romantische Komödie, die mit ihren Dialogen und humorigen Nebenfiguren zu überzeugen weiß. Außerdem stimmt die Chemie zwischen Claudia Eisinger und Nikolas Reinke.

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Länge: 100 min

Kategorie: Comedy, Romance

Start: 14.02.2014

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Drei Stunden

Geschrieben von Frank Schmidke

Länge: 100 min
Kategorie: Comedy, Romance
Start: 14.02.2014

Bewertung Film: (6/10)

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