cinetastic.de - Living in the Cinema

Not Fade Away

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 14. Januar 2014

NOT FADE AWAY

Im musikalischen Bereich sind nach wie vor die 60er und 70er Jahre als prägend zu bezeichnen, denn in einer Zeit in der sich kaum noch neue Stilrichtungen entwickeln, bedienen sich die Musiker gern dem längst vergessenem. Mit „Not Fade Away“ präsentiert nun der siebenmalige Primetime Emmy Gewinner David Chase sein Debüt im Bereich des Spielspiels, wenn er eine Coming-of-Age Geschichte mit der typischen Musik der 60er verbindet, in der die Bands im Schatten der Stones und der Beatles nur so aus dem Boden sprossen.

Kurz nach dem Kennedy Attentat erleben die Vereinigten Staaten eine unbeschreibliche Invasion, doch hier sollen nicht etwa Soldaten in das Land einmarschieren, sondern vielmehr britische Pop-Bands. Die Rolling Stones treffen sich in der Bahn und gründen eine der erfolgreichsten Bands der Geschichte, die Beatles bekommen ihren ersten Plattenvertrag und auch The Who sind auf einmal überall zu hören. In dieser turbulenten Zeit soll sich in einem Vorort von New Jersey das gleiche abspielen wie fast überall im Land, denn plötzlich sprießen Nachwuchsbands nur so aus dem Boden.

NOT FADE AWAYGanz ähnlich ergeht es auch dem 16-jährigen Douglas (John Magaro) der mit seinem Kumpel Joe (Brahm Vaccarella) eine Band unterhält, im Keller probt und mit Coversongs auf Partys auftritt, doch Douglas und die Band wollen einfach mehr. Coversongs sind nicht die Zukunft, eigene Songs müssen her und so streben sie unaufhaltsam nach oben. In den Augen der Eltern sind dies alles nur Hirngespinste, die viel zu lange Haare, Drogen und zerplatzte Träume beinhalten, doch die Musik hat auch ihre Vorteile. Douglas lernt endlich die bildhübsche Grace (Bella Heathcote) kennen und lieben, doch wie im Rock n Roll üblich sollen auch hier die Vorstellungen schon bald auseinander gehen…

Wer hätte daran geglaubt das Produzent und Regisseur David Chase (Die Sopranos) im Alter von 67 Jahren noch einmal sein Debüt im Bereich des Spielfilms gibt, nachdem er fast 30 Jahre am Stück fast ausschließlich Fernsehserien entwickelte? Die Antwort darauf lautet wohl nur die wenigsten, umso mehr verdeutlicht „Not Fade Away“ um was für eine Herzensangelegenheit es sich hier nun handelt. Chase ließ sich von seiner eigenen Jugend inspirieren, verlegte nicht ganz ohne Grund die Handlung in einen der Vororte von New Jersey, nur damit er doch jene Geschichte von heranwachsenden Jugendlichen und dem guten alten Rock n Roll erzählen kann, den er im Ansatz wohl selber einmal lebte.

NOT FADE AWAYDas zugrunde liegende Drehbuch welches Chase für „Not Fade Away“ schrieb kann man wohl am ehesten als gut durchstrukturierten Einheitsbrei bezeichnen, denn in seiner Coming-of-Age Geschichte lässt er kaum etwas aus, was wir nicht in anderen Filmen in ähnlicher Form sehen würden. Wir haben die heranwachsenden Jugendlichen die gegen das Elternhaus rebellieren, Drogen, lange Haare, Streit in der Band und natürlich die erste große Liebe, bei der ebenso ganz unterschiedliche Erwartungen an den Tag gelegt werden. Was also macht „Not Fade Away“ zu einem so besonderen Film?

Es ist vor allem die Mischung aus diesen Elementen sowie der Musik der 60er Jahre, die hier nicht etwa nur im Hintergrund im Radio und Fernsehen zu hören ist, sondern die wirklich auch aktiv miterlebt wird. Wir bekommen ein wenig Zeitgeschichte vermittelt wenn sich plötzlich Mick Jagger und Keith Richards zufällig in der U-Bahn treffen und aus gemeinsamen Interessen heraus die Rolling Stones gründen, wir sehen den ersten Auftritt der Beatles im Fernsehen und erleben bei alledem mit wie genau diese Bands zu Idolen von Millionen Jugendlichen werden. Plötzlich werden diese Songs in jedem zweiten Keller gecovert, neue Schülerbands sprießen nur so aus dem Boden, während alle den lang gehegten Traum des Rock n Roll leben. Dies alles ist in überwiegend sehr ruhigen Bildern durch Kameramann Eigil Bryld (Ein Leben für den Tod) dargestellt, der somit nicht nur die Geschichte zusätzlich unterstützt, sondern ebenso die wilde Zeit der 60er Jahre nahezu perfekt einfängt. Natürlich darf bei genau diesen Bildern ein gut abgestimmter Soundtrack nicht fehlen, für den sich diesmal Komponist und Musiker Steve van Zandt verantwortlich zeichnet, seines Zeichens Gitarrist bei Bruce Springsteens Band mit der er gelegentlich auftritt.

NOT FADE AWAYIm Bereich der Darsteller bekommen wir in erster Linie viele recht unverbrauchte Gesichter geboten, die allesamt nur wenig Leinwanderfahrung haben und so ohne jedwede Vorbelastung dem Cast von „Not Fade Away“ beigetreten sind. Da haben wir John Magaro (The Box) der in der Rolle des Douglas sich schon bald zum Leadsänger hocharbeitet und in erster Linie mit seiner zum Teil arroganten Art, dann aber auch wieder mit seinen verträumten Augen zu überzeugen vermag, während Bella Heathcote (Dark Shadows) hier mehr den weiblichen Gegenpart zu geben versucht, die sich einerseits den Avancen von Douglas erwehren muss, auf der anderen Seite nicht dem Idealbild einer zukünftigen Schwiegertochter aus den Augen von dessen Vater Pat (James Gandolfini) entspricht. An dieser Stelle muss man auch zugeben das James Gandolfini in seiner letzten Rolle vor seinem tragischen Tod wohl von allen Beteiligten am meisten glänzt, was in erster Linie seiner tiefgründigen Figur geschuldet ist. Pat darf sich sechs Tage die Woche abrackern das sein Sohn studieren kann und dieser widmet sich lieber der Musik, die sehenswerten Wutausbrüche sind vorprogrammiert.

Für all jene die nun Gefallen an „Not Fade Away“ gefunden haben den bietet sich am dem 23. Januar 2014 die Gelegenheit, denn Paramount Home Entertainment bringt diesen musikalischen Leckerbissen direkt auf DVD in den Handel. Die DVD ist vom Bild her farblich sehr ausgeglichen, während der Ton in Dolby Digital 5.1 in den Sprachen Deutsch und Englisch gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an den Extras des Mediums interessiert, wo es einiges zu entdecken galt. Wir bekommen drei Bänder aus dem Übungsraum in welchem wir den Bandproben beiwohnen und wo uns erklärt wird was die Songs inhaltlich darstellen sollen(34 min), es gibt einen Überblick über die Bandmitglieder (3 min) sowie vier Szenen von insgesamt fünf Minuten, die es leider nicht in die finale Fassung des Films geschafft haben.

David Chase sein Spielfilmdebüt „Not Fade Away“ ist keine spektakuläre Coming-of-Age Geschichte sondern vielmehr ein Tribut an die gute Musik der 60er Jahre, die noch heute als wegweisend für viele moderne Bands angesehen wird.

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Paramount Home Entertainment

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Mit Facebook Anmelden um zu Posten!

Anmelden
Not Fade Away

Länge: 112 min

Kategorie: Drama

Start: 23.01.2014

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Bewertung Extras: (5/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Gewinnspiele

Gewinne Kinokarten, BluRays, DVDs,
Fan Packages und mehr!

Gleich mitmachen

Info

Not Fade Away

Not Fade Away

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 112 min
Kategorie: Drama
Start: 23.01.2014

Bewertung Film: (7/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Bewertung Extras: (5/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1