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Devil’s Pass

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 16. Januar 2014

Devil’s Pass

Nachdem das Found-Footage-Genre mit Filmen wie „Blair Witch Project“ und „Paranormal Activity“ seinen Höhepunkt erlebte folgte eine Phase der Übersättigung beim Zuschauer, denn plötzlich merkten auch andere Regisseure das mit dieser Art Film eine Menge Geld zu verdienen ist. Der eigentliche zugrunde liegende dokumentarische Stil dieses Genres wurde ausgenutzt um mit einem kleinen Budget sprichwörtlich Filme am Fließband zu produzieren, was nicht nur in der Menge ersichtlich war, sondern vor allem in der Qualität der entsprechenden Werke. Mit „Devil’s Pass“ kommt nun ein weiterer Film dieses Genres der auf genau diesen Zug aufzuspringen versucht, wenn Regisseur Renny Harlin von einer Expedition in den Bergen Russlands erzählt, wo es ein Geheimnis zu entdecken gilt.

Devil’s PassIn der Nacht vom 1. auf dem 2. Februar des Jahres 1959 kamen im nördlichen Ural neun Bergsteiger ums Leben. Die Todesursache ist selbst 50 Jahre später noch immer ungeklärt, denn während die einen von geheimen Experimenten sprechen, mutmaßen ganz andere das die Gruppe das Opfer von Außerirdischen gewesen sein könnte. Die Untersuchungen von damals liefen ins leere, die russischen Behörden schlossen die Akten und so machen es sich fünf junge Studenten fünf Jahrzehnte später zur Aufgabe, besagten Fall zu untersuchen. Die Gruppe rund um Studentin Holly King (Holly Goss) ist mit GPS und Kameras ausgerüstet, begibt sich in das Gebiet zwischen der Republik Komi und der Oblast Swerdlowsk, als plötzlich der Kompass verrückt zu spielen beginnt. Was ist hier los? Woher kommen die Fußspuren am nächsten Morgen vor dem Zelt? Lauert ihnen hier draußen irgendjemand auf? Die Ereignisse überschlagen sich schon bald, die junge Gruppe flüchtet in einen mit einer Stahltür verschlossenen Tunnel, doch was dort drinnen auf sie wartet, hätte sich wohl niemand zu erträumen gewagt…

Der in den Vereinigten Staaten lebende finnische Regisseur Renny Harlin (Deep Blue Sea) hat bereits bewiesen das er durchaus Filme drehen kann, doch blickt man einmal auf „Stirb Langsam 2“ und „Cliffhanger – Nur die Starken überleben“ zurück, so muss man ohne weiteres eingestehen, dass seid dem letzten guten Film bereits einige Jahre ins Land gezogen sind. Mit „Devil’s Pass“ setzt Harlin seinen Weg der Durchschnittware nun konsequent fort, denn obwohl die in den Bergen Russlands gedrehten Szenen durchaus imposant anzusehen sind, soll sich doch insbesondere das Skript von Drehbuchautor Vikram Weet (The Real World) in solch hanebüchenen Bahnen bewegen, dass man am liebsten nach der Hälfte des Films ausschalten wollen würde.

Devil’s PassEntgegen vergleichbarer Umsetzungen handelt es sich bei „Devil’s Pass“ tatsächlich um eine wahre Begebenheit, denn im Jahre 1959 sind in der Tat im Ural einige Bergsteiger ums Leben gekommen, was bis heute nicht gänzlich aufgeklärt werden konnte. Leider nutzt Drehbuchautor Vikram Weet diese Geschichte bestenfalls als äußere Rahmenhandlung, denn das Verschwinden besagter Bergsteiger ändert er gar dahingehend, dass er dies mit einem entsprechenden Horrorfilm verknüpft. Bei alledem gibt es nicht unbedingt viel Neues zu bestaunen, denn wie bei diversen Genrevertretern üblich beschränkt sich „Devil’s Pass“ auf eine sehr mysteriöse Rahmenhandlung, die von jungen Studenten natürlich dokumentiert werden muss.

Gerade der Anfang soll hierbei zum Großteil noch wirklich Spaß machen, die Darsteller sind überzeugend und sobald die Geschichte nach Russland verlegt wird, kommt auch im Ansatz so etwas wie Spannung auf. Der Zuschauer sieht sich unweigerlich mit der Frage konfrontiert was sich hinter dem Verschwinden der neun Bergsteiger verbergen könnte, warum die Menschen in der kleinen Stadt den Studenten so ablehnend gegenüberstehen und was dort oben in den Bergen wirklich passiert, als plötzlich eines Morgens Fußspuren vor dem Zelt zu finden sind.

Devil’s PassLeider wird dieser Spannungsbogen mit der unglaublichen Geschichte hinter besagter Stahltür hoch oben in den Bergen fast vollständig ruiniert, denn wenn man bisher dachte das diverse Verschwörungstheoretiker eine recht große Vorstellungskraft besitzen, der sollte sich Vikram Weet seine Idee zu „Devil’s Pass“ ansehen. Plötzlich wird eine Idee mit der anderen vermischt, unglaubliches wird immer noch einmal versucht zu steigern, bis plötzlich Wendungen innerhalb der Rahmenhandlung entstehen, bei denen man nur noch den Kopf schütteln mag. Leider gehen diese Wendungen auch mit jenem Fakt einher das man nun neben dem Found-Footage auch noch eine gehörige Menge an CGI benötigt, um genau diese Phantastereien dem Zuschauer auch noch optisch aufzubereiten. Dies geht leider damit einher das wir nun den finanziellen Möglichkeiten geschuldet etwas dargelegt bekommen, dass man im Grunde nur noch mit dem Begriff „unsagbar schlecht“ in Worte fassen kann, ohne von der eigentlichen Auflösung vorab zu viel zu verraten.

Genau an dieser Stelle hätte man gerade von Regisseur Renny Harlin ein wenig mehr Weitsicht erwarten können, denn wo „Devil’s Pass“ im Ansatz am Anfang eine durchaus interessante Entwicklung für den Zuschauer hat hinlegen können, wird mit fortlaufender Zeit doch viel von jenem Credit verspielt, den man sich vorher erst hart erarbeiten musste.

Renny Harlin’s „Devil’s Pass“ ist einer jener Filme die auf der Found-Footage-Welle mitreiten, ohne mit sonderlich Qualität zu überzeugen. Das hat diesmal jedoch weniger etwas mit den entsprechenden Darstellern zu tun, als vielmehr mit der unglaublichen Wendung in der letzten halben Stunde des Films, die man getrost als lächerlich bezeichnen kann.

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Wir vergeben daher 5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Ascot Elite

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Devil’s Pass

Länge: 100 min

Kategorie: Horror, Thriller

Start: 28.01.2014

cinetastic.de Filmwertung: (5/10)

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Info

Devil’s Pass

Devil’s Pass

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 100 min
Kategorie: Horror, Thriller
Start: 28.01.2014

Bewertung Film: (5/10)

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