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Wolverine: Der Weg des Kriegers – Extended Cut

Geschrieben von Frank Schmidke am 5. Dezember 2013

wolverine-2-1Nun ist der Vielfraß aus dem X-Men-Universum also zum zweiten Mal unterwegs. Während das Kinoerlebnis im Sommer mit  3D lockte, kann die Blu-ray, die Ende November erscheint, mit einer zwölf Minuten längeren Fassung aufwarten. Die stereoskopische Variante ist selbstredend ebenfalls erhältlich. Wer schon beim ersten Soloabenteuer von Logan alias Wolverine mitgefiebert hat, kann sich in „Der Weg des Kriegers“ auf einen gelungenen Thriller freuen.

wolverine-2-3Logan (Hugh Jakman), besser bekannt als der Mutant Wolverine, hat sich in die amerikanische Wildnis zurückgezogen. Geplagt von Alpträumen, will er nie wieder töten. Doch die junge Japanerin Yukio (Rila Fukushima) spürt ihn auf und überredet Wolverine, mit ihr nach Japan zu fliegen. Als Gefangener hatte Logan den damaligen Soldaten Yashida (Hartuhiko Yamanutchi) am Ende des Zweiten Weltkriegs vor der Atomexplosion in Nakasaki gerettet. Yashida liegt im Sterben und sein Wirtschaftsimperium soll an die Enkelin Mariko (Tao Okamoto) vererbt werden und nicht an Yashidas Sohn Shingen (Hiroyuki Sanada). Nun fürchtet der Sterbende um Marikos Leben. Und Wolverine fühlt sich als Beschützer der liebreizenden Maid berufen. Doch irgendwie ist ihm die Selbstheilungskraft abhandengekommen, die den Mann mit dem Adamantium-Sekelett und den Krallen bislang unverwundbar machte.

Hugh Jackmans zweiter Soloauftritt als Marvels Wolverine basiert auf einer Comicvorlage von Frank Miller („Sin City“) in der er Logan nach Japan schickt. Und „Der Weg des Kriegers“ ist viel weniger Superhelden-Action als ein actionreiches Thrillerdrama mit einer funktionierenden Love-Story.  Dabei kommt der Held auf der Leinwand deutlich weniger grantelig rüber als der Comic-Charakter. Hugh Jackman wirkt beizeiten etwas zu nett für die Rolle.

wolverine-2-4Für die Story, die von Regisseur James Mangold („Walk The Line“, „Todeszug nach Yuma“) stilvoll in Szene gesetzt wurde, sind die Autoren Mark Bomback („Stirb Langsam 4.0) und Scott Frank („Minority Report“) verantwortlich. Kein Wunder also, dass es deutlich realistischer zur Sache geht, als in vielen der Marvel-Filmadaptionen. Selbstverständlich muss sich Wolverine auch noch mit der bösartigen Mutantin Viper (Svetlana Kodchenkova) und einem ominösen Gegner in Samurai-Rüstung herumschlagen, im Wesentlichen hat er es aber mit Yakuza und Ninjas zu tun, die es auf Mariko abgesehen haben.

Wie schon in „X-Men Origins: Wolverine“ geht es vor allem darum, den Charakter Wolverines auszuloten.  Die Alpträume des unsterblichen Soldaten sind ein deutliches Zeichen, dass er mit seinem Schicksal als Kämpfer hadert, vor allem weil er seiner toten Liebe Jean Gray im Traum immer wieder begegnet, ebenso wie er auch die Atomexplosion im Schlaf erneut durchlebt. Doch so ganz gegen seine Natur kann der Krieger nicht ankommen. Insofern ist Wolverine in Japan gut aufgehoben, denn die Samurai-Tradition des Landes hilft dem Mutanten sich selbst zu erkennen.

wolverine-2-2Actiontechnisch hätte es in „Wolverine: der Weg des Kriegers“ durchaus etwas mehr sein können. Und auch die Choreographie der Kampfszenen ist nicht immer ganz zündend. Wenn sich der Einzelgänger allerdings wie ein gehetztes wildes Tier von einer Ninjameute umzingelt sieht, ist das eine angemessene Umsetzung des Wolverine-Charakters. Und auch der finale Kampf gegen den Silbernen Samurai ist gelungen und spektakulär, auch wegen der Kulisse.  Die rund zwölf zusätzlichen Filmminuten der Extended Version sind dabei ebenso kurzweilig wie der Rest des Film und gehen in einigen Szenen etwas weiter in die Breite. Ein ganz anderer Film ist „Der Weg des Kriegers“ deshalb nicht geworden.  Wer schon mal eine Marvel-Verfilmung gesehen hat, weiß, dass mit dem Abspann noch nicht Schluss ist und diesmal wird der Appetit ziemlich überraschend angeregt.

„Wolverine: Der Weg des Kriegers“ ist ziemlich auf den Helden zugeschnitten und einige der anderen Figuren hätten mehr Tiefgang verdient gehabt. Während Yukio als Sidekick richtig rockt, bleibt die schöne Mariko eher ätherisch blass. Blass bleibt auch ihr Vater, und von der fiesen Mutantin  hätte ebenfalls mehr kommen können. Die gesichtslosen Ninjas und Yakuza hingegen sorgen für genug Wirbel.

wolverine-2-5Nicht jeder Marvel-Fan wird mit der filmischen Umsetzung etwas anfangen können. Aber man muss den Machern zugestehen, dass sie wie auch in „X-Men Origins: Wolverine“ erfolgreich versucht haben, Wolverine von den anderen Marvel Superheldenfilmen abzusetzen. Logan rennt in Japan auch nicht mit seinem Kostüm herum, das in dem Umfeld eher deplaziert gewirkt hätte. Dabei setzt man eher auf Thriller- und Crimeelemente und hält das fantastische Element bewusst in Grenzen. Daher auch die Entscheidung, die Frank Miller Story auf die Leinwand, beziehungsweise den Bildschirm zu bringen. Auf eine deutlich derbere hard-boiled Variante hat man bewusst verzichtet, um auch ein jüngeres Publikum ansprechen zu können. Das ist kommerziell nachvollziehbar, nimmt „Dem Weg des Kriegers“ aber auch einige Ecken und Kanten, ist aber dennoch sehenswert gelungen.

Auch wenn die Geschichte in „Wolverine: Der Weg des Kriegers“ in einigen Aspekten vorhersehbar ist, gefällt der zweite filmische Soloauftritt von X-Men Wolverine. Und Superstar Hugh Jackman füllt die Rolle des getriebenen Einzelgängers erneut mit viel Einsatz.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: 20th Century Fox

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Länge: 138 Min.

Kategorie: Action, Adventure, Fantasy

Start: 29.11.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Info

Wolverine: Der Weg des Kriegers – Extended Cut

Geschrieben von Frank Schmidke

Länge: 138 Min.
Kategorie: Action, Adventure, Fantasy
Start: 29.11.2013

Bewertung Film: (7/10)

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