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The Grandmaster

Geschrieben von Frank Schmidke am 16. Dezember 2013

Grandmaster-1Eigentlich müsste man sich das bildgewaltige Epos „The Grandmaster“ von Chinas Regie-Altmeister Wong Kar Wei definitiv auf großer Leinwand anschauen, um die wahnwitzig poetischen Bilder würdigen zu können. Aber auch die Blu-ray des gerade für das Home Entertainment erschienenen Titels weiß durchaus zu überzeugen. Der Regisseur von „My Blueberry Nights“ und „In the Mood for Love“ legt mit der filmischen Biografie von Martial Arts Meister Ip Man seinen ersten Kung Fu Film vor.

Grandmaster-5Bekannt geworden ist der posthum zum Großmeister der Kampfkünste erkläret Ip Man (oder auch Yip Man geschrieben), weil einer seiner Schüler zum weltweit berühmtesten Kung Fu Kämpfer überhaupt wurde: Bruce Lee. So trägt Filmmacher und Regisseur Wong Kar Wei auch schon einige Jahrzehnte an dieser Filmidee, die nach eigener Aussage entstand, als er beim Drehen in der argentinischen Pampa in einem kleinen Laden einträchtig nebeneinander die Poster von Mao und Bruce Lee hängen sah. Recherchen führten zu dessen Lehrer und zu der Idee, die 1930er Jahre und die südchinesiche  Blütezeit der Martial Arts in einem  Zeitengemälde zu verfilmen. So jedenfalls erzählt es der Filmmacher im Bonus-Feature „Auf dem Spuren der Großmeister“.

Grandmaster-2Aber zum Film selbst: Aus wohlhabender Familien stammend kann sich Ip Man (Tony Leung) ganz seinem Hobby dem Kung Fu widmen, denn bis zu seinem vierzigsten Lebensjahr muss er sich nicht um seinen Broterwerb kümmern. Obwohl in Fushan, im Süden Chinas, in den 1930ern etliche rivalisierende Kampfsportschulen um die Gunst der Schüler werben, lehrt Ip Man selbst nicht. Doch die Rivalität mit der Kampfkunst des Nordens und dem abtretenden Großmeister Gong Yutian (QingXiang Wang) gebietet es, dass die Stadt Fushan einen Kämpfer auswählt – Ip Man. Gong Yutians Tochter  Gong Er (Zhiang Zhi) und dessen Ziehsohn Ma Shang (Thiang Jin) haben jeweils eine besodnere Art der Kampfkunst geerbt. Da scheint Ip Mans recht simpler Stil Wing Chun leicht zu besiegen. Doch es ist nicht die Schule, die den Kämpfer ausmacht, sondern dessen Fertigkeit.

Grandmaster-31938 besetzten die Japaner China und die Kampfkünste gehen beinahe verloren. Die Menschen leben in bitterer Not und haben anderes im Sinn. Später nach Ende des Krieges begibt sich Ip Man nach Hongkong und wird dort Wing Chun Lehrer. Anders als die Filmtrilogie „Ip Man“ von Regisseur Wilson Yip, ist Wong Kar Wei an einem Zeitenportrait interessiert, das die Traditionen verdeutlicht. Während die Ära der 1930er und die Besatzung Fushans durch die Japaner dem Film von 2008 im Wesentlichen dazu dient, Ip Man eine Martial Arts Projektionsfläche zu schaffen und den Kampfmeister als Volkshelden zu stilisieren, inszeniert Wong Kar Wei den Kampf als imposantes Ballett: hochgradig stilisiert und bis ins Detail durchchoreografiert. Kung Fu als Philosophie und Kunstform.

In rund zwei Stunden erzählt „The Grandmaster“ mit durchweg imposanten Bildern die Lebensgeschcihte des Ip Man. Dazu werden die herausgestellten Episoden und Ereignisse immer auch von der Erzählstimme des Kämpfers aus dem Off begleitet und mit Zwischentiteln werden die Szenenwechsel eingeläutet. Das Storytelling wirkt durchweg ein wenig bieder und kann nicht immer überzeugen, das Fragmentarische liegt dabei ursächlich im Filmkonzept, die die ganze Lebensspanne über mehrere Jahrzehnte auszuleuchtet.

Grandmaster-4Doch die Bildgewalt und opulente, sehr detailverliebte Ausstattung des Films macht die erzählerischen Unzulänglichkeiten mehr als wieder wett. Es gelingt „The Grandmaster“ ein zugleich realistisches und authentisches wie auch poetisch überformtes Bild der Leidenschaft für das Kung Fu zu malen. Mit breitem Pinselstrich und gestützt auf jahrlange Recherche und detailverliebte Settings erwacht „The Grandmaster“ zum Leben.

Die Blu –ray ist zudem noch mit einigen Features ausgestattet, die durchaus sehenswert sind und auch den Kampfsportler ansprechen werden. Das Making of blickt eine halbe Stunde lang hinter die Kulissen, die halbstündige Doku über die Recherchen ist höchst interessant und die kurze Wing Chun Demonstration wird ergänzt durch ein Interview mit dem Wing Chun Meister Shifu Didier Beddar.

Wer auf Martial Arts Action steht, sollte sich lieber Wilson Yips „Ip Man“ anschauen. „The Grandmaster“ ist eher ein Martial Arts Film für jene, die  mit Kampfsport nicht viel am Hut haben, sich aber von der spektakulären Fantastik chinesischer Blockbuster wie „Hero“ oder „Tiger and Dragon“ angezogen fühlen. Mit „The Grandmaster“ liefert Filmmacher Wong Kar Wei ein eindrucksvolles durchkomponiertes Bildfeuerwerk ab, das fast schon als „Alterswerk“ durchgehen könnte.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Wild Buch / Universum

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Länge: 123 Minuten

Kategorie: Action, Biography, Drama

Start: 05.12.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Bewertung Extras: (8/10)

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Info

The Grandmaster

Geschrieben von Frank Schmidke

Länge: 123 Minuten
Kategorie: Action, Biography, Drama
Start: 05.12.2013

Bewertung Film: (7/10)

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