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Odd Thomas

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 3. Dezember 2013

Odd Thomas

Der in Indianapolis aufgewachsene Regisseur und Drehbuchautor Stephen Sommers ist eigentlich nur für die richtig großen Hollywood-Blockbuster bekannt, denn neben „Die Mumie“ (1999) und „Van Helsing“ (2004) war Sommers ebenso für „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ (2009) verantwortlich. Nachdem seine beiden letzten Filme an den Kinokassen mehr oder minder floppten, versucht sich Sommers nun an einem etwas kleineren Projekt, das auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest seine Deutschlandpremiere feierte und nun im Bereich des Home Entertainment verfügbar ist.

Der etwa 18-jährige Odd Thomas (Anton Yelchin) ist im Grunde ein ganz normaler Teenager, denn während er eine wunderbare Beziehung zu seiner Freundin Stormy (Addison Timlin) unterhält, versucht er sich sein Taschengeld im örtlichen Pico Mundo Grill etwas aufzubessern. Leider ist Odd – dessen Name auf einem falsch ausgesprochenen Vornamen basiert – alles andere als normal, denn Odd sieht verstorbene Menschen, denen er ein ums andere Mal behilflich ist ein Verbrechen aufzuklären. Von Odd seiner ungewöhnlichen Gabe weiß neben seiner Freundin Stormy lediglich der örtliche Polizeichef Wyatt Porter (Willem Dafoe), doch Odd sieht noch weitaus mehr als nur verstorbene Menschen. Gelegentlich nimmt er ebenso sogenannte Bodachs wahr, eine Art Höllenkreatur die immer nur dann erscheint, wenn durch ein grauenvolles Ereignis eine Vielzahl an Menschen ums Leben kommen soll.

Odd ThomasWas macht man wenn Hollywood-Blockbuster wie „Van Helsing“ und „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ an den Kinokassen zu einem eher ernüchternden Ergebnis kommen und kaum das einspielen, was man als Budget im Vorfeld veranschlagen musste? Man nimmt sich eine Auszeit oder versucht sich einmal an etwas komplett anderem, wobei Stephen Sommers „Odd Thomas“ gar nicht einmal soviel anders ist, als man es von ihm womöglich gewohnt gewesen wäre. Basierend auf der gleichnamigen Romanvorlage von Dean R. Koontz (Hideaway – Das Böse) versucht Sommers in seiner Adaption gleich mehrere Genres zu streifen, denn während man „Odd Thomas“ zeitweise durchaus als Science Fiction bezeichnen könnte, finden sich in ihm ebenso Elemente eines Thrillers sowie einer Coming-of-Age Geschichte wieder.

Für die Entwicklung des etwa anderthalb Stunden langen Werkes lässt sich Stephen Sommer im vergleich zu vielen anderen Filmen relativ viel Zeit, wenn er die verschiedensten Figuren nur langsam etabliert, die Geschichte vom Geister sehenden jungen Mann in gleich mehrerer Hinsicht hin entwickelt, bevor das eigentliche Actionspektakel dann endlich los geht. Bei alledem fungiert die Figur von Odd als Erzähler im Off, wodurch nicht nur seine Figur eine wesentlich umfangreichere Figurenzeichnung erfährt, sondern ebenso die Geschichte mit allerhand Wortwitz aufgelockert wird. Bei alledem nimmt Sommers immer wieder das Tempo aus der Geschichte heraus, wenn er seine im Mittelpunkt stehende Figur dahingehend versucht zu entwickeln, dass wir es hier mit einem ganz normalen Menschen zu tun haben, der einfach versucht mit seiner Gabe zu leben.

Odd ThomasEin Geister sehender Mann, hatten wir das nicht irgendwo schon einmal? Den einen oder anderen wird sofort M. Night Shyamalans „The Sixth Sense“ in Erinnerung kommen, ganz andere fühlen sich unweigerlich an Chris Butlers Animationsfilm „ParaNorman“ erinnert, wo ebenso ein junger Mann jene Geister verstorbener Menschen sah, die ganz andere einfach nicht wahrnehmen konnten. Im Falle von Stephen Sommers „Odd Thomas“ soll die Geschichte strukturell jedoch ganz anders verlaufen, denn neben diversen Geistern die es noch immer auf der Erde hält, sieht Odd ebenso merkwürdige Wesen aus der Hölle, die wie halbdurchsichtige Wesen aus dem Film „Aliens“ aussehen. Diese Wesen sind relativ selten, versammeln sich nur wenn es zu einer vermehrten Anzahl an Todesfällen kommt und so liegt es an Odd jenes bevorstehende Ereignis aufzuklären, dass seine Kleinstadt bedroht.

All dies ist zuweilen durch den bereits erwähnten Wortwitz unterhaltsam und spannend konzipiert, doch wird durch das entsprechende Drehbuch immer wieder Tempo herausgenommen, sodass „Odd Thomas“ leichte Durchhänger und Längen besitzt, die mit der Zeit merklich auffallen. Genauso wenig ist der entsprechende Krimi-Plot gelungen, denn die Suche nach dem eigentlichen Mörder und das daraus resultierende Ende ist zuweilen so unglaublich vorhersehbar, dass man dieses einfach nicht wahrhaben möchte. Wesentlich besser ist neben dem bereits erwähnten Humor die eigentliche Love-Story zwischen Odd und seiner Flamme Stormy gelungen, die beide ein durchaus ansehnliches Paar abgeben und den Zuschauer für sich einzunehmen wissen. Das liegt vornehmlich an jenem Fakt das beide einfach wunderbar zusammen passen, sich gegenseitig die Spielbälle nur so hin und herwerfen, sodass gerade dieser Part zu überzeugen vermag.

Odd ThomasAb dem 10. Dezember 2013 ist Stephen Sommers „Odd Thomas“ im Verleih von Ascot Elite Home Entertainment auf Blu-ray, DVD und natürlich auch per Video-on-Demand erhältlich. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf und sehr reich an Farben, während der Ton in DTS-HD 5.1 (DVD in Dolby Digital 5.1) in den Sprachen Deutsch und Englisch gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an den Extras des Mediums interessiert, die diesmal allerdings recht übersichtlich waren. Neben dem entsprechenden Trailer und einem kurzen zehnminütigen „Making Of“ sind drei Interviews von Addison Timlin, Anton Yelchin und Willem Dafoe vorhanden, wodurch wir in 40 Minuten mehr zur eigentlichen Entstehung des Filmes erfahren.

Stephen Sommers „Odd Thomas“ weiß im Ansatz durchaus zu überzeugen, doch anstatt auf die Qualitäten seiner Darsteller zu setzen, verliert sich Sommers gegen Ende im gewohnten Actionspektakel, dass der Film so nicht unbedingt nötig gehabt hätte.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Ascot Elite Home Entertainment

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Odd Thomas

Länge: 97 min

Kategorie: Mystery, Thriller

Start: 10.12.2013

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Bewertung Extras: (6,5/10)

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Info

Odd Thomas

Odd Thomas

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 97 min
Kategorie: Mystery, Thriller
Start: 10.12.2013

Bewertung Film: (6/10)

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