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Max Beckmann – Departure

Geschrieben von Frank Schmidke am 3. Dezember 2013

argonautenDie nun auf DVD erschienene Dokumentation „Max Beckmann Departure“ nähert sich dem Künstler so, wie man dies am besten tun sollte – über die Werke.  Beckmann, der von 1884 bis 1950 lebte, gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Filmmacher Michael Trabitsch widmet sich vor allem den bedeutenden Triptichen des Malers. Dabei kann er namhafte Experten und vor allem die Bilder selbst vor die Kamera holen. Ein Genuss für Kunstfreunde.

versuchung_1905 erschafft der junge Beckmann sein erstes Gemälde „Junge Männer am Meer“, das  in der deutschen Kunstwelt sogleich Eindruck macht,  und bekommt daraufhin ein Stipendium. Immer wieder ist sich der Künstler selbst Modell genug und die zahlreichen Selbstbildnisse zeigen den Werdegang und die Entwicklung Beckmanns ebenso, wie sie den Zeitgeist und die Geschehnisse verarbeiten. Seien prägenden und traumatisierenden Erlebnisse als Sanitäters während des Ersten Weltkriegs lassen Beckmann eine völlig neue Billsprache finden.

Der Künstler zieht häufig um und schafft sich dabei seine eigene Szene, von Berlin über Frankfurt, Paris und Amsterdam, wo er die Jahre des Nationalsozialismus über lebt, in die USA. Dort ist er zunächst in St. Louis ansässig, später als Dozent in New York. In Paris 1932 beginnt er erstmals die Arbeit an einem dreiteiligen Werk, einem Tryptichon. Diese Ausdrucksform, die schon rein wegen der Aufteilung an christliche Altarbilder erinnert, ist als Werkfolge und Schwerpunkt von Beckmanns Schaffen in der Kunstgeschichte des Jahrhunderts einzigartig. Departure von 1932/33 markiert hier nur den Punkt des Aufbruchs. Beckmanns zehn Tryptichen gehören zu den bedeutendsten Werken des 20. Jahrhunderts.

departureFilmmacher Michael Trabitsch hat einige der namhaftesten Beckmann-Experten vor die Kamera geholt, wie Didier Ottinger, Reinhard Spieler, Uwe M. Schneede und Richard Feigen. Die in Interviewsequenzen über Beckmann und dessen wichtigste Werke reden. Sofern es sich nicht um die Bildinterpretationen von Werken handelt, die mit detailgenauer Kameraschau begleitet werden, sind die Interviews unterlegt und ergänzt von zeitgenössischen Filmaufnahmen und den wenigen bewegten Bildern die es von Beckmann gibt. Für eine weitere Informationsspur sorgt der Off-Kommentar von Sprecher Roland Hemmo, der aus den Tagebüchern und Notizen Beckmanns zitiert. AaLS Bonusmaterial finden sich auf der DVD noch weitere Experteninterviews, die im Film nur in kurzen Auszügen oder auch gar keine Verwendung fanden.

Formal ist Tramitschs Film alles andere als spektakulär und die digital gefilmte Doku fokussiert sich ganz auf den Inhalt. Der Zuschauer bekommt Eckdaten und Basiswissen zu einem der bedeutendsten modernen deutschen Künstler überhaupt. Das interessantere freilich ist die Beschäftigung mit den Werken, die ausführlich und mit ruhiger Hand in Szene gesetzt sind. Selten hat man als Kunstfreund die Gelegenheit diese Meisterwerke in solcher Fülle und Detailgenauigkeit zu betrachten. Hier hat der Film als Medium deutlich bessere Möglichkeiten als das Buch oder die analoge Reproduktion.

aktobatenDie Experten steuern nicht nur das Hintergrundwissen bei, sondern sind als Bildbeschreibende und –deutende aktiv und informativ Teil des Films. Das ist gelegentlich etwas zuviel des Guten, vor allem was das Deskriptive angeht, das der Zuschauer schließlich selbst vor Augen hat. Die musikalische Untermalung, die wohl einer Kontemplation zu Gute kommen soll, wirkt bisweilen auch etwas störend, aber im Großen und Ganzen, war diese filmische Werkschau über Max Beckmann längst überfällig. Spannend sind auch immer wieder die Selbsteinschätzungen des Künstlers, wie sie seinen Notizen entnommen sind und die deutlich machen, dass Beckmann sich seiner Kunst und seiner Berufung sehr wohl bewusst war und mit dem festen Ziel, etwas bedeutendes zu schaffen, an die Sache heranging. Es ist ihm wohl gelungen.

Kunstinteressierte kommen an dieser Dokumentation über Max Beckmann nicht vorbei. Vor allem die Betrachtung der Tryptichen ist ein optischer Genuss, der so manchen Gang ins Museum erspart.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Piffl Media / Good Movies

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Länge: 93 Min.

Kategorie: Documentary

Start: 15.11.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Bewertung Extras: (6/10)

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Info

Max Beckmann – Departure

Geschrieben von Frank Schmidke

Länge: 93 Min.
Kategorie: Documentary
Start: 15.11.2013

Bewertung Film: (7/10)

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