cinetastic.de - Living in the Cinema

Justin – Völlig verrittert!

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 4. Dezember 2013

Justin - Völlig verrittert!

Im modernen Animationsfilm verkommt es langsam zu einer Art Modeerscheinung das alle teuren Produktionen aus dem Hause Pixar, Disney und Dreamworks mit Lob überfrachtet werden und sich im Anschluss kleinere Filme daran messen lassen müssen. Das diese Sichtweise rein aus Budgetgründen schon unangemessen erscheint spricht für sich, dass dann aber ambitionierte Projekte unter schlechten Reviews leiden müssen, ist dann aber doch ungerechtfertigt. Manuel Sicilia’s zweiter Film „Justin – Völlig verrittert!“ ist so ein Fall, denn entgegen vieler anderslautender Meinungen kann dieser durchaus unterhalten.

Es war einmal vor langer Zeit ein Königreich in welchem Ritter verboten waren, dass Land von Anwälten und ihren bürokratischen Regeln gelenkt wurde und selbst eine Königin nur soviel zu sagen hatte, wie ihr selbst durch Gesetze erlaubt war. In diesem Königreich lebt der kleine heranwachsende Justin (Freddie Highmore), der es sich nicht sehnlicher wünscht als in die Fußstapfen seines verstorbenen Großvaters zu treten, der einst als ehrfürchtiger Ritter im ganzen Lande bekannt gewesen ist. Leider ist Justins Vater völlig anderer Meinung und so zieht dieser aus um das legendäre Rittertum zu suchen und dort mit Hilfe ehemaliger Ritter, Zauberer und allerhand anderer Menschen ein echter Ritter zu werden. Unterwegs trifft Justin die verschiedensten Menschen, bis er plötzlich dem einst verbannten Heraclio (Mark Strong) und dessen Herr gegenübersteht, die das Land bedrohen. Nun muss Justin über sich hinauswachsen und zeigen, dass er ein echter Ritter geworden ist…

Justin - Völlig verrittert!Die Filmindustrie von Animationsfilmen hat sich bereits vor einigen Jahren auch außerhalb der Vereinigten Staaten etabliert, denn wo plötzlich Studios in Dänemark, Russland und sogar Estland aus dem Boden sprießen, braucht sich auch Spanien nicht zu verstecken. Das spanische Animationsstudio Kandor Graphics zeigt nun eindrucksvoll das die Oscar-Nominierung vor drei Jahren nicht ganz unverdient war, wenn sie zusammen mit Regisseur Manuel Sicilia (El lince perdido) einen Film entwickeln, der mit seiner modernen Geschichte des Rittertums so manches Kind zum lachen bringen wird.

Im Grunde könnte man „Justin – Völlig verrittert!“ im Ansatz mit dem „Shrek“-Franchise vergleichen, denn von der Art der Animationen, dem Aufbau des Königreiches und der zu vermittelnden Botschaft gleichen sich beide doch in recht vielen Belangen. Versucht man nun aber beide Werke ein wenig detaillierter miteinander zu vergleichen, so ergeben sich schnell Unterschiede, welche wohl am ehesten an den beiden im Mittelpunkt stehenden Figuren auszumachen sind. In „Justin – Völlig verrittert!“ dreht sich alles im Grunde um einen heranwachsenden jungen Mann der seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat, der entgegen der Wünsche seines Vaters nicht Jurist werden möchte und der seit frühster Kindheit davon träumt, ähnliche Abenteuer wie sein Großvater zu erleben.

Justin - Völlig verrittert!Moment mal, haben wir hier grad etwas von einem Juristen gelesen? Genau an dieser Stelle fängt „Justin – Völlig verrittert!“ nämlich mit seinen ausgefallenen Ideen an Spaß zu machen, denn in einem Königreich in welchem das Gesetz regiert, Ritter verbannt werden und Tavernen zu einer Art Fastfood Restaurant umgebaut wurden, ist beim besten Willen kaum etwas normal. Genauso wenig sind aber auch die im Film vorkommenden Figuren normal, die man an dieser Stelle gar nicht alle aufzählen kann. Da haben wir die vorlaute und überaus selbstgefällige Prinzessin in die sich Justin verguckt, ein Barmädchen (Saoirse Ronan) das in erster Linie durch ihr vorlautes Mundwerk für aufsehen sorgt und natürlich einen altersschwachen Ritter namens Sir Clorex (Antonio Banderas), der mit sehr viel Geduld aus Justin einen echten Ritter machen muss. Bei alledem ist das Training natürlich hart, die Geschichte hangelt sich von einem guten Lacher zum nächsten, bis plötzlich fliegende Krokodile auf dem Bildschirm erscheinen. Fliegende was? Richtig gelesen! Wenn plötzlich mechanische Flügel an ein Krokodil gebunden werden, Justin mit diesem – mehr oder weniger freiwillig – den Himmel unsicher macht, dann dürfte wohl ein ähnlich erstauntes Gesicht folgen, wie es uns das Krokodil hier vormachen durfte.

Die Geschichte selber ist mit vielen netten Einfällen gespickt durchaus interessant und für Kinder ab sieben Jahren geeignet, die zugrunde liegenden Animationen müssen sich auf keinen Fall vor aktuellen Kinoproduktionen verstecken, während selbst das 3D durchaus gelungen ist, ist die zusätzliche räumliche Tiefe doch jederzeit gut zu erkennen. Ein wenig ärgerlich ist bei alledem in erster Linie das diverse vorgetragene Songs nicht übersetzt wurden, denn obwohl diese durchaus zum mitsingen durch die kleinen Zuschauer animieren, werden diese lediglich im englischen Original mit entsprechenden deutschen Untertiteln vorgetragen, was wirklich schade ist. An dieser Stelle fehlte scheinbar die nötige Weitsicht um das entsprechende Publikum anzusprechen, was allerdings ebenso dem recht schmalen Budget geschuldet gewesen sein könnte.

Justin - Völlig verrittert!Für all jene die nun Lust auf den etwas anderen Animationsfilm bekommen haben, den bietet sich nun die entsprechende Gelegenheit, denn Constantin Film bringt „Justin – Völlig verrittert!“ direkt auf Blu-ray und DVD in den Handel, wobei erstere in einer 2D und einer 3D Version auf dem Medium vorliegt. Die Bilder sind bei alledem mit 1080/24p gewohnt scharf und sehr reich an Farben, während der Ton in DTS-HD 5.1 (DVD in Dolby Digital 5.1) in deutscher wie auch englischer Sprache gut auf die Boxen abgestimmt ist. Für all jene die neben dem Film noch etwas zur Entstehung dessen erfahren möchten, bietet sich ebenso die Gelegenheit, denn auch hier ist reichhaltiges Material vorhanden. Neben dem Trailer gibt es ein kurzes siebenminütiges „Making Of“, während wir in zahlreichen Interviews von beinahe einer Stunde länge viel von den einzelnen Synchronsprechern erfahren, wodurch das Bild zusätzlich abgerundet wird.

Manuel Sicilia’s zweiter Film „Justin – Völlig verrittert!“ ist entgegen vieler anderslautender Meinungen ein durchaus unterhaltsamer spanischer Animationsfilm, der mit seinen außergewöhnlichen Ideen zu überraschen vermag. Lediglich die nicht übersetzten Lieder enttäuschen dann doch, was bei den ganz kleinen Zuschauern für fragende Gesichter sorgen könnte.

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Constantin Film, Sony Pictures Releasing de España

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Mit Facebook Anmelden um zu Posten!

Anmelden
Justin - Völlig verrittert!

Länge: 90 min

Kategorie: Adventure

Start: 28.11.2013

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Bewertung Extras: (7/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Gewinnspiele

Gewinne Kinokarten, BluRays, DVDs,
Fan Packages und mehr!

Gleich mitmachen

Info

Justin - Völlig verrittert!

Justin – Völlig verrittert!

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 90 min
Kategorie: Adventure
Start: 28.11.2013

Bewertung Film: (6,5/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Bewertung Extras: (7/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1