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Iron Sky – Director’s Cut

Geschrieben von Frank Schmidke am 10. Dezember 2013

iron-sky-dc-1Als die wahnwitzige Sci-Fi-Klamotte „Iron Sky“ im vergangenen Jahr in die Kinos kam, freuten sich nicht nur diejenigen Fans, die beim Crowdfunding des Film dabei waren, sondern auch alle, die auf actionreiche Weltraum-Satire stehen. Nun hat Regisseur Timo Vuorensola eine rund zwanzig Minuten längere Fassung erstellt, die auf DVD und Blu-ray in limitierter Auflage erscheint. Noch mehr Mondnazis, noch mehr Absurdität und noch mehr Spaß.

iron-sky-dc-2Anno 2018 landet eine Raumfähre auf dem Mond. Doch die beiden Astronauten werden von den Bewohnern nicht gerade willkommen geheißen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs hatten sich einige Nazis auf die dunkle Seite des Mondes zurückgezogen, um hier die Weltherrschaft zu planen und die Rasse rein zu halten. Noch scheitert die Invasion daran, dass die „Götterdämmerung“, das ultimative Kampfraumschiff keine adäquate  Energiequelle hat. Der Wissenschaftler Doktor Richter arbeitet mit Hochdruck an dem Problem und es sieht so aus, als hätte der überlebende Astronaut eine Lösung im Gepäck.

Washington heißt der Astronaut (Christopher Kirby), und einen Farbigen hat hier noch nie jemand gesehen. Und während der Mondführer Korzfleisch (Udo Kier)  den Leuten den neuen Hitlergruß einfach nicht einimpfen kann, träumt der ehrgeizige Offizier Klaus Adler (Götz Otto) von der Führernachfolge und lauter kleinen arischen Pimpfen, die er mit Lehrerin Renate Richter (Julia Dietze) zeugen will.

iron-sky-dc-3Doch erstmal wird Adler mit einer Erkundungsmission beauftragt und die kleine Abordnung landet mitten im amerikanischen Wahlkampf. Miss President (Stephanie Paul) braucht dringend eine durchschlagende Kampagne, nachdem die schwarz-weiße Mondmission als Wahlwerbegag gefloppt ist.  Da kommt die friedliche und ordentliche Botschaft  der Nationalsozialisten gerade recht und die tyrannische Agenturchefin steht total auf den strammen Deutschen. An eine Invasion glaubt hier keiner und der albinisierte Afroamerikaner Washington bleibt ein Mahner in der urbanen Wüste.

„Iron Sky“ hat schon im Vorfeld für Furore gesorgt und wurde nicht nur von den Fans sehnsüchtig erwartet. Auf der Berlinale 2012 feierte das Leinwandspektakel von Regisseur Timo Vuorensola dann seine Weltpremiere. Und „Iron Sky“ ist ein witziges und episches Sci-Fi-Abenteuer geworden – mit  viel Humor durchaus erdverbundener bissiger Satire. Der Film teilt in jede Richtung mächtig aus, spart nicht mit Seitenhieben auf die aktuelle Weltpolitik. Auch die zusätzlichen Szenen und die Erweiterungen des Director’s Cut fügen sich nahtlos ein, ohne die Dramaturgie zu stören. Vuorensola holt noch einmal einige computeranimierte Weltraum-Fights und Special Effects aus der Truhe, die zwar manchmal nicht die Klasse der Kinoversion haben, aber dennoch sehr unterhaltsam sind. Außerdem ist die Version des Regisseurs noch ein bisschen überdrehter und der Finne kann seinem Faible für Wehrmachtsuniformen etwas mehr Raum zubilligen.

iron-sky-dc-4Von „Iron Sky nun allerdings eine „Apocalypse Now“-Artige Redux-Version zu erwarten, also fast einen alternativen Film, wäre definitiv zu viel verlangt. Fans kommen mit dem zusätzlichen Material aber richtig auf ihre Kosten. Der nicht immer subtile Wortwitz mag in der Synchronfassung etwas verloren gehen, aber die Satire funktioniert. Es mag nicht jedermanns Sache sein, aber für das, was „Iron Sky“ will, nämlich vor allem optisch zu unterhalten,  ist der 7,5 Millionen Euro teure Film (ca. 10 Mio Dollar) ein ganz großer. Zum Vergleich: Transformers hat 150 Millionen Dollar gekostet, „Prometheus“ etwa 130 Millionen Dollar und der letzte „Resident Evil“-Teil immerhin auch 75 Millionen Dollar.

Das Sci-Fi-Spektakel „Iron Sky“ ist alles andere als reine Klamotte., insofern würde auch ein Vergleich mit „Space Balls“ hinken. Einen ähnlichen Kultfaktor wird die Sache mit den Mondnazis aber ganz sicher noch erreichen. Der Film weiß optisch und storytechnisch zu überzeugen und bietet aberwitzige Unterhaltung – Im Director‘s Cut etwa 20 sehenswerte Minuten mehr. Und dass „Iron Sky“ einer der ersten Filme war, die Crowd Funding nutzten, um seine Vision umzusetzen, macht das Unternehmen noch sympathischer.

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Wir vergeben daher 7,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Splendid

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Länge: 111

Kategorie: Action, Comedy, Sci-Fi

Start: 29.11.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7,5/10)

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Info

Iron Sky – Director’s Cut

Geschrieben von Frank Schmidke

Länge: 111
Kategorie: Action, Comedy, Sci-Fi
Start: 29.11.2013

Bewertung Film: (7,5/10)

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