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House of Cards

Geschrieben von Frank Schmidke am 18. Dezember 2013

HOUSE OF CARDSWenn dieser Tage die amerikanische Politserie „House of Cards“ als DVD- und Blu-ray-Box in den Handel kommt, darf sich der Serienfan auf hochkarätige Unterhaltung freuen. Den medialen Staub, den die Produktion der Serie bei Erscheinen aufwirbelte, bekommt der Zuschauer nun allerdings nicht mehr mit. Immerhin ist „House of Cards“ die erste hochwertige und mit millionenschwerem Budget ausgestattete Eigenproduktion eines Internetportals, das seinen Umsatz mit Video on Demand macht.

HOUSE OF CARDSDer demokratische Kongressabgeordnete Francis Underwood (Kevin Spacey) freut sich auf einen Kabinettsposten, als seine Partei die Wahl gewinnt. Doch die Freude des ambitionierten Politikers kam zu früh. Statt wie erhofft als Außenminister unter Präsident Walker (Michael Gill) zu dienen, soll Underwood weiter auf seinem Posten als Mehrheitsführer im Kongress verbleiben. Dort sei er für die Partei am wichtigsten. Enttäuscht und machthungrig beginnt Underwood zusammen mit seiner Frau Claire (Robin Wright) einen Karriereplan auszuarbeiten, den er konsequent und unter Nutzung aller fairen und unfairen politischen Mittel in die Tat umsetzt. Sein loyaler Sekretär Doug Stamper hilft ihm dabei. Außerdem lockt Underwood die ambitionierte junge Journalistin Zoe Barnes (Kate Mara) mit Insiderinformationen und hilft ihr, die Karriere in Schwung zu bringen.

HOUSE OF CARDSWährend Francis Underwood seinen Kollegen, den neuen Außenminister, zunächst als Windei bloßstellen muss, um einen eignen Kandidaten zu lancieren, wird es notwendig, noch mehr Politiker in der Hand zu haben. Da bietet sich der unauffällige Abgeordnete Russo (Corey Stoll) geradezu an, nachdem er zugekokst und in Begleitung einer Prostituierten von der Polizei aufgegriffen wurde. Francis lässt Russo aus der Zelle holen. Man weiß ja nie, wozu man den Abgeordneten noch gebrauchen kann.

„House of Cards“ war medientechnisch ein Coup, als Netflix bekannt gab, nun auch mit eigenen, aufwändigen Serienproduktionen zu beginnen und so die Zuschauer an das Streaming-Portal zu binden. Und die Produzenten haben so ziemlich alles richtig gemacht, um eine hochklassige Dramaserie zu produzieren. Und wie die Preisflut und jüngst die vier Golden Globe Nominierungen zeigen, rechnet sich der Aufwand nicht nur mit großartigen Quoten, sondern auch mit Kritikerlob.

HOUSE OF CARDSDas Konzept ist gut kalkuliert, als Basis für „House of Cards“ wird die gleichnamige BBC-Mini-Serie von 1990 zu Grunde gelegt, die auf dem Roman von Michael Dobbs basiert. Die Geschichte wird auf aktuelle amerikanische Verhältnisse übertragen und weit ausgeschmückt, das Grundgerüst des übergangenen aber ehrgeizigen Abgeordneten bleibt. Außerdem hat man sich für die drei Hauptrollen mit Robin Wright, Kate Mara und Kevin Spacey nicht nur populäre Gesichter geholt, sondern auch Charakterdarsteller, die ihre Rollen souverän auszufüllen wissen. Daneben kommen hauptsächlich unbekanntere Schauspieler zum Einsatz. Auch hinter der Kamera hat man namhafte Leute engagiert. Die sechs Regisseure von „House of Cards“ sind allesamt mit Kinoproduktionen erfolgreich gewesen. David Fincher, der die Serie auch koproduziert hat, ins Boot zu holen, ist sicher ein großer Coup gewesen.

HOUSE OF CARDSInhaltlich kann die von Beau Willimon kreierte Serie um das politische Ränkeschmieden in Washington DC zumeist sehr intelligent unterhalten. Als pfiffige Besonderheit wendet sich Kevin Spacey in seiner durchaus auch charmanten und nicht nur fiesen Rolle auch mal direkt an den Zuschauer, sprich die Kamera, um seine Gedankengänge darzulegen. Dieser Kniff sorgt für einigen Witz und eine weitere Erzählebene. Es dauert nicht lange, bis sich der Zuschauer zu fragen beginnt, wohin dieses Spiel wohl laufen wird, und die Dramaturgie weiß mit wohldosierten Erfolgen und Misserfolgen für den Abgeordneten Underwood aufzuwarten. Die Personenparade entfaltet sich souverän und mit genügend Interaktionen auf allen Ebenen, um das Format auch sinnvoll zu füllen. Allerdings verliert sich nach der Mitte der ersten Staffel der rote Faden ein weinig und es folgen einige Episoden, die nicht auf den Punkt kommen und das Unterhaltungsniveau nicht halten können. Gegen Ende der ersten Staffel fängt sich „House of Cards“ dann wieder.

Angelegt ist die Serie von vornherein auf zwei Staffeln. Die abschließenden dreizehn Folgen werden im Original ab Februar bei Netflix zu sehen sein.  Danach ist definitiv Schluss, denn sowohl Robin Wright als auch Kevin Spacey wollen sich auch wieder anderen Projekten zuwenden. Und die Internetplattform Netflix hat schon weitere Eigenproduktionen am Start. Es scheint fast so, als sei die Vorherrschaft des Fernsehens als Leitmedium nicht mehr lange aufrechtzuhalten.

„House of Cards“ ist eine ziemlich gelungene politische Dramaserie, die meistens mit Witz und Intrige zu überzeugen weiß. Allerdings in der ersten Staffel nicht über Serienlänge das Niveau halten kann.

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Wir vergeben daher 7,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Sony

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Länge: 647 min

Kategorie: Drama

Start: 17.12.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7,5/10)

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Info

House of Cards

Geschrieben von Frank Schmidke

Länge: 647 min
Kategorie: Drama
Start: 17.12.2013

Bewertung Film: (7,5/10)

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