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Buddy

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 24. November 2013

Buddy

Die Zeiten in denen Michael „Bully“ Herbig für über 800 Radioshows verantwortlich war und mit ganzen fünf Staffeln der „Bullyparade“ die Fans im Sturm eroberte sind längst vorbei, denn seit rund zehn Jahren versucht sich Herbig in erster Linie als Autor und Produzent zu etablieren, was ihm insbesondere mit „Der Schuh des Manitu“ (2001) gelang, der noch heute als erfolgreichster deutscher Film aller Zeiten gilt. Mit seiner sechsten Regiearbeit namens „Buddy“ versucht Herbig nun an besagte Zeiten anzuknüpfen, doch obwohl sein Film recht viel Potential aufweist, fehlt den Witzen zuweilen noch der letzte Schliff.

Als Erbe der Sprudel Factory hat der 30-jährige Eddie (Alexander Fehling) ein recht einfaches Leben, denn während dieser sich von einer Party zur anderen schleppt und täglich eine neue Dame in seinem Bett vorfindet, geht die Firma seines verstorbenen Vaters den Bach herunter. Selbst der gewiefte Dr. Küster (Christian Berkel) kann als Geschäftsführer diese Talfahrt nicht aufhalten, denn neben dem schlechten Image durch Eddie sein Verhalten fehlt es dem Unternehmen in erster Linie an wegweisenden neuen Ideen. Als plötzlich auch noch mit Buddy (Michael Bully Herbig) der persönliche Schutzengel von Eddie in dessen Leben tritt, ist das Chaos endgültig perfekt. Eddie glaubt langsam aber sicher den Verstand zu verlieren, lässt die Firma gänzlich aus den Augen und so hat Buddy alle Hände voll zu tun, Eddie sein Leben doch noch in die richtigen Bahnen zu lenken…

BuddyNachdem sich Michael „Bully“ Herbig zuletzt als Darsteller mit Filmen wie „Zettl“ und „Der unglaubliche Burt Wonderstone“ nicht unbedingt mit Ruhm bekleckerte, versucht dieser nun wieder alles selber in die Hand zu nehmen. Herbig schrieb für „Buddy“ das Drehbuch in der wunderschönen Hansestadt Hamburg, übernahm die Regie, trat als ausführender Produzent auf und übernahm außerdem noch eine der Hauptrollen, um die Vierfachbelastung zu komplettieren. Nachdem er zuletzt mit seinen ersten fünf Filmen ganze 30 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte war die Messlatte natürlich von Anfang an sehr hoch, die Herbig zumindest zum Teil überwinden konnte.

Um seinen Film „Buddy“ entsprechend einzuleiten versucht Michael Bully Herbig diesen mit seiner Sitcom „Bully macht Buddy“ im Vorfeld entsprechend zu promoten, in der es um die eigentliche Produktion dessen geht. Lassen wir diese Sitcom einmal außen vor die man nicht unbedingt kennen muss, so könnte man Herbig seinen neusten Film wohl am ehesten mit den Filmen eines Til Schweigers vergleichen, der mit dem immer gleichen Konzept stets erfolgreich an den Kinokassen ist. Obwohl die im Mittelpunkt stehende Figur namens Eddie sowie die zu bewältigende Liebesbeziehung zur Altenheimangestellten Lisa (Mina Tander) aus dem Bereich eines Schweigers stammen könnte, ist der Rest doch typisch Bully, der erneut einfach wunderbar unterhält.

BuddyDas wohl größte Problem an „Buddy“ ist ganz ohne Frage die im Mittelpunkt stehende Person, die man am besten als Ekel bezeichnen könnte. Dahingehend kann sich auch der Zuschauer mit dieser Figur im Laufe des Filmes nur wenig anfreunden, was ebenso an der angestrebten Beziehung zu Lisa liegt, da beide einfach nicht zueinander passen wollen. Lässt man die sehenswerte Singin‘ In The Rain Szene sowie die am Ende platzierte Musicalnummer einmal außen vor, so ist die Liebesbeziehung bis zum Ende hin kaum nachvollziehbar, wodurch natürlich der Faktor einer romantischen Komödie auch kaum zum tragen kommt.

Stattdessen reißt einmal mehr Michael Bully Herbig trotz dieser offensichtlichen Makel wieder viel selber heraus, denn die Beziehung zwischen dem Ekel namens Eddie und dem unerfahrenen Engel namens Buddy ist zuweilen einfach göttlich und unglaublich komisch. Wenn Buddy plötzlich Schlagersongs von Karel Gott und Carpenter zum Besten gibt, dazu noch am Klavier sitzt und von Stevie Wonder „For Once In My Life“ singt, kommt man aus dem Lachen kaum heraus. Selbige durchaus unterhaltsame Szenen setzen sich bei einer Verfolgungsjagd in Hamburg fort sowie bei diversen Situationen in denen sich Eddie mit dem für andere nicht erkennbaren Engel unterhält, sodass gerade diese Beziehung zum Highlight des Filmes gehört.

BuddyWenn schon der Hauptdarsteller und seine Angebetete nur wenig überzeugen, dann umso mehr der Cast an Nebendarstellern. Zum einen hat Christian Berkel (Die Sturmflut) ein paar wirklich sehenswerte Szenen als besserer Chef der Sprudel Factory, zum anderen können aber auch Daniel Zillmann (Zettl) als Hütte sowie der kleine Jann-Piet Puddu als Lisas Sohn Sammy begeistern, die beide am ehesten durch ihre lockere und ungezwungene Art brillieren. Damit einher gehen aber auch die wunderschönen Kamerafahrten von Torsten Breuer (Die Welle), der die Hansestadt Hamburg einfach wunderbar in Bilder einfängt und sehr schön in Szene setzt.

Mit „Buddy“ meldet sich Michael Bully Herbig nach fünf Jahren der Abstinenz erneut als Regisseur und Drehbuchautor zurück, was im Ansatz auch durchaus gelungen ist. „Buddy“ ist witzig, musikalisch wirklich gelungen, nur kann der romantische Ansatz zwischen den beiden im Mittelpunkt stehenden Figuren einfach nicht überzeugen.

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Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Warner Bros.

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Buddy

Länge: 90 min

Kategorie: Comedy, Romance

Start: 25.12.2013

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 90 min
Kategorie: Comedy, Romance
Start: 25.12.2013

Bewertung Film: (6,5/10)

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