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World War Z

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 28. Oktober 2013

World War Z

Nachdem wir in den letzten Jahren bereits mit der Vogel- und der Schweinegrippe konfrontiert wurden, Steven Soderbergh in „Contagion“ vor nicht einmal zwei Jahren verzweifelt auf der Suche nach Patient Null war, kommt nun die globale Zombie Epidemie, vor der sich natürlich niemand verstecken kann. Wie aber kam es dazu, wodurch wurde sie ausgelöst und wie lässt sie sich aufhalten?

Im Grunde ist es ein ganz normaler Tag, denn während Gerry (Brad Pitt) für seine Frau Karen (Mireille Enos) und seine beiden Töchter Constance (Sterling Jerins) und Rachel (Abigail Hargrove) das Frühstück zubereitet, geht es auch schon bald wie jeden Tag in die Stadt zur Arbeit. Unterwegs kommen die ersten beunruhigenden Nachrichten aus dem Radio, es zeichnet sich ein riesiger Stau ab, während plötzlich Polizeifahrzeuge mit atemberaubender Geschwindigkeit durch Straßensperren fahren, um sich selber in Sicherheit zu bringen.

Gerry ruft sich sofort die Bilder des Vortags ins Gedächtnis, als von Menschen in Europa und Afrika gesprochen wurde die über einander herfallen, wild um sich beißen und schließlich gänzlich die Kontrolle verlieren. Reaktionsschnell schnappt sich Gerry seine Familie, bringt diese in Sicherheit und wird schon bald von einem ehemaligen Arbeitskollegen auf einen Flugzeugträger der UN evakuiert. Um dort auch bleiben zu dürfen muss Gerry jedoch kräftig mit anpacken und zurück in seinen alten Job als Ermittler der UN, wenn es darum geht den Ursprung allen Übels zu finden und bei einer möglichen Lösung behilflich zu sein…

WORLD WAR ZWenn man bedenkt das sich Paramount bereits im Jahre 2006 die Rechte an „World War Z“ sicherte und mit der Konzeption des Filmes begann, muss man unweigerlich von einem nicht ganz so optimalen Ablauf der Produktion sprechen. Ganze sechs Jahre dauerte es von der ersten Drehbuchidee zum finalen Film, nicht weniger als 200 Mio. Dollar wurden verschlungen, während neben den Autoren der ersten beiden Drehbücher allerhand Kreative gefeuert wurden, bis schließlich Drehbuchautor Drew Goddard (Lost) alles noch einmal komplett überarbeitete. Unter der Regie des deutschen Regisseurs Marc Forster entstand schließlich ein Film der entgegen aller Vorhersagen dann letztendlich doch noch funktionierte, obwohl durch reichlich Chaos nicht nur das Budget komplett aus dem Ruder lief, sondern sich dieser zwischenzeitlich sogar mit Hauptdarsteller Brad Pitt verkrachte.

Lässt man die Geschichte von „World War Z“ einmal Revue passieren so sind die Gemeinsamkeiten mit „Resident Evil“ und einem „I Am Legend“ nicht von der Hand zu weisen, obwohl er letztendlich strukturell komplett anders sein soll. Marc Forsters „World War Z“ ist vor allem ungemein schnelles Actionkino, denn bereits nach nur fünf Minuten Einleitung in der die Charaktere stichpunktartig skizziert wurden, geht es bereits Schlag auf Schlag. Menschenmassen rennen umher, Zombies erwachen binnen zwölf Sekunden zum Leben, während Hubschrauber abstürzen und das Chaos einen Namen bekommt, denn ab nun dreht sich alles um unsere geliebten Freunde, die Untoten. Die Figurenzeichnung der Familie sowie diverser kurz vorgestellter UN Mitarbeiter bleibt dabei gewohnt auf der Strecke, Hauptdarsteller Brad Pitt ist oftmals der Einzige der es aus diversen gefährlichen Situationen heraus schafft, während wir diesen auf seiner Reise von den USA über Südkorea, Israel bis in die Schweiz begleiten.

WORLD WAR ZNatürlich bleibt bei einem Drehbuchchaos an dem gleich drei Autoren über die Jahre hinweg beteiligt waren das eine oder andere logische Problem nicht aus, was vor allem Fans von Zombiefilmen sofort erkennen werden. Allen anderen die einfach nur unterhalten werden wollen bietet sich jedoch ein durchaus akzeptabler Film, dem man seine vielen Probleme letzten Endes kaum noch ansehen kann. Die Geschichte ist für diese Art von Film durchaus ausreichend, die Actionsequenzen sind gut und das Tempo ist hinsichtlich seiner knapp zwei Stunden Länge zum Teil enorm, weshalb kaum Zeit zum Durchatmen bleibt.

So rasant (und zuweilen unlogisch) sich die Geschichte mit fortlaufender Zeit auch entwickelt, so ruhig läuft diese gegen Ende aus, was erneut einer nachträglichen Überarbeitung des Drehbuchs geschuldet war, ist den Verantwortlichen doch bei rund der Hälfte des Drehs aufgefallen, dass das Ende so doch gar nicht funktionieren kann. Eine bereits abgedrehte 12-minütige Sequenz in Russland wurde komplett eingestampft, man entschied sich für ein wesentlich harmloseres Ende, was insgesamt zwar stimmig ist, gerade Actionfans jedoch enttäuscht zurücklassen wird. Ein weiteres Manko ist Aufgrund des ausufernden Budgets jener Entschluss der die Verantwortlichen dazu bewog „World War Z“ so zu schneiden, dass es gerade noch so ein PG 13 Rating bekam, um möglichst viele jüngere Zuschauer in die Kinos zu locken. Das mag auf der einen Seite wirtschaftlich nachvollziehbar sein und durchaus auch funktionieren, bei einem Zombiefilm aber alles andere als schlüssig herüber kommen. Blutige Szenen gibt es praktisch gar nicht, immer wenn die Untoten über die Menschen herfallen wird im passenden Augenblick weggeblendet, was bei einem Familienfilm in Ordnung ist, hier jedoch zuweilen furchtbar aufstößt.

WORLD WAR ZIm Bereich der Darsteller kann man wie bereits erwähnt kaum nennenswerte Leistungen erwarten, da sich im Grunde alles um Brad Pitt als Hauptdarsteller dreht, der durchaus überzeugend agiert, wirklich umwerfende Darbietungen jedoch auch kaum hervorbringen kann. Alle anderen Nebendarsteller bekommen oftmals nur wenige Minuten Leinwandzeit zugestanden, ihre Figuren sind dementsprechend oberflächlich konzipiert, wodurch sie auch kaum in Erinnerung verbleiben.

Ab dem 7. November 2013 ist Brad Pitts „World War Z“ im Verleih von Paramount Home Entertainment auf Blu-ray, DVD und natürlich auch per Video-on-Demand erhältlich und in erster Linie all jenen zu empfehlen, die einen guten Actionfilm für den Abend zu schätzen wissen. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf und reich an Farben, während der Ton in DTS-HD 7.1 (leider nur in Englisch, alles andere Dolby Digital 5.1) gut auf die Boxen abgestimmt ist. Im Bereich des 3D sollte man auch diesmal keinen Meilenstein erwarten, denn wo anfangs die zusätzliche Tiefe noch gut zur Geltung kommt, verkommt es mit fortlaufender Länge schon fast zur Randerscheinung, will 3D mit dem Tempo des Filmes doch kaum Hand in Hand gehen. Wie immer waren wir bei „World War Z“ insbesondere an den Extras des Mediums interessiert, wo es wieder einiges zu entdecken gab. Lässt man jenen Fakt einmal außen vor das die 2D Blu-ray einen Extendet Cut beinhaltet der etwa sechs Minuten länger ist, bekommen rund acht Minuten zum Ursprung des Projektes, einen etwa sieben minütigen Bericht über den wissenschaftlichen Ansatz der Zombies, während den Abschluss gleich vier Features bilden. In etwa 36 Minuten bekommen wir so weitere Einblicke zur Konzeption des Ausbruchs der Seuche, den Beginn der Reise von Brad Pitt, den Szenen in Israel hinter der Mauer sowie ein kurzer Bericht zur Tarnung, der auf das eigentliche Finale abzielt.

Trotz zahlreicher Schwächen und dem unverständlichen PG 13 Rating ist „World War Z“ ein rasanter Actionfilm, der für einen gemeinsamen Videoabend durchaus zu empfehlen ist. Das Tempo ist am oberen Limit, Brad Pitt halt Brad Pitt, während alle anderen in seinem Schatten quasi untergehen.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Paramount

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World War Z

Länge: 116 min

Kategorie: Action, Adventure

Start: 07.11.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Bewertung Extras: (6/10)

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Info

World War Z

World War Z

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 116 min
Kategorie: Action, Adventure
Start: 07.11.2013

Bewertung Film: (7/10)

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