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Ip Man – Final Fight

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 5. Oktober 2013

Ip Man - Final Fight

Das Leben von Ip Man – dem berühmten Lehrmeister von Bruce Lee – wurde bereits in der Trilogie „Ip Man“ mit Hongkong Legende Donnie Yen erfolgreich verfilmt, was folgte war Wong Kar Wai’s bildgewaltiger Film „The Grandmaster“, der uns erst in diesem Jahr einen ganz ähnlichen Einblick auf Ip Man’s Leben gab. Ein wenig billiger zu produzieren war vor einigen Jahren Herman Yau sein Film „Ip Man Zero“, in welchem er die Jugendjahre des Meisters beleuchtete, woraufhin er sich nun mit „Ip Man – Final Fight“ den Nachkriegsjahren widmet.

Hong Kong am Anfang der 50er Jahre: Der legendäre WingTsun-Großmeister Ip Man (Anthony Wong) kommt am Ende des Zweiten Weltkrieges nach Hong Kong, wo er eine Gruppe der unterschiedlichsten Bewohner in der bekannten Kampfkunst seines Heimatlandes auf dem Dach eines Hotels unterrichtet. Eines Tages kommt es zur Rivalität der verschiedensten Kung-Fu-Stile, doch was anfangs noch wie eine Meinungsverschiedenheit zweier rivalisierender Schulen aussieht, entwickelt sich schon bald zum ernsten Problem. Ip Man und seine Schüler werden mehr und mehr in die Unterwelt der Triaden gezogen, woraufhin Ip Man beschließt sich ein letztes Mal seinem Gegner zu stellen und die Ehre des WingTsun zu verteidigen…

Ip Man - Final FightAls Herman Yau vor nunmehr drei Jahren seinen Film „Ip Man Zero“ mit einem doch recht überschaubarem Budget drehte, waren die Meinungen seiner Kritiker doch überaus positiv, war man doch insbesondere von der Idee recht angetan, die Jugendjahre jenes Meisters zu verfilmen, der im späteren Verlauf den legendären Bruce Lee unterrichtete. Die auf drei Teile angesetzte Reihe soll nun mit „Ip Man – Final Fight“ in die nächste Runde gehen, bei dem sich Herman Yau in erster Linie auf die 50er und 60er Jahre konzentriert, in denen Ip Man in Hong Kong einige Schüler unterrichtete und seine Frau verlor.

Vergleicht man „Ip Man – Final Fight“ mit seinem direkten Vorgänger so muss man Herman Yau zugutehalten, dass er seine Inszenierung nun wesentlich ruhiger angeht. Der reine Kampf und das Präsentieren des Kung-Fu stehen nicht mehr an vorderster Stelle, stattdessen konzentriert sich Yau auf das Leben der Schüler von Ip Man und dessen Einstellung zum Leben sowie der des Kampfsports. Uns werden eine ganze Reihe von Figuren präsentiert die allesamt ein doch recht interessantes Bild ergeben, über die wir gern mehr erfahren möchten und die das Leben Ip Man’s in Hong Kong nachhaltig prägten.

Ip Man - Final FightBei der Erzählung geht Herman Yau chronologisch vor, wenn er mit der Ankunft Ip Man’s in den Nachkriegsjahren beginnt, vom Unterricht auf dem Dach eines Hotels berichtet sowie dem Besuch seiner Frau, der später schon bald die erneute Einreise verwehrt wird. Dabei wird der Fokus zum Großteil auf die 50er Jahre gelegt, doch auch der Anfang der 60er Jahre kommt nicht zu kurz, wenn es beispielsweise um den Tod von Ip Man’s Ehefrau geht, um eine mögliche neue Liebe sowie die Rückkehr einer seiner Schüler aus Amerika, der schließlich unter dem Namen Bruce Lee vor allem in der Filmwirtschaft bekannt wurde.

Natürlich wurde bei alledem nicht der Kampf vernachlässigt, auch wenn die einzelnen Choreografien diesmal wesentlich dezenter ausfallen und sich in erster Linie gegen Ende des Films hin entwickeln. Herman Yau ging es diesmal vielmehr um seine Figuren, um die Ausarbeitung derer und die jeweiligen Charaktereigenschaften, was man ihnen auch deutlich ansieht. Der eine oder andere mag dies als negative Entwicklung deuten, ganz andere womöglich als einen Schritt nach vorn, einen Schritt in die richtige Richtung.

Ip Man - Final FightWie auch schon beim Vorgänger ist auch diesmal Erica Lee (Hei kek ji wong) für das Drehbuch verantwortlich, während Chan Kwong-hung (Hard to die) erneut für die Kamera verpflichtet werden konnte. Die Ähnlichkeiten zum ersten Teil sind somit kaum zu übersehen, während einerseits die Kamera stets dicht an seinen Protagonisten bleibt, zum anderen aber auch in ihrer Vielfältigkeit zu überzeugen versteht wenn es darum geht, den jeweiligen Figuren eine gewisse Tiefe zu verleihen. Im Bereich des Soundtracks erwartet uns von Komponist Mak Chun Hung (Ip Woman) eine sehenswerte Mischung aus dezenten Stücken in denen Streicher dominieren sowie kräftigeren Kompositionen, in denen Trommeln überwiegen, wodurch dem Drama sowie den wenigen Kämpfen eine hervorragende musikalische Untermalung geboten wird.

Ab dem 27. September 2013 ist mit „Ip Man – Final Fight“ der zweite Teil von Herman Yau seiner Trilogie im Verleih von Splendid Film auf Blu-ray und DVD im Handel erhältlich und all jenen zu empfehlen, die mehr über den berühmten Meister von Bruce Lee erfahren möchten. Das Bild ist mit 1080/24p gewohnt scharf und überaus reich an Farben, während der Ton in DTS-HD 5.1 (DVD in Dolby Digital 5.1) in den Sprachen Deutsch und Kantonesisch wunderbar auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere am zusätzlichen Material des Mediums interessiert, um mehr über die Entstehungsgeschichte des Films zu erfahren. Neben dem Trailer zum Film bekommen wir ein entsprechendes „Making Of“ von etwa neun Minuten das mit zahlreichen Interviews unterlegt ist, während wir in der neunminütigen „B-Roll“ unkommentierte Szenen vom Dreh bestaunen dürfen.

Mit „Ip Man – Final Fight“ setzt Herman Yau seine Geschichte über den Großmeister Ip Man konsequent fort, wobei es ihm diesmal weniger um die eigentlichen Kampfkunst, als vielmehr um die verschiedensten Menschen selber geht, die Ip Man’s Leben bereicherten.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Splendid Film

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Ip Man - Final Fight

Länge: 100 min

Kategorie: Action, Biography, Drama

Start: 27.09.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Bewertung Extras: (5/10)

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Info

Ip Man - Final Fight

Ip Man – Final Fight

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 100 min
Kategorie: Action, Biography, Drama
Start: 27.09.2013

Bewertung Film: (7/10)

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