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Hammer of the Gods

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 24. Oktober 2013

Hammer of the Gods

Über die zur See fahrenden Wikinger im Frühmittelalter gab es bereits zahllose Filme, die zumeist ein kriegerisches Volk zeigten, das vom Meer aus die Küstenstädte überfielen, brandschatzten und Frauen vergewaltigten. In Farren Blackburn’s Spielfilm Debüt namens „Hammer of the Gods“ sieht all dies nicht groß anders aus, doch anstatt ein Volk zu zeigen das auf dem Meer zuhause ist, konzentriert sich dieser eher auf die Charakterstudie eines heranwachsenden jungen Mannes, der seinen Platz im Leben erst noch finden muss.

Der 20-jährige Steinar (Charlie Bewley) ist der jüngste Spross des Wikingerkönigs Bagsecg (James Cosmo), der im Jahre 871 nach Christus Großbritannien mit eiserner Hand zu unterdrücken versucht. Leider ist bei genau diesem Unterfangen der König schwer verletzt worden und dem Tode recht nahe, weshalb dieser nach seinen beiden Söhnen verlangt. Steinar ist noch jung und nicht fähig in die Schlacht zu ziehen, sein Bruder Hakan (Elliot Cowan) ist gut angezogen und zu weich, während der dritte Bruder (Clive Standen) bereits seit einigen Jahren spurlos verschwunden ist. Besagter Bruder ist allerdings die letzte Chance für das schrumpfende Wikingervolk, weshalb Bagsecg seinem jüngsten Sohn befiehlt diesen zu suchen, koste es was es wolle. Bei seiner Reise durch das Land trifft Steinar das Sklavenmädchen Agnes (Alexandra Dowling), während er zusammen mit seinen Freunden Hagen (Clive Standen), Jokul (Guy Flanagan) und Grim (Michael Jibson) diversen Gefahren trotzen muss, um seinen verschollenen Bruder doch noch aufzuspüren…

Hammer of the GodsNachdem Regisseur Farren Blackburn (Luther) zuletzt neben einigen Kurzfilmen mit der einen oder anderen Episode von Fernsehserien für Aufsehen sorgen konnte, versucht dieser sich nun an seinem ersten Spielfilm über die Zeit der Wikinger. An seiner Seite steht mit Matthew Read (Only God Forgives) ein erfahrener Produzent der sich immer mal wieder als Drehbuchautor versucht, was im Falle von „Pusher“ und „Valhalla Rising“ durchaus gelungen war, bei „Hammer of the Gods“ jedoch komplett daneben ging.

Die Gründe für das Scheitern von „Hammer of the Gods“ sind letzten Endes recht vielfältiger Natur, wobei neben dem offensichtlichen geringen Budget und den talentfreien Darstellern doch in erster Linie ein Drehbuch zum tragen kommen soll, dass sehr vieles toppt, dass der Zuschauer aus dem Bereich der B und C-Movies bisher gewohnt war. Die Geschichte ist ab der ersten Minute komplett vorhersehbar, die Logiklöcher findet man nach spätestens zehn Minuten bereits witzig, während die Dialoge zumeist aus unscheinbarem Grunzen und Sätzen bestehen, die man womöglich in New Yorks dunkelster Gasse erwarten würde, nicht aber in einem Film der angeblich im achten Jahrhundert spielen soll.

Hammer of the GodsNeben diesen offensichtlichen Fehlern ist „Hammer of the Gods“ im Grunde ein rund 90-minütiger Film in dem es vornehmlich um die Rolle des Mannes geht, um gutgebaute Wikinger, jede Menge Testosteron und natürlich einer Rolle der Frau die darauf reduziert wird, entweder den Männern zu dienen oder aber durch Steinigung den Tod zu finden. Insgesamt kommen in „Hammer of the Gods“ auch nur vier Wesen des weiblichen Geschöpfs überhaupt vor, doch sieht man von der avisierten Zielgruppe einmal ab, soll auch dies nicht unbedingt Probleme bereiten. Mit seiner FSK 18 Freigabe und der völlig überzogenen Brutalität richtet sich „Hammer of the Gods“ sowieso rein an die männlichen Zuschauer, die sich hier nicht nur an der wunderbaren walisische Landschaft ergötzen können, sondern insbesondere am Abschlachten der Menschen, dass hier zur genüge praktiziert wird.

Unserer Wikinger-Freunde bringen im Grunde alles um was sich ihnen in den Weg stellt, das Blut spritzt nur so, Schwerter und Äxte gehen durch Mark und Bein, während sich das Gore Scoring fleißig nach oben schraubt, kann man doch am Ende auf eine ähnlich hohe Anzahl an Opfern zurückblicken, wie man es aus Filmen wie „300“ bereits gewohnt war. Wo besagter „300“ jedoch noch mit seiner Umsetzung glänzen konnte, ist „Hammer of the Gods“ letztendlich eine riesen Enttäuschung, sieht man einmal von den Landschaftsaufnahmen ab. Die Bewegungen beim Kampf wirken unbeholfen und wie auf einer mittelprächtigen LARP Veranstaltung, der Green-Screen ist ganz ohne Frage selbst auf zehn Metern Entfernung noch zu sehen und wenn man auf den Soundtrack zu sprechen kommt, mag man am liebsten sofort den Raum verlassen. Was zur Hölle hat ein kräftiger Dubstep Soundtrack der verschiedensten Künstler mit Wikingern zu tun, kann das einmal jemand erklären? Man war bisher klassische Töne gewohnt, kräftige Songs aus dem Bereich des Metal, was aber versuchen uns die Verantwortlichen mit Dubstep zu sagen?

Hammer of the GodsFür all jene die bis hierhin noch immer nicht von „Hammer of the Gods“ abgeschreckt wurden und dem Film tatsächlich eine Chance geben möchten, für die wird sich die Möglichkeit ab dem 25. Oktober 2013 ergeben, wenn der Film auf Blu-ray und DVD im Handel erhältlich sein wird. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf und zum Großteil recht dunkel gehalten, während der Ton in DTS-HD 5.1 in den Sprachen Deutsch und Englisch gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an den Extras des Mediums interessiert, die sich diesmal durchaus sehen lassen konnten. Es gibt erweiterte Interviews mit Charlie Bewley, Clive Standen, Guy Flanagan und Michael Jibson von rund 38 Minuten Länge, ein entsprechendes Making-Of (22 Minuten) in dem man viel interessantes zu den Dreharbeiten erfährt sowie ein Feature zu den Spezialeffekten (6 Minuten), bei dem u.a. das Gewitter am Anfang erklärt wird.

Farren Blackburn’s „Hammer of the Gods“ ist alles andere als ein gelungenes Debüt, denn während das Drehbuch vor Logiklöchern nur so strotzt, kann insbesondere die überaus brutale Inszenierung nur wenig unterhalten. Schade eigentlich, denn Potential war da.

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Copyright: Entertainment One

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Hammer of the Gods

Länge: 99 min

Kategorie: Action, Adventure

Start: 25.10.2013

cinetastic.de Filmwertung: (4/10)

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Bewertung Extras: (7/10)

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Info

Hammer of the Gods

Hammer of the Gods

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 99 min
Kategorie: Action, Adventure
Start: 25.10.2013

Bewertung Film: (4/10)

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