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Europa Report

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 7. Oktober 2013

Europa Report

Solang man zurück denken kann versuchen führende Wissenschaftler die Frage nach Leben außerhalb des Planeten Erde zu beantworten, für dessen Beweis man in erster Linie auf der Suche nach Wasser ist. Nachdem sich diese Frage zum jetzigen Zeitpunkt zumindest auf dem Mars mit negativem Ergebnis beantworten lässt, gibt es einige durchaus spannende Projekte, eine Raumsonde auf einen der Jupitermonde zu schicken, wo unter hunderten Metern Eis flüssiges Wasser vermutet wird. Genau diese Idee verarbeitete nun Drehbuchautor Philip Gelatt, als er mit „Europa Report“ einen spannenden dokumentarischen Science Fiction Film schrieb, der mit seiner Einfachheit zu überzeugen versteht.

Im Jahre 2061 macht sich eine internationale Crew aus erfahrenen Astronauten auf den Weg um den Jupitermond Europa zu erkunden, um unter meterdickem Eis auf die Suche nach außerirdischem Leben zu gehen. Die Crew besteht aus den beiden Ingenieuren James Corrigan (Sharlto Copley) und Andrei Blok (Michael Nyqvist), der Biologin Katya Petrovna (Karolina Wydra), Offizier Daniel Luxembourg (Christian Camargo) sowie den beiden Piloten Willam Xu (Daniel Wu) und Rosa Dasque (Anamaria Marinca). Kurz vor ihrem Ziel soll nach rund zwei Monaten schließlich der Funkkontakt zur Erde abbrechen, doch die Astronauten agieren professionell und gehen weiter ihren normalen Tätigkeiten nach. Sie filmen alles mit ihren Kameras, bewältigen schwierige Aufgaben und landen schließlich erfolgreich auf Europa, doch mit fortlaufender Zeit macht sich die Erkenntnis breit, dass sie nicht gut genug vorbereitet sind um die Mission erfolgreich zu bewältigen…

Europa ReportSeit einiger Zeit kann man mit erstaunen beobachten, wie sich neben größeren Blockbustern im Science Fiction Genre auch kleinere Projekte etablieren, die oft mit ihrer ruhigen Erzählweise und ihrer Einfachheit zu überzeugen wissen. Mit „Moon“, „Solaris“ und „Angels & Airwaves – Love“ haben wir davon ein paar durchaus interessante Independent Werke zuletzt sehen dürfen, Regisseur Sebastián Cordero (Kleine Ratten) und sein Drehbuchautor Philip Gelatt (The Bleeding) gehen nun aber noch einen Schritt weiter. Sie nutzen die Vorteile des zuletzt so kläglich missbrauchten Found-Footage-Genres, verbinden dies mit einer spannenden Geschichte und erschaffen so ein dokumentarisch anmutenden Film über die Erkundung eines anderen Mondes, der stark an die Erzählweise von „2001: Odyssee im Weltraum“ erinnert.

Bei einem Film wie „Europa Report“ der von der Reise zu einem fremden Mond sowie der entsprechenden Landung berichtet ist von Anfang an nicht viel Spannung zu erwarten, stattdessen versucht sich Philip Gelatt an einer an „2001: Odyssee im Weltraum“ erinnernden Erzählstruktur, bei der die Spannungskurve langsam aber dennoch stetig ansteigt. Wenn man dieser Struktur eines zu lasten legen kann dann dies, dass sie zuweilen abschreckend ist, man gerade am Anfang etwas Zeit benötigt um sich hinein zu finden, um den roten Faden der Handlung vollends zu erschließen.

Europa ReportBei alledem wirken die gelegentlichen Einschübe der NASA Mitarbeiter etwas störend, die Rückblenden zuweilen fehl am Platze, weswegen eine geradlinige Erzählstruktur womöglich besser gewesen wäre. Lässt man diesen Aspekt der Kritik einmal außen vor, so erwartet den Zuschauer ein überaus dichter Science Fiction Thriller, der sich vor allem um Atmosphäre und die Komplexität seiner eigenen Figuren bemüht, was mit dem Found-Footage-Stil zusätzlich verstärkt wird. Vieles wirkt erschreckend echt und könnte tatsächlich eine Mission der NASA sein, die unterschiedlichen Kameras geben dem Zuschauer ein wunderbares Bild auf das Leben innerhalb dieses eng begrenzten Raumes, während insbesondere die Kameras in den Helmen der Astronauten sowie die Außenkameras der Raumfähre zusätzlich zur Spannung mit beitragen, wenn es darum geht zu klären, was sich wirklich auf dem Mond Europa befindet.

An den Kinokassen ist „Europa Report“ in den USA mit einem gerade einmal fünfstelligen Einspielergebnis grandios gescheitert, auf dem Fantasy Filmfest wurde er von Science Fiction Fans zum Teil umjubelt, wo also lässt er sich qualitativ einordnen? „Europa Report“ ist trotz der ungewöhnlichen Erzählstruktur kein schlechter Film, dass plakative und dem Spektakel geopferte Ende mag womöglich alles andere als positiv zum Ergebnis mit beitragen und dennoch ist es ein Film, der Genre Liebhabern mehr als nur empfohlen werden kann. Hier geht es gar nicht um groß angelegte Action, es geht vielmehr um das Gefühl etwas großes zu leisten, um den rein wissenschaftlichen Ansatz den Weltraum als das zu sehen was er ist, das Tor zu einer neuen Welt, einer neuen Zeit, womöglich sogar einer komplett neuen Ära, wie der Mensch sich selbst im Verhältnis zu dem sieht, was ihn dort draußen noch erwartet.

Europa ReportAb dem 24. Oktober 2013 ist Sebastián Cordero’s „Europa Report“ im Verleih von Ascot Elite Home Entertainment auf Blu-ray und DVD im Handel erhältlich und all jenen zu empfehlen, die atmosphärisch dichte Science Fiction Filme zu schätzen wissen. Das Bild ist mit 1080/24p gewohnt scharf und zum Teil recht dunkel gehalten, während der Ton in DTS-HD 5.1 (DVD in Dolby Digital 5.1) in den Sprachen Deutsch und Englisch gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an dem zusätzlichen Material des Mediums interessiert, bei dem es einiges durchaus spannendes zu entdecken galt. Es gibt ein rund sieben minütiges Making Of in dem uns die Visual Effects näher erläutert werden, eine entsprechende Fotogalerie zum Film sowie reichhaltiges Informationsmaterial zu den Jupitermonden, dass als Text zum blättern aufbereitet wurde. Neben einigen alternativen Posterentwürfen sowie den passenden Trailern zum Film gibt es abschließend noch einige Bio- und Filmografien der Darsteller, die jedoch ebenso wie die letzten Informationen aus reinem Text bestehen, den der Zuschauer durchlesen kann.

Sebastián Cordero’s „Europa Report“ erinnert stark an Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“, auch wenn beide Filme in komplett anderen Ligen spielen. Nichts desto trotz ist „Europa Report“ ein atmosphärisch dichter Film geworden, der mit seinem Einsatz des Found-Footage ungemein echt wirkt, sodass der dokumentarische Ansatz für den Zuschauer wunderbar aufgeht.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Ascot Elite Home Entertainment

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Europa Report

Länge: 90 min

Kategorie: Sci-Fi, Thriller

Start: 24.10.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Bewertung Extras: (5/10)

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Info

Europa Report

Europa Report

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 90 min
Kategorie: Sci-Fi, Thriller
Start: 24.10.2013

Bewertung Film: (7/10)

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