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Die Croods

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 13. Oktober 2013

Die Croods

Die Karriere von Regisseur Chris Sanders verlief nach anfänglichen Erfolgen bei Disney alles andere als nach dem von ihm gewünschten Muster, was sich erst änderte, als er zum Konkurrenten Dreamworks wechselte. Dort erschuf er zusammen mit Dean DeBlois den sehenswerten Film „Drachenzähmen leicht gemacht“, der nach zwei Oscar-Nominierungen bei diesen zwar unberücksichtigt bliebt, der Karriere von Sanders jedoch einen ordentlichen Schub nach vorn verhalf. Mit „Die Croods“ präsentiert Sanders nun seinen zweiten Big Budget Film, der erneut im Bereich der Animationen Meilensteine setzt.

Die Steinzeitfamilie Croods ist die letzte ihrer Art in der Umgebung, denn während die einen Nachbarn aufgefressen wurden und andere ganz einfach weggezogen sind, leben die sechs Familienmitglieder noch immer in einer Höhle. Eines Nachts schleicht sich die rebellische Tochter Eep (Emma Stone) aus der Höhle und trifft auf den gleichaltrigen Steinzeitmenschen Guy (Ryan Reynolds), der nicht nur Feuer entfachen kann, sondern ganz nebenbei auch noch gut aussieht. Leider wird Eep von ihrem Vater Grug (Nicolas Cage) dabei erwischt und bekommt Höhlenarrest, doch dieser soll nicht allzu lange anhalten. Die Erde beginnt zu zittern, die Höhle stürzt ein und fortan sind die sechs Obdachlos, doch Guy bietet einen Ausweg an. In Richtung der Sonne soll es einen schönen und zugleich sicheren Ort geben, doch während Guy mehr und mehr die Führung der Gruppe übernimmt, fühlt sich Vater Grug vernachlässigt, wird er doch scheinbar nicht mehr gebraucht…

Die CroodsNachdem Regisseur und Drehbuchautor Chris Sanders (Der König der Löwen) mit seinem Film „Drachenzähmen leicht gemacht“ ein paar wunderschöne Fluganimationen und gleichwohl eine überaus interessante Geschichte zauberte, ist er gefragter denn je. Zusammen mit Kirk De Micco (Space Chimps – Affen im All) ist Sanders nun wieder zurück, zaubert erneut eine seiner verrückten Ideen hervor und überzeugt dabei einmal mehr mit einigen neuen und zum Staunen anregenden Animationen, die auf den Zuschauer warten.

Chris Sanders und Kirk De Micco’s „Die Croods“ könnte man am ehesten mit der Serie „Familie Feuerstein“ vergleichen, doch obwohl den Croods fahrbare Untersätze und auch sonstige Annehmlichkeiten fehlen, sind die Figuren in beiden Werken zuweilen doch erschreckend ähnlich. Trotz allen Ähnlichkeiten sind „Die Croods“ dennoch komplett eigenständig, was zumeist den Ideen geschuldet ist die hier umgesetzt wurden. Bereits die Anfangssequenz eines Ei-Diebstahls ist ungemein turbulent und stellt ohne groß Worte zu verlieren ein jedes der Familienmitglieder vor, bis mit dem Einsturz der Höhle die eigentliche Abenteuerreise überhaupt erst beginnen soll.

Die CroodsDas Aufreißen der Kontinente wird nun als Katalysator für eine neue Zukunft genutzt, für eine neue Epoche die heran gebrochen ist, einer Epoche in der nur jene überleben können, die bereit für Veränderungen sind. Aus ihrer Steinzeithöhle ausgebrochen werden die sechs (mit Guy sieben) nun mit einer atemberaubenden Natur in einem unbekannten Tal konfrontiert, in welchem es riesige Schildkröten gibt, vierfüßige Wale und fliegende Piranhas, die ein jedes Tier in sekundenschnelle abnagen können. Dies alles wird in wunderschönen, fast schon atemberaubenden Animationen dargestellt, die zum Teil an die Farbenpracht von „Avatar“ erinnern und insbesondere im Bereich der flüssigen Bewegungen neue Maßstäbe zu setzen vermögen.

Es sind aber nicht nur diese atemberaubenden Animationen und die Arbeit von Roger Deakins (Skyfall), es sind vor allem die Gegensätze die hier so wunderbar unterhalten können. Mit dem Generationskonflikt zwischen dem jüngeren Guy und dem älteren Grug wird ein bekanntes Element wieder aufgegriffen, wenn es nicht nur darum geht aus der Höhle auszubrechen und in eine neue und womöglich bessere Zukunft zu entfliehen, sondern vor allem mit der Kraft des logischen Denkens die richtigen Schlüsse zu ziehen. Grug löst noch immer alles mit purer Muskelkraft, verteufelt jedwede Neuerungen, während Guy für die Zukunft steht. Es kommen aber auch jene Dinge zur Sprache mit denen ein jeder Vater irgendwann einmal konfrontiert wird, wenn die eigene Tochter älter wird, sich langsam von der Familie abkapselt und ein neuer Mann in dessen Leben tritt, wo es für alle anderen in erster Linie darum geht, doch einmal loslassen zu können.

Die CroodsObwohl „Die Croods“ sich mit der entsprechenden Steinzeit Thematik wunderbar für jüngere Zuschauer eignet, sollte man mit der veranschlagten FSK 0 Freigabe dann aber doch etwas vorsichtig umgehen. Die Animationen obliegen einem nicht zu unterschätzenden Tempo, während auch die Länge von knapp 100 Minuten gerade kleinere Zuschauer zuweilen überfordern wird, können diese doch nur selten so lange still sitzen. Ab einem Alter von etwa sechs Jahren kann man „Die Croods“ durchaus versuchen, davor sei dann aber doch von dem Film abzuraten.

Ab dem 18. Oktober sind „Die Croods“ im Verleih von 20th Century Fox auf Blu-ray, einer 3D Blu-ray Edition und natürlich auch auf DVD im Handel erhältlich und all jenen zu empfehlen, die gute und vor allem unterhaltsame Animationsfilme zu schätzen wissen. Das Bild ist mit 1080/24p gewohnt scharf und überaus reich an Farben, während der Ton in DTS-HD 5.1 (in Englisch sogar DTS-HD 7.1) wunderbar auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an dem zusätzlichen Material des Mediums interessiert, bei dem es wieder einiges zu entdecken gab. In „Die fantastischen Kreaturen aus dem Film“ (6 min) werden uns neun Arten an Tieren genauer vorgestellt die im Film zu sehen sind, in „Die Abenteuer von Klammer“ wird in sechs Minuten Guy sein etwas seltsamer Gürtel genauer beleuchtet, während uns ganze fünf entfallene Szenen (8 min) erwarten, die es leider nicht in die finale Fassung des Films geschafft haben. Entgegen anderer Medien begründen hier jedoch die Regisseure warum sie auf besagte Szenen verzichtet haben, was ungemein spannend ist. Zum Abschluss bekommen wir noch eine „Malschule“ geboten, in denen uns auf rund 35 Minuten erklärt wird, wie die einzelnen Tiere in Form einer Zeichnung entstanden.

„Die Croods“ sind in erster Linie 100 überaus witzige Minuten Film, in denen eine Steinzeitfamilie ums Überleben kämpft und den Sprung in eine neue Epoche vollzieht. Für die ganz kleinen Zuschauer ist der Film womöglich etwas zu schnell konzipiert, alle anderen werden sich wunderbar unterhalten fühlen.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: 20th Century Fox

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Die Croods

Länge: 98 min

Kategorie: Animation, Adventure, Comedy

Start: 18.10.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Bewertung Extras: (7/10)

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Info

Die Croods

Die Croods

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 98 min
Kategorie: Animation, Adventure, Comedy
Start: 18.10.2013

Bewertung Film: (7/10)

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