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Apartment 143

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 29. Oktober 2013

Apartment 143

Seit dem finanziell doch recht erfolgreichen „Paranormal Activity“ und dessen Fortsetzungen versuchen ein jedes Jahr die verschiedensten Regisseure auf den Zug des Übernatürlichen aufzuspringen, wenn sie zumeist mit billig wirkenden Found-Footage Produktionen auf das große Geld abzielen und dabei im Grunde doch völlig den eigentlichen dokumentarischen Ansatz vergessen. Der spanische Regisseur Carles Torrens präsentiert uns nun ein besseres Werk besagter Nachahmer, wenn er die unerklärlichen Phänomene wissenschaftlich versucht zu erklären.

Seit dem Tod seiner Frau versucht Alan White (Kai Lennox) zusammen mit seiner Tochter Caitlin (Gia Mantegna) und seinem Sohn Benny (Damian Roman) zurück in ein normales Leben zu finden, doch so sehr sie sich an bemühen, der Geist seiner Frau erscheint omnipräsent. Die drei versuchen einen Wechsel des Wohnorts, ziehen in ein anderes und weit entfernt liegendes Apartment ein, doch wo die erste Woche noch relativ ruhig verläuft, beginnen die seltsamen Ereignisse schon bald wieder ihren Lauf zu nehmen. Mit Hilfe dreier Wissenschaftler versucht Alan den Spuk zu erklären, doch wo sich anfangs nicht unbedingt viel abzeichnen soll, beginnen schon bald die Lampen zu wackeln, das Licht auszugehen und sich Möbelstücke wie von Geisterhand zu verrücken. Was anfangs für die Wissenschaftler noch nach jeder Menge Spaß aussieht, soll sich bald als ernste Gefahr entpuppen…

Apartment 143Nachdem man aus Spanien zuletzt gleich drei Teile des Found-Footage Genre Klassikers „Rec“ hat sehen dürfen, versucht der Spanische Regisseur Carles Torrens (Coming to Town Coming to Town) und sein Drehbuchautor Rodrigo Cortes (Red Lights) genau dort wieder anzuknüpfen, wenn sie nach dem Baukastenprinzip eine Geistergeschichte entwerfen, die man so oder so ähnlich bereits gefühlte tausend Mal hat sehen dürfen. Die Anleihen aus Filmen wie „Paranormal Activity“ sind dabei unübersehbar, denn wo ersterer seine Fans zumeist mit den ungewöhnlich aufgestellten Kameras überzeugen konnte, kopiert „Apartment 143“ einen Großteil der Ideen ohne Rücksicht zu nehmen.

Da haben wir die Kameras die in den Zimmern überall aufgestellt sind, jene die sich in den Ecken der Räume befinden und das Geschehen dokumentieren und nicht zuletzt sogar jene drei Kameras, die sich die Wissenschaftler am Kopf befestigt haben. Setzten vergleichbare Werke zumeist auf Privatpersonen die sich dem Unbekannten mit einer gewissen Form von Neugier nähern, setzt Torrens komplett auf einen rein wissenschaftlichen Ansatz. Überall im Haus stehen Geräte rum, elektronmagnetische Schwingungen und allerlei anderer unverständlicher Kram wird gemessen, während man dem Spuk näher und näher kommt und diesen so versucht zu erklären.

Apartment 143Obwohl vieles von „Apartment 143“ ganz ohne Frage aus anderen Filmen kopiert wurde, funktioniert der Film letzten Endes doch angenehm gut, was nicht nur in der starken Leistung von Hauptdarsteller Kai Lennox (Rush Hour) begründet liegt, sondern ebenso an der Art wie die Wissenschaftler agieren sowie die zum Teil zu erwartenden und dennoch gut umgesetzten Schockeffekte. Türen fallen plötzlich zu, Bettdecken bewegen sich, Möbelstücke fliegen wild durchs Wohnzimmer und gegen Ende sehen wir sogar ein ums andere Mal eine unbekannte Erscheinung, bei der zwar nicht unbedingt viel Budget für die entsprechenden Special Effects angekommen ist, die sich aber dennoch nahtlos in die Handlung mit einfügt.

Wo anderen vergleichbare Werke gerade gegen Ende auf eine eher mystische Auflösung setzen, versucht sich „Apartment 143“ zuweilen recht logisch dem Finale zu nähern, wenn plötzlich eiskalt die Fakten auf den Tisch gepackt und diese mit Argumenten unterlegt werden, wo sich letztendlich eine greifbares Ergebnis abzeichnet, dass man so womöglich nicht unbedingt erwartet hätte. Natürlich ist all dies in der entsprechenden Handlung nicht unbedingt originell, wirklich eigene Ideen sind nur selten zu erkennen und dennoch wurde der Found-Footage Baukasten zumindest insofern gut umgesetzt, als das sich „Apartment 143“ im Vergleich zu vielen anderen ähnlichen Werken dennoch positiv hervorheben kann.

Apartment 143Ab dem 15. November 2013 ist Carles Torrens „Apartment 143“ im Verleih von Universum Film auf Blu-ray, DVD und natürlich auch per Video on Demand erhältlich und vor allen jenen zu empfehlen, die einmal eine etwas andere Geistergeschichte für einen lockeren Videoabend suchen. Das Bild der Blu-ray ist dem Found-Footage Genre geschuldet recht unscharf und erinnert zuweilen an die guten alten VHS Zeiten, während der Ton in DTS-HD 5.1 in den Sprachen Deutsch und Englisch gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an den Extras des Filmes interessiert, wo es wieder einiges zu finden gab. Neben einem 15-minütigen „Making Of“ zur Produktion des Filmes sowie einer unkommentierten „B-Roll“ (3 min) gibt es Features zu „Die Kinder im Apartment 143“, zu den Schwebeeffekten, den Spezialeffekten und natürlich zur Art Direction und dem entsprechenden Make up (zusammen etwa 23 Minuten).

„Apartment 143“ verbindet die Stärken eines „Paranormal Activity“ und vermischt diese mit einem rein wissenschaftlichen Ansatz zur Aufklärung. All dies ist nicht unbedingt neu und nur wenig originell gestaltet, was trotz allem nicht darüber hinweg täuschen kann, dass „Apartment 143“ eine durchaus solide Produktion ist.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Universum

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Apartment 143

Länge: 77 min

Kategorie: Horror, Thriller

Start: 15.11.2013

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Bewertung Extras: (6/10)

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Info

Apartment 143

Apartment 143

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 77 min
Kategorie: Horror, Thriller
Start: 15.11.2013

Bewertung Film: (6/10)

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