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Side Effects

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 15. September 2013

Side Effects

Auf der diesjährigen Berlinale bestätigte Produzent und Regisseur Steven Soderbergh bei der Vorstellung seines Films „Side Effects“ noch einmal seinen Entschluss auf dem Höhepunkt seiner Karriere aufhören zu wollen, hat er doch scheinbar genug von der Szene Hollywoods, die zumeist nur aus Lug und Trug zu bestehen scheint. In Zukunft möchte dieser sich vornehmlich Fernsehproduktionen – wie sein in Cannes vorgestelltes autobiografisches Drama „Liberace – Zuviel des Guten ist wundervoll“ – sowie dem Theater widmen, womit er nicht wenigen Fans vor dem Kopf gestoßen hat.

Emily (Rooney Mara) und Martin Taylor (Channing Tatum) sind jung, schön und wohlhabend, wodurch sie sich ihr Leben mit allerhand Annehmlichkeiten gestalten können, wovon andere Paare nur träumen. Sie haben ein großes Haus, eine Segeljacht und allen sonst mit Geld erwerbbaren Luxus, bis sich ihr beider Leben eines Tages schlagartig verändert. Martin wird wegen Insiderhandels für vier lange Jahre ins Gefängnis geworfen, woraufhin sich die nicht erwerbstätige Emily drastisch einschränken muss. Sie zieht in ein kleines Apartment in Upper Manhattan, wartet auf Martins Rückkehr und verfällt in eine tiefe Depression, die auch Martin bei seiner Rückkehr nicht lindern kann. Nach einem tragischen Schlüsselereignis wendet sich Emily an den erfahrenen Psychiater Dr. Jonathan Banks (Jude Law), der mit regelmäßigen Therapiesitzungen und einem neuen Medikament Emily zu heilen versucht. Als eines dieser Medikamente plötzlich ungeahnte Nebenwirkungen aufweist, wird Banks in einen Strudel aus Lügen gerissen, die er aufzudecken versucht…

Side EffectsNach seinem überaus ansehnlichen „Magic Mike“ im letzten Jahr nutzte Regisseur und Produzent Steven Soderbergh die große Bühne bei der diesjährigen Berlinale, um nicht nur sein neustes Drama „Side Effects“ vorzustellen, sondern gleichzeitig auch seine Karriere als beendet zu erklären. Soderbergh möchte sich in Zukunft gern anderem widmen und sich wieder aufs Fernsehen konzentrieren, doch vorher präsentiert dieser noch einen letzten Film, der als (möglicher) Abschluss einer Karriere kaum geeigneter sein könnte.

Unter der Führung von Drehbuchautor Scott Z. Burns (Das Bourne Ultimatum) zeichnet Soderbergh einen klassischen Thriller, bei dem wir bereits zu beginn ein Bild präsentiert bekommen, dass sonderbarer kaum sein könnte. Auf dem Fußboden ist eine Blutlache, in der Ecke steht ein kleines Segelboot, die Kamera schwenkt über zu einem verpackten Geschenk. Plötzlich eine komplett andere Szenerie drei Monate früher, ein glückliches Ehepaar bei ihrer Hochzeit, bei deren Ende plötzlich Martin von der Polizei abgeholt und in ein Gefängnis eskortiert wird.

Side EffectsDie Zeit vergeht erneut einige Jahre, Martin ist wieder frei, die Bilder von Kameramann Peter Andrews verwandeln sich von hellen tönen ins tiefe grau, womit dieser versucht die Ausweglosigkeit und die Depression von Emily in Worte zu fassen, während diese in einem Parkhaus mit ihrem Auto geradezu auf eine Wand zusteuert, auf der „Exit“ steht. Diese prägende Szene ist nur eine von unzähligen gut strukturierten Wendungen die Soderbergh und Burns in ihrem Thriller verpacken, denn neben den Spekulationen die zum auslösen der Wirtschaftskrise führten, wird ebenso das lässige verschreiben von Antidepressiva angesprochen sowie jener Fakt, dass Ärzte ganz offen für Pharmaunternehmen arbeiten und diese unterstützen.

Ohne vom eigentlichen Plot und den zahlreichen Wendungen zu viel vorwegnehmen zu wollen, so überzeugt „Side Effects“ doch mit seinen zahlreichen gut ausgetüftelten Plot Details, die sich in ihrem ganzen Umfang wohl erst bei mehrmaligem sehen komplett offenbaren. Neben der überaus gelungenen Geschichte und dem dezenten Einsatz der Musik von Komponist Thomas Newman (James Bond 007 – Skyfall) überzeugen doch vor allem die Darsteller selber, in diesem verschlagenen Thriller voller Wiedersprüche.

Side EffectsDie erst 27-jährige Rooney Mara (The Social Network) kann auch nach ihrem überaus sehenswerten Film „Verblendung“ (2011) erneut beweisen, dass sie für die ganz großen Rollen gemacht ist, wenn diese einerseits das schüchterne junge Ding versucht zu geben, andererseits aber vor allem gegen Ende hin mit ihren verschlagenen Zügen überzeugen kann. Ganz ähnlich präsentiert sich auch die eiskalte Oscar-Preisträgerin Catherine Zeta-Jones (Rock of Ages), die nach einigen eher schwächeren Filmen als verschlagene Therapeutin nun zu sehen ist, die geschickt aus dem Hintergrund die Fäden ziehen kann. Diese zwei völlig ungleichen Rollen vermag einzig und allein Jude Law (Sherlock Holmes) zu einem funktionierenden Ganzen zu verbinden, der erneut die dominierende Rolle inne hat und somit von allen am meisten mit seiner Leinwandpräsenz zu unterhalten vermag. Anfangs als der noch wenig interessierte Psychiater mausert dieser sich schon bald zu jener Person, die entgegen seinem bisherigen Karriereverlauf alles auf eine Karte setzt, um Emily der Lügen zu überführen.

Ab dem 11. Oktober 2013 ist Steven Soderbergh’s „Side Effects“ im Verleih von Senator Home Entertainment auf Blu-ray und DVD im Handel erhältlich und all jenen zu empfehlen, die spannende Thriller zu schätzen wissen. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf und reich an Farben, während der Ton in DTS-HD 5.1 (DVD in Dolby Digital 5.1) in den Sprachen Deutsch und Englisch gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an den Extras des Mediums interessiert, die diesmal allerdings recht übersichtlich waren. Es gibt einen fiktiven ABLIXIA und INTENIN Werbespot (2min), den entsprechenden Kinotrailer zum Film sowie ein „Super 8“ Feature von Steven Soderbergh, dass er mit einer Laufzeit von rund drei Minuten beim Dreh im Stil einer Super 8 Aufnahme gedreht hat.

Steven Soderbergh’s „Side Effects“ ist ein überaus spannender Thriller mit zahlreichen Wendungen, der nicht nur Genre-Fans ansprechen wird. Dank seiner großartigen Riege an Darstellern ist dies ein sehenswerter Abschluss einer bemerkenswerten Karriere, die er auf dem Höhepunkt (vorerst) beendet.

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Wir vergeben daher 7,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Senator Home Entertainment

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Side Effects

Länge: 106 min

Kategorie: Crime, Drama, Thriller

Start: 11.10.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7,5/10)

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Bewertung Extras: (3/10)

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Info

Side Effects

Side Effects

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 106 min
Kategorie: Crime, Drama, Thriller
Start: 11.10.2013

Bewertung Film: (7,5/10)

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