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Frankenstein’s Army

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 5. September 2013

Frankenstein's Army

Die Idee der rastlosen Nazis die einfach nicht zur Ruhe kommen können ist bei weitem nicht neu, denn während diese einerseits in Filmen wie „Iron Sky“ den Mond bevölkert haben, treten sie in Werken wie „Outpost“ oder „Dead Mine“ als Zombies auf, die selbst 50 Jahre nach dem Fall des Großdeutschen Reiches noch immer in Bunkeranlagen leben. Mit „Frankenstein’s Army“ präsentiert uns nun Regisseur Richard Raaphorst sein Debüt, wenn er einen deutschen Wissenschaftler Nazi-Zombies zum Leben erwecken lässt.

Deutschland im Jahre 1944: Ein russischer Aufklärungstrupp ist im zerbombten Deutschland unterwegs um die restlichen feindlichen Stellungen auszuheben, begleitet vom jungen Studenten Dimitri (Alexander Mercury), der mit seiner Kamera alles für die Nachwelt und seinen großen Führer Stalin zu dokumentieren versucht. Bereits länger keinen Funkkontakt mit dem Oberkommando mehr habend, empfangen diese eines Tages einen Hilferuf einer anderen Einheit, die ganz in der Nähe mit größeren Problemen zu kämpfen haben. Bei den entsprechenden Koordinaten angekommen entdeckt die Gruppe jedoch nur ein älteres und mit nur wenigen Menschen bevölkertes Dorf, doch direkt unter der Kirche soll sich grauenhaftes Abspielen. In den alten Katakomben versucht Wissenschaftler Victor Frankenstein (Karel Roden) verstorbene Nazis zurück zum Leben zu erwecken, diese mit allerhand Material zu optimieren und so doch noch die russische Übermacht in die Flucht zu schlagen. Während Dimitri all dies für die Nachwelt dokumentiert, lässt einer nach dem anderen sein Leben…

Frankenstein's ArmyWar früher das Genre des Found Footage noch am ehesten den experimentierfreudigen Regisseuren vorbehalten die versuchten mit einem kleinen Budget und möglichst viel Authentizität einen dokumentarisch anmutenden Film zu drehen, verkommt es heute in erster Linie durch viele unterdurchschnittliche Produktionen zur reinen Geldmaschine, lassen sich die Filme doch oftmals bereits für einen vierstelligen Betrag realisieren. Im Falle von Richard Raaphorst (Black Book) seinem Debüt „Frankenstein’s Army“ war dies alles wohl einen Tick teurer, was allerdings auch hier nicht über besagten Durchschnitt hinwegtäuschen kann.

Obwohl das Drehbuch von Autor Miguel Tejada-Flores (Der König der Löwen) durchaus Potential aufweist und auch die entsprechende Umsetzung des Found Footage mit einem fiktiven und künstlich gealterten 16mm Film durchaus überzeugen kann (gedreht natürlich digital), muss man dennoch das Konzept des ganzen Werkes in Frage stellen, das so über kurzweilige 84 Minuten trotz allem einfach nicht zu unterhalten Vermag. Der erste Teil des Filmes beschäftigt sich im Großen und Ganzen mit dem erforschen der Gegend, dem finden einzelner Leichen, bis es beim Betreten der Kirche im zweiten Teil des Filmes plötzlich Schlag auf Schlag geht, wenn die Gruppe plötzlich den Kreaturen von Victor Frankenstein gegenüber steht.

Frankenstein's ArmyGenau hier fängt nach diversen Längen im ersten Teil das eigentliche Problem an, denn genau das was Regisseur Richard Raaphorst mit Found Footage auszudrücken versucht, bringt dieser einfach nicht auf die Leinwand. Neben der bekannten Wackelkamera und einigen künstlich eingestreuten Ausfällen um die Dramatik entsprechend anzukurbeln, gelingt es Raaphorst zu keiner Zeit einen entsprechenden Spannungsbogen aufzubauen. Sein Film dümpelt stattdessen zum Großteil einfach nur locker dahin, entsprechende Schockmomente sind beim besten Willen nicht zu erkennen, wodurch dem Zuschauer mehr als genug Zeit bleibt, sich das Setting, die Monster und vor allem die vielen Fehler ganz genau anzuschauen, die einem im Laufe der Zeit begegnen.

An dieser Stelle muss gesagt sein, dass die Grundidee hinter „Frankenstein’s Army“ wirklich gut ist, nur hätte man bei der entsprechenden Umsetzung wesentlich mehr verbessern können. Der ganze Film mit einer statischen Kamera, die Gänge mehr abdunkeln und ein paar wesentlich erfahrene Soundexperten dazu, es hätte ein Horrorfilm entstehen können bei dem der Zuschauer förmlich von einem Schockmoment zum anderen taumelt. Das alles wurde nicht umgesetzt, stattdessen investierte man einen Großteil des Budgets in die jeweiligen Monster, die so wirklich gelungen sind. Als eine Mischung aus verstorbenen und einem Haufen Blech entstehen so die kuriosesten Kreaturen welche die Gänge bevölkern, gegen Gewehrkugeln bestens gepanzert sind und mit den verschiedensten Waffen die Soldaten langsam dezimieren, dass es fast schon Spaß macht dem zuzuschauen. All dies zeugt von sehr viel Ideenreichtum und noch mehr Liebe zum Detail, was man an dieser Stelle natürlich positiv hervorheben muss, was im Gesamtkontext des Filmes jedoch nur wenig gegen besagte Langeweile ausrichten kann.

Frankenstein's ArmyAb dem 24. September 2013 ist Richard Raaphorst’s „Frankenstein’s Army“ im Verleih von Ascot Elite Home Entertainment auf Blu-ray und DVD im Handel erhältlich und beim besten Willen nur jenen zu empfehlen, die vor besseren B-Movies nicht zurückschrecken. Das Bild der Blu-ray ist trotz der 1080/24p entsprechend Grobkörnig um die alten 16mm Aufnahmen abzubilden, während der Ton in DTS-HD 5.1 (DVD in Dolby Digital 5.1) zwar gut auf die Boxen abgestimmt ist, jedoch bereits bei der Produktion einige Defizite aufweist, passen einige Soundeffekte doch beim besten Willen nicht zu den gezeigten Bildern. Wie immer waren wir insbesondere auf das zusätzliche Material des Mediums gespannt, was diesmal doch recht überschaubar war. Bis auf einige Trailer bekommen wir lediglich ein 30-minütiges „Making Of“ geboten, bei dem wir in einigen Szenen der Produktion beiwohnen dürfen und anhand diverser Interviews noch zusätzliches zum Film erfahren.

Richard Raaphorst’s „Frankenstein’s Army“ hat im Grunde sehr viel Potential, doch wurde vieles mit der Idee des Found Footage wieder zunichte gemacht. Im Stile eines richtigen Horrorfilms hätte gerade durch die detaillierten Monster sehr viel herausgeholt werden können, was Spannungsbogen und Schockmomente betrifft.

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Wir vergeben daher 5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Ascot Elite

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Frankenstein's Army

Länge: 84 min

Kategorie: Action, Horror

Start: 24.09.2013

cinetastic.de Filmwertung: (5/10)

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Info

Frankenstein's Army

Frankenstein’s Army

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 84 min
Kategorie: Action, Horror
Start: 24.09.2013

Bewertung Film: (5/10)

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