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Errors of the Human Body

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 15. September 2013

Errors of the Human Body

Die Grenzen von Forschung und Wissenschaft werden zumeist durch Strikte Regeln diktiert, an die sich ein jeder während der jahrelangen Versuche halten muss, bis ein Medikament schließlich für den Menschen zugelassen wird. Genau dieses Thema bietet in regelmäßigen Abständen stets neuen Stoff für die verschiedensten Drehbuchautoren, wenn diese – wie im Beispiel von Eron Sheean’s „Errors of the Human Body“ – von Forschern erzählen, die genau diesen Weg durch Selbstversuche abzukürzen versuchen und damit die Ethik indirekt infrage stellen.

Nachdem sein Sohn an einem unheilbaren Gendefekt verstorben ist, zieht es den anerkannten Wissenschaftler Geoff Burton (Michael Eklund) von einer Elite Universität der USA in einen kleinen Forschungskomplex bei Dresden. Mit seinen Jahrelangen Studien soll er dort vor allem die verschiedensten Wissenschaftler in ihren Projekten unterstützen, wo er ebenso auf seine ehemalige Assistentin und Geliebte Rebekka (Karoline Herfurth) stößt, die scheinbar mit ihren Forschungen nicht weiter kommt. Rebekka hat ein Regenerations-Gen entdeckt welches den Menschen vor jeder Krankheit und dem Altern beschützen könnte, doch obwohl es bei Tierversuchen bereits wirkt, endet es nach längerer Zeit doch zumeist tödlich. Ganz anders verlaufen jedoch die Forschungen von ihrem ehemaligen Kollegen Jarek (Tómas Lemarquis), der nicht nur ihre Forschungsergebnisse gestohlen hat, sondern diese auch ohne Rücksicht auf Verluste fortzuführen gedenkt. Während Geoff dem Komplott schon bald auf die Spur kommt, wird er schon bald in einen Strudel aus Paranoia und Intrigen gerissen…

Errors of the Human BodyAls deutsch-amerikanische Co-Produktion gestartet versucht Regisseur und Drehbuchautor Eron Sheean (The Devide) in seinem Debüt zusammen mit Co-Autor Shane Danielsen (The World Made Straight) in erster Linie eine Geschichte über die Grenzen von Forschung und Wissenschaft zu erzählen, wofür beiden ein Budget in Höhe von 1,5 Mio. Dollar zur Verfügung gestellt wurde. Leider ist all dies im Vergleich zu ähnlichen Filmen nur wenig spannend konzipiert, was gleich in mehreren Dingen begründet liegen soll.

Das Hauptproblem an „Errors of the Human Body“ ist wohl die Erfahrung von Eron Sheean und Shane Danielsen, denn während Sheean zumindest als Co-Autor bei „The Devide“ tätig war, soll dieser Film für Danielsen das Debüt darstellen. Die fehlende Erfahrung beider ist leider im kompletten Film zu merken, denn obwohl beide in erster Linie auf den moralischen Twist von Forschungen und Versuchen im geheimen abzuzielen versuchen, baut „Errors of the Human Body“ doch zu keiner Zeit auch nur im Ansatz so etwas wie Spannung auf. Stattdessen dümpelt der Film leicht dahin, zeigt uns vor allem unzählige graue Gänge in einem namenlosen Forschungskomplex bei Dresden, während die Figuren fast alle doch recht eindimensional verbleiben.

Errors of the Human BodyGerade hier hätte man einen ganz anderen Ansatz wählen können, denn wo Stefan Ruzowitzky mit „Anatomie“ noch Spannung aufkommen lässt, erinnert „Errors of the Human Body“ im Ansatz eher an David Cronenberg’s „Die Fliege“, wenn durch einen Mäusebiss auf einmal die verschiedensten Geschwüre anfangen bei Geoff zu wuchern. Es geht aber vielmehr um den inneren Konflikt der Figuren als um die eigentliche Forschung, denn Anhand kurz eingestreuter Erinnerungsfetzen werden wir stets mit kurzen Rückblenden konfrontiert, in denen es in erster Linie um die Krankheit seines verstorbenen Sohnes und um die schwierige Beziehung zu seiner Frau geht. Leider ist all dies nicht unbedingt spannend, bei einer Laufzeit von rund 100 Minuten fühlt sich der Zuschauer schon bald gelangweilt und so nutzen all die Hinterfragungen in Sachen Ethik nur wenig, um dieses Low-Budget-Werk doch noch zum Erfolg zu verhelfen.

Lässt man die zugrunde liegende und nur wenig spannende Geschichte einmal außen vor, so können zumindest die Darsteller überzeugen, auch wenn diese oft aufgrund der oberflächlich entwickelten Figuren nicht unbedingt viel Spielraum besitzen. Insbesondere Michael Eklund (Watchmen: Die Wächter) kann hierbei in der Rolle des paranoiden Wissenschaftlers Geoff Burton überzeugen, der vor lauter Selbstvorwürfen oftmals gar nicht genau weiß, auf welcher Seite er nun stehen sollte. Neben einer recht blassen Karoline Herfurth (Der Vorleser) als ehemalige Geliebte Rebekka sehen wir aber ebenso einen überzeugenden Tómas Lemarquis (Painless – Die Wahrheit ist schmerzhaft) in der Rolle des Jarek, der für seine Forschungsergebnisse sprichwörtlich über Leichen gehen würde.

Errors of the Human BodyAb dem 24. September 2013 ist „Errors of the Human Body“ im Verleih von Pandastorm Pictures auf Blu-ray und DVD im Handel erhältlich und beim besten Willen nur jenen zu empfehlen, die bessere B-Movies im Low-Budget-Bereich zu schätzen wissen. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf, während die Farben doch überwiegend sehr dunkel und im tiefen Grau gehalten sind. Wie immer waren wir insbesondere an den Extras des Mediums interessiert, die diesmal doch recht überschaubar waren. Neben dem Trailer zum Film gibt es lediglich ein Interview mit Regisseur Eron Sheean, in welchem er in zwölf Minuten auf eingeblendete Fragen antwortet und auf die Idee zum Film sowie die eigentliche Umsetzung einzugehen versucht.

Eron Sheean’s „Errors of the Human Body“ ist alles andere als ein spannender Film, denn während er die Ethik von Forschung und Wissenschaft zu thematisieren versucht, bleiben leider viele andere Dinge komplett links liegen.

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Wir vergeben daher 5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Pandastorm Pictures

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Errors of the Human Body

Länge: 101 min

Kategorie: Drama, Thriller

Start: 26.09.2013

cinetastic.de Filmwertung: (5/10)

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Bewertung Extras: (4/10)

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Info

Errors of the Human Body

Errors of the Human Body

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 101 min
Kategorie: Drama, Thriller
Start: 26.09.2013

Bewertung Film: (5/10)

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