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Hänsel und Gretel: Hexenjäger

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 13. August 2013

Hänsel & Gretel: Hexenjäger

So lang man zurück denken kann sind Märchen in jeder Altersgruppe gern gesehen, denn während die Kleineren diese zumeist beim zu bettgehen vorgelesen bekommen, ist eine Adaption für die Größeren im modernen Film kaum noch weg zu denken. Im letzten Jahr sahen wir bereits zwei Umsetzungen der Geschichte von Schneewittchen, während nun Hänsel und Gretel daran glauben muss. Wer nun bei „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ allerdings eine möglichst getreue Nacherzählung der Gebrüder Grimm erwartet, der wird überrascht sein, denn Hänsel und Gretel sind alles andere als zwei kleine wehrlose Kinder, die sich von einer gierigen Hexe einsperren lassen.

Seitdem Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) die böse Hexe in ihrem eigenen Lebkuchenhaus verbrannt haben sind viele Jahre vergangen, Jahre in denen beide Kinder erwachsen geworden sind und sich dem Kampf gegen das Böse verschrieben haben. Bewaffnet mit Gewehren, Wurfsternen und Armbrüsten ziehen sie durch die Wälder um weiteren Hexen und Dämonen den Gar aus zu machen, als plötzlich ein kleines Dorf um Hilfe ruft, werden dort doch des Nachts Kinder entführt. Die böse Hexe Muriel (Famke Janssen) plant mit Hilfe von zwölf Kindern und dem Herz einer weißen Hexe ein geheimes Ritual in einer Mondnacht zu vollziehen, doch genauso wie dem Hänsel und Gretel mutig entgegen treten, soll sich dort auch deren eigene Vergangenheit endlich klären…

Hänsel & Gretel: HexenjägerDie Geschichte von Hänsel und Gretel wurde schon in den verschiedensten Versionen verfilmt, denn während diese zumeist als lockere Unterhaltung für Kinder und Jugendliche herhalten musste, wurde diese in Asien sogar bereits als Horrorfilm umgesetzt. Die neuste Adaption von Regisseur und Drehbuchautor Tommy Wirkola (Dead Snow) ist nun allerdings im Actionsegment anzusetzen, was einerseits neu und vor allem erfrischend daher kommt, andererseits aber auch fast jedwede Beziehungen zum Original vermissen lässt, die man vielleicht gewohnt ist.

Zusammen mit seinem Co-Autor Dante Harper (WRANGLER – Das Leben einer Legende) setzte Wirkola vor allem auf eine Geschichte der Extreme, auf eine Geschichte bei der man möglichst nicht nachdenken muss und gleichzeitig jedwedes Hinterfragen vernachlässigen sollte. Unsere Helden haben im geschätzten 18. Jahrhundert halbautomatische Pistolen, sechsläufige Gewehre, Ninja-Sterne und natürlich allerhand weiteres technisches Spielzeug, mit dem sie versuchen der Hexenplage Herr zu werden. Das eine oder andere mag dabei zuweilen etwas merkwürdig vorkommen, doch wenn unsere Protagonisten erst einmal so richtig aufdrehen, ist lockere Unterhaltung für Jugendliche Garantiert.

Obwohl die zugrunde liegende Geschichte nur noch wenig mit dem Original zu tun hat, sind die verschiedenstenHänsel & Gretel: Hexenjäger Ideen dennoch gelungen, welche durchaus Potential für eine Fortsetzung haben, könnte man an diese doch ohne weiteres anknüpfen. Da haben wir beispielsweise einen Troll namens Edward (Derek Mears) der sich in unsere Gretel verguckt, einen nichtsnutzigen Sherif (Peter Stormare) und sogar einen Groupie von Hänsel und Gretel, der die beiden nicht nur bei ihren Abenteuern verfolgt, sondern auch davon träumt, eines Tages ein ebenso guter Hexenjäger zu werden. Die wohl interessanteste Neuerung ist bei alledem aber jene von Hänsel, denn Aufgrund des übermäßigen Konsums von Süßigkeiten in seiner Jugend, ist gerade dieser Diabetiker geworden. In regelmäßigen Abständen rammt er sich eine riesige Spritze ins Bein, was nicht nur komisch, sondern gleichsam interessant daher kommt.

Insgesamt vermag „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ trotz allem nur kurzweilig zu überzeugen, was angesichts seiner übersichtlichen 88 Minuten auch gar nicht einmal so schlecht ist. Die zugrunde liegende Geschichte ist dünn und dennoch innovativ, die Ideen hinter den zahlreichen Waffen und Gegenständen wissen zu überzeugen und auch der Body-Count und der damit verbundene Grad der Gewalt wird mit fortschreitendem Verlauf gnadenlos angezogen, was insbesondere jüngeren entgegenkommen wird. Plötzlich sterben die Hexen im Duzend, Arme und Beine werden abgerissen und so kommt man auch nicht umher, dem Werk eine entsprechende FSK16 Freigabe zu geben, die zuweilen auch völlig gerechtfertigt ist.

Hänsel & Gretel: HexenjägerIm Bereich der Darsteller können ausgerechnet die Nebendarsteller ein paar unterhaltsame Szenen für sich verbuchen, denn während Derek Mears (Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten) als Troll namens Edward ein paar überaus nette Splatter-Szenen hat, überrascht Thomas Mann (Project X) als Groupie der beiden mit einer Fülle wirklich lustiger One-Liner, bei denen man aus dem Grinsen zuweilen kaum heraus kommt. Ausgerechnet unsere beiden Hauptdarsteller sollen diesmal allerdings der Schwachpunkt in der Produktion sein, denn während man Gemma Arterton (Prince of Persia: Der Sand der Zeit) mit ihrem freizügigen Ausschnitt eher als das nötige Eye-Candy in „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ eingefügt hat, kann auch Jeremy Renner (Marvel’s The Avengers) kaum an seine Leistung aus „Das Bourne Vermächtnis“ anknüpfen. Letzten Endes bleibt bei dieser durchschnittlichen und dennoch unterhaltsamen Produktion nur zu sagen: Dont eat the fucking Candy!

Ab dem 22. August 2013 ist die ungewöhnliche Adaption des Märchens der Gebrüder Grimm im Verleih von Paramount Pictures im Handel erhältlich und in erster Linie all jenen zu empfehlen, die kurzweilige Actionkost zu schätzen wissen, bei der man nicht nachdenken muss. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf und reich an Farben, während der Ton in DTS-HD 5.1 in den Sprachen Deutsch, Englisch und Italienisch (DVD in Dolby Digital 5.1) gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an den Extras des Mediums interessiert, bei denen wir diesmal nicht enttäuscht wurden. Es gibt ein 15-minütiges Feature in dem Tommy Wirkola über die Neuerfindung von Hänsel und Gretel berichtet, rund neun Minuten über die verschiedensten Hexen im Film sowie fünf überaus unterhaltsame Minuten über den Troll Edward, der alles andere als typisch für dieses Märchen ist.

Tommy Wirkola’s „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ ist in erster Linie eine doch recht innovative Adaption des bekannten Märchens, auch wenn die entsprechende Geschichte nicht unbedingt viel Tiefgang verspricht. Stattdessen bekommt man sehenswerte Action, eine gute Portion Humor und zahlreiche Nebendarsteller die zu überzeugen wissen.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Paramount Home Entertainment

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Hänsel und Gretel

Länge: 98 min

Kategorie: Action, Fantasy, Horror

Start: 22.08.2013

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Info

Hänsel und Gretel

Hänsel und Gretel: Hexenjäger

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 98 min
Kategorie: Action, Fantasy, Horror
Start: 22.08.2013

Bewertung Film: (6/10)

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Bewertung Extras: (5/10)

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