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Chroniken der Unterwelt – City of Bones

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 20. August 2013

Chroniken der Unterwelt - City of Bones

Als die US-Amerikanerin Cassandra Clare im Jahre 2007 mit „City of Bones“ den ersten Teil ihrer „Chroniken der Unterwelt“ Romanreihe veröffentlichte, dachte wohl niemand daran das nur sechs Jahre später ganze vier weitere Bücher veröffentlicht werden würden. In ganze 36 Sprachen übersetzt wurden bisher fast 22 Mio. Exemplare verkauft, selbige hielten sich über Wochen hinweg in diversen Bestsellerlisten, wodurch „Chroniken der Unterwelt“ schon jetzt eine der beliebtesten Romanreihen der Young-Adult Generation ist.

Die 15-jährige Clary Fray (Lily Collins) ist ein ganz normaler Teenager in New York, die plötzlich mit einem gänzlich neuen Leben konfrontiert wird, als ihre Mutter Jocelyn (Lena Headey) spurlos verschwindet. Clary erfährt plötzlich das sie einer uralten Gruppe von Schattenjägern angehört, einer Art Halbengel-Kriegern die das Böse bekämpfen, denn obwohl ein jeder Mensch seinem ganz normalen Leben nachgeht, besitzt New York noch eine ganz andere Seite. Unerkannt vor der Gesellschaft leben dort Zauberer, Vampire, Werwölfe und auch Dämonen, denen sich Clary zusammen mit den Schattenjägern Jace (Jamie Campbell Bower), Alec (Kevin Zegers) und Isabelle (Jemima West) stellen muss, doch während die Rettung ihrer Mutter im Vordergrund steht, verliebt sie sich plötzlich unsterblich in den gleichaltrigen Jace…

Chroniken der Unterwelt - City of BonesNoch bevor im letzten Jahr das „Twilight“-Franchise mit dem letzten Teil der Buchreihe abgeschlossen war, suchten diverse Produzenten bereits nach einem ganz ähnlichen Stoff, der sich entsprechend für die jüngere Generation vermarkten ließ. Als Nachfolger gab es sogleich eine ganze Reihe potentiell vielversprechender Kandidaten, denn während die einen auf die Trilogie „Liebe geht durch alle Zeiten“ der deutschen Autorin Kerstin Gier setzten, adaptierten ganz andere den ersten Band von Kami Garcia und Margaret Stohls „Caster Chronicles“. Ein weiteres Franchise welches man in genau diese Art der Young-Adult Filme einordnen kann, ist die besagte Romanreihe „Chroniken der Unterwelt“ der US-Amerikanerin Cassandra Clare, von der nicht nur das erste Buch „City of Bones“ bereits abgedreht wurde, sondern an dessen zweiten Teil „City of Ashes“ auch bereits aktiv gearbeitet wird.

Im Grunde geht es in „Chroniken der Unterwelt – City of Bones“ um die altbekannte Geschichte von Gut gegen Böse, um das langsame Erwachsenwerden einer jungen Frau und die Liebe dreier Menschen, die bereits im Ansatz unter keinem guten Stern zu stehen scheint. Im Verlauf der Erzählung geht es vornehmlich um Clary die versucht ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, um die Erforschung der eigenen Vergangenheit, um das Wiederfinden ihrer Mutter sowie die Entdeckung der ersten Gefühle, die sich nur langsam anbahnen. Bei genau diesen Gefühlen muss sich Clary zwischen dem gleichaltrigen Schattenjäger Jace und ihrem langjährigen Jugendfreund Simon (Robert Sheehan) entscheiden, der bereits seit Jahren hoffnungslos in diese verschossen ist.

Chroniken der Unterwelt - City of BonesWährend sich der Aufbau von alledem sehr an „Twilight“ und die eingangs erwähnten „Caster Chronicles“ orientiert, wirkt „Chroniken der Unterwelt – City of Bones“ wesentlich erwachsener als vergleichbare Werke. Die Grundstimmung ist ganzheitlich recht dunkel, die genutzten Bilder von Kameramann Geir Hartly Andreassen (Kon-Tiki) sind zumeist in einem tiefen grau-schwarz gehalten, während fast jede der Monsterszenen zu überzeugen vermag, die fast immer Actionreich mit Werwölfen, Vampiren oder der verschiedensten Formen von Dämonen konzipiert wurden.

All dies ist überaus detailreich und vor allem hochwertig gehalten, was man an den verschiedensten Settings sehr deutlich sieht. Wenn inmitten von New York sich ein verfallenes Anwesen plötzlich in eine Art riesige Burg verwandelt, wenn die Kamera langsam und fast ehrfürchtig durch die Gänge der mit Knochen behangenen Gruft fährt oder gegen Ende unzählige Krähen im Anwesen umher fliegen, zeugt dies nicht nur von einer überaus kostspieligen Produktion, sondern ebenso von jeder Menge Verantwortlicher, die alles bis ins kleinste Detail perfektionieren wollten. Ganz ähnlich wurde mit der Konzipierung der unterschiedlichsten Dämonen verfahren, den aus dem Roman übernommenen Glasklingen (hier leider nur Acryl, was man allerdings nicht erkennt) sowie den unzähligen Runen auf den Körpern der Protagonisten, die alle ihre jeweilige kurz- und auch längerfristige Macht dem Träger verleihen.

Chroniken der Unterwelt - City of BonesBei alledem stößt bei dieser fast 130 Minuten langen Adaption lediglich eine Szene bitter auf, die insgesamt einfach nicht passen will. Wenn sich inmitten all dieser anbahnenden Probleme und den in dunklen Farben hinterlegten Bildern plötzlich eine Liebschaft anzubahnen beginnt, bei der man an Clarys Geburtstag plötzlich eine kitschige Szene an die andere reiht und dies dann auch noch mit romantischen Popsongs unterlegt, so will sich dies einfach nicht homogen ins Gesamtkonzept der Umsetzung einfügen.

Von Seiten der Darsteller kann man hier nur wenig Negatives anmerken, denn alle konnten im Rahmen ihrer Möglichkeiten überzeugen. Die bisher recht unbekannte Lily Collins (Priest) konnte ein wesentlich stimmigeres Bild abgeben als jenes das wir zuletzt in „Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen“ haben sehen können, wodurch einerseits die Verletzlichkeit ihrer Person zu Tage trat, andererseits aber auch ihr Willen die entsprechenden Situationen zu meistern. Ähnlich elegant konnten sich aber auch Jamie Campbell Bower (Sweeney Todd: Der teuflische Barbier aus der Fleet Street) und Robert Sheehan (Der letzte Tempelritter) als Jace und Simon in den Vordergrund spielen, die als ungleiche Konkurrenten beide um die Liebe von Clary bemüht waren.

Harald Zwart’s Adaption von „Chroniken der Unterwelt – City of Bones“ kann man über weite Strecken als durchaus gelungen ansehen, was nicht nur an dem spannenden Drehbuch von Jessica Postigo liegt, sondern ebenso an der qualitativ hochwertigen visuellen Umsetzung. Man darf schon jetzt auf die Fortsetzung gespannt sein.

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Copyright: Constantin Film

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Chroniken der Unterwelt - City of Bones

Länge: 130 min

Kategorie: Action, Adventure, Drama

Start: 29.08.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Chroniken der Unterwelt – City of Bones

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 130 min
Kategorie: Action, Adventure, Drama
Start: 29.08.2013

Bewertung Film: (7/10)

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