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Unter Grizzlys

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 28. Juli 2013

Die Grizzly-Population hat bereits in der Mitte des 19.-Jahrunderts in Nordamerika stark abgenommen, werden dafür doch vor allem die verbesserten Jagdtechniken der amerikanischen Ureinwohner verantwortlich gemacht. Heute leben etwa noch 500 Tiere im bekannten Yellowstone-Nationalpark, etwa 400 im Glacier-Nationalpark und nur noch 40-50 Exemplare im US-amerikanischen Teil des Selkirkgebirges.

Mit rund 50.000 Grizzlybären befindet sich die wohl größte Anzahl im nur wenig bewohnten Alaska, wo sich in den Sommermonaten zwischen Mai und Oktober ein 25-köpfiges Team bestehend aus Kameraleuten und Bärenexperten einfand, um mit einzigartiger Technik noch nie dagewesene Bilder von Grizzlybären aufzunehmen, wie sie bislang noch nicht zu sehen waren. In dieser ZDF-BBC-Koproduktion kommen neben diversen erfahrenen und mehrfach ausgezeichneten Kameramännern ebenso die Bärenführer Chris Morgan, Brad Jospehs und Buck Wilde zum Einsatz, welche das entsprechende Team nicht nur zu den wirklich reizvollen Stellen des Katmai-Nationalpark führt, sondern ebenso vor den eigentlichen Grizzlys beschützt, welche noch immer diese Heimat als ihr Territorium betrachten.

Im Mittelpunkt der zwei jeweils 45 Minuten andauernden Folgen namens „Das Abenteuer beginnt“ und „Drama in der Wildnis“ stehen die verschiedensten Gemeinschaften, die mit Namen versehen während der sechsmonatigen Expedition beobachtet werden. Da haben wir beispielsweise die noch junge Bärenmutter Parsnip die nach dem siebenmonatigen Winterschlaf versucht ihre abgemagerten Jungen am Leben zu erhalten, in der Natur das Überleben zu lernen und ganz nebenbei auf das eigentliche Leben vorzubereiten, sterben im ersten Jahr doch durchschnittlich 50% aller Bärenjungen.

Wie es der Zufall so will muss der Zuschauer gleich am Anfang einem tragischen Ereignis beiwohnen, als besagte Bärenmutter in der Strömung eines ihrer beiden Jungen verliert, sich stundenlang im Wasser nach selbigen umschaut und noch lange danach nach diesem vergeblich schreit, in der Hoffnung selbiges doch noch wieder zu finden. Wir begleiten Parsnip und ihr Junges namens Puschki bei der Suche nach essbaren am Strand, lernen wie diese Muscheln aus dem Sand graben (machen nur Grizzlys in Süd-Alaska), um das nötige Gewicht wieder zu erlangen das sie benötigen, um den nächsten Winter zu bestehen.

Neben der genannten Bärenfamilie gibt es noch jede Menge weiterer mit Namen benannter Bären, die aus dem Winterschlaf erwachend dort ihr Unwesen treiben. Durch insgesamt 35 in der Gegend aufgestellten Kameras bekommt der Zuschauer so einzigartige und zum Teil noch nie gezeigter Bilder zu sehen, die einerseits direkt durch die Kameramänner eingefangen, zum anderen aber auch durch automatische Kameras aufgenommen wurden. Angelehnt an Baumstämme, befestigt an kleinen Ästen oder einfach in der Gegend herumstehend verleiten diese kleinen technischen Wunderwerke die Bären zum spielen, wodurch es nicht selten vorkommt, dass eine Kamera nicht nur bei der Gebietsmarkierung einmal eine kalte Dusche abbekommt, sondern ebenso im Maul des Tieres endet, wodurch kurzzeitig noch einmal recht ungewöhnliche Bilder zu sehen sind, bevor diese zu Bruch geht.

In der Natur heißt es aber wie so oft „fressen oder gefressen werden“, was auch in „Unter Grizzlys“ zum obersten Gebot gehören soll. Die Mütter achten akribisch auf ihre Jungen, die Männer sind auf der Suche nach einem passenden Weibchen zur Fortpflanzung und alle sind stets auf der Suche nach Nahrung, um die Familie und sich selbst über den nächsten Winter zu bekommen. Auf der Suche nach Nahrung haben natürlich die umfangreichen Lachsvorkommen in den dort verlaufenden Flüssen einen nicht unwesentlichen Anteil daran, dass es der dort lebenden Bärenpopulation stellenweise so gut geht. In der Mitte des Flusses sehen wir am Wasserfall unzählige Grizzlys, doch wer denkt hier könnte sich jeder bedienen, der hat sich geirrt. Ausschließlich Männer nutzen diese fischreichen Stellen im Fluss, Weibchen und deren Kinder werden mit aller Macht verjagt und so ist es nicht selten, dass die Weibchen vor der Wahl stehen, welches der vielen Kinder sie letztendlich mit den begrenzten Mitteln überhaupt ernähren können.

Genau dieser beschriebene Lachsfang wird mit zum Teil einzigartigen Bildern dokumentiert, wenn die Kameraleute ihre winzigen Geräte direkt im Wasser positionieren und der Natur ihren freien Lauf lassen. Die Lachse schwimmen dicht an dicht im Wasser aneinander vorbei, plötzlich kommt eine riesige Pranke von oben direkt ins Wasser und zieht gezielt einen Fisch heraus, der mit nur einem Bissen im Maul verschwindet. Das es nicht immer so ungefährlich für das Drehteam verläuft, soll uns eine spätere Stelle beweisen, als ein riesiges Tier eine vergrabene und weggeschwemmte Robbe sucht, die es bei den Bärenführern vermutet. Plötzlich kniet man sich hin um die Bedrohung auf ein Minimum zu reduzieren, Unterwürfigkeit zu zeigen und somit den Grizzly zum umkehren zu bewegen, kann man sich doch lediglich im Pfefferspray währen.

Die ZDF-BBC-Koproduktion „Unter Grizzlys“ gibt einzigartige Einblicke in das Leben der Grizzly-Gemeinschaften im wunderschönen Alaska. Dabei kommen dank neuster Technik einzigartige Bilder zustande, die Bärenexperten Chris Morgan, Brad Jospehs und Buck Wilde begleiten dies mit spannenden Kommentaren, während bei alledem stets die unberührte Natur im Hintergrund steht, wie man sie nur noch selten zu sehen bekommt.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: BBC, Polyband

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Unter Grizzlys

Länge: 90 min

Kategorie: Documentary

Start: 26.07.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Info

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Unter Grizzlys

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 90 min
Kategorie: Documentary
Start: 26.07.2013

Bewertung Film: (7/10)

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