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Team America

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 8. Juli 2013

Team America

Das sich ein Land wie die Vereinigten Staaten von Amerika gern als Weltpolizei aufspielt und diverse Konflikte gern auf ihre Art und Weise lösen möchte ist nichts Neues, doch in Anbetracht der jüngsten Entwicklungen des NSA Spähprogramms PRISM und jenem Fakt, dass selbst in Deutschland im großen Stile Telefon- und Internetverbindungsdaten gespeichert und kontrolliert werden, muss man vieles Infrage stellen. Ein möglicher Weg neben dem des politischen ist immer die Form der Satire, welche Trey Parker und Matt Stone als Erfinder der „South Park“ Fernsehserie wohl wie kein zweiter beherrschen.

Egal in welchem Land es brennt, wenn Terror regiert und unschuldige Menschen bedroht werden, ist das „Team America“ nicht weit entfernt, die als Weltpolizei versuchen das Übel direkt an der Wurzel zu bekämpfen. Das dies nicht immer so funktioniert wie man hofft bewies die jüngste Entwicklung in Frankreichs Stadt der Liebe, als eine Gruppe arabischer Kofferbomber plötzlich einen Selbstmordanschlag verüben wollte und in diesem Zuge nicht ganz unfreiwillig nicht nur der Eifelturm zu Bruch ging, sondern ebenso ein Mitglied von „Team America“ verstarb. So traurig all dies auch ist, es muss schnell Ersatz gefunden werden und so beschließt Anführer Spottswoode den Broadway Star Gary Johnston zu verpflichten, denn nur ein echter Schauspieler kann es mit dem wirklich Bösen dieser Welt aufnehmen. Nach einer kurzen Phase der Einarbeitung begibt sich Gary schließlich als verkleideter Terrorist an den Ort des Geschehens, doch obwohl er die nächsten Anschlagsziele erfährt, soll jemand ganz anderes hinter diesem ausgefeilten Plan stecken…

Team AmericaDie beiden US-Amerikaner Trey Parker (How’s Your News?: Election 2012) und Matt Stone (Orgazmo) haben es im Grunde weit gebracht, denn blickt man einmal auf ganze 15 Jahre „South Park“ zurück, dem entsprechenden Kinofilm und diverse andere Fernsehserien, so kann man von einer durchaus sehenswerten Karriere sprechen. In ihrem bereits im Jahre 2004 gedrehten „Team America“ geht es beiden vornehmlich darum die Außenpolitik ihres eigenen Landes bloß zu stellen, dabei ein System infrage zu stellen das heute aktueller denn je ist und dabei völlig grundlos auch noch über diverse Schauspielerkollegen herzuziehen, wenn man diese als Verbündete des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Il darstellt. Das alles ist zuweilen überaus lustig, herrlich verrückt und zum Teil so abgedreht, dass man schon einen ungewöhnlichen Humor haben muss, um all dies nicht lustig zu finden.

Die Geschichte selber ist schnell umrissen und erzählt, denn im Grunde geht es lediglich um eine Gruppe arabischer Terroristen, einen nordkoreanischen Diktator, eine Schauspielervereinigung der USA und natürlich um das „Team America“, dass für Recht und Ordnung sorgt. Genau bei diesem Kampf gegen den Terror geht fast alles zu Bruch was nur zu Bruch gehen kann, denn egal ob dies der Pariser Eifelturm ist, ein paar Pyramiden in Ägypten oder das berühmte Mount Rushmore, hier bleibt kein Stein auf dem anderen. Das alles wird überaus elegant dargestellt, denn „Team America“ ist nicht etwa ein Real- oder ein Animationsfilm, es ist eine Art Puppentheater, bei dem an die einhundert verschiedenen Marionetten vor einer liebevollen Kulisse agieren und so den Zuschauer unterhalten.

Team AmericaAn dünnen Bindfäden befestigt versuchen diese möglichst elegant zu stolzieren, in Autos einzusteigen oder einfach nur Dinge in die Luft zu jagen, doch wer denkt das alles ist nur etwas für das jüngere Publikum, der hat sich gewaltig geirrt. Es wird geflucht und geschossen, getötet und gesungen und ganz nebenbei auch noch der Sex zwischen zwei Puppen praktiziert, was im Jahre 2004 gerade in Amerika für einige Empörung sorgte, weshalb „Team America“ mehrmals geschnitten werden musste, damit dieses überhaupt mit der angepeilten Altersfreigabe in den Kinos gezeigt werden durfte. All dies ist zuweilen wirklich zum Brüllen komisch, sieht man einmal von zwei Szenen ab, die einfach nicht passen wollen. Wenn man zwei Puppen minutenlang bei den verschiedensten Sex-Stellungen zusieht oder Gary sich gleich mehrere Liter aus seinem kleinen Puppenmagen kotzt, so ist irgendwann doch die Grenze des guten Geschmacks erreicht.

Im Bereich der rein visuellen Umsetzung wurde mit allerhand wirklich sehenswerten Tricks gearbeitet, was gleich ab der ersten Szene wirklich gut zur Geltung kommt. Die Kulisse in Paris wurde zum Teil aus Croissants erstellt, die Häuser beim nordkoreanischen Diktator sind oftmals nur nett bemalte Schuhschachteln, während seine gefährlichen Panther lediglich zwei schwarze Katzen sind, die Aufgrund des Größenunterschieds zu den Puppen perfekt passen.

Team AmericaNeben den wirklich witzigen Zerstörungssequenzen und dem rabenschwarzen Humor zieht „Team America“ jedoch ungemein viel Potential aus den überaus detailgetreuen Puppen, an deren Gesichtern man jederzeit ablesen kann, wen diese darzustellen versuchen. Im Bereich der Schauspieler sehen wir so Darsteller wie beispielsweise Alec Baldwin, Sean Penn, George Clooney, Michael Moore, Matt Damon und Ben Affleck, welche allesamt die Schauspielervereinigung F.A.G. vertreten und aktiv versuchen gegen „Team America“ anzutreten und für eine bessere und vor allem friedlichere Außenpolitik einzustehen.

Wie auch schon in „South Park“ selber haben die Gesangsnummern auch in „Team America“ einen nicht unwesentlichen Anteil am Erfolg, denn bei Songs wie der Musicalnummer „Everyone Has Aids“, „America, F**k Yeah“ oder „Battle Without Honor or Humanity“ muss man nicht nur über die zuweilen sehr harten Textzeilen nachdenken, sondern unfreiwillig auch ein wenig mit wippen.

Ab dem 18. Juli 2013 ist „Team America“ als überarbeitete Version erstmalig im Verleih von Paramount Home Entertainment als Blu-ray im Handel erhältlich und all jenen zu empfehlen, die rabenschwarzen und vor allem politisch inkorrekten Humor zu schätzen wissen. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf und reich an Farben, während der Ton in DTS-HD 5.1 (nur Englisch, Rest Dolby Digital 5.1) in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Japanisch gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere am zusätzlichen Material des Mediums interessiert, doch war entgegen der DVD aus dem Jahre 2005 leider rein gar nichts auf der entsprechenden Blu-ray enthalten. Wo damals noch auf die Marionetten, die Erschaffung der Welt und diverse Storyboards eingegangen wurde, muss man nun leider lediglich mit dem Film selber vorlieb nehmen, was überaus schade ist.

„Team America“ bedeutet in erster Linie viel rabenschwarzer Humor, herrlich inkorrekte politische Dialoge sowie diverse Musicalnummern, die vor Sarkasmus nur so strotzen. Wer South Park mag, der wird auch „Team America“ lieben.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Paramount

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Team America

Länge: 98 min

Kategorie: Action, Adventure, Comedy

Start: 18.07.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Info

Team America

Team America

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 98 min
Kategorie: Action, Adventure, Comedy
Start: 18.07.2013

Bewertung Film: (7/10)

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