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Shootout – Keine Gnade

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 21. Juli 2013

Shootout – Ohne Gnade

Wenn sich zwei Altmeister des Action-Genres begegnen ist zumeist etwas Besonderes zu erwarten, umso gespannter war man auf das neuste gemeinsame Werk der Veteranen Silvester Stallone und Walter Hill, welche die Actionfilme der achtziger Jahre wie kein Zweiter prägten. Während Hill für Werke wie „Nur 48 Stunden“ und „Last Man Standing“ verantwortlich war, überraschte Stallone mit „Cliffhanger – Nur die Starken überleben“, „Rambo“ und „Rocky“.

Der in die Jahre gekommene Auftragskiller Jimmy Bobo (Sylvester Stallone) erledigt zusammen mit seinem Partner Louis (Jon Seda) in New Orleans einen Job solide, als sie den korrupten Polizisten Hank Greely (Holt McCallany) kurzerhand in einem Hotelzimmer ins Jenseits befördern. Kurz nachdem beide den Auftrag erfolgreich ausgeführt haben, will aber deren Auftraggeber beide ebenfalls von der Bildfläche verschwunden haben und so heuert dieser den ehemaligen Söldner Keegan (Jason Momoa) an, der Louis kurzerhand ermordet. Jimmy kann diesem geradeso entkommen, doch kommt nun Greelys Ex-Partner Taylor Kwon (Sung Kang) ins Spiel, der den Mord an seinem ehemaligen Kollegen zu untersuchen beginnt. Natürlich treffen Jimmy und Taylor schon bald aufeinander, doch so grundverschieden beide auch sind, zusammen versuchen sie den Fall mit ihren ganz besonderen Fähigkeiten zu lösen…

Shootout – Ohne GnadeIn den letzten beiden Jahren scheint eine gewisse Retro-Welle Hollywood zu überrollen, denn nachdem wir allerhand ehemalige Actionstars mit „The Expendables“ haben wiederauferstehen sehen, kommt nun auch die typische Haudrauf-Action der 70er und 80er Jahre zurück. Basierend auf dem französischen Comic „Du plomb dans la tete“ sollte „Shootout – Keine Gnade“ vor allem einige Großmeister besagter vergangener Werke wieder vereinen, doch so einfach dies gesagt war, desto schwerer gestaltete sich die Realisierung. Regisseur Wayne Kramer war schon bald überfordert und wurde durch Walter Hill (Aliens – Die Rückkehr) ersetzt, dieser holte Joel Silver (Matrix) als Produzenten mit an Board, der wiederrum Stallones Partner Thomas Jane feuerte und durch den Asiaten Sung Kang (Fast & Furious Five) ersetzte.

Nach all diesem hin und her wurde „Shootout – Keine Gnade“ schließlich im Jahre 2011 bereits fertig gestellt, doch so spannend besagte französische Vorlage noch war, desto enttäuschend gestaltete sich letztendlich die finale Adaption. Den Grund für das Scheitern nun genau auszumachen dürfte schwer sein, denn obwohl das entsprechende Drehbuch von Alessandro Camon (Thank You for Smoking) nicht unbedingt viel an einer wirklichen Geschichte hergab, so liegen auch viele Probleme in der eigentlichen Figurenzeichnung begründet. Viele Charaktere wirken unscheinbar und blass, einige sehen wir nur für wenige Augenblicke bevor sie komplett wieder aus dem Werk verschwinden, während ausgerechnet die Bösewichte Nkomo Morel, Keegan und auch Anwalt Marcus Baptiste (Christian Slater) zu schnell ins Hintertreffen geraten.

Shootout – Ohne GnadeVersteift man sich allein auf die dargebotene Action und den bereits erwähnten Retro-Stil der sehr an die Filme der 80er Jahre erinnert, so kann Regisseur Walter Hill ganz ohne Frage an seine früheren Werke anknüpfen. Die Action ist solide und zuweilen recht brutal dargeboten, stellenweise erinnern einige Szenen sehr an Michael Davis seinen „Shoot ‚Em Up“, während sich die eigentlichen Auseinandersetzungen zum Großteil auf einzelne wenige Schusswechsel und dem beinharten Nahkampf zusammenfassen lassen. All dies ist zuweilen überzeugend und gerade für einen kurzweiligen Film völlig in Ordnung, doch erwartet selbst der actionverwöhnte Zuschauer einfach mehr.

Dieses „mehr“ wollte man in Form des Asiaten Sung Kang realisieren, der in erster Linie dazu eingebaut wurde ein weiteres Publikum zu erschließen, zum anderen aber auch die ethnische Karte auszuspielen, kann man zwischen ihm und Stallone (The Expendables 2) doch ein paar beinharte Dialoge aus dem Hut zaubern. Leider gelang gerade dies bis auf wenige Szenen rein gar nicht, denn abgesehen von einem kurzen Dialog über Sushi und einen über Chinesische Filme, brachte dies doch rein gar nichts ein. Wesentlich witziger war da schon Stallones typisch lockere Art, wenn er mit kantigen Sprüchen nur so um sich wirft.

Shootout – Ohne GnadeVon Seiten des restlichen Darsteller kann man im Grunde nur noch Jason Momoa (Stargate: Atlantis) erwähnen, der im Grunde mit seinem gestählten Körper versucht als Ex-Fremdenlegionär fies rüberzukommen. All dies gelingt ihm leider nur in ganz wenigen Situationen, was in erster Linie darin begründet liegt, dass der Zuschauer noch immer dessen Rolle in „Conan“ in Erinnerung hat. Leider ist seine Rolle hier komplett ähnlich aufgebaut, wirklich tragende Szenen in denen er mit seiner Präsenz überzeugt gibt es nur wenige und wenn er dann gegen Ende auch noch mit einer Axt beginnt wild um sich zu schlagen, fühlt man sich wieder an seine frühere Rolle zurück erinnert.

Ab dem 8. August 2013 ist Walter Hills „Shootout – Keine Gnade“ im Verleih von Constantin Film auf Blu-ray, DVD und Video-on-Demand erhältlich und vornehmlich all jenen zu empfehlen, die kurzweilige Actionkost zu schätzen wissen. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf und reich an Farben, während der Ton in DTS-HD 5.1 (DVD in Dolby Digital 5.1) in den Sprachen Deutsch und Englisch gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an dem zusätzlichen Material des Mediums interessiert um mehr über die Produktion zu erfahren, wobei wir auch diesmal nicht enttäuscht wurden. Neben dem Trailer und einigen Informationen zu den Darstellern gibt es ein neunminütiges „Bullet“ Feature, rund 12 Minuten in denen wir einen exklusiven Blick hinter die Kulissen bekommen sowie einige überaus umfangreiche Interviews, in denen die Darsteller auf fast 45 Minuten viel spannendes zum Film und dessen Entstehung berichten.

Walter Hills Comic-Adaption ist kurzweilige Action im Stil der achtziger Jahre. Auch wenn die eigentliche Geschichte eher dünn und die Figuren stereotypisch angelegt sind, Fans bekommen genau das, was sie auch erwarten werden.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Constantin Film

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Gewinnspiel: Shootout - Keine Gnade

Länge: 92 min

Kategorie: Action, Crime

Start: 08.08.2013

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Info

Gewinnspiel: Shootout - Keine Gnade

Shootout – Keine Gnade

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 92 min
Kategorie: Action, Crime
Start: 08.08.2013

Bewertung Film: (6/10)

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Bewertung Extras: (6/10)

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