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Gallowwalkers

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 26. Juli 2013

Gallowwalkers

Rückblickend auf die Karriere des ehemaligen Actionstars Wesley Snipes muss man ganz ohne Frage zugeben, dass dieser während seiner fast 25-jährigen Laufbahn nicht nur gute Zeiten erlebte. In den 90er Jahren überzeugte er mit Filmen wie „Weiße Jungs bringen’s nicht“ und „Demolition Man“, es folgte seine sehenswerte „Blade“-Trilogie, woraufhin er wegen Steuerhinterziehung für ganze drei Jahre ins Gefängnis musste. Mit seinem Mix aus Western, Zombiefilm und wilder Action versucht Snipes in „Gallowwalkers“ nun seine entsprechende Rückkehr im Home Entertainment Bereich zu feiern, doch was sich anfänglich noch ganz wunderbar anhört, entpuppt sich schnell als große Enttäuschung.

Im Wilden Westen des 19. Jahrhunderts zieht Aman (Wesley Snipes) einsam seine Kreise, denn seitdem seine Jugendliebe und Ehefrau Sueno (Alyssa Pridham) von einer Gruppe Banditen vergewaltigt und geschwängert wurde, kennt dieser kein Halten mehr. Bei der Entbindung des entsprechenden Kindes ist Sueno gestorben, woraufhin Aman alle Verbrecher der gerechten Strafe zuführte, um seinen eigenen Schmerz zu lindern. Leider kamen kurz darauf alle durch die Hand Amans umgebrachte Individuen als eine Art Zombie mit Schießeisen wieder zurück ins Leben, weshalb er sich diesen ein zweites Mal nun stellen muss. Zusammen mit dem Sträfling Fabulos (Riley Smith) begibt er sich an den Ort an dem alles begann und wartet auf eine Horde Untoter, die zurück in die Hölle geschickt werden müssen…

GallowwalkersMit der Steuerbehörde der Vereinigten Staaten von Amerika ist nicht zu spaßen. Das musste in den 20er Jahren bereits Al Capone erfahren und das erfahren noch heute diverse bekannte Schauspieler, Sänger und sogar Politiker, denn wenn es um das liebe Geld geht, kennt selbst Amerika kein Mitleid mit Prominenten. Genau diese Erfahrung musste auch Wesley Snipes (Blade) machen, als er wegen Steuerbetruges für ganze drei Jahre hinter Gittern musste, weshalb sich seine Geldreserven durch den vorangegangenen Prozess nicht nur um ein vielfaches minimierten, sondern auch fast gänzlich aufgebraucht wurden. Genau wie sein Kollege Nicolas Cage versucht Snipes nun mit kleineren Produktionen wieder etwas flüssig zu werden und sich selbst für größere Rollen zu empfehlen, doch wenn der zukünftige Standard jener von „Gallowwalkers“ sein soll, wird der Weg lang und überaus beschwerlich verlaufen.

Für die Regie und das Drehbuch des entsprechenden Werkes zeichnete sich diesmal Andrew Goth aus, der zuletzt mit seinen beiden Filmen „Everybody Loves Sunshine“ (1999) und „Cold and Dark“ (2005) nicht unbedingt eine Vielzahl von Fans für sich begeistern konnte, doch was Goth und seine Co-Autorin Joanne Reay (Harodim) hier abgeliefert haben, spottet jedweder Beschreibung. Das wohl größte Problem ist dabei nicht etwa die Auswahl der entsprechenden Darsteller und noch weniger die dargebrachte Action, als vielmehr das zugrunde liegende Drehbuch, dass man wohl mit nur drei Sätzen komplett zusammenfassen könnte.

GallowwalkersEs geht im Grunde einzig und allein um einen Mann der sich für den Tod seiner geliebten Ehefrau rächen möchte, um einen Haufen von den Toten wiederauferstandener Cowboys, während all dies als Mischung zwischen „Blade“ und einem Western versucht wurde umzusetzen, was bereits im Ansatz misslang. Der wohl größte Fehler an der dargelegten Geschichte ist wohl jener, dass Andrew Goth und Joanne Reay ihr eigenes Skript doch tatsächlich versuchen ernst zu nehmen, was sich bei schießwütigen Zombies doch zuweilen als riesige Fehlentscheidung herausstellen soll. Bei einer Laufzeit von gerade einmal 89 Minuten wird all dies angereichert mit zahllosen und sich wiederholenden Rückblenden um zumindest irgendwie auf eine entsprechende Laufzeit zu kommen, es wird ein seltsam anmutender Fluch mit eingebaut sowie jener Fakt, dass sich unsere Zombies einmal pro Woche häuten müssen.

Häuten? Richtig gelesen, häuten! Es werden der Reihe nach Zivilisten nieder geschossen, die Haut inklusive Haare vom Kopf abgezogen, nur damit die entsprechenden Protagonisten auch nur halbwegs ansehnlich aussehen, wenn sie sich in der prallen Mittagssonne mit dem Colt duellieren. Das nicht alles an „Gallowwalkers“ so schlecht ist wie es sich vermutlich in diesen Zeilen anhört, beweist die dargebrachte Umsetzung der Duelle sowie der entsprechenden Kostüme, sehen unsere Untoten doch alle ein wenig anders aus. Die einen haben „nur“ die Haut ihrer Opfer auf ihrem Gesicht, andere haben sich einen Teil des Körpers einer Echse geschnappt und wieder andere laufen mit einem riesigen Kochtopf mit aufgebrachten Stacheln umher, ist diesen wohl das ständige Wechseln ihrer Haut zuwider.

Im Bereich der Action setzt Andrew Goth auf einige typische und bekannte Duelle wie sie in jedem zweiten Western vorkommen, doch kann man Untote natürlich nicht mit nur einer Kugel mal eben ins Reich der Toten zurück befördern. Köpfe platzen im Duzend, Köpfe werden sprichwörtlich mit der Hand an den Haaren vom Körper abgerissen, während an selbigen nicht selten noch ein Stück des Rückrates hängt, was stellenweise an das eine oder andere nicht ganz jugendfreie Videospiel erinnert. Gerade im Finale setzt Goth dann auf bekannte Elemente aus Blade, wenn er die Zombies fast zu übermenschlichen Wesen mutieren lässt. Plötzlich kommen diese quasi aus dem Boden, reiten auf dem Wind oder stehen plötzlich einfach nur hinter einem, was insgesamt zwar recht unlogisch daherkommt, den Film aber zumindest etwas auflockert und insgesamt auch vor dem endgültigen Scheitern bewahrt.

GallowwalkersIm Bereich der Darsteller und ihrer Performance lässt sich leider kaum positives berichten, denn was wir hier sehen, können so manche Schauspieler bereits am Anfang ihrer Karriere besser. Im Grunde sehen wir alle Zombies mit demselben unmöglichen Gesichtsausdruck und den hellblauen bzw. grünlichen Augen in der Gegend herum starren, während selbst Wesley Snipes einen Großteil der Zeit fast schon lustlos in der Gegend herum wandert und kaum eigene Akzente zu setzen vermag. Gerade bei ihm hätte man sich mehr Engagement vorgestellt, geht es hier doch ganz offensichtlich um den weiteren Verlauf seiner Karriere als Schauspieler.

Ab dem 27. August 2013 ist Andrew Goth sein Zombie-Western „Gallowwalkers“ im Verleih von Ascot Elite Home Entertainment als Blu-ray und DVD im Handel erhältlich und in erster Linie nur jenen zu empfehlen, die auf mittelmäßige B-Movies stehen. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf und reich an Farben, während der Ton in DTS-HD 5.1 (DVD in Dolby Digital) in den Sprachen Deutsch und Englisch gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an den Extras des Mediums interessiert, bei denen wir einiges an durchaus interessanten Material finden konnten. Es gibt neben dem Trailer eine entsprechende B-Roll von 16 Minuten Länge mit unkommentierten Szenen vom Dreh sowie ganze acht Interviews mit Wesley Snipes, Riley Smith, Kevon Howarth, Tanit Phoenix, Jenny Gago, Steven Elder, Patrick Bergin und Hector Hank von insgesamt rund 20 Minuten, in denen sie noch einmal auf den Dreh und einige Details vom Film eingehen.

Mit „Gallowwalkers“ hat sich Wesley Snipes beim besten Willen keinen Gefallen getan, denn die zugrunde liegende Geschichte ist so furchtbar dünn und unglaubwürdig gehalten, dass zuweilen rein gar keine Spannung aufzukommen vermag. Obwohl die Action und auch das CGI in Ordnung sind, vermag der Film letztendlich nur wenig zu überzeugen.

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Wir vergeben daher 5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Ascot Elite Home Entertainment

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Gallowwalkers

Länge: 89 min

Kategorie: Action, Fantasy, Horror

Start: 28.08.2013

cinetastic.de Filmwertung: (5/10)

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Bewertung Extras: (5/10)

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Info

Gallowwalkers

Gallowwalkers

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 89 min
Kategorie: Action, Fantasy, Horror
Start: 28.08.2013

Bewertung Film: (5/10)

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