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Warm Bodies

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 24. Juni 2013

Warm Bodies

Im Genre der Zombiefilme gibt es nur wenige Vertreter die aus den bekannten Strukturen eines George A. Romero ausbrechen und dennoch treten immer wieder so interessante Werke wie „Zombieland“ oder „Shaun of the Dead“ zu Tage, welche die Zuschauer auf eine gänzlich andere Art und Weise unterhalten. Einen ganz ähnlichen Weg verfolgt der US-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Levine, wenn er mit „Warm Bodies“ eine Rom-Com präsentiert, die in dieser Art wohl seines gleichen sucht.

Nach einer mysteriösen Virus-Plage beherrschen die Untoten einen Großteil des Landes, die auf der Suche nach Nahrung ziellos von einem Ort zum anderen streifen. Unter ihnen ist auch ein Zombie namens R (Nicholas Hoult), der zusammen mit seinem stummen Freund M (Rob Corddry) in einem alten Flughafenterminal wohnt und wie an jedem anderen Tag einige überlebende Menschen sucht, um das Hirn zu vertilgen. Abgeschottet durch hohe Mauern existiert tatsächlich noch eine kleine Gruppe überlebender Menschen, von denen sich ein paar Jugendliche in die Zombie verseuchten Vororte vorgewagt haben, um dort Nahrung und allerhand nützliches Material zu finden.

Als R auf genau diese stößt und das Hirn von Perry (Dave Franco) frisst übermannen ihn erste Gefühlte, denn plötzlich sieht er sich längst vergessenen fremden Erinnerungen ausgesetzt und blickt seiner Traumfrau Julie (Teresa Palmer) direkt in die Augen, die jedoch mit einer entsprechenden Schrotflinte auf ihn zielt. Zusammen entkommen beide in eine alte Boing 747, doch während die „Knochen“ langsam auf beide Jagd machen, entwickeln sich zwischen den gänzlich unterschiedlichen Lebewesen erste romantische Gefühle…

Warm BodiesBlickt man zurück auf die erst kurze Karriere des US-amerikanischen Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Levine (Love Bytes), so findet man neben dem Horrorfilm „All the Boys Love Mandy Lane“ (2006), dem Drama „The Wackness“ (2008) und der Folge einer Fernsehserie ebenso das gefühlvolle Krebsdrama „50/50 – Freunde fürs (Über)leben“, mit dem Levine seinen Durchbruch feiern konnte. Mit „Warm Bodies“ setzt er diesen Weg nun unaufhaltsam fort und verändert gleichwohl zum vierten Mal die Zielgruppe seines Filmes, denn diesmal möchte er den Beweis anbringen das er auch alltagstaugliche Rom-Coms drehen kann, die keiner der bekannten Sehgewohnheiten entspricht. Basierend auf dem Roman von Isaac Marion (Room Enough) entstand letztendlich ein ganz und gar ungewöhnliches Werk, dass man im entferntesten wohl mit Edgar Wright seiner Komödie „Shaun of the Dead“ vergleichen könnte.

All jene die bereits jetzt befürchten das „Warm Bodies“ eine schlechte Kopie von Stephenie Meyers Twilight-Franchise ist, die können aufatmen, denn obwohl man durchaus Parallelen zu diesem und der etwas älteren „Romeo & Julia“ Geschichte von Shakespeare ziehen könnte, ist dieses Werk dennoch absolut eigenständig. Beginnend mit einem passenden Voice-Over-Kommentar sehen wir R ziellos durch die Straßen und durch den Flughafen ziehen, die Geschichte entsprechend einführen und gleichzeitig den entsprechenden Background aufbereiten, wenn dieser von den vergangenen Tagen erzählt, als die Menschheit noch keine Zombies kannte. All dies ändert sich schon bald, wenn er auf Julie stößt und beide sich für mehrere Tage in einem alten Flugzeug verstecken müssen, denn nicht nur das eine Armee von Untoten dort draußen herumgeistert und auf der Suche nach Nahrung ist, es gibt noch eine weitaus schlimmere Spezies. Die „Knochen“ sind eine Art ausgehungerte und seelenlose Form von Zombies die alles und jeden frisst, weder Gnade noch Mitleid kennt und dabei mit einer Brutalität im Rudel vorgeht, dass seines gleichen sucht.

Warm BodiesNatürlich spricht bei alledem „Warm Bodies“ in erster Linie das (Zombie-) Herz an, denn wenn von zwei verfeindeten Häusern gesprochen wird (Zombies und Menschen) und aus diesen plötzlich mit R und Julie ein Paar hervorgeht, dreht sich wohl nicht nur der gute alte William Shakespeare im Grabe um, sondern ebenso der eine oder andere altbackende Autor bekannter Romane. Das dies dennoch nicht zum Scheitern verurteilt ist liegt im Witz des Filmes begründet, der insbesondere in den ersten zwei Dritteln hervorragend zur Geltung kommt, wenn bekannte Klischees fast minütlich gegeneinander ausgespielt werden. Wenn R mit seinem Voice-Over-Kommentar die Gedanken zur Geltung bringt und dabei herzerfreut grunzt hat das ohne Frage etwas für sich, wenn er aber versucht durch das Wissen von Perrys Hirn seine Angebetete zu erobern, kommt man zuweilen einfach nicht aus dem lachen heraus.

Obwohl all dies über einen Großteil des Filmes wirklich vorzüglich funktioniert, so kann „Warm Bodies“ dieses Niveau leider nicht ganz bis zum Schluss aufrechterhalten. Ähnlich wie schon im gleichnamigen Roman folgt eine recht unglaubwürdige Wendung mit Julies Vater General Grigio (John Malkovich), eine nicht unbedingt spannende Actionsequenz mit den Knochen-Wesen und eine letzten Endes dauerhafte Veränderung der bekannten Zombies, wodurch diese eine Art Wiedereingliederung in die Gesellschaft erfahren.

Im Bereich der Darsteller kann man bis auf John Malkovich (R.E.D. – Älter. Härter. Besser.) und seiner aufgesetzten General Grigio Figur kaum jemanden einen Vorwurf machen, denn alle agieren im Rahmen ihrer Möglichkeiten und schaffen es dabei dennoch immer, in der einen oder anderen Szene zu brillieren. Nicholas Hoult (Jack and the Giants) ist als liebestrunkener Zombie der versucht seine Angetraute mit Grunz-Lauten zu erobern einfach eine Wucht, Teresa Palmer (Duell der Magier) gibt eine glaubhafte „Julia“ ab, während Rob Corddry (Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt) als M den einen oder anderen Lacher auf seiner Seite hat.

Warm BodiesAb dem 11. Juli 2013 ist Jonathan Levine seine ungewöhnliche Zombie-Komödie „Warm Bodies“ im Verleih von Concorde Home Entertainment auf Blu-ray, DVD und Video-on-Demand im Handel erhältlich und all jenen zu empfehlen, die sich einmal wieder ordentlich amüsieren möchten. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf und reich an Farben, während der Ton in DTS-HD 5.1 (DVD in Dolby Digital 5.1) in den Sprachen Deutsch und Englisch gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an den Extras des Mediums interessiert, von denen es diesmal reichlich zu bestaunen gab.

Neben einem exklusiven Audiokommentar von Jonathan Levine und den Hauptdarstellern (deutsche Untertitel zuschaltbar) gibt es gleich neun Features in denen wir näheres zum Roman und der Filmentwicklung, der Figuren, dem Makeup, den Waffen & Stunts und natürlich zu den Visuellen Effekten erfahren, einige entfallene Szenen die es leider nicht in die finale Fassung des Films geschafft haben sowie einige durchaus witzige Outtakes von Szenen, die schief gegangen sind. Mit stolzen 114 Minuten an Bonusinhalten dürfte hier wohl fast jeder zufriedengestellt werden, denn der entsprechende Background zu den Dreharbeiten ist mehr als nur umfangreich.

Mit „Warm Bodies“ hat Jonathan Levine eine durchaus solide Regiearbeit abgeliefert, die sich sehen lassen kann. Trotz einiger Schwächen gegen Ende ist diese ungewöhnliche Zombie-Komödie witzig, unterhaltsam und durchaus zu empfehlen.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Concorde

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Warm Bodies

Länge: 98 min

Kategorie: Comedy, Horror, Romance

Start: 11.07.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Bewertung Extras: (8/10)

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Info

Warm Bodies

Warm Bodies

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 98 min
Kategorie: Comedy, Horror, Romance
Start: 11.07.2013

Bewertung Film: (7/10)

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