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Hit & Run

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 26. Juni 2013

Hit & Run

Bereits im Jahre 1957 gab es erstmalig einen Film namens „Hit and Run“, in welchem ein Dreiergespann bestehend aus Gus Hilmer, seiner Frau Julie und einem jungen Mechaniker namens Frank für allerhand Aufsehen sorgte. Ganze 45 Jahre später soll es in „Hit & Run“ erneut um drei Menschen gehen die einfach nicht von sich lassen können, doch wo der damalige Film noch als Mischung aus Drama und Krimi konzipiert war, bekommen die Zuschauer heute eine ganze Menge zum lachen.

Seit nunmehr sechs Monaten sind Annie (Kristen Bell) und Charlie Bronson (Dax Shepard) ein glückliches Paar das ein scheinbar perfektes Leben führt, doch plötzlich bekommt Annie ein Angebot aus Los Angeles, dort eine Doktorandenstelle an der Universität für den Bereich der gewaltfreien Konfliktlösung auszufüllen. Natürlich ist Charlie alles andere als erbaut von dieser Idee, doch nach einem kleineren Streit versucht auch er seiner Freundin keine Steine in den Weg zu legen und beschließt kurzerhand, diese zur neuen Arbeitsstelle zu fahren. Als Dritter im Bunde hat Annies Ex-Freund Gil (Michael Rosenbaum) bei diesem Ortswechsel auch noch ein klein wenig mitzureden, denn dieser bekommt nicht nur heraus das Charlie sich als ehemaliger Verbrecher in einem Zeugenschutzprogramm befindet, sondern verrät ihn auch noch an dessen ehemaligen Partner Terry (Bradley Cooper), der sich nichts sehnlicher als Charlies Tod wünscht…

Hit & RunNachdem Regisseur und Kameramann David Palmer (Stripped: Greg Friedler’s Naked Las Vegas) vor zwei Jahren mit seinem Erstlingswerk „Brother’s Justice“ alles andere als gut bei seinen Kritikern abgeschnitten hat, sah er sich gezwungen seinen Film „Hit & Run“ mit seinem Co-Regisseur Dax Shepard (Parenthood) zusammen zu drehen, der sich nicht nur für das Drehbuch verantwortlich zeichnete, sondern sogleich auch noch die Hauptrolle übernahm. Um den Cast zu vervollständigen holte dieser kurzerhand auch noch seine Lebensgefährtin Kristen Bell (Nie wieder Sex mit der Ex) mit ins Boot, mit der er „Hit & Run“ in weniger als zehn Wochen komplett abdrehte.

Im Grunde könnte man die verrückte Gaunerkomödie „Hit & Run“ mit Tony Scotts „True Romance“ aus dem Jahre 1993 vergleichen, denn obwohl Palmers Werk nicht unbedingt den hohen Grad an Gewalt von Scott teilt, sind die Figuren doch ganz ähnlich konzipiert. Ohne eine tiefergehende Geschichte zu entwickeln versuchen David Palmer und Dax Shepard in erster Linie ein Road-Movie zu kreieren das einzig und allein auf Witz und jeder Menge guter Autos baut, woraufhin Shepard auch sogleich einige fahrbare Untersätze aus seinem Privatbestand in den Film integrierte, um diesen zu vervollständigen.

Hit & RunIm Mittelpunkt der Geschichte stehen neben den unterschiedlichsten Figuren in erster Linie eine Reihe erstklassiger Autos, von denen insbesondere ein 1967 in schwarz gehaltener Lincoln Continental mit einem 700 PS starken Motor zu überzeugen vermag. Mit diesem versuchen Annie und Charlie diversen Gangstern und vor allem Annies verrückten Ex-Freund Gil zu entkommen, um gleichzeitig möglichst pünktlich das entsprechende Bewerbungsgespräch abzuhalten. Bei alledem kommt die Geschichte zuweilen recht kurz, doch was der Geschichte an der einen oder anderen Stelle an Tiefe fehlt, machen die durchaus unterhaltsamen Darsteller wieder weg.

In erster Linie sind dies Kristen Bell und Dax Shepard, die als Annie und Charlie am Anfang noch sprichwörtlich im siebenten Himmel der Liebe schweben, langsam aber sicher auf den Boden der Tatsachen zurück finden. Mehr und mehr bröckelt die Fassade von Charlie, Annie erfährt immer mehr von dessen Vergangenheit als Verbrecher und Fluchtwagenfahrer, bis die Beziehung plötzlich zum scheitern verurteilt ist und nur noch dadurch zusammengehalten werden kann, dass sie von einem vollkommen verhaltensgestörten Verbrecher verfolgt werden, der sich ihr beider Tod wünscht. Besagter Verbrecher wird von Bradley Cooper (Silver Linings) gespielt, dessen völlig überzeichneter Charakter maßgeblich zum Erfolg von „Hit & Run“ beiträgt, wenn dieser beispielsweise mitten im Supermarkt fast fünf Minuten über billiges Hundefutter diskutiert und hinterher einen farbigen beinahe noch auf offener Straße erschießt.

Hit & RunDie mit weitem Abstand lustigste Person ist aber Tom Arnold (True Lies – Wahre Lügen) als Marshal Randy Anderson, der im Grunde nur auf Charlie aufpassen muss. Übergewichtig, absolut tollpatschig und stets absolut ohne Plan fährt er in einem alten zerbeulten Wagen durch das Land, feuert seine Pistole ungewollt in den unterschiedlichsten Gegenden ab, nur um irgendwo im Nirgendwo schließlich auf einen Polizisten zu treffen, der mit einer speziellen App Schwule orten kann, mit diesen er anschließend anbändelt. So unterhaltsam all die Verfolgungsjagden auch sind, so prächtig der 1967er Lincoln auch aussieht, Tom Arnold ist der heimliche Held von „Hit & Run“, ohne den dieser Film einfach nicht funktionieren würde.

Neben der durchschnittlichen Geschichte und einem überragenden Tom Arnold gibt es aber noch weitere Beteiligte, die maßgeblich zum Erfolg des Filmes beitragen. Von Kameramann Bradley Stonesifer (The Vicious Kind) bekommen wir ein ähnlich gelungenes Bild wie zuletzt in „God Bless America“, die Komponisten Robert Mervak (The Ides of March – Tage des Verrats) und Julian Wass (Noah’s Arc: Jumping the Broom) tragen einen durchaus unterhaltsamen Soundtrack bei, während Cutter Keith Croket (The Road) eine gelungene Mischung aus überaus schnellen und gediegenen Bildern fand.

Ab dem 19. Juli 2013 ist das rasante Road-Movie „Hit & Run“ im Verleih von Universum Film auf Blu-ray, DVD und Video-on-Demand im Handel erhältlich und in erster Linie all jenen zu empfehlen, die ungewöhnliche Actionfilme mit heißen Wagen zu schätzen wissen. Das Bild der Blu-ray ist mit 1080/24p gewohnt scharf und reich an Farben, während der Ton in DTS-HD 5.1 (DVD in Dolby Digital 5.1) in den Sprachen Deutsch und Englisch gut auf die Boxen abgestimmt ist. Wie immer waren wir insbesondere an den Extras des Mediums interessiert um mehr über die Produktion zu erfahren, die sich durchaus sehen lassen konnten. Es gibt die drei Features „Street Legal“, „Run and Gun“ und „Love the Run“ (7min) in denen wir einige Bilder vom Set mit kurzen Interviews sehen, ganze 24 Minuten „Deleted Szenes“ die es leider nicht in die finale Fassung des Films geschafft haben sowie eine entsprechende „B-Roll“ (33min) mit unkommentierten Szenen, durch die wir einen Blick hinter die Kamera bekommen.

„Hit & Run“ ist ein durchaus witziges Road-Movie mit heißen Autos und einem unglaublichen Tom Arnold, der die flache und zuweilen substanzarme Geschichte schnell vergessen lässt.

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Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Universum Film

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Hit & Run

Länge: 100 min

Kategorie: Action, Comedy

Start: 19.07.2013

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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Bewertung Extras: (7/10)

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Info

Hit & Run

Hit & Run

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 100 min
Kategorie: Action, Comedy
Start: 19.07.2013

Bewertung Film: (6,5/10)

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