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Evil Dead

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 9. April 2013

Evil Dead

Einer der wohl fragwürdigsten Filme in den 80er Jahren war wohl ohne Zweifel „The Evil Dead“ (auf Deutsch: Tanz der Teufel) aus dem Jahre 1981, der nicht nur das Sprungbrett für Regisseur Sam Raimi darstellen sollte, sondern für nicht gerade wenig Aufsehen bei der deutschen BPjS (heute BPjM) sorgte, wurde der Film doch schließlich im Jahre 1984 indiziert und somit auch beschlagnahmt. Ganze 32 Jahre später initiiert Raimi als ausführender Produzent schließlich das entsprechende Remake des Klassikers, das mit einem gewaltigen Ekelfaktor und einigen sehenswerten Neuerungen erneut das Horror-Genre ordentlich aufmischen wird.

Mia (Jane Levy), ihr Bruder David (Shiloh Fernandez), seine Freundin Natalie (Elizabeth Blackmore) sowie die beiden Jugendfreunde Olivia (Jessica Lucas) und Eric (Lou Taylor Pucci) möchten in einer einsamen Waldhütte ein paar ruhige Tage zusammen verbringen und Mia dabei helfen vor ihren Drogenproblemen los zu kommen. In einem aufwendigen Ritual entledigt sie sich ihrem Stoff, doch neben den üblichen Entzugserscheinungen tritt plötzlich auch der Geruch des Todes zu Tage, der aus einem geheimen Keller heraus zu kommen scheint. Fein säuberlich wurden an der Decke diverse Kadaver auf gehangen, in der Mitte steht ein verbrannter Balken, während auf einem Tisch ein in Stacheldraht gewickeltes Etwas liegt, dass sich Eric auch schon bald näher anzusehen beginnt. Bei besagtem Gegenstand handelt es sich um ein dämonisches Buch der Toten, durch das Eric mit Hilfe einer geheimen Beschwörungsformel das Böse tief im Wald erweckt. Am Ende des Tages soll nichts mehr so sein wie sie es kannten, denn es wird einer nach dem anderen aus dem Leben scheiden…

Evil DeadDie ursprüngliche Fassung von „The Evil Dead“ beruhte auf dem 30-minütigen Horrorkurzfilm „Within the Woods“ der Regisseure Sam Raimi, Rob Tapert und Bruce Campbell, mit dem sie inhaltlich die ersten beiden Teile ihrer drei späteren Filme abdeckten und in erster Linie Produzenten auf sich aufmerksam machen wollten, um Geld für ein finales Produkt zu sammeln. Gut 32 Jahre später soll es nun an der Zeit sein das passende Remake zu drehen, für das Sam Raimi (Possession – Das Dunkle in dir) und Bruce Campbell (Die fantastische Welt von Oz) zwar nur noch als Produzenten zur Verfügung standen, dass mit dem aus Uruguay stammenden Fede Alvarez (Ataque de pánico!) jedoch einen Regisseur bekam, der ein beachtliches Debüt hinlegen konnte.

Vergleicht man die ursprüngliche Version von „The Evil Dead“ mit dem entsprechenden Remake, so fällt sofort auf, dass die heutige Fassung von Fede Alvarez und seinem Autorenteam bestehend aus Diablo Cody (Juno) und Rodo Sayagues (El cojonudo) wesentlich erwachsener wirkt und dabei die Stärken seines Vorgänger geschickt zu nutzen versteht. Die Geschichte rund um das alte Haus und das Buch des Todes ist noch immer im Ansatz gleich, mit der Einleitung zum Drogenentzug wurde dies in ein entsprechend modernes Gewand verpackt, während bei den eigentlichen Figuren im Grunde nur ein kleiner Vierbeiner hinzukommt, der jedoch schon bald im Reich der Toten enden soll.

Evil DeadGanz im Stile von Raimi wird auch beim Remake nicht auf die durch den Wald hetzende Kamera verzichtet, auf die anfängliche Vergewaltigungsszene mit den Bäumen und erst recht nicht auf jene Kettensäge, die das Original prägte. Bis es aber soweit ist, wird einer nach dem anderen von der übernommenen Mia mit dem Bösen infiziert, auch wenn genau dieser Aspekt schon immer ein Schwachpunkt in allen drei Vorgängern darstellte. Es wird gebissen, mit Blut gespuckt und auf alle erdenklichen Arten gemordet, sodass sich der zartbesaitete Zuschauer schon sehr bald die Frage stellen muss, ob dieser Film wirklich die richtige Wahl gewesen ist. Das „Evil Dead“ aber auch für den geborenen Horrorfan einige sehenswerte Szenen beisteuert, sehen wir gleich an mehreren wirklich netten Ideen.

Wenn plötzlich das Kuttermesser genüsslich durch die Zunge fährt tut es unfreiwillig beim zuschauen weh, wenn die Nägel der Nagelpistole im Gesicht des Opfers landen zuckt man unfreiwillig zurück, doch wenn das mechanische Fleischmesser durch den eigenen Oberarm geht, dürfte wohl auch für die letzten die Grenze des guten Geschmacks erreicht sein. Natürlich fehlt bei alledem die bekannte Szene mit der Kettensäge auch nicht, doch wo damals Bruce Campbell in Erscheinung trat, soll die Ehre diesmal der jungen Jane Levy gehören, die ihr Opfer wortwörtlich von den Beinen holt.

Evil DeadBei alledem ist der Grad der Gewalt am oberen Limit, wobei auch diesmal die Grenze zwischen Geschmacklosigkeit und der eines Kultfilmes nur überaus schwer abzumessen ist. Für die einen wird der Film eine schlaflose Nacht bescheren, für ganz andere der garantierte spätere Kauf der entsprechenden DVD. Ob „Evil Dead“ in der uns gezeigten 91-minütigen Version ins Kino kommt, muss man an dieser Stelle jedoch stark bezweifelt werden, denn obwohl die FSK18 Freigabe schon überaus deutlich ist, ist der Film doch stellenweise brutaler als sein zugrunde liegendes Original.

Im Bereich der Darsteller setzt Fede Alvarez auf eine Reihe mehr oder minder unbekannte Gesichter, wenn man sich nicht gerade mit diversen Fernsehserien beschäftigt. Lou Taylor Pucci (Carriers) gibt einen ganz passablen Streber ab der das Unglück initiiert, Jessica Lucas (Cloverfield) ist das hübsche Beiwerk das als Krankenschwester agiert, während Hauptdarstellerin Jane Levy (Fun Size) in der Rolle der Mia in erster Linie jene vom Bösen besessene spielt, die nach und nach mit ihrem handeln die ganze Gruppe beginnt auszulöschen. Während das Schauspiel der Darsteller bestenfalls im Mittelmaß anzusiedeln ist, muss man insbesondere den zuständigen Maskenbildnern ein Lob aussprechen, die bei einem Budget von gerade einmal 14 Mio. Dollar wirklich sehenswertes vollbracht haben.

Mit „Evil Dead“ bekommen wir den ersten wirklich sehenswerten Horrorfilm in diesem Jahr geboten, der seinem Original in nur wenig nachsteht. Obwohl die eine oder andere Szene etwas hart erscheinen mag, ist es doch ein gelungener Genrebeitrag geworden. Alle die das Kino zumeist beim Abspann verlassen, soll an dieser Stelle noch gesagt werden, dass warten lohnt sich!

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Wir vergeben daher 7,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Sony

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Evil Dead

Länge: 91 min

Kategorie: Horror

Start: 16.05.2013

cinetastic.de Filmwertung: (7,5/10)

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Info

Evil Dead

Evil Dead

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 91 min
Kategorie: Horror
Start: 16.05.2013

Bewertung Film: (7,5/10)

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