Die drei Freunde Sonny (50 Cent), Vincent (Ryan Phillippe) und Dave (Brett Granstaff) sind Freunde seit ihrer Kindheit und gehen zusammen durch dick und dünn. Während Dave mit einem Haus und einer glücklichen Ehefrau ein scheinbar normales Leben zu pflegen scheint, haben es die drei jedoch Faust dick hinter den Ohren. Vincent hat einen neuen ganz großen Plan und so rauben sie kurzerhand einen arabischen Diamantenhändler auf offener Straße aus und schießen dabei auf einer Detroiter Kreuzung am helllichten Tage mit schweren Waffen um sich. Mit Diamanten im Wert von 5 Mio. Dollar machen sie sich aus dem Staub, doch das Glück soll den dreien nicht hold sein. Vincent verrät und erschießt kurzerhand seine beiden Freunde, macht sich mit den Diamanten aus den Staub und lässt die Leichen achtlos zurück. Leider hat dieser die Rechnung ohne Sonny gemacht, der sich schwer verletzt retten kann und nur noch auf eines aus ist, Rache! Zusammen mit der Hilfe von Mafiaboss Jack Biggs (Bruce Willis) beginnt ein gefährliches Spiel, dass die Detroiter Unterwelt in Atem halten soll…
Es gibt immer wieder Filme bei denen man am Anfang schon weiß, dass die Wahrscheinlichkeit für gute und angenehme Unterhaltung kaum gegeben ist. Solch ein Film ist auch “Set Up”, dass erst zweite Werk von Stunt-Director Mike Gunther (Beatdown). Nachdem dieser uns schon in “Beatdown” äußerst elegant sein nicht vorhandenes Können als Regisseur unter Beweis stellen konnte, hat dieser in “Set Up” neben Drehbuchautor Mike Behrman (6th and Santa Fe) auch aktiv als Co-Autor am Drehbuch mitwirken können. Wie sagt ein berühmtes Sprichwort doch so schön: “Schuster bleib bei deinen Leisten” und genau dies sollte auch Mike Gunther so langsam einsehen, der seinen – im Grunde wirklich guten – Ruf durch solche Experimente nachhaltig Schaden zufügen wird.
Die Geschichte von “Set Up” ist schnell erzählt und ein Beweis dafür, dass die Verantwortlichen von einer Kino Veröffentlichung abgesehen haben und diesen lieber gleich auf Blu-ray und DVD erscheinen ließen. Wenn bei “Set Up” eines besticht, dann ist dies die Oberflächlichkeit der Geschichte und der gnadenlose Versuch aus anderen und wesentlich besseren Filmen Elemente zu “klauen” und diese in einem gut besetzten Action Film wieder zusammen zu schustern. Gunther und Behrman greifen unzählige Elemente – wie die Szene mit dem Dope Händler und dem Fleischer – auf, um diese kurze Zeit später schon wieder achtlos auf den Boden zu werfen und den kürzlich eingeführten Nebendarsteller vergessen zu lassen. Leider sind diese strukturellen Defizite des Plots nicht die Einzigen, die diesen auf lange Sicht negativ beeinträchtigen. Gunther und Behrman erfinden einen Racheplan, der jeder normalen Definition von Logik so dermaßen wiederspricht, als das man als Zuschauer nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Der grade erst angeschossene Sonny rennt mit einer Pistole bewaffnet in eine illegale Poker Bar um den Gangstern zu sagen, dass diese doch bitte Vincent ausrichten sollen, dass er ihn sucht? Wo bitteschön gibt es denn so etwas!
Neben der unmöglichen Geschichte hatte Gunther mit der Wahl seiner Darsteller kein besseres Händchen. 50 Cent (Get Rich or Die Tryin) wirkt kalt, berechenbar und zu keiner Zeit überzeugend und Bruce Willis (Pulp Fiction) – der entgegen dem Blu-ray Cover eine eher untergeordnete Rolle spielt – bekommt kaum Dialoge und Leinwandzeit, als das dieser auf lange Sicht den Film spannend gestalten könnte. Einzig Ryan Phillippe (Eiskalte Engel) konnte mit seiner Rolle als Gegenspieler überzeugen, was letztendlich dem Film leider auch nicht mehr helfen konnte.
Ab dem 13.01.2012 (Verleih) und dem 31.01.2012 (Verkauf) bringt Ascot Elite Home Entertainment “Set Up” direkt auf Blu-ray und DVD in euer heimisches Wohnzimmer. Mit einem Seitenverhältnis von 1,78:1 und gestochen scharfen 1080p wird das Bild überwiegend in einem dunklen Blau-Ton gehalten, was an Filme der späten 90iger Jahre erinnert. Der Ton steht wahlweise in Deutsch und Englisch zur Verfügung, wobei die DVD in Dolby Digital 5.1 und die Blu-ray in DTS-HD Master Audio 5.1 gehalten ist. Wie immer haben wir für euch ein besonderes Augenmerk auf die zusätzlichen Inhalte gelegt, welche sich wie folgt gestalten. In 9 Minuten “Making Of” erfahren wir allerhand Einzelheiten zum Dreh von Regisseur und Drehbuchautor Mike Gunther, was sich in 23 Minuten “Interviews mit Cast und Crew” fortsetzt, in denen Gunther, Jackson und Couture zu Wort kommen. Den Abschluss bildet ein “Blick in den Waffenschrank von Set Up”, in denen uns 3 Minuten lang die verschiedensten im Film benutzten Waffen erklärt werden.
“Set Up” ist eine herbe Enttäuschung geworden, die ich nur wirklich eingefleischten 50 Cent Fans empfehlen kann. Die Geschichte ist oberflächlich und schlecht erzählt, die Darsteller wenig überzeugend und die Arbeit von Mike Gunther alles andere als gut.
Als 1990 Nelson Mandela freigelassen und das Ende der Apartheit eingeleitet wurde, kam es zwischen den ANC (African National Congress) und den IFP (Inkatha Freedom Party) zu grauenhaften Machtkämpfen in den Townships von Afrika. Zur selben Zeit reist der 28 jährige Greg (Ryan Phillippe) nach Afrika ein, um an die begehrten Aufträge der Zeitung “The Star” zu kommen. Unterwegs wird er Zeuge, wie ein schwarzer Junge im Zuge der Unruhen auf offener Straße getötet wird und wie sich drei Fotografen, dass möglichst beste Bild sichern wollen. Dieser Einsatz ist nur noch damit zu übertreffen, indem sich Greg direkt in ein Dorf der Zulus begibt, um dort Bilder zu machen. Dem Tode so nahe wie nie zuvor gewesen, bekommt Greg nicht nur seine gewünschten Bilder, sondern auch einen Job bei Robin Comley (Malin Akerman) sowie die Freundschaft der drei zuvor getroffenen Fotografen. Zusammen mit Kevin Carter (Taylor Kitsch), João Silva (Neels Van Jaarsveld) und Ken Oosterbroek (Frank Rautenbach) bilden sie fortan den Bang Bang Club, ein Team von Freunden das sich Tagsüber gegenseitig beschützt und in der Nacht die Clubs unsicher macht.
Am Anfang des Filmes wird Kevin Carter in einem Interview gefragt, was ein gutes Foto letztendlich ausmacht. Die Beantwortung dieser Frage allerdings muss bis fast zum Ende des Filmes warten, denn Regisseur und Drehbuchautor Steven Silver (Shake Hands with the Devil, Zur Schuld verdammt) blendet um und zeigt die Anfänge der 90ier Jahre. “The Bang Bang Club” basiert hierbei auf dem Buch “The Bang-Bang Club Snapshots from a Hidden War” der beiden Kriegsfotografen Greg Marinovich und João Silva, welche als einzige die damaligen Konflikte in Afrika lebend haben überstehen können. Schon damals sicherte sich Silver die entsprechenden Filmrechte und zusammen mit Marinovich und Silva ist nun ein Film entstanden, der die Kontroverse im Bildjournalismus erneut aufflackern lässt.
Wie weit darf ein Fotograf gehen, um ein perfektes Bild zu schießen? Diese Frage wirft sich nicht nur bei Greg Marinovich auf, der 1990 den Pulitzer-Preis für das Bild eines brennenden Schwarzen Mannes erhielt, sondern auch bei Kevin Carter, der 1994 im Sudan das Bild eines hungernden Kindes schoss, in dessen Rücken bereits ein Geier auf seine Beute wartete. Wie sagte Greg doch so schön, als Fotograf in Krisengebieten dokumentiert man das Sterben und wartet auf den Tod, der letztendlich schon fast pornografisch aufbereitet das bietet, was die Öffentlichkeit sehen möchte. Hier beginnt die Gradwanderung der vier Fotografen des “The Bang Bang Club”, denn die Frage der reinen Beobachtung oder des Helfens wird hier immer wieder gestellt. “Was wurde eigentlich aus dem hungernden Mädchen” wurde Kevin Carter immer wieder gefragt, doch eine Antwort gebend war dieser dazu nie im Stande, “ich habe doch nur fotografiert”.
Steven Silver wählt als Weg seines Filmes eine Gradwanderung zwischen guter Dokumentation und Action Film, welche diesem wirklich vortrefflich gelungen ist. Mit weitwinkligen Bildern aus der Entfernung können wir die Arbeit der vier bestaunen, wobei Silver immer wieder Aufnahmen nutzt, die uns das Bild direkt aus der jeweiligen Kamera zeigen. Hier wird einerseits in aller Deutlichkeit die Gefahr des Jobs dokumentiert, zum anderen aber auch die Abgestumpftheit, die mit diesem einhergeht. Anfangs wendet sich Greg noch von den Toten angewidert ab, werden diese doch schon bald zu seinem Alltag. Das dies nicht spurlos an einem vorbei geht, zeigt uns die wirklich vortreffliche Rolle von Taylor Kitsch (X-Men Origins: Wolverine), als Kevin Carter. Innerlich zerfressen kann dieser das Leid und den Tod um sich herum nur noch mit langen Party Nächten, unzähligen Schachteln Zigaretten und jeder Menge Drogen ertragen, die ihn letzten Endes auch in den Selbstmord trieben.
Ab dem 09.12.2011 bringt Senator uns diesen wirklich großartigen Film in das heimische Wohnzimmer, wo wir ihn in DTS-HD 5.1 in Deutsch und Englisch genießen können. Neben diesem erschütternden Thema interessiert uns natürlich wie immer in erster Linie all das zusätzliche Material, mit dem uns der Verleih den Kauf die Blu-ray / DVD schmackhaft machen möchte. Leider ist man hierbei etwas “sparsam” gewesen, denn neben einem 45 minütigen Making Of mit dem ganzen Team sehen wir hier leider nicht viel.
Trotz des mageren Bonus Materials enthält dieser Film eine eindeutige Empfehlung, dokumentiert er doch eine eindrucksvolle Leidensgeschichte eines ganzen Landes sowie jene von vier Freunden, ohne die der Westen niemals von den Grausamkeiten während der Apartheit erfahren hätte. Der Film wirft viele Fragen auf und lässt genauso viele Antworten zu, großes Kino.
Mick Haller (Matthew McConaughey) ist einer jener schmierigen Anwälte, wie sie im Buche stehen. Seine Klienten sind Drogenabhängige, Prostituierte, Biker-Gangs und all jene Kleinkriminelle, die sich seine Dienste leisten können. Auf dem Rücksitz seines Lincolns lässt dieser sich von seinem Chauffeur durch die Stadt fahren, während er von einem Gerichtstermin zum nächsten hetzt. Eines Tages ergibt sich für Mick allerdings die Chance auf das ganz große Geld, als der Millionärssohn Louis Roulet (Ryan Phillippe) wegen versuchter Vergewaltigung einer Prostituierten angeklagt wird. Während dieser seine Unschuld beteuernd noch als Bauernopfer da steht, wendet sich für beide Seiten das Blatt schon bald. Auf einer seiner üblichen Recherchen trifft Mick auf Zusammenhänge, die tief in seiner eigenen Vergangenheit verwurzelt sind. Ein Katz und Maus Spiel entwickelt sich, bei dem er selbst das Opfer zu sein scheint…
Noch vor 20 Jahren waren Filme wie “Der Mandant” ein typisches Genre, welches regelmäßig in diversen Variationen im Kino zu sehen war. Im Zuge der Konkurrenz durch ähnliche Fernsehserien, hatten diese es allerdings in letzter Zeit immer schwerer, woraufhin sich kaum noch Produzenten daran versuchten. Das es auch anders geht, zeigt uns einmal mehr Regisseur Brad Furman (The Take, Unbroken), welcher einen herrlichen Justiz-Thriller inszenierte, der auf dem Roman “The Lincoln Lawyer” von Michael Connelly basiert. Mit einer wunderbaren Roman Adaption zeigen uns Brad Furman und John Romano (Ein (un)möglicher Härtefall), dass das gute alte Genre noch lange nicht vergessen sein muss, sondern durchaus eine gewisse Wiederbelebung erfahren kann. Ganz im Stile der alten Noir-Thriller werden hier all jene Merkmale eingearbeitet, welche die älteren unter uns schon lange als vergessen geglaubt haben.
Mit Matthew McConaughey (Die Jury, U-571) haben wir in “Der Mandant” den typischen Anti-Helden, den wir einerseits mit viel Verachtung begegnen, andererseits aber auch ein wenig Bewunderung entgegen bringen. Im Grunde nutzt Mick all jene Gesetzeslücken aus, die ihm die Justiz bietet, und das sind nicht grade wenig. Moralische Bedenken über Bord geworfen, sehen wir so einen einfallsreichen McConaughey, der redegewandt jede Situation für sich entscheiden kann. Ob dies die kleinen Gefallen bei den Gerichtsdienern sind, bei den Polizisten oder gar ehemaligen Klienten, er ist in jede Sache irgendwie verwickelt und bewegt sich dennoch immer im Bereich des Gesetzes. Nachdem Matthew McConaughey in den letzten Jahren eher mit einigen Komödien überzeugen konnte, darf er nun in “Der Mandant” mehr als nur brillieren. Mit seiner ganz eigenen Art kann er den aalglatten Juristen mimen, der einerseits vor Sarkasmus nur so trieft, andererseits steht’s der liebevolle Vater und Familienmensch bleiben kann. Neben McConaughey sind es hier allerdings einmal mehr die Nebendarsteller, welche den Film ihre ganz besondere Note verpassen. Ob dies nun Laurence Mason (Die Krähe) als sein Fahrer ist, Michael Peña (Million Dollar Baby) als Jesus Martinez oder Ryan Phillippe (Eiskalte Engel), als der Sonnyboy Louis Roulet.
“Der Mandant” ist ein Justiz-Thriller der alten Schule mit einem wunderbaren Plot, überzeugenden Darstellern und wunderschönen Bildern. Ab dem 02.12.2011 bringt Universumfilm diesen auf Blu-ray und DVD in den Handel, und somit in euer Wohnzimmer. In glasklarem DTS-HD 5.1 können wir Brad Furmans Meisterwerk in Deutsch wie auch im englischen Original genießen, sowie wahlweise deutsche Untertitel für Hörgeschädigte hinzu schalten. Wie bei jeder Veröffentlichung richten wir aber einmal mehr ein Auge auf das umfangreiche zusätzliche Material, welches uns der Verleih zur Verfügung stellt. In 13min Making Of erzählt Matthew McConaughey sowie die Produzenten des Filmes, wie alles Begann. Ob dies nun die Entwicklung des Drehbuches ist, die Suche nach McConaughey als Hauptdarsteller oder der interessante Fakt, dass genau dieser letztendlich den Regisseur aussuchte. Neben dem Making Of bekommen wir zwei wirklich nette Featurettes, bei welchem uns Michael Connelly 10 Minuten lang L.A. zeigt und danach in den Gerichtssaal blendet, in welchem er mit McConaughey ein Interview führt. Genau diese Interviews bekommen wir auch noch einmal zusätzlich mit McConaughey, Phillippe, Macy und Furman geboten, welche insgesamt einen Umfang von 33 Minuten aufweisen. Um dies alles noch einmal abzurunden, erhalten wir das wertvollste an jeder Blu-ray/DVD Veröffentlichung, gut 5 Minuten Deleted Szenes, die es leider nicht in den Film geschafft haben.