
Das Langfilmdebüt von Regisseur und Drehbuchautor Paddy Considine (Das Bourne Ultimatum) versucht mit seinem eigenartigen Namen “Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte” beim Zuschauer gleich zu Beginn die verschiedensten Assoziationen zu wecken. Dem erfahrenen Kinogänger wird hier sofort jene Szene aus Steven Spielbergs “Jurassic Park” in Erinnerung gerufen, in der der gewaltige T-Rex langsam auf das Auto zumarschiert kam und das Wasser begann im Glas leise Wellen zu schlagen.
Joseph (Peter Mullan) ist kein guter Mensch. Jähzornig pöbelt sich der einsame Trinker durch sein Leben, verlässt eines Abends laut fluchend die Kneipe und tritt seinem geliebten Hund voller Zorn in die Rippen, sodass dieser auf der Stelle stirbt. Minuten später schon bereut er sein Handeln wie so oft und flüchtet sich in den Laden der Second Hand-Verkäuferin Hannah (Olivia Colman), die augenscheinlich auf Rosen gebettet zu sein scheint. In seiner jähzornigen Art beschimpft er Hannah sofort, zieht Parallelen zu ihrer guten Herkunft und verschwindet kurzerhand laut fluchend wieder. So sehr die von Joseph getroffene Beobachtung auch stimmen mag, hat Hannah ganz andere Probleme. Fast täglich wird sie von ihrem Ehemann James (Eddie Marsan) auf grausame Weise erniedrigt und geschlagen, und so verwundert es wenig, dass Hannah und Joseph schon bald aneinander Halt finden…
Es gibt viele Filme, die nach außen hin vorgeben hart zu sein und dennoch mit ihrer Eintönigkeit genau das zeigen, was viele von uns aus anderen Medien doch schon längst gewohnt sind. Wer diese Ansicht jedoch auch bei Paddy Considine’s “Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte” vertritt, muss bereits viel in seinem Leben gesehen haben, zeichnet sich der Film doch vornehmlich durch eine Härte aus, die stellenweise durchaus etwas übertrieben scheint. Gleich zu Beginn müssen wir miterleben, wie Joseph in seinem Jähzorn seinen eigenen Hund tötet, doch soll dies erst der Anfang gewesen sein. Insbesondere die Leidensgeschichte von Hannah und die Erniedrigungen durch ihren Ehemann James werden für den einen oder anderen Zuschauer abschreckend sein, doch wer darüber hinaus noch gefesselt bleibt, wird mit einem wunderbaren Erstlingswerk von Paddy Considine belohnt.
Das Sozialdrama von Considine zeigt zwei gesellschaftlich ausgestoßene Personen und umschifft dabei gekonnt jene Klischees, in die ähnliche Filme leider allzu oft abrutschen. Vielmehr setzt Considine auf Authentizität, wenn er seine Figuren beschreibt und jene sozialen Brennpunkte aufzeigt, in denen die Charaktere groß werden. Der jähzornige Joseph hat Gewalt bereits sein ganzes Leben erfahren müssen. Ob dies sein gewalttätiger Vater war, die eigene Gewalt, die er seiner Frau antat, oder jene, die der Nachbarsjunge fast täglich ausgesetzt ist und die auch Joseph stillschweigend mit ertragen muss. Ganz anders ist da Hannah, die man bestenfalls als Gutmensch bezeichnen kann. Immer wieder vergibt sie ihrem Ehemann James, jede Erniedrigung lässt sie stillschweigend über sich ergehen und wenn sie doch einmal das Leid in einem Menschen sieht, betet sie für seine Besserung.
Wirklich groß spielt in “Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte” vor allem Hauptdarsteller Peter Mullan (Gefährten) auf, der neben der entsprechenden Ehrung auf dem Sundance Festival vor allem den begehrten BAFTA Award mit nach Hause nehmen durfte. Seine voller Jähzorn getragene Rolle, die ständigen Wutausbrüche und das langsame und vorsichtige Annähern an die Normalität, wo er jederzeit zwei Schritte vor und einen zurück geht – einfach phantastisch! Damit einher geht die Darbietung von Olivia Colman (Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis), bei der nicht nur die Maskenbildner einen erstklassigen Job gemacht haben.
Mit seinen zahlreichen Wendungen innerhalb der Handlung weiß Considine jederzeit zu unterhalten, wobei er sein Sozialdrama dennoch weitab der normalen Strukturen angesiedelt hat. Zwischen Gewalt und Erniedrigung finden in “Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte” allerdings auch die lichten Momente für kurze Zeit den Weg an die Oberfläche. Die ausgelassene Feier nach der Beerdigung symbolisiert ein wenig das Vergessens und die kurze Szene des Bindens einer Krawatte beinhaltet wohl mehr Intimität als so manch anderer Film in 90 Minuten.
Ab dem 08.03.2012 erscheint “Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte” in der Reihe “Kino Kontrovers” auf Blu-ray und DVD in einem aufwändig gestalteten Dual Format Mediabook. Der Ton liegt hierbei in den Sprachen Deutsch und Englisch vor und kann mit seinen DTS-HD Master Audio 5.1 (DVD Dolby Digital 5.1) überzeugen. Wie immer haben wir uns für euch die Extras der Blu-ray angesehen und sind dabei auf einige interessante Dinge gestoßen. Im Audiokommentar des Regisseurs erfahren wir viele Einzelheiten zu den Szenen und bekommen von Paddy Considine den direkten Vergleich zu seinem Kurzfilm “Dog Altogether”, wo er insbesondere darauf eingeht, warum es bestimmte Szenen des Kurzfilms nicht in den Hauptfilm geschafft haben. Natürlich darf für den direkten Vergleich der Kurzfilm nicht fehlen, der mit seinen 16 Minuten auf dem Medium vertreten ist. Einige Szenen sind hierbei bereits aus dem Hauptfilm bekannt, wobei diese natürlich alle noch einmal nachgedreht wurden. Den Abschluss bilden schließlich 11 Minuten Deleted Scenes, die leider nicht in die Endfassung des Filmes eingeflossen sind.
Mit “Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte” ist Paddy Considine sein Regiedebüt auf ganzer Linie gelungen. Er präsentiert uns ein wirklich gutes Sozialdrama mit phantastischen Darstellern und einer sehr guten Kameraarbeit von Erik Alexander Wilson. Leider wird dadurch die Messlatte für zukünftige Filme Considines recht hoch liegen, die er nur schwerlich wird erreichen können. Aus meiner Sicht ist “Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte” eine absolute Empfehlung die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Tom Brant (Jason Statham) ist ein knallharter Cop im South East District von London und kann vor allem durch seine ungewöhnlichen Methoden überzeugen. Brant ist hierbei kein Cop nach Lehrbuch oder einer der durch seine Art bei den Kollegen geschätzt wird, Brant ist jener der nachts Jugendliche mit einem Hockey Schläger vermöbelt, wenn diese sein Auto klauen wollen. Das Brant hierbei weder bei der Presse noch bei seinen Vorgesetzten hoch im Kurs steht, ist nichts Neues. Grade wurde er mal wieder in den Innendienst berufen, da macht ein geheimnisvoller Polizistenmörder (Aiden Gillen) London unsicher. Als bester Cop des Reviers bekommt Brant den Fall überschrieben, doch dies ist noch lange nicht alles. Ein Einzelgänger wie er bekommt ausgerechnet den überkorrekten Kollegen Porter Nash (Paddy Considine) als Partner und damit dies noch nicht genug ist, ist dieser vom anderen „Ufer“. Ein Team welches gegensätzlicher nicht sein kann, startet die spannende Jagt auf Londons meist verhasstesten Serienkiller…
Nachdem Regisseur Elliott Lester vor nun mehr 5 Jahren sein Regie Debüt mit “Love Is the Drug” gab, ist es relativ ruhig um ihn geworden. Umso erstaunlicher ist es, das dieser sich nun mit seinem zweiten Film zurück meldet und ausgerechnet einen Darsteller wie Jason Statham verpflichten konnte, welcher mittlerweile in einer ganz anderen Liga spielt. Elliott Lester’s “Blitz” basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ken Bruen (London Boulevard, The Guards), welcher 2002 als viertes Buch der “Detective Sergeant Tom Brant und Chief Inspector James Roberts” Serie erschienen ist. Der Roman wurde nun fast 10 Jahre später wieder hervor geholt und von Drehbuchautor Nathan Parker (2:22, Moon) so umgeschrieben, dass er Spielfilm tauglich wurde.
Wo andere “typische” Statham Filme wie “The Transporter”, “Crank” oder “The Expendables” immer im reinen Action Segment angesiedelt sind, geht es “Blitz” um einiges ruhiger an. Während die Hockey Szene am Anfang noch Gewalt und Martial Arts vermuten lässt, konzentriert sich Elliott Lester lieber auf sein gutes Drehbuch, welches jedoch zu keiner Zeit wirklich überraschen kann. Vieles ist zu vorhersehbar, vieles gab es in anderen Filmen bereits als bessere Version und so verwundert es wenig, dass “Blitz” weder in den USA noch in Europa einen Kino Start verpasst bekommen hat. Während die Geschichte für den Zuschauer als wenig spannend dahin plätschert, können vor allem die Darsteller überzeugen, allen voran das ungleiche Duo bestehend aus Jason Statham und Paddy Considine (Das Bourne Ultimatum, In America). Während Statham wie gewohnt den harten unnachgiebigen Kerl mimt, der tief im inneren doch ein weiches Herz besitzt, ist Considine das genaue Gegenteil davon. Weich, verständnisvoll, korrekt und tief im inneren doch mehr, als äußerlich vermuten lässt. Sehr gut ist auch die Darstellung des “Blitz”, gespielt von Aiden Gillen (Shanghai Knights, The Wire). Verrückter und durchgeknallter konnte ihn selbst Ken Bruen in seinem Roman nicht darstellen.
Da Blitz kein Kino Start bekam und nun seine DVD/Blu-ray Premiere feiert, waren wir natürlich umso mehr gespannt auf die vorhandenen Extras, die uns Universal spendieren will. “Blitz” beinhaltet die Sprachen Deutsch und Englisch und ist selbstverständlich mit DTS-HD 5.1 ein klangvolles Sounderlebnis auf den Ohren. Als Extras beinhaltet die Blu-ray insgesamt 38 Minuten an zusätzlichem Material. In etwa 12 Minuten B-Roll sehen wir zwei unkommentierte Szenen vom Set, in denen eine Szene wieder und wieder gedreht wurde. Hier bekommt man ein ganz kleines Gefühl dafür, wie umfangreich und langwierig der Dreh am Set ablaufen kann, bis eine Szene wirklich als gelungen gilt. So gelungen diese B-Roll ist, so enttäuschend ist hierbei die Umsetzung der mitgelieferten Interviews von Jason Statham, Paddy Considine, Aidan Gillen, Zawe Ashton, Elliott Lester, Steve Chasman und Zygi Kamasa. Hier wird im Interview immer kurz die Frage eingeblendet und danach kommt eine knappe und vor allem sehr kurze Antwort, von durchschnittlich 30 Sekunden Länge. Warum man hier nicht einfach das ganze Interview jeder Person veröffentlicht hat, erschließt sich mir nicht wirklich. So jedenfalls macht es recht wenig Spaß, sich dieses anzusehen.
Verärgert über eine verlorene Wette verlässt Joseph (Peter Mullan) einen Pub im nordenglischen Leeds und lässt all seinen Ärger am eigenen Hund aus. Er tritt ihn so brutal zusammen, dass er schon wenig später stirbt. Als ihm seine Tat am nächsten Tag bewusst wird, ist er über niemanden mehr verärgert als über sich selbst. Er geht ins nächste Geschäft, fängt dort erneut einen Streit an und wirft daraufhin kurzerhand das Schaufenster ein. Vor der Polizei flüchtend versteckt er sich daraufhin im Laden der gläubigen Hannah (Olivia Colman), die das komplette Gegenteil von ihm zu sein scheint. Sie ist sanft, gutmütig, sieht nur das Positive im Menschen und hat immer ein freundliches Wort auf den Lippen. Joseph beschimpft jedoch auch sie und verlässt fluchend den Laden. Am nächsten Tag bereut er auch diese Aussagen und versucht sich bei Hannah zu entschuldigen. Hierbei erfahren wir, dass Hannah neben ihrem schönen Haus in einer reichen Wohngegend vor allem eines hat, einen brutalen und vor allem unberechenbaren Ehemann. Ihr Mann James (Eddie Marsan) ist hierbei von einer so tiefen sadistischen Ader gezeichnet, dass sich Hannah verzweifelt an Joseph wendet…
Mit “Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte” feiert Paddy Considine (Submarine, In America ) sein Regiedebüt und wird dabei sofort von der Fachpresse gefeiert. Anlässlich seiner Weltpremiere auf dem diesjährigen Sundance Filmfestivall wurde “Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte” mit dem Preis für Beste Regie, bester Hauptdarsteller und beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Zudem wurde er auf dem Filmfest München mit dem CineVision Preis für den besten internationalen Nachwuchsfilm geehrt. Considine seine Arbeit basiert hier in erster Linie auf seinem 2007 veröffentlichten Kurzfilm “Dog Altogether”, in dem Joseph bereits gegen seine eigene Wut zu kämpfen hatte. Mit “Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte” zeigt er einmal mehr, dass Hoffnung und Tragik nicht weit auseinander liegen müssen. Das Considine nicht den einfachen Weg des typischen Sozialdramas geht, zeigt vor allem das wirklich gut durchdachte Drehbuch. Immer wieder werden wir von unerwarteten Wendungen überrascht die zwar nicht durchweg unvorhersehbar kommen, doch dem Film das gewisse Etwas geben.
In der Hauptrolle brilliert einmal mehr Peter Mullan (Children of Men , Stone of Destiny ) in der Rolle des jähzornigen Joseph, die man kaum hätte besser spielen können. Die Wutausbrüche von einem Moment auf den anderen, die Integration in sein zerrüttetes soziales Umfeld und die ergreifende Liebe zu seinem Hund den er selbst tötete, phantastisch. Doch was hätte Peter Mullan ohne Olivia Colman (Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis, Die eiserne Lady) erreichen können? Die Antwort lautete nichts. Colman brilliert durch die Zerbrechlichkeit ihrer Person als das totale Gegenteil von Joseph und schafft es so, nicht ins klischeehafte abzudriften. Beide zusammen zeigen hier einmal mehr, dass gute Filme durchaus auch aus England kommen können.
Mit “Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte” ist Paddy Considine sein Regiedebüt auf ganzer Linie gelungen. Er präsentiert uns ein wirklich gutes Sozialdrama mit phantastischen Darstellern und einer sehr guten Kameraarbeit von Erik Alexander Wilson. Leider wird hierbei die Messlatte für zukünftige Filme Considines recht hoch gelegt, die er nur schwerlich wieder erreichen kann. Von mir ist “Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte” eine absolute Empfehlung die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Der 15-jährige Oliver Tate (Craig Roberts) versinkt regelmäßig in seine Tagträume und stellt sich dort vor, wie es denn wäre wenn er sterben würde. Die Bevölkerung von Wales hält Totenwache, seine Mitschüler erinnern sich nur positiv an ihn, weinen sich die Augen aus und letztendlich kommt er von den Toten wieder zurück. Neben diesen etwas quirligen Tagträumen hat er nur Augen für Jordana (Yasmin Page), die ihn jedoch kaum beachtet. Als er endlich ihre Aufmerksamkeit und Liebe gewinnt fehlt nur noch eines, das Glück seiner Eltern. Die Ehe von Jill (Sally Hawkins) und Lloyd (Noah Taylor) bröckelt gewaltig und das weiß niemand so genau wie Oliver selbst. Täglich führt er akribisch Tagebuch über das Sexleben seiner Eltern und dokumentiert peinlich genau jede Veränderung im elterlichen Schlafzimmer. Als dann auch noch der Mystiker und ehemalige Freund seiner Mutter ins Nachbarhaus einzieht, sieht Oliver die Gefahr spürbar nah, er muss etwas unternehmen…
Mit “Submarine” gibt Comedy Star Richard Ayoade (The IT Crowd) sein Regiedebüt und entwickelt auf Anhieb ein ganz eigenes Waliser Drama, dass sich durchaus sehen lassen kann. Für das Drehbuch diente die Romanvorlage “Submarine – Ich, Oliver Tate” von Joe Dunthornes, die er weitestgehend auch so übernommen hat.
Neben der mit Wales wunderbar gewählten Location können bei “Submarine” in erster Linie die Darsteller hervorstechen, welche die ganze Eigenart der schrägen britischen Geschichte ausmachen. Craig Roberts (Being Human) als der durchgedrehte Oliver Tate ist wirklich gut gelungen. Die ganze Art der Figur mit den Tagträumen, dem manischen Versuch alles zu Dokumentieren und dann noch sein ewig gleiches Aussehen mit Mantel und dieser seltsamen Frisur, er könnte ein Beatle in jungen Jahren darstellen. Höhepunkt seiner Figur war die Art, wie er seine Beziehung mit Jordana gestaltet hat. Die einen Jungs gehen mit ihrer Freundin aus und erleben etwas, Oliver schenkt ihr lieber nachdenkliche Bücher von Nietzsche. Ein nicht weniger verrückter Gegenpart ist Yasmin Page (Hauptsache verliebt) in der Rolle der kleinen Jordana. Bei ihr gibt es keinerlei Gefühle, keine Annäherungen aber dafür jede Menge pyromanische Gedanken. Ob sie nun Olivers Beinhaare regelmäßig mit dem Feuerzeug bearbeitet oder sie mit Feuerwerk durchs Industriegebiet laufen, gezündelt wird irgendwie immer.
Das nur zwei eigenartige Gestalten für einen guten Film nicht ausreichen weiß auch Richard Ayoade, deswegen gibt es mit Noah Taylor (Red White & Blue) und Sally Hawkins (Alles, was wir geben mussten) ein Elternpaar, was es so auch selten zu sehen gab. Taylor als der völlig abwesende Lloyd liegt seit frühster Kindheit in einer tiefen Depression und im Grunde ist ihm alles irgendwie egal. Ob seine Frau Jill sich nun mit dem Nachbarn trifft oder nicht, was ist daran schon schlimm? Die wenigen Phasen in denen er daraus hervorbrechen kann, sind dann so urkomische Situationen, in denen er mit seinem Sohn über dessen neue Freundin reden will. Extra dafür hat er ihm ein Mixtape mit Liebesliedern gebastelt, die seiner jetzigen Situation am ehesten entsprechen sollen. Da jede Kassette zwei Seiten hat, sind auf der anderen natürlich gleich die entsprechenden Trennungslieder mit darauf, “denn so etwas hält eh nie lange” wie er so schön sagt.
Mit “Submarine” ist Richard Ayoade in seinem Regiedebüt eine wirklich schöne Verfilmung von Dunthornes Roman gelungen, welche grade durch die großartigen Darsteller positiv in Erinnerung bleiben wird. Nach den wirklich guten Kritiken aus Toronto, Sundance und der Berlinale hoffe ich, dass er nicht nur in abgelegenen Programmkinos seine Fans finden wird.