Wir schreiben das Jahr 1873. Ein einsamer Cowboys (Daniel Craig) wacht irgendwo in der Wüste von Arizona auf und kann sich weder daran erinnern wie er hierhergekommen ist, noch wie sein Name lautet. Alles was er schon bald weiß ist, dass er mit dem Revolver sehr gut umgehen kann, als er drei ankommende Banditen im Handumdrehen überwältigen kann. Mit einer komisch metallenen Apparatur an seinem Arm begibt er sich in die nahe gelegene Stadt Silver City, wo ihm der dortige Sherif Taggart (Keith Carradine) offenbart, dass er der gesuchte Jake Lonergan ist, der für den erst kürzlich verübten Postkutschenraub verantwortlich gemacht wird. Zusammen mit dem Sohn des berühmten Rinderbarons Woodrow Dolarhyde (Harrison Ford) soll er den Marchels übergeben werden, doch dazu soll es niemals kommen. Unbekannte Wesen in fliegenden Apparaturen greifen die Stadt an, setzen Häuser in Brand und entführen die ansässige Bevölkerung. Zusammen mit Woodrow Dolarhyde, Sherif Taggart, Ella Swenson (Olivia Wilde) und ein paar anderen Überlebenden macht sich Lonergan auf den Weg, die Aliens zur Strecke zu bringen und die Entführten zu befreien.
Es gibt immer wieder Filme bei denen die Erwartungen künstlich durch die verschiedensten Medien hoch geschraubt werden. Ob dies im Jahre 2011 nun Tarsem Singh’s “Krieg der Götter” war, Marcus Nispel’s Remake von “Conan” oder Martin Campbell’s Marvel Adaption “Green Lantern”. Ähnlich verhält es sich auch mit Jon Favreau’s (Iron Man) “Cowboys & Aliens”, der zwar genau das liefert was uns der Titel verspricht, viel mehr aber auch nicht erwarten lässt. Zusammen mit den Drehbuchautoren Roberto Orci, Alex Kurtzman, Damon Lindelof, Mark Fergus, Hawk Ostby, Mark Fergus, Hawk Ostby und Steve Oedekerk entwickelte er ein Drehbuch, was diesen Namen gar nicht verdient hätte. Der Zuschauer mag sich an dieser Stelle fragen, wozu benötigt man für einen Blockbuster Actionfilm gleich ganze 7 Drehbuchautoren? Genau diese Frage musste ich mir bei “Cowboys & Aliens” auch stellen, denn die Geschichte ist hier genauer jener Teil, der leider am meisten enttäuscht. Im Grunde lässt sich Favreau’s Werk mit einem Satz zusammenfassen: Cowboys und Siedler nehmen die Jagd nach den Aliens auf und befreien die entführten Siedler.
Wenn ein Film schon eine derart dünne Geschichte aufweist, ist es in aller Regel für alle Beteiligten schwer, diesen Karren wieder aus den Dreck zu ziehen. Zum Glück weist “Cowboys & Aliens” gleich eine ganze Schar an hochkarätigen Darstellern auf, die durchaus unterhalten können. Der gefühlsarme Daniel Craig (James Bond 007 – Casino Royale) spielt seine Rolle souverän und erinnert stellenweise an die früheren Filme des Charles Bronson, auch wenn einige diesen Vergleich mit Sicherheit nicht hören wollen. Harrison Ford (Blade Runner) ist als hinterhältiger Rinderbaron in seiner Rolle durchaus sehenswert und grade im späteren Verlauf des Filmes durchaus überzeugend, kann aber gerade den anfangs so heraus hängenden Bad Guy einfach nicht verkörpern. Schlimmer hat es hier aber Olivia Wilde (TRON: Legacy) getroffen, die mit einer merkwürdig gezeichneten Figur zu keiner Zeit einen Bezug zum Zuschauer aufbauen kann. Im ersten Teil des Filmes gibt es außer vielen Fragen von ihr keine Informationen und im zweiten Teil dreht sich die Story so derart, als das man selbst als Scifi Fan nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Unverständlich sind auch Favreau’s zahlreich eingeführte Nebencharaktere. Mit Percy Dolarhyde (Paul Dano) gibt er einer Figur am Anfang 20 Minuten Zeit um diese dem Zuschauer vorzustellen und wirft sich im Anschluss einfach so weg. Ähnlich ergeht es dem Doc (Sam Rockwell), der neben viel Leinwandpräsenz im Grunde nur in einer – am Ende vorkommender – Szene glänzen kann, viel verschenktes Potential.
Ab dem 13.01.2012 bringt Paramount Home Entertainment “Cowboys & Aliens” auf Blu-ray und DVD in euer heimisches Wohnzimmer, um den Kampf zwischen Cowboys und Aliens erneut aufflammen zu lassen. Das Bild ist wie immer im gestochen scharfen 1080p und im Seitenverhältnis 2,35:1. Als Sprachen stehen Englisch, Deutsch, Italienisch, Französisch und Spanisch zur Verfügung, wobei die englische Tonspur im 5.1 DTS-HD Format ist und die restlichen in Dolby Digital 5.1. Wie immer lagen uns die zusätzlichen Inhalte besonders am Herzen und hier kann ich schon jetzt sagen, Paramount hat sich ins Zeug gelegt. Die Käufer der Blu-ray bekommen einen 16 minütigen Directors Cut geliefert, der die Geschichte um viele weitere Szenen ergänzt. Vielen Lesern liegt an dieser Stelle immer wieder die Frage auf der Zunge: “Und was ist mit einem Audiokommentar?”. Paramount hat auch auf jene gehört und liefert euch in einer zusätzlichen englischen Tonspur den Audiokommentar von Regisseur Jon Favreau, der euch im Grunde zu jeder Szene weitere Einzelheiten erzählen kann. Das Jon Favreau nicht nur gern hinter der Kamera steht sondern auch davor, zeigen uns etwa 80 Minuten, in denen er Daniel Craig, Harrison Ford, Olivia Wilde, Steven Spielberg, Ron Howard, Brian Grazer, Alex Kurtzman, Roberto Orci und Damon Lindelof interviewt und diesen gezielt Fragen zu ihrer Rolle und dem Film stellt. Dies wirkt zwar stellenweise ein wenig albern, hat aber dennoch einen hohen Informationsgehalt. Den Abschluss der wirklich umfangreichen Extras bildet ein 40 minütiges Making Of, in denen uns einzelnen Szenen noch einmal im Detail vorgestellt werden.
“Cowboys & Aliens” liefert genau das, was uns der Titel glauben machen lässt, leider aber auch nicht viel mehr. Während gleich 7 Drehbuchautoren an einer unheimlich dünnen Geschichte gearbeitet haben, können hier dennoch die Darsteller überzeugen. Wer mehr als Cowboys und Aliens erwartet dürfte enttäuscht werden, jedem anderen erwartet ein Actionfeuerwerk mit sehenswerter Besetzung.
In einer fernen Zukunft hört das Altern mit 25 Jahren auf und fordert dennoch einen hohen Preis, einen Preis den nicht jeder fähig ist zu zahlen. Will Salas (Justin Timberlake) ist 28 Jahre alt und hat nur noch weniger als 24 Stunden zu leben. Mit dieser Gewissheit macht sich Will Tag für Tag an die Arbeit, um sich in der örtlichen Fabrik Zeit für den nächsten Tag zu verdienen. Während der Kaffee auf dem Weg zur Arbeit mit 3 Minuten wohl überlegt sein muss, soll sich sein Schicksal schon bald ändern. In einer nahe gelegenen Bar trifft er den wohlhabenden Henry Hamilton, der mit Zeit nur so um sich wirft. Das dies gerade in einer solchen Gesellschaft eher undienlich ist, dürfte nur die wenigen verwundern. Schon kurze Zeit später trifft er auf die Minute Men, deren Aufgabe es ist, Zeit zu stehlen. Mit Mühe und Not kann Will ihn retten und erfährt dabei, dass dieser bereits 106 Jahre alt ist. Scheinbar von Depressionen geplagt gesteht dieser ein, dass es im Grunde genügend Zeit für alle gibt, nur wenn die Reichen länger leben wollen, müssen die ärmeren halt sterben. Mit einem Zeitgeschenk von 100 Jahren macht Will sich auf nach New Greenwhich, der Zone der Reichen und Mächtigen. Nichts ahnend trifft er dort nicht nur auf die bezaubernde Millionärstochter Sylvia Weis (Amanda Seyfried), sondern auch auf den Timekeeper Raymond Leon (Cillian Murphy), welcher die unerlaubte Transaktion von Wills 100 Jahren untersucht. Zusammen mit Sylvia gelingt Will die Flucht und es entsteht ein Plan, der alles verändern soll…
Schon immer gab es das Verlangen nicht nur möglichst Jung und Schön auszusehen, sondern auch die relative Unsterblichkeit zu erreichen. In einer fernen Zukunft ist dies nun der Fall und dennoch gelten dort dieselben Spielregeln, wie wir sie auch heute schon haben. Die armen Menschen sterben jung, die reichen leben ewig. Auf die heutige Zeit extrapoliert liegt Regisseur und Drehbuchautor Andrew Niccol (Die Truman Show, Gattaca) mit dieser Idee gar nicht einmal so weit ab. Während die einen medizinisch unterversorgt dahin vegetieren, können sich andere zusätzliche Zeit mit verbesserter medizinischer Versorgung wortwörtlich erkaufen. Niccol allerdings hat sich seine Zeitgeschichte sogar soweit überlegt, als das er ein gesamtes Finanzsystem nur noch damit funktionieren lässt. Was kostet eine Taxifahrt an Zeit? Was der morgendliche Kaffee, was kostet ein Bier abends in der Bar? Während die Oberschicht diese Zeit gar nicht sinnvoll nutzen kann, hat die hiesige Arbeiterklasse mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Jeder lebt von Tag zu Tag und so verwundert es wenig, dass einzelne einfach auf der Straße umfallen und sterben. Unbeachtet bleiben diese liegen, da man einfach keine Zeit mehr hat, diese zu betrauern.
Wenn man bei einem Darsteller in der Vergangenheit immer geteilter Meinung sein konnte, dann war dies Musiker und Frauenschwarm Justin Timberlake (The Social Network). Nachdem seine Leistung in “Freunde mit gewissen Vorzügen” und “Bad Teacher” bestenfalls besseres Mittelmaß war, können wir ihn nun in seiner ersten wirklichen Blockbuster Rolle bestaunen. Hier muss selbst ich leidlich zugeben, dass ihm die Rolle wesentlich mehr zusagt, als wir bisher aus anderen Genres von ihm gewohnt waren. Neben der guten Darstellung seiner Figur kann er hier vor allem mit dem mehr an Tempo wesentlich besser umgehen, was ihn auch einfach mehr Freiräume verschafft. Leider geht dies vor allem im Zusammenspiel mit Amanda Seyfried (Mamma Mia!) völlig verloren. Nicht nur das ihre Liebesbeziehung teils völlig kalt wirkt, zu keiner Zeit wird im Handlungsbogen ihr eigentlicher Antrieb gegen das System erklärt. Leider war dies in dieser Hinsicht nicht der einzige Logikfehler, wodurch Niccols’s gutes Drehbuch letztendlich dann doch in Mitleidenschaft gezogen wird. Falls jemand vom Verleih hier mitlesen sollte, würde sich für mich die spannende Frage für das Making of der Blu-ray aufwefen: Wieso springt Amanda Seyfried in hohen Hakenschuhen aus zwei Meters Höhe auf ein Autodach und sprintet dann weiter. Haben wir in der Zukunft Absätze aus Titanium?
Wenn vor allem ein Darsteller etwas Positives aus seiner Rolle machen kann, dann ist dies Timekeeper Cillian Murphy (TRON: Legacy, Inception). Als schlecht bezahlter Polizist lebt auch er von Tag zu Tag, wohl wissend das er sich womöglich für die falsche Seite entschieden hat. Wie sagt er im Film doch so schön darauf ansprechend, eine Änderung würde die letzten 15 Jahre seiner Arbeit in Frage stellen.
“In Time – Deine Zeit läuft ab” hat durch Andrew Niccol nicht nur ein gutes Drehbuch bekommen, nein es greift auch in gewissem Sinne gesellschaftskritisch die schon jetzt bestehenden Probleme auf und verarbeitet diese in einem durchaus interessanten Plot. Während die Beziehung zwischen Timberlake und Seyfried zu keiner Zeit wirklich zünden will, ist vor allem Cillian Murphy eine echte Bereicherung für diesen Film.
Jake Lonergan (Daniel Craig) wacht eines Tages mitten in der Wüste auf und erinnert sich weder an seinen Namen noch wo er sich befindet, das einzig verwunderliche ist ein metallenes Gerät an seinem rechten Arm. Als er kurz darauf von 3 Banditen umstellt wird und diese im Alleingang besiegt ist sofort eines klar, der Mann weiß sich zu verteidigen. Kaum in der Stadt Silver City angekommen, wird er auch schon vom draufgängerischen Paul Dano (Percy Dolarhyde) provoziert, der Sohn eines mächtigen Rinderbarons dieser Gegend ist. Bei dieser Begegnung lernt Jake auch den örtlichen Sheriff Taggart (Keith Carradine) kennen. Taggert offenbart ihm neben seinem Namen auch die Verbrechen für die er und seine Bande verantwortlich sind und sperrt ihn daraufhin ein. Als in der nun kommenden Nacht Woodrow Dolarhyde (Harrison Ford) seinen Sohn aus dem Gefängnis befreien will, bricht ein Chaos über der Stadt aus. Unbekannte metallene Maschinen fliegen durch die Luft, schießen alles klein und entführen Menschen. Nun ist die Zeit gekommen in der die verschiedensten Menschen der Stadt zusammen arbeiten müssen, ob sie wollen oder nicht…
Wenn man sich den Titel “Cowboys & Aliens” anhört hat man eine gewisse Vorstellung was in dem Film passieren kann und lässt sich vom Rest überraschen. Zu meinem Leidwesen muss ich hier allerdings sagen, dass es keinen Rest gibt. Die Geschichte rund um diesen wirklich hoch karätig besetzten Cast ist so etwas von dünn, dass man darüber lieber nicht weiter sprechen mag. Allein der Plot in den ersten 20min mit Percy Dolarhyde wird einfach so verschenkt, weil man ihn auf einmal von den Aliens entführen lässt. Ok, einerseits ist dies verständlich da sonst sein Vater bei der Befreiung nicht mitmachen würde, dennoch ist es wirklich viel verschenktes Potential von einer ansonsten wirklich sehr schön inszenierten Figur. Ein weiterer Hauptdarsteller ist die wunderschöne, aus Dr. House bekannte Olivia Wilde.
Olivia Wilde in der Rolle als Ella Swenson geht bis etwa zur Hälfte des Filmes wirklich sehr gut auf. Die Rolle ist wie auf sie zugeschnitten bis es einen radikalen Bruch in der Geschichte des Filmes gibt, den ich bis dato absolut nicht verstehen kann. Auf einmal kann man ihr diese Rolle absolut nicht mehr abnehmen und man muss die berechtigte Frage stellen, was hat hier die Drehbuchautoren nur geritten. Nicht weniger nachvollziehen kann ich die Rolle von Harrison Ford als den harten Rinderbaron. Sorry an dieser Stelle, aber Harrison Ford bleibt bei mir einfach immer Indianer Jones… einziger wirklicher Lichtblick ist in meinen Augen Daniel Craig als Jack Lonergan. Sehr gute Rolle und mit seiner steifen James Bond Mimik wirklich wie geschaffen für diese Rolle.
“Cowboys & Aliens” ist genau das was ich im Vorfeld fast erwartet habe. Ein großer Titel, noch viel mehr große und vor allem namenhafte Schauspieler und vor allem ein unterdurchschnittliches Drehbuch. Nachdem Jon Favreau mit Iron Man 2 eigentlich eine wirklich gute Arbeit abgeliefert hatte, muss er sich hier sehr viel Kritik gefallen lassen. Letzten Endes bleibt “Cowboys & Aliens” weit hinter seinen Erwartungen zurück und reiht sich nahtlos in jene Filme ein, die man am besten auf dem Sofa genießt.