Wir schreiben das Jahr 1979. Michael Corleone (Al Pacino) ist mit seiner Familie zurück nach New York gezogen und bekommt vom Vatikan höchst persönlich in der St. Patrick’s Old Cathedral, für wohltätige Zwecke einen Orden verliehen. Während er zu seiner Tochter Mary (Sofia Coppola) eine gute Beziehung hat, sind sein Sohn Anthony (Franc D’Ambrosio) und seine Frau Kay (Diane Keaton) noch immer stark distanziert. Auf der Feier zu Ehren der Ordensverleihung lernt Michael auch den jungen Heißsporn Vincent Mancini (Andy Garcia) kennen, den unehelichen Sohn seines verstorbenes Bruders Sonny. Während Vincent beginnt für Michael zu arbeiten, widmet dieser sich seinem größten Plan, der kompletten Legalisierung seiner Familie. Er beschließt sich bei der Aktiengesellschaft “Immobiliare” einzukaufen, um daraus einen riesigen Mischkonzern zu machen. Don Michael Corleones ehemalige Geschäftspartner sind von diesem Wandel wenig erfreut und sehen ihre Chance, in diesem Konzern legal ihr Geld zu waschen. Michael lehnt diesen Vorschlag allerdings ab und zahlt seine Partner aus, woraufhin ein Mordanschlag auf diese verübt wird. Nur mit Hilfe von Vincent kann er diesen Anschlag überleben und findet heraus, dass dahinter nur Joey Zasa und Don Altobello stecken können, ein Kampf auf Leben und Tod beginnt.
Nachdem Francis Ford Coppola (Bram Stokers Dracula) mit seinem Versprechen brach, niemals einen dritten Teil drehen zu wollen, entstand dieser nach 16 Jahren nun doch. Aufgrund finanzieller Probleme wurde er zu dieser Meinungsänderung veranlasst, was nach einer so langen Zeit ein äußerst mutiger Schritt ist. Coppola und Mario Puzo schrieben zusammen das Drehbuch weiter und verlagerten die Geschichte ins Jahr 1979, in welchem seine Kinder bereits erwachsen sind. Auffällig sind hierbei all die Gemeinsamkeiten, welche aus der realen Geschichte aufgegriffen wurden. Zum einen ist dies das riesige Finanzloch des Vatikans von 769 Mio. Dollar, zum anderen die Vergiftung von Johannes Paul I.
Mit an Bord ist auch wieder Kameramann Gordon Willis (Vertrauter Feind), welcher Bereits in “Der Parte” sowie “Der Parte – Teil II” eine erstklassige Arbeit abgeliefert hatte. Leider konnte nach so langer Zeit nicht jeder wieder zurückgeholt werden, was auch an den drei neuen Cuttern Lisa Fruchtman (Der Stoff, aus dem die Helden sind), Barry Malkin (Lucky Numbers) und Walter Murch (K-19 – Showdown in der Tiefe) zu sehen ist. Das größte fehlen aber merkt man an Robert Duvall (Nur noch 60 Sekunden), welcher in der Vergangenheit Michaels Bruder und Rechtsanwalt Tom Hagen
gespielt hatte. Neu hinzugekommen ist die Tochter von Regisseur Francis Ford Coppola, welche wir bereits in “Der Pate” als 10 Monate altes Baby bestaunen konnten. In “Der Pate – Teil III” bekam diese nun die Hauptrolle, da Winona Ryder plötzlich erkrankt war. Hier allerdings teilen sich die Meinungen. Während die einen ihre schauspielerische Leistung als vollkommen in Ordnung ansahen, wurde sie von anderen mit ausschließlich negativer Kritik überzogen. Letzteres brachte ihr im selben Jahr dann auch die Goldene Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin und schlechteste Nachwuchsdarstellerin ein, woraufhin sie ihre Karriere als Schauspielerin beendete.
Höhepunkt ist hier einmal mehr Al Pacino (Frankie und Johnny), welcher als Don Michael Corleone die tragische Figur seines eigenen Lebens ist. Auf dem Höhepunkt seiner eigenen Karriere, in der er von allem illegalen abschwor und sich der Wirtschaft seines Imperiums widmete, wird er doch immer wieder von der eigenen
Vergangenheit eingeholt. Loyalität kann man nicht kaufen, genauso wenig wie man vergangene Taten mit Geld vergessen machen kann. Als dieser schließlich auf den Stufen der Oper in Tränen ausbricht und in den Himmel hinein schreit weiß auch er, dass all sein Streben nach Macht vergebens war, denn das was ihm am liebsten war, hat er doch verloren. Prägend ist für diese Einsicht die letzte Kameraeinstellung. Michael Corleone auf einem Stuhl sitzend in Sizilien. Ein laues Lüftchen, er kippt vom Stuhl und stirbt, allein.
Wie auch “Der Pate” und “Der Pate – Teil II” erscheint “Der Pate – Teil III” als Blu-ray in Paramounts Saphir Serie in der restaurierten Fassung aus dem Jahre 2008. Der Film liegt in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch vor und beinhaltet die digital überarbeitete Tonspur in Dolby Digital 5.1. Neben dem Audiokommentar von Francis Ford Coppola liegen allerdings auch im dritten Teil dieses großartigen Epos keinerlei Extras bei, welche die Blu-ray Box von 2008 enthielt.
Obwohl “Der Pate – Teil III” der schlechteste der dreien ist muss man zugeben, dass er die Geschichte rund um Michael Corleone und seine Familie als Ganzes sehr gut abrundet. Die Geschichte ist gut erzählt, spannend und beinhaltet einen erneut phantastischen Al Pacino.
Der Film beginnt ähnlich dem ersten Teil, mit einer riesigen Kommunionsfeier zu ehren seines Sohnes. Im Hintergrund der Feierlichkeiten wickelt Don Michael Corleone (Al Pacino) – Pate und Oberhaupt seiner Familie – mit seinem älteren Bruder Fredo (John Cazale) und seinem Bruder und Rechtsanwalt Tom Hagen (Robert Duvall) Geschäfte ab, mit denen er versuchen will, in Las Vegas und Havanna Fuß zu fassen. Damit dieser Plan aufgeht, verhandelt er im geheimen mit dem jüdischen Gangsterboss Hyman Roth (Lee Strasberg), von dem er sich erste Hotels in Las Vegas verspricht. Nur kurze Zeit nach der Feier entkommt Michael und seine Frau Kay (Diane Keaton) nur mit Glück einem Mordanschlag, den Michael sofort Hyman Roth zuschreiben kann. Während Roth auch weiterhin gegen Michael intrigiert, entwickelt dieser einen ausgeklügelten Plan, der auf Kuba seinen Höhepunkt finden soll. Mit Hilfe Roths Leibwächter gelingt diesem ein Mordanschlag, doch dieser Misslingt. Zurück in New York muss er sich vor einem nationalen Kongressausschuss verantworten, der in Don Michael Corleone das Oberhaupt eines großflächigen Verbrecherringes sieht.
Der zweite Handlungsstrang zeigt uns den Beginn von Vito Corelones (Robert De Niro, Oreste Baldini) Geschichte, welche im Alter von nur 9 Jahren in Sizilien beginnt. Sein Vater, seine Mutter und auch sein Bruder werden vom örtlichen Don ermordet, und Vito kann mit Hilfe Verwandter in die USA fliehen. Hier wächst er als ehrlicher Arbeiter auf und muss schon bald feststellen, dass sich Amerika nur wenig von Sizilien unterscheidet. Auch hier ziehen Dons die Fäden und verlangen von armen Bürgern Geld, dafür das dieses nichts passiert. Vito sieht all dies nicht ein und wählt den Weg, der ihn letztendlich zum mächtigsten Mafiaboss von New York werden lässt.
Nur 2 Jahre nach seinem großartigen Film “Der Pate” ist Francis Ford Coppola (Apocalypse Now, Jack) mit seiner Fortsetzung zurück, in denen er einerseits die Geschichte rund um Michael Corleone und dessen Familie weiter erzählt, sondern auch in die frühe Jugend seines Vaters Vito Corleone zurückgeht. Während die Jugend und der Aufstieg Vito Corleones bereits in Mario Puzo’s Bestseller “Der Pate” beinhaltet war, wurde die Geschichte danach von Coppola und Puzo neu geschrieben. Für die großartige Arbeit hinter der Kamera konnte wieder Gordon Willis (Die Unbestechlichen) gewonnen werden, wobei diesmal vor allem der Schnitt von Barry Malkin (Die Unbezwingbaren), Richard Marks (Assassins – Die Killer) und Peter Zinner (Jagd auf Roter Oktober ) nicht unerwähnt stehen gelassen werden darf. Wunderschöne Bilder, eine phantastisch weiche Kamerafahrt und eine musikalische Untermalung von Nino Rota (Romeo und Julia) und Carmine Coppola (Apocalypse Now), die ungeschönt zur besten Filmmusik aller Zeiten zählen darf.
Während Coppola im ersten Teil noch den Fokus auf Michael Corleones Aufstieg setzte, werden uns diesmal vor allem die verschiedensten Charaktere bis ins kleinste Detail vorgestellt. Coppola legt Wert auf Michaels Familie, auf seine Freunde und vor allem Geschäftspartner. Er zeigt uns, dass mit dem Aufstieg und der wachsenden Macht, sich vor allem Einsamkeit in Michael Corleones Leben ausbreitet. Freunde von damals sind tot, sein Bruder hat ihn verraten, seine Frau verlässt ihn. Was bringt all das Geld und die Macht, wenn man gerade das wichtigste im Leben nicht hat, seine Familie und seine Kinder?
Die Rolle ihres Lebens spielten vor allem Al Pacino (Scarface, Heat) als Don Michael Corleone sowie Robert De Niro (GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia) als der Junge Don Vito Corleone. Ohne das Pacino viel sagen muss, sehen wir gegen Ende des Filmes all sein Leid im Gesicht. Voll Einsamkeit gefüllte Augen und dennoch der starke Anführer einer Familie, der nach außen hin seinen Freunden wie auch Feinden die eigenen Gefühle nicht zu erkennen geben darf. Nicht weniger stark präsentiert sich die Rolle von Robert De Niro. Wenig Text und dennoch eine Leinwandpräsenz, die in der Art erst einmal nachgemacht werden muss.
Wie auch bei “Der Pate” ist die Neuauflage der Paramount Blu-ray in der Saphir Serie durchaus zu empfehlen. Die Blu-ray beinhaltet die im Jahre 2008 restaurierte Fassung und kann vor allem mit einem sehr guten digital überarbeiteten Bild und Ton überzeugen. Der Ton ist in Dolby Digital 5.1 und es werden die Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch unterstützt. Neben den optionalen Audiokommentaren von Regisseur Francis Ford Coppola erhalten wir aber auch hier keinerlei zusätzliche Extras geboten. Die bereits auf der 2008 erscheinenden Blu-ray Extras, wie die Hintergründe zur Restauration, Informationen zum Dreh oder zusätzlichen, unveröffentlichten Szenen wären durchaus wünschenswert gewesen.
“Der Pate II” gehört wie auch der 1972 erschienene “Der Pate” zu den besten Filmen aller Zeiten. Ein bildgewaltiger Epos der auch mit einer Spielzeit von fast 3,5 Stunden einfach nicht langweilig werden kann. Wer diesen Film noch nicht sein eigen nennen darf oder noch die ältere, nicht restaurierte Fassung besitzt, unbedingt zuschlagen. 6 Oscars und 6 Golden Globes sprechen hier wohl eine eindeutige Sprache.
Don Vito Corleone (Marlon Brando) ist einer der fünf mächtigsten Mafiabosse von New York City und richtet ein rauschendes Fest aus, für die Vermählung seiner Tochter Connie (Talia Shire) mit Carlo Rizzi (Gianni Russo). Während im Garten getanzt und gesungen wird, empfängt Don Vito in seinem abgedunkelten Büro Bittsteller. Ein Mann berichtet von der Vergewaltigung seiner Tochter, dass er wie ein ehrlicher Amerikaner zur Polizei ging und diese den Verbrecher auf Bewährung haben laufen lassen, er verlangt Gerechtigkeit. Don Vito hört sich diese Geschichte an und antwortet nur: “Warum sind Sie nicht zuerst zu mir gekommen? Was habe ich eigentlich getan, dass Sie mich respektlos behandeln? Wenn Sie in Freundschaft zu mir kommen würden, würde dieser Abschaum, der ihre Tochter zerstörte, diesen Tag bereuen. Und wenn ein ehrlicher Mann wie Sie sich Feinde machen sollte, dann wären sie auch meine Feinde. Und dann würden diese Feinde Sie fürchten.”
Während in New York neben Alkohol, Prostitution und Glücksspiel nun auch das Drogengeschäft langsam zu florieren beginnt, lehnt dies Don Vito in einem persönlichen Gespräch mit dem jungen und aufstrebenden Mafiosi Sollozzo (Al Lettieri) ab. Nicht nur das Don Vito die Gefährlichkeit im Drogen Geschäft sieht, er sieht auch seinen politischen Einfluss und den seiner Freunde schwinden. Die Reaktion darauf folgt sehr schnell. Don Vito wird auf offener Straße niedergeschossen und sein ältester Sohn Sonny (James Caan) übernimmt für kurze Zeit das Geschäft. Sonnys größtes Problem aber ist die Unbeherrschtheit, woraufhin auch dieser erschossen wird. Während der zweitälteste Sohn Fredo (John Cazale) als zu dumm und ungeschickt gilt, nimmt schon bald der jüngste der Söhne einen Platz ein, den er nie gewollt hatte. Michael Corleone (Al Pacino) wollte sich nie an den illegalen Geschäften seiner Familie beteiligen, wollte immer ein ehrliches und unabhängiges Leben führen. Dies jedoch ändert sich, als er sich und seinen Vater endgültig in die Enge gedrückt fühlt. Michael sieht nur eine Lösung, die Beseitigung des Türken Sollozzo.
“Der Pate” beruht auf dem gleichnamigen Roman von Mario Puzo, welcher 1969 steil in den Bestseller Charts aufsteigen konnte. Paramount erkannte sofort das Potential dieses Buches und erwarb die Lizenz für grade einmal 12.500 Dollar. Nachdem die Rechte des Buches gesichert waren, war die Wahl für den passenden Regisseur schon schwerer. Nach zähen Verhandlungen und genauso vielen Absagen, nahm man schließlich den damals erst 31 Jahre alten Francis Ford Coppola (Apocalypse Now, Der Regenmacher). Coppola hatte bis zu diesem Zeitpunkt erst drei kleinere Filme als Regisseur gedreht und wurde dennoch mit seinem Meisterwerk “Der Pate” über Nacht zum bekannten Weltstar. Mit einem Budget von grade einmal 6 Mio. Dollar erschuf er ein Epos, welches selbst 40 Jahre später noch zu den besten Filmen des letzten Jahrhunderts zählt. Während die Produktion von Einschüchterungen der Mafia und einer versuchten Klage Seitens Frank Sinatra (die Figur des Johnny Fontane ähnelte stark seinem Leben) nie in Gefahr geriet, mussten doch die Dreharbeiten vom ursprünglichen Corleone in die Stadt Forza d’Agrò und Savoca verlegt werden.
Neben Coppolas Regiearbeit konnte vor allem Gordon Willis (Der Stadtneurotiker, Vertrauter Feind) mit seinen wunderbar eingefangenen Bildern gefallen. Egal ob die stille Bedrohung in Don Vitos Büro oder die Schönheit Siziliens, die Kameraarbeit ist wahrlich vortrefflich gelungen. Bei den Darstellern sind vor allem Marlon Brando (Apocalypse Now, Superman) sowie Al Pacino (Scarface, Heat) heraus zu nehmen. Beide spielen die Rolle ihres Lebens, haben eine unglaubliche Leinwandpräsenz und sind vor allem der Grund, warum die 3 Stunden Film zu keiner Zeit langweilig werden.
“Der Pate” war 1972 ein Meisterwerk und ist es auch noch heute, und deswegen bringt Paramount noch einmal alle drei Teile in ihrer Saphir Serie als Blu-ray heraus. Die Blu-ray enthält die komplett restaurierte Version aus dem Jahre 2008, bei welcher über ein Jahr lang Bild und Ton digital überarbeitet wurden. Während die Überarbeitung des Bildes wirklich gut gelungen ist, kann der Ton vor allem in Dolby Digital 5.1 glänzen. Ein wenig enttäuscht zeigten wir uns allerdings von den beiliegenden Extras auf der Scheibe. Lediglich den Audiokommentar von Regisseur Francis Ford Coppola gönnt man uns. Wieso nicht auch all die anderen Extras der 2008 erschienenen Blu-ray, mit Informationen zur Restaurierung des Filmes, Deleted Szenes und zu den Dreharbeiten vor Ort?