Der junge Albert (Jeremy Irvine) lebt zusammen mit seinem Vater Ted (Peter Mullan) und seiner Mutter Rosie (Emily Watson) auf einem Bauernhof im britischen Devon, wo sie ihre kargen Felder versuchen zu bewirtschaften. Eines Tages kauft Ted bei einer Auktion einen feurigen Hengst, ohne dafür das nötige Geld zu besitzen. Das Pferd Joey ist eigenwillig, widerspenstig und eignet sich nicht im Traum für die bevorstehende schwere Feldarbeit, doch kann Albert schon bald eine freundschaftliche Beziehung zu diesem aufbauen. Albert trainiert ihn die kommenden Wochen und Monate zu einem stattlichen Hengst, pflügt mit ihm den steinigen und trockenen Acker seiner Eltern und muss ihn doch beim sich ausbrechenden ersten Weltkrieg aus der Hand geben, als sein Vater diesen an einen britischen Kavallerieoffizier verkauft. Damit beginnt für Joey eine Reise durch die Schrecken des Krieges. Er zieht Ambulanzkutschen über das Schlachtfeld, hilft zwei deutschen Soldaten auf der Flucht, beflügelt die Träume eines französischen Mädchens und zieht schwere Kanonen den Berg hinauf…

GefährtenIn den letzten 10 Jahren muss man sich immer wieder eingestehen, dass die goldene Ära des Steven Spielberg (Schindlers Liste) scheinbar vorbei ist. Er hat mit Filmen wie “Super 8″ und “Die Abenteuer von Tim und Struppi” zwar durchaus sehenswerte Werke erschaffen, doch fehlten allen diesen Filmen dieser märchenhafte Touch, den man von seinen früheren Projekten gewohnt war. Mit “Gefährten” kommt er diesen früheren Filmen durchaus wieder einen Schritt näher, basiert seine neuste Verfilmung doch auf dem 1982 erschienenen Roman “Schicksalsgefährten” von Michael Morpurgo. Nachdem von diesem Buch bereits 2007 eine Adaption als Bühnenstück für das National Theatre in London entstand, widmete sich Spielberg nun der Leinwand Version für die ganze Familie. Mit Hilfe der Drehbuchautoren Lee Hall (Billy Elliot – I Will Dance) und Richard Curtis (Notting Hill) entstand ein Werk, das entgegen der Buchvorlage den Film aus einem völlig neuen Betrachtungswinkel sieht.

In der Hauptrolle der Geschichte ist nicht etwa der junge Albert, sondern sein Pferd Joey, welches wir in den verschiedensten Abschnitten seiner Reise begleiten. Im Fokus steht hier jedoch nicht etwa die Geschichte oder das Leid des Pferdes, sondern die Geschichte, wie Joey auf jeden einzelnen Menschen während seiner Reise unterschiedlich eingewirkt hat. Ob dies nun die zwei deutschen Brüder sind, denen durch Joey die (kurzfristige) Flucht gelingt, das Leben des britischen Kavallerieoffiziers oder die Szenen auf dem französischen Bauernhof, wo er dem kranken Mädchen wieder Hoffnung gibt. Die ergreifendste Szene ist aber gleichzeitig auch Spielbergs Meisterwerk, wenn Joey gefangen zwischen den Fronten im Stacheldraht liegt und zwei Soldaten von unterschiedlichen Seiten zu seiner Befreiung eilen und ihn mit Kabelschneidern aus diesen befreien.

GefährtenOhne Frage geht die Geschichte sehr in den Bereich den Kitsch und dennoch kann sie auf ihrer ganz eigenen Art und Weise überzeugen, wie sie mit Joey die verschiedensten zwischenmenschlichen Probleme und Dialoge anspricht und diese wiederrum in Bildern umsetzt. Obwohl Joeys Reise durch verschiedene – anfangs völlig unabhängige – Abschnitte gekennzeichnet ist, nutzt Spielberg dennoch immer die Fahne von Alberts Vater, die zum Symbol für die Trennung der Freunde und der steten Hoffnung auf ein Wiedersehen besteht. Neben den wunderbaren Bildern muss man bei “Gefährten” aber vor allem eine Person erwähnen, und das ist der fünfmalige Oscar Gewinner John Williams, der einen wirklich phantastischen Score komponiert hat.

Mit “Gefährten” gelingt Steven Spielberg eine wirklich gute Adaption von Michael Morpurgo’s 1982 erschienenen Roman “Schicksalsgefährten”. Obwohl die Geschichte unglaubwürdiger kaum sein kann und sie stellenweise schon sehr in Richtung Kitsch geht, entsteht ein durchaus sehenswertes Märchen mit einem talentierten tierischen Hauptdarsteller.

Burma im Jahre 1947. Kommandeur Aung San lebt mit seiner Frau und seiner geliebten Tochter Aung San Suu Kyi (Michelle Yeoh) auf einem beachtlichen Anwesen, im von Unruhen erschütterten Burma, wo er sich für die Demokratie und Freiheit seines Landes stark macht. Dieser Kampf soll jedoch nicht lang anhalten, denn Aung San wird schon bald hinterhältig in seinem Sitzungssaal mit all seinen Vertrauten ermordet. 41 Jahre später lebt seine Tochter zusammen mit ihrem Mann Michael (David Thewlis) und ihren zwei Söhnen in Oxford, wo sie einem friedlichen Leben nachgehen. Dies soll sich jedoch schon bald ändern, denn Aung San Suu Kyi wird nach Burma zurück gerufen, um ihre Mutter zu pflegen. Hals über Kopf aufbrechend bekommt sie im Krankenhaus ihrer Mutter die ganzen Unruhen ihres Landes zu spüren, dass unter der Gewaltherrschaft von General Ne Win (Hzun Lin) fürchterlich zu leiden hat. Mit der Ankunft von Aung San Suu Kyi bekommt allerdings auch das Volk Burmas wieder Hoffnung, ist dort doch ihr Vater nach über 40 Jahren nach wie vor ein gefeierter Held. Mit Hilfe enger Vertrauter erringt sie mit der National League for Democracy einen unglaublichen Wahlsieg, der das Volk feiernd auf die Straßen treibt. Diese frohe Kunde soll allerdings nicht lang bestehen, denn General Ne Win erklärt die Wahl für ungültig und sperrt einen Großteil der Parteiführung ein…

The LadyDie Geschichte rund um Burmas berühmtester Freiheitskämpferin ist nicht erst seit der Mithilfe von der Musikgruppe U2 bekannt, sondern geht bereits seit über 15 Jahren durch die verschiedensten Medien. Obwohl es hierfür auch nach dieser langen Zeit nur wenig Würdigung auf der Leinwand erfuhr, ist es umso erstaunlicher, dass Regisseur und Drehbuchautor Luc Besson (Leon – Der Profi, Das fünfte Element) sich dafür auserkoren sah, ist er doch eher für seine Actionfilme bekannt. Mit Hilfe der Drehbuchautorin Rebecca Frayn (Eine Frau tötet) erschafft er hier allerdings ein Werk, dass fast gänzlich die politische Situation Burmas außer Acht lässt, und sich eher auf die rein familiären Ereignisse stützt, die Aung San Suu Kyi in ihrem 15 jährigen Hausarrest erfahren musste.

Während Luc Besson gewohnt schöne Bilder präsentiert und diese mit einem wirklich gelungenen Soundtrack von Eric Serra (Johanna von Orleans, Nikita) untermalt, ist es letzten Endes doch die dargebotene Geschichte, die nicht vollends überzeugen kann. In ganzen 140 Minuten wird uns hier fast ausschließlich die familiäre Geschichte zwischen Aung San Suu Kyi und ihrem Mann Michael dargelegt, wie sie die lange Zeit der Trennung gemeinsam haben überstehen können. Ob dies nun im Zusammenhang mit ihren beiden Söhnen ist, oder die wiederholt erörterten Geschichten rund um Visa und Einreisegenehmigungen. Eine Frau und Nobelpreisträgerin für den Frieden hätte hier mehr verdient, mehr als eine Geschichte über ihre Familie, eine Geschichte die auch heute noch ihrem Land helfen könnte. Die politischen Unruhen in Burma wurden fast vollständig außer Acht gelassen, die Unterdrückung dort oberflächlich aufgezeigt und der General Ne Win sogar so oberflächlich dargestellt, als würden seine Geschicke von der Wahl seiner Taro Karten abhängig sein. Was man sich hier neben dem besseren politischen Hintergrund noch gewünscht hätte, wären Aussagen zum eigentlichen Antrieb von Aung San Suu Kyi gewesen. Sie lebte Jahrzehnte im behüteten Oxford und wird einfach so zur politischen Führerin und Hoffnungsträgern eines ganzen Landes?

The LadyTrotz allem ist insbesondere die schauspielerische Leistung von Michelle Yeoh (Tiger & Dragon, James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie) – welche zum Verwechseln der richtigen Aung San Suu Kyi ähnlich sieht – durchaus als gelungen zu bezeichnen. Mit stoischer Ruhe erträgt sie das Leid ihres Landes und die Trennung ihrer Familie, welche in teils ergreifenden Ansprachen ihren Höhepunkt findet. Nicht weniger Interessant ist die Rolle von David Thewlis (Sieben Jahre in Tibet, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes), der den unterstützenden Ehemann im fernen England darstellt.

Die Verfilmung von Luc Besson’s Version des Lebens von Aung San Suu Kyi ist durchaus unterhaltsam und mit wunderschönen Bildern geschmückt, dennoch auf 140 Minuten gesehen alles andere als spannend. Es wird fast ausschließlich die familiäre Beziehung zu ihrem Mann und ihren zwei Kindern beleuchtet, während grade Burmas politische Unruhen und ihre Stellung dazu, mehr als genug Material geboten hätte.

Howard Marks (Rhys Ifans) kommt aus einfachen Verhältnissen und ist ein unscheinbarer Schüler ohne Freunde. Auch wenn er nie an seinen Erfolg glauben wollte, so bewarb er sich dennoch am renommierten Oxford College für ein Stipendium und bekam auch dieses. Gefeiert als neuer Geist der Wissenschaft integriert er sich dort aber schon schnell dem College Leben der 60iger Jahre. Er probiert seinen ersten Joint, feiert ganze Orgien und muss miterleben, wie ein guter Freund an Heroin stirbt. Howard macht daraufhin konzentriert seinen Abschluss und wird letztendlich genau das, vor dem er sich immer gefürchtet hatte, Lehrer. Eines Tages erhält er einen Anruf aus Deutschland von einem ehemaligen Freund, der mit 500kg Drogen an der Grenze geschnappt wurde. Howard soll nach Deutschland reisen, sich das zweite Auto schnappen und dieses mit dem Stoff nach England bringen. Berauscht von seinem Erfolg lernt er daraufhin die Auftraggeber kennen und beschließt, Drogen in ganz großem Stil nach Großbritannien einzuführen, nur wie bringt man das Flugzeug aus Afghanistan heil herunter? Howard beschließt dies mit Hilfe des IRA Anführers Jim McCann (David Thewlis) durchzuführen und wird schon bald zum größten Drogen Schmuggler Großbritanniens. Sein Erfolg bleibt aber auch hier der Justiz nicht verborgen und so passiert das schier unglaubliche. Howard Marks wird vom MI6 angeworben, um die internationale Drogenszene zu infiltrieren und Informationen zu beschaffen. Mit dem britischen Geheimdienst im Rücken spinnt Howard seinen Fäden weiter und nimmt schon bald den amerikanischen Markt in Angriff, wo eine noch größere Zielgruppe an Konsumenten auf ihn wartet. Immer der Justiz ein Schnippchen schlagend wird er schon bald zu einem der größten Drogen Lieferanten der Welt.

Mr. NiceNach seinem sehr durchwachsenen Film “The Kreutzer Sonata” aus dem Jahre 2008 ist Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Bernhard Rose (Candymans Fluch) mit “Mr. Nice” zurück auf der Leinwand. Basierend auf der erfolgreichen Autobiografie von Howard Marks aus dem Jahre 1996 versucht Bernhard Rose, sich dem schwierigen Leben dessen anzunehmen. Das man ein ganzes Leben nicht in einen zwei Stunden Film packen kann ist klar und soll hier auch kein Bestandteil der Kritik sein, dennoch muss man sich ernsthaft fragen, nach welchen Gesichtspunkten Rose die Passagen aus Marks Leben ausgewählt hat. “Mr. Nice” startet in einem Theater, in welchem Marks seine Lebensgeschichte zu erzählen beginnt. Während hier noch alles in schwarz/weiß dargestellt wird, kommt erst Farbe in sein Leben mit dem ersten Joint. Die Bilder sind hierbei immer stimmig, werden fast Dokumentarisch aufbereitet und erzählen so aus einem Leben, welches wohl eindrucksvoller nicht sein kann. Marks besaß ganze 43 Decknamen, 89 Telefonanschlüsse und wickelte seine Geschäfte über 25 Scheinfirmen ab und das unter vollem Wissen des britischen Geheimdienstes. Ihm werden Kontakte zur IRA und zur Mafia nachgewiesen und dennoch konnte er der internationalen Drogenpolizei für so lange Zeit entgehen, dass man fast ein wenig Bewunderung aufbringen muss. So auch der Richter im Film der ihn verurteilen muss, “weil es das Gesetz so vorgibt”. Ständig ist man hier der Frage ausgestellt, ist es Recht oder Unrecht was dieser Mann begeht, es sind doch “nur” Bewusstseins erweiternde Drogen.

Mr. NiceWährend Rose zu dieser Frage zum Glück keine Stellung bezieht, muss vor allem sein Hauptdarsteller in den Vordergrund gestellt werden. Rhys Ifans sieht dem echten Howard Marks nicht nur unglaublich ähnlich, in “Mr. Nice” ist er dieser sogar. Sein ganzes auftreten, seine Art sich zu bewegen, ja selbst die die Mimik ist hier so unglaublich gelungen, dass Ifans praktisch den Film allein trägt. Während die Geschichte stellenweise durchaus seine Längen hat, ist es vor allem Ifans Verdienst, dass der Zuschauer hier nicht das Interesse verliert. Während Darsteller wie Chloë Sevigny (American Psycho), Elsa Pataky (Fast & Furious Five) und Crispin Glover (Zurück in die Zukunft ) in Ifans Schatten verschwinden, kann vor allem David Thewlis (Königreich der Himmel, Sieben Jahre in Tibet) in seiner Rolle als IRA Mann überzeugen.

Ab dem 25.11.2011 bringt Koch Media die großartige Biopic-Komödie nach dem Bestseller von Howard Marks auf Blu-ray und DVD in den Handel. Die DVD beinhaltet die Sprachen Deutsch und Englisch in DTS-HD 5.1 und hat das Bildformat 16:9 – 1.77:1. Während andere Filme immer mit zahlreichem zusätzlichem Material aufwarten können, wird man bei “Mr. Nice” leider enttäuscht. Neben dem Trailer bekommen wir lediglich den Audiokommentar von Howard Marks und Regisseur Bernard Rose, der zwar informativ ist, gleichwohl aber etwas wenig. Wo sind die Interviews mit Rhys Ifans und Bernard Rose, wo der Vergleich von Howard Marks zwischen seiner Biografie und dem Film?

Während “Mr. Nice” durchaus unterhalten kann, sind die Parallelen zu ähnlichen Filmen – beispielsweise “Blow” – nicht von der Hand zu weisen. Nichts desto trotz kann hier vor allem Hauptdarsteller Rhys Ifans glänzen und diesen Film fast komplett allein tragen. Wer das Buch mochte, wird auch hier mit Sicherheit Gefallen finden.

 

Die Kamera fährt langsam über das New York der Neuzeit, schlängelt sich durch die Straßen und bleibt in einem Theater stehen, in welchem Derek Jacobi (The King’s Speech) auf der Bühne steht. Er erzählt von einer möglichen Geschichte, in welcher nicht Shakespeare seine Stücke geschrieben hätte, sondern ein geheimnisvoller Adliger. Die Kamera springt wieder um und wir sehen das elisabethanische England des 16. Jahrhunderts, in welchem Robert Cecil (Edward Hogg) grade verhaftet und verhört wird. Wieder springen wir ein paar Jahre zurück und der Fokus liegt auf Edward de Vere (Jamie Campbell Bower), dem 17. Earl von Oxford. Edward hat grade seinen Vater verloren und muss sich schon früh dem Einfluss des Theater feindlichen Königinnen Beraters Sir William Cecil (David Thewlis) erwehren. Dieser möchte Edward schon früh mit seiner Tochter verheiraten, doch dieser interessiert sich mehr für das Schreiben von Stücken sowie der Königin Queen Elizabeth I. (Joely Richardson). Der Film macht an dieser Stelle wieder einen Zeitsprung und der Earl von Oxford wird von Rhys Ifans gespielt. Edward ist nun im mittleren Alter und sucht eine Marionette, unter der er seine Stücke veröffentlichen kann. Er denkt, dass er diese in der Person von Ben Jonson (Sebastian Armesto) gefunden hat. Dieser allerdings ist zu feige und der talentfreie Schauspieler William Shakespeare (Rafe Spall) nimmt die Rolle als Autor an. Das Spiel am Hofe der Königin nimmt seinen Lauf…

AnonymousBisher war der deutsche Regisseur Roland Emmerich (Independence Day, The Day After Tomorrow) eher für seine exorbitanten Schlachten in diversen Scifi Filmen bekannt. Egal ob er grade mal wieder die Welt unter gehen ließ, Außerirdische Wesen angriffen oder Gozilla aus dem Meer kam, Emmerich galt für großes Kino. Ganz anders verhält es sich nun mit seinem doch etwas ungewöhnlichen Historien Drama, in dem er die Behauptung aufstellt, Shakespeare wäre nicht der Urheber seiner Stücke. An dieser Stelle macht der sich mit seiner gewagten These durchaus Feinde, dennoch ist dies bei einigen Wissenschaftlern seit längerem nicht unumstritten. Leider untermauert Emmerich an dieser Stelle absolut nichts mit Fakten, sondern baut zusammen mit Drehbuchautor John Orloff (Band of Brothers – Wir waren wie Brüder) ein unheimlich waghalsiges Script. Abgesehen von seiner Behauptung das Edward de Vere der rechtmäßige Urheber ist, präsentiert uns Emmerich jede Menge Inzucht, wie wir es selten zuvor erlebt haben.

In der Hauptrolle haben wir mit Rhys Ifans (Eine zauberhafte Nanny – Knall auf Fall in ein neues Abenteuer, Passion Play) einen wunderbaren Darsteller in der Rolle des Earl of Oxford, der durchweg die ganze Zeit überaus sympathisch und vor allem überzeugend ist. Dasselbe gilt auch für Oscar-Preisträgerin Vanessa Redgrave (The Whistleblower, Briefe an Julia), welche die alte und zerbrechliche Queen Elizabeth I spielt. Ihr kann man zu jeder Zeit das hohe Alter, den Schmerz aber auch das Feuer ihrer noch immer existierenden Leidenschaft ansehen, die sie nach wie vor für den Earl verspürt.

Anonymous“Anonymus” ist grade für Emmerich Fans etwas komplett Neues. Die Geschichte rund um Shakespeare und das womögliche Urheberrecht mag teils spannend erzählt sein, hat stellenweise aber durchaus seine Längen. Die erste Stunde wird so unglaublich viel in den verschiedensten Epochen herum gesprungen, unglaublich viele Personen vorgestellt, sodass ein jemand ohne Hintergrundwissen des frühen 16. Jahrhunderts leicht ins Schleudern kommt. Mir passierte es mehr als einmal, dass ich nicht mehr wusste wo ich eigentlich bin. Positiv hervorzuheben ist der wirklich runde Soundtrack von Thomas Wander (2012, 10,000 B.C.) und Harald Kloser (Alien vs. Predator, The Day After Tomorrow), ein in sich geschlossen gutes Werk.