Unser Leben

Im Bereich der Naturdokumentationen kommt man an zwei Branchenriesen praktisch nicht vorbei, die beide mit spektakulären Aufnahmen immer wieder beeindrucken können. Während Disney mit “Im Reich der Raubkatzen” bereits in den Startlöchern steht, wird das Feld jedoch erst einmal BBC World überlassen, um uns in “Unser Leben” ein Best Of der zehnteiligen BBC-TV-Dokumentation “Life – Das Wunder Leben” vorzustellen.

“Unser Leben” entführt den Zuschauer in eines der größten Abenteuer, die es gibt: das Leben selbst. Über einen Zeitraum von fünf Milliarden Jahren entwickelte sich eine gigantische Artenvielfalt in Flora und Fauna, die dennoch zumeist die gleichen Lebenszyklen verfolgt. “Unser Leben” erzählt dabei vom Aufwachsen, von der Suche nach Nahrung, dem Schutz vor Feinden, der Suche nach einem geeigneten Partner und schließlich der Aufzucht von Kindern, um den Kreislauf erneut zu schließen.

Unser LebenGanze zwei Jahre waren die BBC- Regisseure Michael Gunton (Spiele des Lebens) und Martha Holmes (Life) an den entlegensten Orten der Welt, um mit 35 Kameramännern und -frauen einzigartige HD-Bilder von Tieren aufzunehmen, wie wir sie bisher noch nie gesehen haben. Als Erzähler wurde hierfür Bond-Darsteller Daniel Craig (in der deutschen Synchronisation Dietmar Wunder) verpflichtet, der ohne ausufernde Kommentare vom Leben der Arten erzählt und diese in eine angenehme Erzählstruktur verpackt.

Jede Episode beginnt mit einer Texteinblendung des Ortes, mit einer weitwinkligen Kameraaufnahme der Umgebung sowie der Vorstellung der üblichen Verhaltensmerkmale der Art. So berichtet der Erzähler von fingernagelgroßen Erdbeerfröschchen, die ihren Nachwuchs in den Baumwipfeln riesiger Bäume unterbringen, von Wendellrobben, die ihre Jungen an den entlegensten Orten der Welt aufziehen und von Grasschneider-Ameisen, die ihr ganzes Leben lang Gras in ihren Bau tragen, um damit einen Pilz zu ernähren, der ihnen selbst als Nahrungsquelle dient.

Unser LebenDie Grasschneider-Ameisen sind aber nicht die einzigen Lebewesen, die auf ungewöhnliche Art an Nahrung gelangen. Die Lämmergeier nehmen Aasknochen mit in luftige Höhe, lassen die Knochen von oben auf den harten Felsen herabfallen und schaffen es so, dass die Knochen zerbrechen und sie an das wertvolle Knochenmark herankommen. Einen ähnlichen Weg gehen die braunen Kapuzineräffchen, die die harten Palmenfrüchte über zwei Wochen lang trocknen, sie dann auf eine Art Amboss legen und mit einem Stein, der die Hälfte ihres eigenen Körpergewichtes wiegt, aufbrechen.

So interessant diese einzelnen Episoden auch aufgebaut sind, so ist es bestenfalls ein guter Zusammenschnitt der sehr erfolgreichen BBC-Serie, was man “Unser Leben” auch anmerkt. Jede der 22 vorgestellten Arten wird auf 85 Minuten Leinwandzeit nur kurz angerissen und in einen einheitlichen Kontext gesetzt, nur um dann schon zur nächsten Art überzuspringen. Hierbei fehlt vor allem die nötige Dramaturgie, die man insbesondere aus den Disney-Dokumentationen gewohnt ist, welche in erster Linie nur von einer einzigen Tierart und deren Leben erzählen.

“Unser Leben” ist ein beeindruckender Zusammenschnitt der erfolgreichen BBC-TV-Dokumentation “Life – Das Wunder Leben”, welche mit wunderbaren HD-Bildern aufwarten kann. Die Darstellung der Wunder des Lebens kann hier für ausnahmslose jede Altersgeneration empfohlen werden.

Offizielle Website: http://unserleben-derfilm.de

Mikael Blomkvist (Daniel Craig) ist ein investigativer Wirtschaftsjournalist, der fest entschlossen ist, seine Ehre wieder herzustellen. Nachdem dieser wegen über Verleumdung verurteilt wurde, tritt der reiche industrielle Henrik Vanger (Christopher Plummer) in sein Leben, um seine Dienste als Journalist und Detektiv in Anspruch zu nehmen. Henriks Nichte Harriet wurde im Jahre 1966 als 16 jähriges Mädchen ermordet, was allerdings nie bewiesen worden konnte. Bis auf das plötzliche Verschwinden konnten in den ganzen 40 Jahren kein Hinweis gefunden werden, was mit dem Mädchen passiert war. Die einzige Botschaft seither ist, dass Henriks jedes Jahr einmal eine getrocknete Blume vom vermeintlichen Mörder erhält. Mittelpunkt dieser Verschwörung ist Henriks weitläufige Familie, die aus lauter Streitigkeiten untereinander kaum noch ein Wort miteinander wechselt.

Etwa zur selben Zeit wird Lisbeth Salander (Rooney Mara) – eine ungewöhnliche aber gleichermaßen geniale Detektivin und Hackerin der Sicherheitsfirma Milton Security – damit beauftragt, in Blomkvists Leben herum zu schnüffeln, was letztendlich aber dazu führt, dass sie Blomkvist bei dem Mord an Harriet Vanger hilft. Gemeinsam betreten sie ein 40 Jahre altes Schachspiel aus Intrigen, Mord und Inzucht…

VerblendungWie schon so oft könnte man sich an dieser Stelle nun darüber auslassen, welches Motiv Hollywood in seiner Vielzahl an Remakes berühmter Filme sieht. Einmal mehr wurde nun der Blockbuster Roman Stieg Larssons genommen, um nach Niels Arden Oplevs (Millennium) Verblendung aus dem Jahre 2009 ein Remake mit amerikanischen Darstellern zu drehen. Für diesen Job kam im Grunde nur einer in Frage, “The Social Network” Regisseur und Oscar-Nomine David Fincher (Fight Club, Der seltsame Fall des Benjamin Button). Zusammen mit Drehbuchautor und Oscar-Gewinner Steven Zaillian (Schindlers Liste, Gangs of New York) sollte hier allerdings keine eins zu eins Kopie entstehen, sondern eine völlig neue Interpretation Stieg Larssons Roman.

Während Zaillian in seinem Drehbuch im Grunde dicht am Original bleibt, fallen vor allem die vielen kleinen Details auf, in denen sich der Film von Niels Arden Oplevs Verfilmung im Jahre 2009 unterscheidet. Zum einen gibt es einen völlig neuen Handlungsstrang mit Blomkvists Tochter, welche ihn auf die Bibel Verse aufmerksam macht, zum anderen entwickelt Zaillian eine völlig neue Interpretation vom Ende des Filmes, die sich durchaus sehen lassen kann. Während man hier im Vorfeld noch dachte, dass grade die ausufernde Gewalt und Vergewaltigungsszenen für den amerikanischen Markt in abgeschwächter Form dargestellt werden würden, muss man überraschend aufatmen. Auch diese Stellen wurden in aller Deutlichkeit vom Buch übernommen, welche vor allem Rooney Mara (A Nightmare on Elm Street) wirklich wunderbar spielt. Hatte man hier anfangs noch seine gerechtfertigten Bedenken, so ist es ganz erstaunlich, was man aus der hübschen Frau aus “The Social Network” gemacht hat. Mit kurzen Haaren, jeder Menge Piercings und einem großen Drachen Tattoo spielt sie äußerst überzeugend die Rolle der Lisbeth Salander, welche perfekt mit dem Bond Darsteller Daniel Craig (James Bond 007 – Casino Royale, Cowboys & Aliens) harmoniert. Egal ob dies die ausgefallenen Sex-Szenen sind oder die gemeinsame Arbeit am Fall der Vanger, es passt einfach perfekt.

VerblendungBei all dem Lob muss ich hier aber auch Kritik üben, und das ist das wirklich “ungewöhnliche” Intro des Filmes. In einer Form von schwarzem Öl (oder soll das Wasser sein?) verschmelzen hier spielerisch immer wieder Körper, was mit einem sehr starken und aggressiven Soundtrack hinterlegt wurde. Als Kunstwerk oder Intro eines Musikvideos mag dies sicherlich passend sein, in Bezug auf einen Film wie “Verblendung” aber völlig deplatziert. Im gesamten Kontext wirkt dieses Intro mehr wie ein Fremdkörper, als ein passender Einstieg in eine wirklich großartige Romanvorlage.

Obwohl das Remake von “Verblendung” nur 2 Jahre nach dem schwedischen Original daher kommt, ist es für den amerikanischen Markt durchaus als gelungen anzusehen. Zweifelhaft ist hierbei aber wie anfangs bereits erwähnt der Grund, der dafür herhalten muss. Die Geschichte ist fast wie in der schwedischen Version und eine wirkliche Neuinterpretation hat diese auch von Steven Zaillian nicht erfahren können, was also rechtfertigt ein Remake nach nur 2 Jahren? David Finchers “Verblendung” ist gut und kann unterhalten, kommt aber bei weitem nicht an das schwedische Original heran.

Die Geschichte beginnt auf einem Flohmarkt, auf dem Tim (Jamie Bell) mit seinem Hund Struppi ein Modellschiff entdecken, welches Tim schon immer besitzen wollte. Bei diesem Schiff handelt es sich um die Einhorn, einem Dreimaster mit 50 Kanonen. Nachdem Tim dieses Schiff erworben hat, trifft er schon bald auf einen mysteriösen Mann, der ihm im Zusammenhang mit dem Schiff Unheil prophezeit. Nachdem dieser schließlich verschwunden ist, trifft Tim auf den nächsten Interessenten des Schiffes, doch auch diesmal ist es unverkäuflich. Zuhause angekommen bricht bei diesem schließlich ausversehen ein Mast ab, woraufhin das Geheimnis des Schiffes zum Vorschein kommt. Ein Rätsel auf einem Stück Pergament mit unverständlichen, aneinander gereihten Worten gilt es zu lösen, doch dies ist einfacher gesagt als getan. Kaum aus dem Haus heraus wird dies Pergament nicht nur vom besten Taschendieb der Stadt gestohlen, sondern auch Tim entführt. Zusammen mit seinem Hund Struppi landet er auf einem Schiff, auf dem sie auch den etwas grobschlächtigen und stets übellaunigen Kapitän Haddock (Andy Serkis) begegnen. Auf der nun folgenden Reise von der hohen See, über die sandigen Dünen der afrikanischen Wüste, beginnt eine unaufhaltsame Suche nach dem Schatz der längst vergessenen Einhorn…

Die Abenteuer von Tim & Struppi – Das Geheimnis der EinhornDie Geschichten von Tim und Struppi sind seit ihrer Entstehung in den 30iger Jahren weit über 250 Mio. Mal verkauft worden und sind in über 100 verschiedenen Sprachen erhältlich. Egal ob groß oder klein, jeder kam in seinem Leben irgendwie mit den Geschichten von Georges Remi (Pseudonym Hergé) in Berührung. Was liegt also näher, als diese Abenteuer auf ein Medium zu bringen, dass ihnen so lang verwehr geblieben ist? Genau diese Frage stellten sich auch die beiden, mit Abstand berühmtesten Regisseure der Welt, Steven Spielberg (Schindlers Liste, Der Soldat James Ryan) und Peter Jackson (District 9, Der Herr der Ringe – Die Gefährten). Bereits 1983 versuchte Spielberg zusammen mit Hergé einen Film auf die Beine zu stellen, doch dieser verstarb leider. Fast 30 Jahre hat es nun gedauert bis ein neuer Anlauf unternommen wurde. Spielberg holte Peter Jackson mit ins Boot, der sofort Feuer und Flamme war. Wie sagte er zu Spielberg so schön am Telefon: “Wenn du jetzt hier wärst, dann würdest du über meiner Schulter die komplette Serie von Hergés Büchern sehen können – ich wäre geehrt, wenn ich mit dabei sein dürfte”.

Die Abenteuer von Tim & Struppi – Das Geheimnis der EinhornWährend beide daraufhin fast 18 Monate mit der Vorbereitung verbrachten, nahm der Film gedanklich schon erste Formen an. Nicht nur das Hergés Meisterwerk in modernem 3D gedreht werden sollte, Spielberg und Jackson wollten einfach mehr. Das Ganze Projekt wurde im Performance-Capture verfahren erstellt, wobei echte Darsteller auf einer völlig weißen Bühne interagieren. Mehr als 100 Kameras nahmen hierbei jede Bewegung der Darsteller auf, sodass die Figuren im Film absolut realistisch wirken konnten. Dies jedoch reichte Spielberg noch immer nicht. Er bediente sich der noch recht jungen “Image-Based Facial Performance Capture” Technik, bei der jeder Darsteller noch einen Football Helm trug, der mit einer Kamera die ganze Zeit das Gesicht aufzeichnete. So erst bekam jede Figur in  “Die Abenteuer von Tim & Struppi – Das Geheimnis der Einhorn” die Möglichkeit, Emotionen so Detail getreu wie nur möglich wiedergeben zu können. Das Ergebnis daraus kann sich wirklich sehen lassen. Spielberg und Jackson präsentieren uns ein so unglaublich realistischen Film in einer 3D Welt von Hergé, dass man die ersten 5 Minuten kaum aus dem Staunen heraus kommt. Jede Bewegung, jeder Gesichtszug, einfach phänomenal.

Die Abenteuer von Tim & Struppi – Das Geheimnis der EinhornLeider bekommt der Zuschauer bei Performance-Capture nie mit, welchem Darsteller die Leistung zu verdanken ist. Die Rolle von Tim spielt Jamie Bell (Billy Elliot – I Will Dance, King Kong), Kapitän Haddock ist Andy Serkis (Der Herr der Ringe – Die Gefährten, Der Hobbit – Hin und zurück), Iwan Iwanowitsch Sakharin ist Daniel Craig (Cowboys & Aliens, Invasion) und Schulze und Schulze ist niemand geringeres als Simon Pegg (Shaun of the Dead, Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis) und Nick Frost (Attack the Block, Grindhouse). Eine großartige Leistung aller beteiligten Darsteller, in jeder Hinsicht hin.

Egal ob man mit Tim und Struppi aufgewachsen ist, ein Buch kennt oder gar alle, der Film ist ein wahres Meisterwerk. Die Geschichte ist unterhaltsam und wirklich lustig, technisch setzt er komplett neue Standards und die Figuren sind so gezeichnet, wie wir sie alle kennen. Eine absolute Empfehlung die man sich nicht entgehen lassen sollte.

 

Jake Lonergan (Daniel Craig) wacht eines Tages mitten in der Wüste auf und erinnert sich weder an seinen Namen noch wo er sich befindet, das einzig verwunderliche ist ein metallenes Gerät an seinem rechten Arm. Als er kurz darauf von 3 Banditen umstellt wird und diese im Alleingang besiegt ist sofort eines klar, der Mann weiß sich zu verteidigen. Kaum in der Stadt Silver City angekommen, wird er auch schon vom draufgängerischen Paul Dano (Percy Dolarhyde) provoziert, der Sohn eines mächtigen Rinderbarons dieser Gegend ist. Bei dieser Begegnung lernt Jake auch den örtlichen Sheriff Taggart (Keith Carradine) kennen. Taggert offenbart ihm neben seinem Namen auch die Verbrechen für die er und seine Bande verantwortlich sind und sperrt ihn daraufhin ein. Als in der nun kommenden Nacht Woodrow Dolarhyde (Harrison Ford) seinen Sohn aus dem Gefängnis befreien will, bricht ein Chaos über der Stadt aus. Unbekannte metallene Maschinen fliegen durch die Luft, schießen alles klein und entführen Menschen. Nun ist die Zeit gekommen in der die verschiedensten Menschen der Stadt zusammen arbeiten müssen, ob sie wollen oder nicht…

Wenn man sich den Titel “Cowboys & Aliens” anhört hat man eine gewisse Vorstellung was in dem Film passieren kann und lässt sich vom Rest überraschen. Zu meinem Leidwesen muss ich hier allerdings sagen, dass es keinen Rest gibt. Die Geschichte rund um diesen wirklich hoch karätig besetzten Cast ist so etwas von dünn, dass man darüber lieber nicht weiter sprechen mag. Allein der Plot in den ersten 20min mit Percy Dolarhyde wird einfach so verschenkt, weil man ihn auf einmal von den Aliens entführen lässt. Ok, einerseits ist dies verständlich da sonst sein Vater bei der Befreiung nicht mitmachen würde, dennoch ist es wirklich viel verschenktes Potential von einer ansonsten wirklich sehr schön inszenierten Figur. Ein weiterer Hauptdarsteller ist die wunderschöne, aus Dr. House bekannte Olivia Wilde.

Olivia Wilde in der Rolle als Ella Swenson geht bis etwa zur Hälfte des Filmes wirklich sehr gut auf. Die Rolle ist wie auf sie zugeschnitten bis es einen radikalen Bruch in der Geschichte des Filmes gibt, den ich bis dato absolut nicht verstehen kann. Auf einmal kann man ihr diese Rolle absolut nicht mehr abnehmen und man muss die berechtigte Frage stellen, was hat hier die Drehbuchautoren nur geritten. Nicht weniger nachvollziehen kann ich die Rolle von Harrison Ford als den harten Rinderbaron. Sorry an dieser Stelle, aber Harrison Ford bleibt bei mir einfach immer Indianer Jones… einziger wirklicher Lichtblick ist in meinen Augen Daniel Craig als Jack Lonergan. Sehr gute Rolle und mit seiner steifen James Bond Mimik wirklich wie geschaffen für diese Rolle.

“Cowboys & Aliens” ist genau das was ich im Vorfeld fast erwartet habe. Ein großer Titel, noch viel mehr große und vor allem namenhafte Schauspieler und vor allem ein unterdurchschnittliches Drehbuch. Nachdem Jon Favreau mit Iron Man 2 eigentlich eine wirklich gute Arbeit abgeliefert hatte, muss er sich hier sehr viel Kritik gefallen lassen. Letzten Endes bleibt “Cowboys & Aliens” weit hinter seinen Erwartungen zurück und reiht sich nahtlos in jene Filme ein, die man am besten auf dem Sofa genießt.