Der Londoner Ganove Mitchel (Colin Farrell) kommt nach 3 Jahren Gefängnis wegen schwerer Körperverletzung wieder auf freien Fuß und schwört sich fortan, ein ehrliches Leben zu führen. Leider wartet vor dem Knast sein alter Kumpel Billy (Ben Chaplin) auf ihn, von Beruf Geldeintreiber. Billy versorgt ihn sofort mit Bargeld und der Wohnung eines Arztes, der bei ihm Schulden hat. Auf einer Willkommensfeier unter Gangstern lernt Mitchel schließlich die liebreizende Penny (Ophelia Lovibond) kennen, die ihm einen Job bei einer Freundin besorgen kann. Die Freundin stellt sich schließlich als der öffentlichkeitsscheue Filmstar Charlotte (Keira Knightley) heraus. Nachdem sich Mitchel schließlich um die Paparazzi auf seine Art gekümmert hat, nimmt er den Job an. Leider bleibt dies auch der Londoner Unterwelt nicht verborgen und schon bald meldet sich Billy und vor allem sein Boss Gant (Ray Winstone) bei ihm. Ganz hat mit Mitchel großes vor und bietet ihm an, dass Geldeintreiben für ganze drei Stadtteile zu übernehmen. Leider kann Gant kein Nein akzeptieren und so spitzt sich die Geschichte unaufhaltsam zu…
Autor und Regisseur von “London Boulevard” ist niemand geringeres als William Monahan, der auch bereits einen Oscar für das Drehbuch von “Departed – Unter Feinden” im Jahre 2007 erhielt. Monahan hat in seinem neuen Projekt nun beschlossen neben dem Drehbuch auch die Regie zu übernehmen, was ihm im Großen und Ganzen auch gelang. Für den Platz hinter der Kamera konnte Monahan niemand geringeres als Chris Menges gewinnen. Menges der bereits zwei Oscars sein eigenen nennen darf, zeigt uns in eindrucksvollen Bildern ein London, dass womöglich nicht jeder kennt. Wenn seine Bilder eines erzählen, dann sind dies bis ins kleinste Detail durchdachte Geschichten.
Die Hauptrollen in “London Boulevard” sind mit Colin Farrell (Fright Night, Kill the Boss) und Keira Knightley (Alles, was wir geben mussten) wirklich gut besetzt. Herausragend ist hierbei allerdings nur Colin Farrell. Ihm nimmt man die Rolle als ehemaliger und harter Gangster jederzeit ab. Auch der weiche in ihm schlummernde Typ, in der Romanze mit Charlotte sowie seiner steten Sorge um seine Schwester, kommt immer dann zum Vorschein, wenn man es am wenigsten erwartet. Keira Knightley dagegen wirkt in “London Boulevard” überaus blass und für die Rolle als schüchterne Charlotte fast fehlbesetzt. Sie ist einfach zu unscheinbar und kann sich gegen die starke Persönlichkeit die Farrell mit sich bringt, auf Dauer nicht durchsetzen. Ganz anders dagegen Ray Winstone als der Gangsterboss Gant. Eine überaus starke und vor allem eiskalte und skrupellose Darbietung.
Mit “London Boulevard” führt William Monahan erstmals selbst die Regie und wie bereits erwähnt, ist ihm das auch fast gelungen. Das Drehbuch ist gut und auch die Geschichte weiß zu unterhalten, auch wenn sie zwischendurch ein paar derbe Hänger hatte. Das Finale ist dagegen überaus gut gestaltet und erinnert ein wenig an Matthew Hope’s “The Veteran”. Bei all dem Lob sollte aber auch der wirklich gute Soundtrack Mix aus den 60iger Jahren erwähnt werden, der in keiner Sammlung fehlen sollte.
Die drei Freunde Nick (Jason Bateman), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis) haben alle dasselbe Problem, sie schuften unter einem Vorgesetzten den sie auf den Tod nicht ausstehen können. Nick arbeitet täglich 12 Stunden für eine Beförderung die er nie bekommen wird. Dies wird ihm spätestens an jenem Tag klar, als sein Vorgesetzter Dave Harken (Kevin Spacey) sich selbst befördert. Der Buchhalter Kurt hat dagegen einen wirklich guten Job, bis sein Chef Jack (Donald Sutherland) plötzlich an einem Herzinfarkt stirbt. Den Platz nimmt natürlich nicht Nick ein, sondern der korrupte und Drogensüchtige Sohn Pellit (Colin Farrell). Der dritte im Bunde ist Dale, der eine wirklich bezaubernde aber sexsüchtige Cheffin (Jennifer Aniston) hat. Diese will ihm allerdings täglich mindestens einmal an die Wäsche, und das wo er doch grad erst verlobt ist. Den dreien bleibt nur ein Ausweg, die drei Chefs müssen weg. Da man hier natürlich über keinerlei Erfahrung verfügt, wird kurzerhand der Ex-Knacki Dean Motherfucker Jones (Jamie Foxx) angeheuert. Dean steht hier allerdings nur mit Rat zur Verfügung, die dreckige Arbeit müssen die drei schon allein erledigen…
“Kill the Boss” reiht sich in die Reihe von Filmen ein, die alle in irgendeiner Weise über den ach so schlimmen Chef versuchen herzuziehen. Seth Gordon (Mein Schatz ihre Familie und ich) macht hier allerdings mehr richtig, als viele seiner Vorgänger. Neben dem wirklich unterhaltsamen Drehbuch von Michael Markowitz und John Francis Daley erwarten uns neben wirklich vielen guten Lachern, vor allem sehr überzeichnete Figuren und ein Film, der sich unweigerlich selbst nicht ernst nehmen kann.
Unterstützt wird all dies mit einem wirklich guten Cast. Die Hauptrollen sind mit Jason Bateman (Umständlich verliebt), Charlie Day (Verrückt nach dir) und Jason Sudeikis (Alles erlaubt – Eine Woche ohne Regeln) wirklich erstklassig besetzt. Die drei sind zusammen unfreiwillig komisch, was spätestens im fortgeschrittenen Verlauf des Filmes mehr und mehr zur Geltung kommt. Ob es nun Situationen wie diverse Einbrüche und die Sprüche vor Ort sind, oder das Treffen mit Dean Motherfucker Jones, köstlich. Die drei erinnerten mich fast ein wenig an die wirklich witzige Gruppe aus “Hangover”, auch wenn sie sich daran nicht wirklich messen lassen können. Das ein gutes Drehbuch und gute Hauptrollen noch lange keinen guten Film ausmachen, weiß auch Gordon. Hierfür präsentiert er uns einen wirklich einmaligen Cast an Nebendarstellern, den wir so nicht oft sehen werden. Kevin Spacey (Margin Call), Colin Farrell (London Boulevard) und Jennifer Aniston (Meine erfundene Frau) präsentieren uns Vorgesetzte, wie sie wirklich niemand haben will (Jennifer Aniston nehmen die männlichen Leser dann wohl doch…). Witzig, gemein und zusammen mit ihren jeweiligen Angestellten eine wirklich ausgezeichnete Mischung spontaner Situationskomik.
“Kill the Boss” ist eine wirklich lustige und vor allem unterhaltsame Komödie, die ich jedem nur ans Herz legen kann. Was gibt es schöneres, als nach einem anstrengenden Tag mit unmöglichen Vorgesetzten diesen Film zu schauen?
Charley (Anton Yelchin) ist kurz vor seinem High-School Abschluss und auch sonst kann es ihm kaum besser gehen. Er hat überaus “coole” Freunde, hat mit Amy (Imogen Poots) das heißteste Mädel der Schule als Freundin und sich bereits vor langer Zeit von seinem ehemals besten Freund Ed (Christopher Mintz-Plasse) abgewandt. Als eines Tages Jerry (Colin Farrell) als sein neuer Nachbar einzieht, fangen die ersten mysteriösen Dinge in dem kleinen Ort mitten in der Wüste an. Sein Freund Ed bezeichnet Jerry nur noch als Vampir und als dieser letztendlich spurlos verschwindet, geht dem Charley auf die Spur. Nachdem dieser nun vermehrt Beweise für diese Vampir Theorie findet, macht er einen Ausflug nach Las Vegas. Hier trifft er auf den Zauberer und Illusionisten Peter Vincent (David Tennant), der sich nebenbei als absoluter Vampir Experte herausstellt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Jagd auf Jerry, zum eigenen Schutz und dem seiner Familie.
Als 1985 “Fright Night” von Tom Holland in die Kinos kam, war es ein unerwarteter Erfolg und wurden mit diversen Awards ausgezeichnet. 26 Jahre später gibt es nun von Craig Gillespie (Lars und die Frauen) das Remake, welches in erster Linie den damaligen Film in ein neues und vor allem frisches 3D Gewand setzen soll. Die Hauptrollen sind in diesem Remake insgesamt recht gut besetzt. Anton Yelchin ist die kompletten 106min im Grunde wirklich überzeugend in seiner Rolle, einzig der wirklich krasse Wandel den er durch macht, konnte ich ihm nicht abkaufen. Imogen Poots in der Rolle der bezaubernden Amy ist alles in allem eine Augenweide, mehr aber auch nicht. Ich vermisse von ihr in erster Linie den schauspielerischen Part, neben dem gut aussehen. Ob es nun am Drehbuch und der damit verknüpften Rolle liegt oder an ihrem Talent sei dahin gestellt, ich hätte von ihr mehr erwartet. Am ansprechensten von allen Darstellern fand ich aber David Tennant. Eine wirklich gute Darbietung seiner Rolle die spätestens am Ende voll zur Entfaltung kommt. Nun fragt man sich völlig zu Recht, und was ist mit Colin Farrell als Jerry? In meinen Augen hätte diese Rolle jemand anderes spielen sollen, denn Farrell konnte mich einfach nicht überzeugen. Zu unscheinbar, zu nett und vor allem kein richtiger Vampir wie er eines “Fright Night” Remakes wert gewesen wäre.
In “Fright Night 3D” wollte Tom Holland vor allem durch 3D und durch das bessere CGI in diesem Remake viel verbessern. Das CGI war insofern ok, als das die Vampire mit ihren veränderten Gesichtern wirklich gut gelungen sind. Was jedoch völlig unnötig war, ist das 3D in “Fright Night 3D”. Der ganze Film hat recht viele dunkle Stellen, sodass die zusätzliche Tiefe kaum bis gar nicht zur Geltung kommen kann. Das einzige was einem hier in Erinnerung bleibt, sind ein paar entgegen kommende Blutspritzer sowie die gegen Ende in Flammen aufgehenden Vampire. Da hier der finanzielle Mehrwert nicht gegeben ist, reicht die 2D Vorstellung für alle interessierten aus. Für alle Liebhaber der Filmmusik kann ich an dieser Stelle allerdings auf den wirklich guten Soundtrack hinweisen, der sein Geld durchaus wert ist.
Das “Fright Night 3D” Remake ist nicht schlecht, aber auch nicht so gut, als das man es unbedingt ansehen muss.
Beschreibung: Sieben Kriegsgefangene fliehen aus einem sibirischen Arbeitslager zum Ende des 2. Weltkriegs. Die gefährliche Flucht soll Janusz (Jim Sturgess), Mr. Smith (Ed Harris), Valka (Colin Farrell), Zoran (Dragos Bucur), Voss (Gustaf Skarsgård), Tomasz (Alexandru Potocean), Kazik (Sebastian Urzendowsky) und die junge Polin Irena (Saoirse Ronan), die sich unterwegs der Gruppe anschließt, von Sibirien durch die Mongolei nach Tibet und schließlich über den Himalaya ins sichere Indien führen.
Doch der Weg ist lang und beschwerlich. Und nicht jeder von ihnen schafft es, die Eiseskälte im Himalaya, Sandstürme, Hunger und Durst zu überwinden. Kämpfend gegen die Gewalten der Natur und mit unglaublichem Überlebenswillen, entdecken sie den Wert des menschlichen Lebens und die wahre Bedeutung von Freundschaft.
Laufzeit: 132 min
Kategorie: Adventure, Drama
Bewertung: 7/10
The Way Back wurde insgesamt für 6 Oscars nominiert und versprach dementsprechend für mich sehr großes Kino. Um eines gleich vorweg zu nehmen, der Film ist auch ganz großes Kino. Schauspielerisch wirklich sehr gut wie sie all die Unannehmlichkeiten, Schmerzen, Hunger und Durst auf dem langen Weg von Sibirien nach Indien dargestellt haben. Von meiner Seite auch ein großes Lob an die Maskenbildner, allein schon die vielen körperlichen Veränderungen zw. dem kalten erfrieren, über die total verbrannten Gesichter auf dem Weg durch die Wüste bis hin zu all den Skurbut Fällen. Die einen mögen den Film langweilig finden, ich empfand ihn als großartige spannende dokumentation artige Verfilmung über das, was der Mensch mit genug Willen zum Überleben zum leisten instande ist.