Viele Jahre sind inzwischen ins Land gezogen und unser steppende Held Mumble (Elijah Wood) ist Vater geworden. Sein kleiner Sohn Erik (Ava Acres) kommt allerdings nicht ganz nach seinem Vater, hat dieser doch eine Art von Choreophobie. Ausgeschlossen von den anderen in seinem Alter, macht dieser sich mit seinen Freunden sowie dem abgedrehten Ramon (Robin Williams) auf, dass Abenteuer zu suchen. Dabei trifft er auf den fliegenden Pinguin Sven dem Großen (Hank Azaria), von dem er nicht nur sofort beeindruckt ist, sondern diesen auch über seinen Vater stellt. Bevor Mumble diese sich anbahnenden Probleme mit seinem Sohn auch nur registrieren kann, erschüttert ein gewaltiges Erdbeben die Antarktis und Mumbles gesamtes Pinguinvolk wird im Eis eingeschlossen. Abgeschnitten von dem Meer und somit ihrer einzigen Nahrungsquelle macht sich Vater und Sohn auf, um ein ganzes Volk vor dem verhungern zu bewahren…

Happy Feet 2Ganze 5 Jahre ist es her, als “Happy Feet” im Jahre 2006 unter den Regisseuren George Miller, Warren Coleman und Judy Morris den Oscar für den besten Animationsfilm des Jahres erhielt. Während andere Studios bei einem so erfolgversprechenden Franchise in dieser Zeit schon zwei Fortsetzungen entwickelt hätten, hat sich George Miller Zeit gelassen. Die Zeit gut genutzt geht diesen Winter Pixars “Happy Feet 2″ in den Konkurrenzkampf mit Dreamworks “Der gestiefelte Kater”. Um schon einmal eines vorweg zu nehmen, die Entscheidung war hart und hat dennoch von der Cinetastic Redaktion keinen eindeutigen Sieger hervorbringen können.

Liebevoll animiert macht sich der junge und teils tollpatschige Erik auf die Reise, welche zum einen Selbsterkenntnis bringen soll, zum anderen der jugendlichen Abenteuerlust geschuldet ist. Hier tritt der erste entscheidende Punkt hervor, in dem sich Miller von anderen Regisseuren bekannter Animationsfilme deutlich unterscheidet. Während Konkurrenten hier immer erst den Spaß für Groß und Klein sehen, verpackte Miller “Happy Feet” und nun auch seine Fortsetzung “Happy Feet 2″ mit einer gehörigen Portion gesellschaftskritischer Thematiken. Auch wenn es eventuell weit hergeholt sein sollte, aber kann man die hungernden und eingeschlossenen Pinguine nicht auch mit jenen Menschen aus der dritten Welt gleichsetzen, denen es ähnlich geht? Wie versucht Miller so glänzend verstehen zu geben, wenn alle an einem Strang ziehen, kann man alles erreichen. Um all diese Thematiken immer wieder kindgerecht aufzubereiten, nutzt Miller einen herrlichen sekundären Plot über 2 Garnelen, die getrennt von ihrem Schwarm die Antarktis erkunden. Neben den wirklich witzigen Einlagen dieser zwei, ist es vor allem der 3D Effekt, der hier besonders zur Geltung kommt.

Happy Feet 2Was wäre “Happy Feet 2″ ohne die passende musikalische Unterhaltung? Die per Motion-Capture aufgenommene Performance ist wie erwartend absolut großartig umgesetzt und auch die musikalische Unterhaltung kann sich mehr als sehen lassen. Neben Songs wie “Rhythm Nation“ und “Shake Your Body” kann hier aber vor allem Eriks Darbietung am Ende für Gänsehautstimmung sorgen. Frei nach Puccinis “E lucevan le stelle” aus der Oper “Tosca” schafft er es doch, die unterschiedlichsten Tiere zu vereinigen und das ersehnte Happy End herbei zu führen.

Wie am Anfang bereits angedeutet, hat “Der Gestiefelte Kater” und auch “Happy Feet 2″ seine jeweiligen Vor- und Nachteile, die sich beide in gewissem Maße wieder aufheben. Eine eindeutige Empfehlung kann ich an dieser Stelle leider nicht geben. Fans vom Shrek Franchise wählen den Kater, Fans von Pinguinen und tollen Liedern nehmen “Happy Feet 2″. Sofern es sich ermöglichen sollte, schaut euch beide an, denn beides sind wirklich sehr gute Animationsfilme für Groß und Klein.

Billy Beane (Brad Pitt) wurde einst als künftiger Baseball-Superstar gehandelt, konnte den hohen Erwartungen jedoch nie gerecht werden. Viele Jahre später hat Billy einen Schlussstrich unter seine aktive Spielerkarriere gezogen und versucht sich als Manager der Oakland Athletics, einem Team dessen beste Zeiten seit langem vorbei sind. Nicht das Billy schlechte Spieler hätte nein, doch nach jeder erfolgreichen Spielsaison verliert er seine besten Spieler an andere Clubs, die ihnen einfach mehr Gehalt zahlen können. Aus diesem Dilemma sieht er einfach kein Entkommen, muss er doch mit rund einem Drittel von dem auskommen, was anderen Clubs zur Verfügung steht. Auf einer seiner üblichen Vorstellungen bei anderen Trainern lernt er den jungen Yale-Absolventen Peter Brand (Jonah Hill) kennen, für den Baseball nur aus Zahlen und Statistiken zu bestehen scheint. Anfangs von seinen Scouts noch belächelt, fangen beide an das gesamte Team der Oakland Athletics komplett neu zu strukturieren. Man achtet nicht mehr auf einen Spieler oder dessen soziales Umfeld und wie er sich womöglich integrieren würde, man geht rein nach den Zahlen auf dem Papier. Es werden Spieler geholt die niemand kennt, Spieler mit einer ungewöhnlichen und belächelten Wurftechnik oder Spieler die schlicht zu alt oder verletzungsanfällig sind. Aus ihnen formt Billy ein Team, das Fans wie auch Manager überraschen wird und die Art des Baseballs revolutioniert.

Die Kunst zu gewinnen - MoneyballWenn es für den gewöhnlichen Kino Besucher nichts Langweiligeres gibt, dann sind dies in der Regel Sportfilme. Noch schlimmer aber sind Filme über die amerikanische Sportart Baseball, die hier zu Lande wohl nur die wenigsten kennen oder begreifen dürften. Wenn man aus diesem schon trockenen Thema dann noch ein Sportfilm macht, der sich fast ausschließlich um Zahlen und Statistiken dreht, dürften wohl auch die letzten Interessierten verprellt worden sein. Das dies auch anders geht, zeigt uns eindrucksvoll der Regisseur Bennett Miller (The Cruise). Miller der zuletzt 2005 den Oscar prämierten Film “Capote” drehte, meldet sich nach nunmehr 6 Jahren mit einem Werk zurück, dass auf einer wahren Begebenheit des amerikanischen Baseballs basiert. Neben der Arbeit von Miller ist hier aber vor allem Drehbuchautor Aaron Sorkin (Eine Frage der Ehre) in den Vordergrund zu stellen, der erst in diesem Jahr für seinen Film “The Social Network” einen Oscar in der Kategorie “Best Writing, Adapted Screenplay” erhielt. Zusammen mit Steven Zaillian (Schindlers Liste) erschuf dieser ein schier unglaubliches Drehbuch, welches ein so trockenes Thema wie Baseball und Statistiken locker aufbereitete und mit gelungenen Dialogen gar spannend gestaltet.

Die Kunst zu gewinnen - MoneyballIn der Hauptrolle kann einmal mehr Brad Pitt (Inglourious Basterds, Fight Club) brillieren, welcher momentan wohl zu den gefragtesten Hollywood Darstellern zählen darf. Erst kürzlich lieferte er in “The Tree of Life” eine phänomenale Darbietung unter der Regie von Terrence Malick ab, welche ihn allein dafür schon die gefragte Oscar-Nominierung einbringen sollte. Sofern dies nicht reicht, kann er die Jury mit Sicherheit von seiner Leistung in “Die Kunst zu gewinnen – Moneyball” überzeugen. Pitt spielt hier den verbissenen Manager der Oakland Athletics, welche alles andere als ein großes Budget haben. Ihn interessieren hier keine 20 Siege in Folge, ihn interessiert kein Angebot über 20 Mio. der Konkurrenz, er will das System durchbrechen. Das System welches besagt, dass nur Clubs mit viel Geld die Meisterschaft für sich entscheiden können. Diesen Weg geht Pitt mit so viel Charisma und Engagement, dass man sich einfach nur zurücklehnen und ihm zuhören möchte. Die Überraschung schlecht hin ist allerdings Jonah Hill (Männertrip, Megamind), der bisher nur mit diversen Komödien auf sich aufmerksam machen konnte. Der von ihm beschreitende Weg vom Jüngling der frisch aus Yale kommt, bis hin zum erfahrenen Scout der auch den alten Herren noch Vorschriften machen kann, einfach gut gelungen. Unterstrichen wird diese Rolle immer wieder durch kleine, von Sorkin eingeworfene lustige Momente, die den Film immer wieder dezent an den geeigneten Stellen aufheitern.

“Die Kunst zu gewinnen – Moneyball” ist nach Matt Damon’s “Invictus – Unbezwungen” endlich wieder ein Sportfilm, der auf ganzer Linie begeistern kann. Ein phantastisches Drehbuch, ein wunderbarer Cast, was will man mehr?

Beschreibung: Jack (Hunter McCracken) wächst in den 60er-Jahren im mittleren Westen der USA als ältester von drei Brüdern auf. Vordergründig scheint die Welt in Ordnung. Alles geht seinen gewohnten Gang, jeder hat seinen Platz in der Gesellschaft. Der sonntägliche Kirchgang gehört ebenso zum festen Ritual wie die gemeinsamen Mahlzeiten im Kreis der Familie.

Aber der kleine Jack sieht die Risse in der Fassade. Wie seine Mutter (Jessica Chastain) hat er die Fähigkeit, mit der Seele zu sehen und dadurch Liebe und Empathie zu entwickeln. Sein Vater (Brad Pitt) hingegen predigt dem Kind, unnachgiebig für die eigenen Interessen zu kämpfen. Er will ihn stärken für das “richtige, feindliche Leben”. Jack ist hin- und hergerissen zwischen seinen Eltern und ihren Idealen. Als er im Laufe seiner Kindheit mit Krankheit, Leid und Tod konfrontiert wird, verdüstert sich seine heile Kinderwelt und erscheint ihm immer mehr als undurchdringliches Labyrinth.
Laufzeit: 139 min
Kategorie: Drama
Bewertung: 7/10

The Tree of Life ist das neuste Meisterwerk von Regisseur Terrence Malick und war in Cannes einer der Überraschungserfolge schlechthin. Einige Kritiken waren durchschnittlich, der großteil aber voller Begeisterung. Der Film läuft nun seit nun mehr 3 Wochen in dieversen Programmkinos und nun kam ich auch endlich dazu, ich war gespannt!

Normalerweise kann ich Brad Pitt nicht viel abgewinnen, hier aber ein dickes Lob. Schauspielerisch wirklich sehr gut und auch die Leistung von Sean Penn, Hunter McCracken und vor allem Jessica Chastain oberstes Niveau. Der ganze Film ist sehr geprägt vom Glauben, allen voran an Gott. Auch wenn man nicht religiös ist keine Scheu, wirklich sehr gut umgesetzt und mit vielen rhetorischen Fragen gefüllt. Insgesamt überwiegt im ganzen Film die Arbeit mit unterbewussten Fragen auf welche der Film durchaus nicht freiwillig antworten liefert. Tree of Life ist einer jener Filme zum nachdenken, über die man auch hinterher noch Stundenlang diskutieren kann, herlich. Für jene wie mich die Opern und klassische Musik zu schätzen wissen, ist Tree of Life auch rein musikalisch ein wirklich schöner Film. Sehr gute musikalische Untermalung mit diversen Stücken aus der klassischen Musik bis hin zu großartigen italienischen Opern.