Die Geschichte beginnt auf einem Flohmarkt, auf dem Tim (Jamie Bell) mit seinem Hund Struppi ein Modellschiff entdecken, welches Tim schon immer besitzen wollte. Bei diesem Schiff handelt es sich um die Einhorn, einem Dreimaster mit 50 Kanonen. Nachdem Tim dieses Schiff erworben hat, trifft er schon bald auf einen mysteriösen Mann, der ihm im Zusammenhang mit dem Schiff Unheil prophezeit. Nachdem dieser schließlich verschwunden ist, trifft Tim auf den nächsten Interessenten des Schiffes, doch auch diesmal ist es unverkäuflich. Zuhause angekommen bricht bei diesem schließlich ausversehen ein Mast ab, woraufhin das Geheimnis des Schiffes zum Vorschein kommt. Ein Rätsel auf einem Stück Pergament mit unverständlichen, aneinander gereihten Worten gilt es zu lösen, doch dies ist einfacher gesagt als getan. Kaum aus dem Haus heraus wird dies Pergament nicht nur vom besten Taschendieb der Stadt gestohlen, sondern auch Tim entführt. Zusammen mit seinem Hund Struppi landet er auf einem Schiff, auf dem sie auch den etwas grobschlächtigen und stets übellaunigen Kapitän Haddock (Andy Serkis) begegnen. Auf der nun folgenden Reise von der hohen See, über die sandigen Dünen der afrikanischen Wüste, beginnt eine unaufhaltsame Suche nach dem Schatz der längst vergessenen Einhorn…
Die Geschichten von Tim und Struppi sind seit ihrer Entstehung in den 30iger Jahren weit über 250 Mio. Mal verkauft worden und sind in über 100 verschiedenen Sprachen erhältlich. Egal ob groß oder klein, jeder kam in seinem Leben irgendwie mit den Geschichten von Georges Remi (Pseudonym Hergé) in Berührung. Was liegt also näher, als diese Abenteuer auf ein Medium zu bringen, dass ihnen so lang verwehr geblieben ist? Genau diese Frage stellten sich auch die beiden, mit Abstand berühmtesten Regisseure der Welt, Steven Spielberg (Schindlers Liste, Der Soldat James Ryan) und Peter Jackson (District 9, Der Herr der Ringe – Die Gefährten). Bereits 1983 versuchte Spielberg zusammen mit Hergé einen Film auf die Beine zu stellen, doch dieser verstarb leider. Fast 30 Jahre hat es nun gedauert bis ein neuer Anlauf unternommen wurde. Spielberg holte Peter Jackson mit ins Boot, der sofort Feuer und Flamme war. Wie sagte er zu Spielberg so schön am Telefon: “Wenn du jetzt hier wärst, dann würdest du über meiner Schulter die komplette Serie von Hergés Büchern sehen können – ich wäre geehrt, wenn ich mit dabei sein dürfte”.
Während beide daraufhin fast 18 Monate mit der Vorbereitung verbrachten, nahm der Film gedanklich schon erste Formen an. Nicht nur das Hergés Meisterwerk in modernem 3D gedreht werden sollte, Spielberg und Jackson wollten einfach mehr. Das Ganze Projekt wurde im Performance-Capture verfahren erstellt, wobei echte Darsteller auf einer völlig weißen Bühne interagieren. Mehr als 100 Kameras nahmen hierbei jede Bewegung der Darsteller auf, sodass die Figuren im Film absolut realistisch wirken konnten. Dies jedoch reichte Spielberg noch immer nicht. Er bediente sich der noch recht jungen “Image-Based Facial Performance Capture” Technik, bei der jeder Darsteller noch einen Football Helm trug, der mit einer Kamera die ganze Zeit das Gesicht aufzeichnete. So erst bekam jede Figur in “Die Abenteuer von Tim & Struppi – Das Geheimnis der Einhorn” die Möglichkeit, Emotionen so Detail getreu wie nur möglich wiedergeben zu können. Das Ergebnis daraus kann sich wirklich sehen lassen. Spielberg und Jackson präsentieren uns ein so unglaublich realistischen Film in einer 3D Welt von Hergé, dass man die ersten 5 Minuten kaum aus dem Staunen heraus kommt. Jede Bewegung, jeder Gesichtszug, einfach phänomenal.
Leider bekommt der Zuschauer bei Performance-Capture nie mit, welchem Darsteller die Leistung zu verdanken ist. Die Rolle von Tim spielt Jamie Bell (Billy Elliot – I Will Dance, King Kong), Kapitän Haddock ist Andy Serkis (Der Herr der Ringe – Die Gefährten, Der Hobbit – Hin und zurück), Iwan Iwanowitsch Sakharin ist Daniel Craig (Cowboys & Aliens, Invasion) und Schulze und Schulze ist niemand geringeres als Simon Pegg (Shaun of the Dead, Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis) und Nick Frost (Attack the Block, Grindhouse). Eine großartige Leistung aller beteiligten Darsteller, in jeder Hinsicht hin.
Egal ob man mit Tim und Struppi aufgewachsen ist, ein Buch kennt oder gar alle, der Film ist ein wahres Meisterwerk. Die Geschichte ist unterhaltsam und wirklich lustig, technisch setzt er komplett neue Standards und die Figuren sind so gezeichnet, wie wir sie alle kennen. Eine absolute Empfehlung die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Brighton 1964 im südlichen England. Die Sommersaison des berühmten britischen Seebades ist vorbei und die Straßen werden leerer, keinesfalls aber friedlicher. Wie überall in England organisieren sich auch hier junge Männer der Arbeiterklasse auf Scootern zur Gruppe der “Mods” und lassen ihre Muskeln spielen. Leider können dies die eingefleischten und älteren Rocker nicht durchgehen lassen, wodurch es langfristig zu verschiedenen Reibereien kommt. Neben diesem Konflikt bahnt sich aber auch Konfliktpotential in der Unterwelt von Brighton an. Der junge und ehrgeizige Kleinganove Pinkie Brown (Sam Riley) muss mit ansehen, wie ein Gangmitglied getötet wird und nimmt dafür kurze Zeit später Rache. Er erschlägt den stadtbekannten Gangster Hale (Sean Harris) mit einem Stein und gerät so ins Visier des mächtigen Mobsters Colleoni (Andy Serkis). Neben diesem eher kleineren Problem gibt es dafür allerdings einen Zeugen. Im Beisein der schüchternen Serviererin Rose (Andrea Riseborough) wurde von ihm und dem Opfer noch kurz vorher versehentlich ein Foto gemacht, welches er nun unbedingt wiedererlangen muss. Um dieses Ziel zu erreichen fängt er eine scheinbare Beziehung zu Rose an, welche sich sofort hoffnungslos in ihn und seinen Charme verliebt. Einzig Roses Chefin Ida (Helen Mirren) ist dies ein Dorn im Auge und schon bald erkennt sie das wahre Gesicht von Pinkie, doch da ist es schon fast zu spät!
Nachdem John Boulting (Eine Stadt hält den Atem an) bereits 1947 den Graham Greene Klassiker “Brighton Rock” (Am Abgrund des Lebens) verfilmt hatte, hat ihn nun Rowan Joffe in seinem Regiedebüt neu inszeniert. Rowan Joffe verlegt hierbei Greenes Klassiker von den 40iger Jahren in die 60er und unterstreicht so das sozialkritische Großbritannien und die Rivalität zwischen Rockern und Mods. Die sich abzeichnende Jugendgewalt erreicht ihren Höhepunkt und reflektiert mehr denn je die Situation im damaligen England.
Zur Seite stehen ihm hierbei zwei wirklich großartige Hauptdarsteller in Form von Sam Riley (Control) und Andrea Riseborough (Alles, was wir geben mussten). Riley verkörpert großartig den jungen und aufstrebenden Kleinganoven Pinkie und unterstreicht auf ganzer Linie seine Brutalität, seinen Ärger und das kleine Bisschen in sich gekehrte Hoffnung, auf einen anständigen jungen Mann. Hilfreich zur Seite steht ihm hierfür die entzückende Andrea Riseborough, welche nicht ohne Grund der gefeierte Berlinale Shooting Star ist. Riseborough zeigt uns eine wunderbar zurückhaltende aber gleichzeitig völlig verblendete junge Dame, die für ihre einzig große Liebe alles geben würde, selbst ihr Leben. Zusammen mit Riley schafft sie so einen wunderbaren Gegenpart wobei der Zuschauer bis zuletzt hofft, dass sie sein kühles Herz doch noch erweichen kann. Neben Riley und Riseborough sind aber noch weitere, nicht minder begabte Darsteller vertreten. Allen voran die Oscar-Preisträgerin Helen Mirren (Die Queen), welche zusammen mit John Hurt (Melancholia) sich stets mit Zurückhaltung für das Gute in Rose einsetzen.
Neben dem guten Drehbuch und den exzellenten Darstellern ist es aber erst Kameramann John Mathieson, der dies zu einem funktionierenden Ganzen zusammenfügt. Mit wunderschönen, teils poetischen Bildern fängt er jede Szene ein, sodass diese fast für sich allein stehen kann.
So großartig “Brighton Rock” an sich auch ist, so enttäuschend fallen allerdings auf der DVD wie auch der Blu-ray die zusätzlichen Inhalte aus. Lediglich den Trailer zum Film präsentiert man uns hier, was kaum noch zu unterbieten ist. Ich hätte mir hier vor allem Zusatz Informationen zur Entstehung von Graham Greenes Klassiker gewünscht, oder aber eine Art Vergleich zwischen beiden Versionen durch Rowan Joffe.
Beschreibung: Will Rodman (James Franco) ist ein junger, engagierter Wissenschaftler, der zusammen mit seinem Vater (John Lithgow), ebenfalls ein Forscher, Heilmittel für Menschen erforscht. Ein vielversprechendes Mittel, in das Will viele Hoffnungen setzt, testet er in einem hochmodernen Labor an Affen.
Ein besonderer Affe namens Caesar (Andy Serkis) wächst ihm dabei ans Herz. Das Mittel scheint zu funktionieren. Doch plötzlich ruft es noch ganz andere, unerwartete Reaktionen hervor … Die Primatenforscherin Caroline (Freida Pinto) unterstützt Will auf der Suche nach den Ursachen – und den Folgen!
Laufzeit: 105 min
Kategorie: Action, Drama, Sci-Fi
Bewertung: 8/10
Als 1968 Franklin J. Schaffners “Planet der Affen” in die Kinos kam, war es ein Meilenstein. Die Fortsetzungen in den 70iger Jahren konnten nicht mehr ganz daran anknüpfen, waren aber noch immer für viele gutes Mittelmaß. Im Jahre 2001 versuchte sich dann Tim Burton an einer weiteren Fortsetzung mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle. Der Film verschlang für damalige Verhältnisse Unmengen an Geld und floppte an den Kinokassen auf ganzer Linie. Kaum Story und ein Spektakel an Effekten wurden ihm vorgeworfen, nur macht das Rupert Wyatt in seinem jetzigen Prequel besser?
An dieser Stelle ein großes JA!
“Planet der Affen: Prevolution” ist in erster Linie im Bereich Technik ein Meilenstein der Filmgeschichte. Wenn in Avatar die Performance-Capture-Technik schon gut war, so hat Andy Serkis hier noch einmal einen drauf gelegt. Er hat dieselbe Technik genutzt, sie aber mit realen Schauplätzen verknüpft. Die Affen sehen hierbei so unglaublich echt aus, dass man nur staunen kann. Wenn wir schon bei den Affen sind, müssen wir wohl oder übel auch auf den besten Darstellen zu sprechen kommen. Dies ist nicht etwa James Franco, Freida Pinto oder John Lithgow in den Hauptrollen, dass ist Andy Serkis animierter Affe Caesar. Im Laufe seiner Entwicklung kann man jeden Punkt exakt an seiner Mimik und Gestik nachverfolgen und stellt sich unweigerlich irgendwann die Frage, ist dieser Affe nicht doch echt?
Am Anfang hatte ich noch die Vermutung das sich hier ein weiteres Actionfeuerwerk abspielt und die Geschichte darunter leidet, Prevolution hat mich vom Gegenteil überzeugt. Die Geschichte ist wirklich gut und die Action wurde seicht drum herum aufgebaut.
“Planet der Affen: Prevolution” ist ein wirklich guter Film den man getrost weiterempfehlen kann. Ich freue mich schon jetzt auf die mögliche Fortsetzung.