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Zimmer 205 – Traust du dich rein?

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 6. Dezember 2012

Zimmer 205 - Traust du dich rein?

Das deutsche Genrekino bestand in den letzten Jahren fast ausschließlich aus Romantic-Comedys, die zwar zumeist überaus kurzweilig und unterhaltsam waren, oftmals aber etwas ganz bestimmtes haben vermissen lassen. Das Genre des deutschen Horrorfilms kann dagegen bestenfalls auf eine Hand voll Kinoproduktionen in den letzten Jahren zurückblicken, die sich verglichen mit internationalen Maßstäben leider oft qualitativ nur im unteren Mittelfeld haben wiederfinden können. Regisseur Rainer Matsutani möchte damit nun brechen, doch auch ihm gelingt mit “Zimmer 205 – Traust du dich rein?” nur ein weiterer Genrebeitrag, der für deutsche Verhältnisse in Ordnung ist, mehr aber auch kaum zu bieten hat.

Die 19-jährige Katrin (Jennifer Ulrich) kann es kaum erwarten mit ihrem neuen Leben an der Uni zu beginnen, endlich raus aus dem Haus ihres Vaters der sie stets zu kontrollieren versuchte, weg von der Vergangenheit die sie am liebsten ausmerzen würde, ab ins Studentenleben bestehend aus Partys, Sex und Unterricht. Im nahe gelegenen Studentenwohnheim erhält Katrin das Zimmer mit der Nummer 205 das bereits lange Zeit leer stand und vorher einer Frau namens Annika (Julia Dietze) gehörte, die jedoch spurlos verschwunden ist. Obwohl sie das am Anfang nicht näher interessiert, findet sie schon bald ein geheimes Videotagebuch der Vermissten, das auf ihre neue Clique ein grausames Licht wirft. Plötzlich wird mit Christian (Daniel Roesner) der erste der Gruppe tot aufgefunden, weitere Folgen und Katrin rückt immer weiter in den Fokus der Polizei, muss sie inzwischen doch selber um ihr eigenes Leben fürchten…

Zimmer 205 - Traust du dich rein?Basierend auf dem dänischen Film “Kollegiet” aus dem Jahre 2007 wollte Produzent Boris Schönfelder (Antikörper) einen entsprechenden Genrebeitrag als deutsche Adaption kreieren, wobei er sich weniger rein auf das Original stützte, sondern in erster Linie versuchte dramaturgische Schwächen gezielt auszumerzen und der Hauptfigur wesentlich mehr Background zu geben, wodurch sich diese für den Zuschauer wesentlich interessanter gestaltete. Für die Regie konnte Schönfelder Regisseur Rainer Matsutani (Nur über meine Leiche) gewinnen, mit dem er bereits seit längerem ein gemeinsames Projekt entwickeln wollte, fürs Drehbuch kam sogleich dessen bester Freund Eckhard Vollmar (Das Haus der Krokodile) mit ins Boot, den dieser bereits seit über 20 Jahren kannte.

Im Mittelpunkt von “Zimmer 205 – Traust du dich rein?” steht mit Katrin eine typische Schülerin die es kaum erwarten kann von ihrem Vater los zu kommen, engte dieser sie doch seit einem tragischen Vorfall in ihrer Vergangenheit zum größten Teil doch ein. Im neuen Leben angekommen geht alles sehr schnell. Sie findet neue Freunde, spannt einer Kommilitonin gleich bei der ersten Party den Freund aus und fängt schon bald an einen Geist zu sehen, der mit kleinen Hinweisen wie das Videotagebuch von Annika auf dessen Verschwinden deuten könnte.

Zimmer 205 - Traust du dich rein?Als Mischung zwischen Thriller und Horror versucht Katrin nun besagtes Verschwinden von Annika aufzuklären, während in ihrem Umfeld mehr und mehr Menschen auf mysteriöse Weise sterben. Ihre Bettbekanntschaft stirbt in der Waschküche, Carmen (Inez Bjørg David) verschwindet plötzlich komplett und was hat eigentlich Sanne (Marleen Lohse) mit alledem zu tun? Während die Geschichte von Drehbuchautor Eckhard Vollmar dabei gut herausgearbeitet wurde und sich schon bald ein Puzzlestück an das andere anzureihen beginnt, wir mehr und mehr Details über Katrins eigene Vergangenheit erfahren und so der anfänglich psychologische Aspekt weiter herausgearbeitet wird, enttäuscht “Zimmer 205 – Traust du dich rein?” gerade im Hinblick auf die eigentliche Geistergeschichte.

Die Animation des Geistes kann man verglichen mit internationalen Maßstäben nur als schlechten Witz bezeichnen, alles erinnert mehr an asiatische Produktionen wie die “Ring”-Trilogie oder “Ju-On” und auch sonst verstößt der Film gegen fast alles, was man bisher aus ähnlichen Filmen kannte. Der Geist hält sich an keinerlei Maßstäbe wie dieser agiert, er tötet der Reihe nach seine auserkorenen Opfer und zu keiner Zeit hat man als Zuschauer das Gefühl, als das die einzelnen Personen überhaupt je eine Chance hätten sich diesem zu erwehren.

Zimmer 205 - Traust du dich rein?Neben dem bestenfalls durchschnittlichen Horroransatz bei dem man sich nie wirklich erschrecken kann, überzeugt “Zimmer 205 – Traust du dich rein?” jedoch zumindest von den Hauptdarstellern, ist die Darbietung von Jennifer Ulrich (Die Welle) als Katrin doch über alles erhaben. Egal ob es die verzweifelte Suche nach Antworten ist, am Anfang jene Szenen in denen sie ihre neu gewonnene Unabhängigkeit auslebt oder später beim verzweifelten Kampf mit der unsichtbaren Bedrohung, einfach nur stark gespielt. Ähnlich souverän tritt auch erneut Inez Bjørg David (Männerherzen… und die ganz ganz große Liebe) in der Rolle der Carmen auf, die als rücksichtslose Zicke sofort sämtliche Sympathie beim Zuschauer zu verspielen versteht, die man einer Figur nur geben könnte.

Mit “Zimmer 205 – Traust du dich rein?” kann Regisseur Rainer Matsutani leider nur im Ansatz überzeugen. Während die Geschichte durchaus in Ordnung ist und die Darsteller überzeugen, enttäuscht doch insbesondere der ganze Bereich der Geisterinszenierung. Für einen deutschen Genrebeitrag mag das reichen, verglichen mit internationalen Produktionen ist er leider eine Enttäuschung.

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Copyright: Neue Schönhauser Filmproduktion / Anke Neugebauer / NFP

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Zimmer 205 - Traust du dich rein?

Länge: 100 min

Kategorie: Drama, Horror

Start: 04.04.2013

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Zimmer 205 – Traust du dich rein?

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 100 min
Kategorie: Drama, Horror
Start: 04.04.2013

Bewertung Film: (6/10)

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