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Mama

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 6. Dezember 2012

Mama

Im Bereich des Horror-Genres gibt es kaum noch Neuerungen, umso mehr konnte vor kurzem Scott Derrickson mit seiner Snuff-Verfilmung “Sinister” überzeugen, bei der dieser in erster Linie mit einer gelungenen Atmosphäre beim Zuschauer punkten konnte. In eine ganz ähnliche Bresche springt Regisseur Andres Muschietti mit seinem Film “Mama”, wenn dieser zusammen mit Produzent Guillermo del Toro ein Werk präsentiert, dass gerade mit seinem überraschenden Ende zu überzeugen weiß.

Vor fünf Jahren brachte der Vater der beiden Schwestern Victoria (Megan Charpentier) und Lilly (Isabelle Nélisse) seine Frau um und floh mitten in einem Schneesturm mit seinen beiden Töchtern im Auto, woraufhin dieser bereits kurze Zeit später von der Straße abkam und in einem Graben landete. Während er zusammen mit seinen beiden Töchtern durch den Wald floh fanden die drei ein altes verlassenes Haus in dem sie sich versteckten, doch so leer wie sie dachten sollte auch dieses Haus nicht sein. Fünf Jahre später sucht ihr Onkel Lucas (Nikolaj Coster-Waldau) zusammen mit seiner Freundin Annabel (Jessica Chastain) noch immer seine Nichten und findet diese wie durch ein Zufall verwildert in besagtem Haus, doch haben sich beide seit damals radikal verändert. Lucas und Annabel nehmen die beiden auf und versuchen diesen in ihrem neuen Heim eine neue Familie zu bieten, doch ist neben Victoria und Lilly noch jemand ganz anderes mit eingezogen…

MamaProduzent Guillermo del Toro (Hellboy) hat sich in den letzten zwanzig Jahren vornehmlich einen Namen durch seine zahlreichen qualitative hochwertigen Produktionen hat machen können, die fast ein jedes Mal überzeugen konnten. Zusammen mit Regisseur Andres Muschietti (Evita) adaptiert dieser nun seinen eigenen Kurzfilm aus dem Jahre 2008, wenn er diesen nicht nur für die große Leinwand adaptiert, sondern gleichzeitig auch noch um einige sehenswerte dramaturgische Kniffe ergänzt. Das Drehbuch schrieb Andres diesmal zusammen mit seiner Frau Barbara Muschietti (Just Visiting) sowie Drehbuchautor Neil Cross (Luther), wodurch eine ganz und gar ungewöhnliche Zusammenarbeit entstand.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen mit Victoria und Lilly gleich zwei Geschwister die nicht verschiedener hätten sein können, obwohl beide ganze fünf Jahre lang von einem Geist aufgezogen wurden, den sie lediglich mit dem Namen “Mama” ansprechen. All dies ist natürlich nicht weiter spektakulär, wenn nicht ausgerechnet Lucas Rockfreundin Annabel absolut nichts für Kinder übrig hätte, was man bereits gleich am Anfang mehr als deutlich kommuniziert bekommt, freut diese sich doch umso mehr über den negativ ausfallenden Schwangerschaftstest.

MamaIm Vergleich zu vielen ähnlichen Horrorfilmen hält “Mama” mit seiner Botschaft nicht lange hinter dem Berg, offenbart sich der Geist doch bereits am Anfang recht schnell, als dieser die Kinder vor ihrem Vater rettet. Mit einer Art Mutterinstinkt beschützt dieser die Kinder nun in den darauffolgenden fünf Jahren, ernährt sie und kommt selbst mit in die neue Wohnung, wenn sie erst einmal von Lucas und dessen Freundin gefunden wurden. Die Schockeffekte sind dabei zum Großteil gut wenn auch vorhersehbar, insbesondere wenn immer direkt auch die passende Musik von Komponist Fernando Velázquez  (Das Waisenhaus) einsetzt, wodurch die einzelnen Szenen zusätzlich auch noch wunderbar eingeleitet werden.

In Bezug auf den Geist “Mama” gab sich das Special Effects Team rund um Warren Appleby (Für immer Liebe) sichtbar Mühe, ist dieser doch zuweilen wunderbar in Szene gesetzt worden. Egal ob man ihn von hinten sieht, aus den Augenwinkeln, verschwommen durch  Victorias Brille oder im offenen Konflikt am Ende, qualitativ steht “Mama” anderen hochbudgetierten Filmen in absolut nichts nach.

MamaSchaut man sich die einzelnen Darsteller ein wenig genauer an so gibt es hier spürbare Unterschiede, denn während Nikolaj Coster-Waldau (Jo Nesbø’s Headhunters) als Lucas kaum Leinwandzeit und somit kaum Möglichkeiten bekommt sich selber in den Film einzubringen, lastet umso mehr auf den Schultern von Jessica Chastain (The Tree of Life), gibt diese doch eine wunderbare Person ab, die mit einer anfänglichen Abneigung gegenüber Kindern sich schon bald zu jener Person verändert, die Victoria und Lilly um jeden Preis der Welt beschützen will. Die eigentlichen Stars von “Mama” sich jedoch Megan Charpentier (Red Riding Hood – Unter dem Wolfsmond) und Isabelle Nélisse (Whitewash), welche die beiden Kinder Victoria und Lilly spielen. Deren Spiel der Mimik ist so intensiv, dass beide maßgeblich zur gelungenen Atmosphäre des Filmes beitragen.

Andres Muschietti’s “Mama” ist eine gelungene Adaption seines eigenen Kurzfilmes. Die Darsteller sind über weite Strecken wirklich gut, die Geschichte unterhaltsam und insbesondere das Ende des Filmes einmal neu, sodass selbst alte Hasen von Horrorfilmen gut unterhalten werden.

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Länge: 100 min

Kategorie: Horror

Start: 18.04.2013

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 100 min
Kategorie: Horror
Start: 18.04.2013

Bewertung Film: (7/10)

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