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Das Schwergewicht

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 15. Oktober 2012

Das Schwergewicht

Blick man auf die nun mehr 16 Jahre andauernde Karriere von Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Frank Coraci (Klick) zurück, so stellt man fest, dass insbesondere jene Filme in denen er als Regisseur tätig war, sich nicht unbedingt durch Qualität auszeichneten. Während er in gleich drei Filmen versuchte mit Adam Sandler in der Hauptrolle Erfolgt zu haben, hat er sich nach “Der Zoowärter” nun auf Filme mit Kevin James spezialisiert, der zwar besser als Sandler agiert, dennoch aber auf seine stereotypischen Qualitäten vertraut.

Der Highschool Lehrer Scott Voss (Kevin James) verrichtet mehr recht als schlecht seinen Job als Biologielehrer, doch während er sich scheinbar auf seinem Job auszuruhen versucht und regelmäßig zu spät zum Unterricht erscheint, wird ausgerechnet der gut laufende Musikunterricht von Kollege Marty Streb (Henry Winkler) das Opfer von Budgetkürzungen, die Scott so absolut nicht hinnehmen kann. Während er versucht mit Abendkursen das nötige Geld für dessen Erhalt zu verdienen, merkt dieser schnell das man die 48.000 Dollar so nie im Leben bis zum ende des Schuljahres auftreiben kann. Der einzige Weg sind nach Feierabend die Mixed-Martial-Arts Turniere, bei denen er trotz seiner 42 Jahre und einer eindrucksvollen Karriere als College-Wrestler für jeden verlorenen Kampf unter Schmerzen hart verdientes Geld mit nach Hause nehmen kann…

Das SchwergewichtBlickt man zurück auf die letzte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Frank Coraci und Hauptdarsteller Kevin James (Der Kaufhaus Cop) in “Der Zoowärter”, so kann man bei den durchweg unterdurchschnittlichen Kritiken nicht gerade von Erfolg sprechen. All dies soll sich in “Das Schwergewicht” ändern, wenn Kevin James persönlich zusammen mit den Drehbuchautoren Allan Loeb (Rock of Ages) und Rock Reuben (King of Queens) ein Script entwickelt, dass durchaus seine lichten Momente aufweisen kann.

Ein Lehrer der aus Geldnot heraus beginnt in einem Mixed-Martial-Arts Turnier mit zu kämpfen obwohl er eigentlich von Beginn an nur wenig Chancen hat, kennen wir diese Geschichte nicht bereits aus Gavin O’Connor seinem im letzten Jahr erschienenen Film “Warrior”? Ein Schelm ist wer dabei böses denkt und trotz aller Gemeinsamkeiten kann sich “Das Schwergewicht” punktuell von seinem “Bruder” abheben, wenn dieser in erster Linie versucht mit dem typischen Humor eines Kevin James zu punkten.

Das SchwergewichtObwohl die Geschichte vom altbackenden Highschool Lehrer und seinem Hang zu Martial-Arts Kämpfen schnell erzählt ist, überrascht uns “Das Schwergewicht” mit einigen wirklich netten Nebengeschichten, wenn Scott beispielsweise des Abends Immigranten versucht zu unterrichten, damit diese möglichst fehlerfrei den Einbürgerungstest für die Vereinigten Staaten bestehen. Natürlich setzt man dabei auf eine ordentliche Portion Klischees was insbesondere an Miguel (Shelly Desai) zu merken ist, doch findet Scott gerade in dieser Klasse mit Niko (Bas Rutten) auch noch jenen Freund, der ihn in die Techniken dieser ausgefallenen Sportart einzuweisen vermag.

Neben der durchweg einfachen und überaus linearen Geschichte, einer guten Portion Gesellschaftskritik und einem ordentlich einsteckenden Kevin James ist hierbei insbesondere die Kameraführung von Phil Meheux (James Bond 007 – Casino Royale) bemerkenswert, der bei den Kämpfen immer unglaublich nah am Geschehen bleibt. Man kann förmlich jeden der Schläge spüren die Scott einstecken muss, die Kamera wechselt dank der schnellen Schnitte unglaublich oft die Position und gerade im letzten seiner Kämpfe muss man selbst als Zuschauer zugeben, dass gerade diese Mischung aus Komödie und Sport Dank eines wunderbar aufspielenden Kevin James in diesem Falle zu funktionieren vermag.

Das SchwergewichtNeben Kevin James und seinem typischen Humor bekommen wir noch einen sehenswerten Henry Winkler (Waterboy – Der Typ mit dem Wasserschaden) und Bas Rutten (The Smashing Machine) geboten die mit James bestens harmonieren, die wunderbare Latina Königin Salma Hayek (Desperado) die einzig und allein auf eine scheinbar unerreichbare Liebesbeziehung reduziert wird sowie einen Joe Rogen (Fear Factor), der als Martial-Arts Kämpfer eine ungemein gute Figur macht.

Neben all diesen positiven Dingen muss man an dieser Stelle aber auch erwähnen, dass die Deutsche Übersetzung mit “Das Schwergewicht” alles andere als gelungen erscheint. Im Titelsong bei dem Scott immer in die Arena läuft wird mit lauter und brachialer Musik “Here comes the boom” gespielt, was auch der gleichnamige amerikanische Titel des Filmes ist und dadurch wunderbar harmoniert, im deutschen aber gar nicht zu passen vermag.

Trotz der Parallelen zu “Warrior” kann Frank Coraci mit “Das Schwergewicht” dank eines wirklich gut aufspielenden Kevin James überzeugen. Es ist nicht der ganz große Wurf den er sich womöglich erhofft hat, doch funktioniert der Film als kurzweilige Unterhaltung alle mal.

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Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Sony

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Das Schwergewicht

Länge: 105 min

Kategorie: Action, Comedy

Start: 08.11.2012

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 105 min
Kategorie: Action, Comedy
Start: 08.11.2012

Bewertung Film: (6,5/10)

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